Stockholm – ein Paradies für Veganer

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Endlich war es soweit, Andi und ich traten zu unserem ersten Paar-Urlaub seit 16 Jahren an. Abgesehen von geschäftlichen Reisen war es eigentlich sogar der erste Urlaub, den wir JE ohne Kinder unternommen haben. Vorfreude war also garantiert.
Das spannende an diesem Unternehmen war aber, dass es auch unsere erste Reise in „vegan“ werden sollte. Seit Anfang des Jahres haben wir ja komplett umgestellt und das sollte sich auch auf unserer Reise nicht ändern. Dass es hier und da auch in Stockholm ein vegetarisch/veganes Restaurant gibt, das wussten wir. Aber wie der Tag ansonsten vegan durchgebracht werden kann, war für uns unklar und stellte irgendwie ein Abendteuer dar.

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Los ging es am Donnerstag früh: Für unterwegs hatten wir uns noch bei unserem Lieblingsbioladen vegane Semmeln gekauft. Der Flieger startete mittags in München und zwei Stunden später waren wir schon in Stockholm. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir zufällig unsere Unterkunft mitten in der Altstadt (Gamla Stan) gebucht hatten. Ideal also. Bis wir eingecheckt hatten, war es fast 17 Uhr und wir waren hungrig. Also ging es los zu unserem ersten Ziel zum „Hermitage“ mitten in Gamla Stan. Uns erwartete an diesem Abend ein rein veganes Buffet und das zu einem Preis von nur umgerechnet 12,50€ pro Person. Getränke bestellten wir dazu, was in Schweden jedoch völlig unnötig ist. Denn als wir sahen, wie die Nachbartische sich einfach immer wieder Wasser aus der Küche holten, fragte ich einfach mal eine Schwedin, ob denn das Wasser inklusive sei (und das habe ich sogar auf schwedisch geschafft *freu*). Sie erklärte mir dann freundlich: Wasser ist in Schweden IMMER inklusive. Restaurants erwarten auch nicht von einem, dass man noch andere Getränke dazu bestellt. Das ist riesig und der Buffet Preis ist damit nochmal um einiges besser. Aber nicht nur das: Das Wasser ist nicht nur gut, es ist sehr gut. Die Qualität ist spitze und übertrifft die meisten Quellwasser, die man in Deutschland in Flaschen zu kaufen bekommt.
Wir waren an unserem ersten Abend also überwiegend mit Schlemmen beschäftigt. Sogar leckeren veganen Kuchen gab es als Dessert.

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Danach schlenderten wir noch durch Gamla Stan – mit Abstand der schönste Teil Stockholms. Verwinkelte Gassen, alte, aber sehr gut erhaltene Gebäude, ein Sinn für schöne Architektur und viele wundervolle Aussichtspunkte. Und Wasser – überall Wasser – kreuzt sich mitten in Stockholm das Meer mit dem See Mälaren und ist auf 14 Inseln erbaut.

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Am Freitagmorgen erhielten wir dann von der Rezeption eine Rabattkarte für das Frühstück im Café „Under Kastanien“. Tatsächlich stand auf dem Platz vor dem Café eine imposante Kastanie, umgeben von wundervollen Stadthäusern.

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Ein veganes Frühstück stand allerdings nicht auf der Karte. Aber warum nicht einfach mal fragen? Gesagt getan und wir erhielten ein super leckeres Avocado Sandwich, ein reichhaltiges Nussmüsli und Kaffee mit Sojamilch. Perfekt und das zum Preis von gerade mal umgerechnet ca. 6,50€. Und das schöne dabei war: man wusste mit vegan etwas anzufangen und die Frage danach schien nicht ungewöhnlich zu sein. Etwas, was wir auf unserer Reise durch Stockholm immer wieder erfahren durften.

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Nachdem wir den Vormittag durch Södermalm liefen, um 2 Bioläden zu finden, entschlossen wir uns, dass dies den Ausflug nicht wert war (auch wenn wir uns dort Brotzeit für unterwegs kauften) und kehrten wieder um. Vorher halfen wir noch einer älteren Dame nach Hause, die vor unseren Augen die Treppe herunter fiel und sichtlich glücklich war, bis zur Wohnung gebracht zu werden. Auf dem Rückweg landeten wir „versehentlich“ an einer Anhöhe, die von Gamla Stan durch Wasser getrennt war. Welch wundervolle Aussicht wir da hatten. Ja, Stockholm ist wirklich wundervoll.

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Weiter ging es dann mit der Fähre rüber nach Djurgården. Fähre fahren ist auch relativ günstig, sofern man sie nicht mehrmals täglich nutzen will. Auffällig dabei: Ohne Saison ist ein Ticketkauf mit Bargeld mitunter schwierig. Die Schweden lieben Karten, vor allem Kreditkarten. Selbst der Kaffee wird mit Karte gezahlt.
Angekommen in Djurgården landeten wir in Skansen. Skansen ist ein riesiges Freilichtmuseum. Museen mag ich eigentlich nicht sooo gerne. Ich bin lieber draußen unterwegs. Aber Skansen war dafür perfekt, denn es handelt sich um ein historisches Freilichtmuseum, wo man traditionelle und alte Häuser, Bauernhöfe und mehr aus Schweden betrachten kann. Im Sommer sollte man dafür einen kompletten Tag einplanen, denn neben den vielen Sehenswürdigkeiten wird auch an vielen verschiedenen Stellen die alte Handwerkskunst vorgestellt. Im Winter sind die meisten Gebäude leider geschlossen, dennoch lohnte sich der Ausflug.

