Nur gesund ernähren reicht mir nicht …

Es reicht!
Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, so oft krank zu sein, so eine schlechte Ausdauer zu haben und unter mangelnder Leistungsfähigkeit zu leiden. Ja, anfällig bin ich schon immer und so ist es für mich total normal, in 4 Wochen auch 3x einen großen Infekt durchzumachen. Dazu kommen regemäßig Gliederschmerzen, obwohl ich aus ärztlicher Sicht gesund bin und letztendlich auch noch eine schlechte Fitness. Das ist schon sehr nervig, wenn man beim Hochrennen der Treppe im 2- stöckigen Haus zum schnaufen anfängt, man fühlt sich uralt!
Außerdem schaue ich mich um und ich betrachte die Menschen die ich kenne, die 50-90 Jahre alt sind. Und ich frage mich: WIE möchte ICH eigentlich alt werden? Wäre es nicht toll, fit bis ins hohe Alter zu bleiben und dem Risiko von Demenz und Bettlägerigkeit zu entgehen? Das wiederum bringt mich zu der Frage, was man denn für ein gesundes Altern tun kann. KLAR, natürlich kann man auch rauchend, saufend und Fastfood-essend sehr alt werden, selbst wenn man sein ganzes Leben vor der Playstation verbringt. Beispiele dafür gibt es genügend! Aber sind sie repräsentativ? Ich bin mir sicher, dass NEIN. Es wurde mit unendlich vielen Studien bewiesen, dass durch zu wenig Bewegung, durch Suchtmittel und durch eine schlechte Ernährung altersbedingte Krankheiten gefördert werden. Sogar Krebs steht in Verdacht, dabei verstärkt auszubrechen. Alles Risikofaktoren, die mich daran hindern könnten, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Und den Vergleich habe ich sogar innerhalb meiner eigenen Familie. Ein Vater, der sportlich sehr aktiv ist, sich gut ernährt und mindestens 15 Jahre jünger aussieht, als er eigentlich ist, der mit auf die 60 zugehend noch Meisterschaften gewinnt. Und eine Großmutter, die nicht mehr vor die Tür geht, nur Fertignahrung zu sich nimmt und gerade von einer der intelligentesten Frauen, die ich kenne, in die Demenz und Bewegungslosigkeit abrutscht…das macht mich nachdenklich…
Bisher konnte ich mich immer ganz gut rausreden: Gesund ernähren? Hach das braucht ja soooo viel kostbare Zeit, die ich nicht habe…. Sport machen? Wann soll ich denn noch Sport machen, nebst derzeit 7 im Haus lebenden Kindern, einer Teilzeitarbeit, einem Teilzeitstudium und dem Selbstversorgergarten? Und dann schaue ich mir an, wie oft ich krank bin. Wie oft ich im Bett liege, ohne etwas tun zu können. Wie sehr ich es brauche, lange zu schlafen… das ist mal so richtig viel Zeit, die mir verloren geht. Und das muss ich nur gegeneinander aufrechnen. Wenn ich es schaffen würde, mir einer gesünderen Lebensweise meinen Krankenstand um 50% zu reduzieren und nur täglich eine Stunde weniger Schlaf benötige (anstatt 9, nur 8 Stunden) – dann könnte ich theoretisch jeden Tag 2 Stunden Sport machen!!! Wenn ich bei täglich 30-45 Minuten Sport bleibe, hätte ich dabei sogar noch Zeit gewonnen.
Ein Experiment, was sich doch wirklich mal lohnen würde, auszuprobieren!

Mit der Nahrungsumstellung haben wir ja bereits 2013 begonnen. Das meiste an Gemüse kommt aus dem eigenen Garten, Obst ertauschen wir uns bei Freunden und auch Brot und Co. wird oft selbstgebacken. Dennoch war auch immer wieder einmal Fastfood dabei – Essen gehen, weil keine Zeit war und gerade bei mir: ein enorm hoher Schokoladenkonsum und Kaffee trinken mit Zucker. Letztes Jahr haben wir dann sehr viel vegan gelebt und seit Anfang Januar haben wir komplett auf vegan umgestellt. Tja und die Auswirkungen sind jetzt, nur 5 Wochen später schon total irre: Ich habe keine Lust mehr auf Schokolade. Eine Tafel reicht mir jetzt meist eine ganze Woche (vorher nur einen halben Tag!). Ich habe tatsächlich ständig Lust auf Gemüse, Salat, Nüsse usw. und sogar der Appetit auf gekochte Nahrung geht zurück. Das erste Mal seit 3 Jahren bin ich 5 Wochen am Stück nicht krank. Und bei mir heißt das was! Gliederschmerzen habe ich vor 8 Wochen das letzte Mal gehabt…bin ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg? Es motiviert ihn weiter zu beschreiten…

Und by the way… vegan leben ist kein Verzicht:

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Inspiriert haben mich eigentlich erst die Bücher vom Atilla Hiltmann. Ich hatte sie mir zum Glück ausgeliehen, denn kaufen werde ich mir die Bücher nun nicht mehr, nachdem er gerade rechte Parolen verbreitet. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Jemand der vegan, aber vollwertig kocht (denn viele vegane Bücher nutzen Weißmehl, Zucker und Co.) und jemand, der evtl. schon Erfahrung in der Kombination mit Sport hat. Ich habe mich immer wieder gefragt:
Ist es möglich, sich vegan zu ernähren und Muskeln aufzubauen, ohne Zusatzprodukte zu konsumieren? Ja ist es, denn Brendan Brazier zeigt es in seinem Buch: „Vegan in Topform“.
Dort findet man nicht nur Rezepte, sondern er erklärt auch genau, warum was gesund und warum was ungesund ist. Und er macht Sport. Er ist hauptberuflicher Sportler und trainiert immer wieder für den Iron-Man, den er mit Spitzenpositionen meistert. Das hat mich überzeugt.

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Nein, Hochleistungssportlerin möchte ich nicht werden. Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit, zumal meine Berufung die soziale Arbeit ist. Aber es überzeugt mich, dass die vegane Ernährungsform, kombiniert mit Sport einen gesunderen, fitteren Körper hervorbringt, der so als kleinen interessanten Nebeneffekt auch langsamer altert 😉 Brendan beschreibt übrigens auch wunderbar, auf was man alles bei der veganen Ernährung achten muss – denn auch Veganer können sich absolut ungesund und mangel ernähren! Er schreibt in seinem Buch zwar von der „Thrive-Diät“, das sollte einen allerdings nicht abschrecken. Es ist keine Diät. Es ist eine Nahrungsumstellung. Die Rezepte sind vielfach ab wandelbar, schmecken göttlich und ehrlich gesagt habe ich noch nie mit Freude so vielfältige und wunderbare Gerichte gegessen, wie seitdem wir auf vegan umgestellt haben.
Und übrigens – auf vegane Ernährung umzustellen, wenn man sich langsam ran tastet, kostet mich nicht eine Minute mehr Zeit! Mein Lieblingsfrühstück, der grüne Smoothie z.B., ist in genau 3-4 Minuten hergerichtet, ist aber ein Frühstück für die ganze Familie!

Jetzt fehlt nur noch der Sport. Gerade die ständigen Rückenschmerzen bringen mich immer wieder zu diesem Punkt zurück. Mit Sport könnte es noch besser werden!
Und hier muss jeder sein eigenes Maß finden. Mein Plan für mich persönlich ist: 2x die Woche 30 Minuten walken, 2x die Wochen 45 Minuten Pilates (das kann ich beides zu Hause machen!) und 2x die Woche 1 Stunde Fitness-Studio (das einzige was mich dann wirklich etwas Zeit kostet!). 1 Tag Pause. Und wenn ich einen 2. Tag Pause brauche, ist das auch ok. Pausen sind für den Körper enorm wichtig.
Und das ziehe ich jetzt durch. Denn ich habe ja ein Ziel. Ich habe es satt so oft krank zu sein, Rückenschmerzen zu haben und so lange schlafen zu müssen und ich bin dafür gerne bereit, etwas Zeit in Sport zu investieren. Es wird sich am Ende auszahlen.
Also packen wir‘s an! Andi macht dabei natürlich auch mit – mit einem abgewandelten Trainingsplan.
Und ich habe vor, alle 1-2 Wochen darüber zu berichten. Über Fortschritte oder auch Rückschritte. Die besten Rezepte dabei preis geben und auch wieder Artikel über die Kosten-Nutzen-Bilanz zu schreiben. Denn gerade bei Rezepten mit „teurem Superfood-Zutaten“ wird das sehr interessant, ob man sich das so überhaupt leisten kann 😉

Bis die Tage, ich freue mich! Eure Petra