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Abends gingen wir dann wieder im Hermitage essen. Diesmal gab es andere Gerichte, man könnte also theoretisch jeden Tag dort Essen gehen, ohne dass einem langweilig wird 😉

Am Samstagmorgen – nach unserem Frühstück – starten wir diesmal mit dem Schiff in Richtung Meer. Der Stockholmer Schärengarten, bestehend aus 30.000 Inseln und Felsen, hatte es uns dabei angetan.

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Wundervoll ist es da draußen und einen Ausflug wert. Mittags kam dann der Hunger und wir waren schon etwas in Sorge, da auf dem Schiffsbuffet nichts Veganes zu erkennen war. Also fragten wir einfach wieder nach und wünschten uns ein veganes Baguette. Wieder bekamen wir als Antwort nur ein: Javisst! (natürlich) und wenige Minuten später erhielten wir eine leckere Mahlzeit. Egal wo, in Stockholm bekommt man wirklich an jeder Ecke etwas veganes zu Essen – manchmal muss man fragen, aber dann wird einem gerne etwas hergerichtet.

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Auf dem Boot waren wir dann doch sehr lange unterwegs – denn die Hin-und Rückfahrt nach Vaxholm dauerte drei Stunden- obwohl dies gerade mal der Anfang der Schären war. Möchte man weiter raus, ist man bis zu 4 Stunden einfach unterwegs. Das mag sich dann vielleicht im Sommer lohnen, wenn man auf eine der Inseln übernachtet. Im Winter ist bis auf wenige Ausnahmen nicht viel los.

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Am Nachmittag tingelten wir dann durch einige Geschäfte in Stockholms Gamla Stan. Uns hatte es ein „Fantasy“ Geschäft angetan, wo es auch viele tolle Gesellschaftsspiele und Rollenspiele gab. Gekauft haben wir da nichts- die Preise sind um einiges höher, als in Deutschland. Nachmittags fanden wir dann einen veganen Bäcker, die „Svattva Bakeri“ und machten dort eine kleine Pause für Kaffee und Kuchen. Lecker, günstig und sogar Rohköstler kommen dort auf ihre Kosten.

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Am Abend liefen wir dann nach Norrmalm, um eine vegetarische Pizzeria aufzusuchen. Überhaupt waren wir fast immer zu Fuß unterwegs. Ich schätze, dass wir täglich gut 6-7km erlaufen haben.

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Und das war bei dem tollen Wetter einfach wundervoll. Es mag in Stockholm zwar ein wenig kälter sein, aber die Sonne ist der oberhammer. Sie scheint wahnsinnig hell und freundlich. Das kenne ich aus Deutschland nur von Frühlings- und Sommertagen.
Angekommen in der „O Mama Mia Pizzeria“ hat uns neben dem urigen Ambiente dann die Karte umgehauen. Drei volle Seiten nur mit veganen Pizzen. Drei Seiten! Das habe ich noch nie gesehen. Die Pizzen, die wir dann erhielten waren Weltklasse, das schwedische Bier dazu sowieso und die Preise angemessen. Schade, dass das Restaurant so abgelegen liegt, der für uns einzig ersichtliche Grund, dass es nicht so gut besucht erschien.

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Sonntag war der letzte Tag, den wir in Stockholm genießen konnten. Also nahmen wir uns nichts Großartiges vor. Wir besuchten zuerst den Palast und sahen dem Wachwechsel zu und liefen dann zur imposanten Stadtbibliothek.

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Danach machten wir uns danach nach Södermalm auf, um ein weiteres vegetarisches Restaurant aufzusuchen, dem „Hermans“.
Es gab wieder Buffet, diesmal leider sehr teuer mit über 20€ pro Person, was aber wohl auch am Sonntag gelegen haben könnte. Es hat sich dennoch gelohnt: Eine riesige Auswahl und mit Abstand das beste Essen, dass wir bis dato erhalten hatten.

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Danach sind wir in Södermalm noch etwas Geocachen gewesen und kamen durch Zufall zur Sofienkirche. Ein wunderschöner Ort. Vorbei an einem in Felsen eingearbeiteten Abenteuerspielplatz ging es in zickzack-Kurs wieder Richtung Gamla Stan, nicht aber ohne auf dem Weg eine Brücke zu besteigen, die gefühlt halb über die Stadt ragte. Die Aussicht war atemberaubend.

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Am Montagmorgen ging es dann schon wieder Richtung Heimat und ein bisal wehmütig waren wir doch, als der Flieger genau über Deutschland in eine graue, regnerische Wolkendecke kam.

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Aber wir sind sicher – der Frühling wird auch hier bald Einzug erhalten

Unser Fazit:
Stockholm ist eine wundervolle Stadt. Die Schweden sind sehr freundlich und zudem sehr kinderlieb. Ab und zu mussten wir mal nach Müttern! Ausschau halten, denn in Stockholm scheinen überwiegend nur Väter die Kinderwägen zu schieben. Auch gibt es hier auf den meisten Männerklos Wickeltische. Stockholmer scheinen Sushi zu mögen, denn Sushi Bars gibt es an jeder Ecke gleich mehrmals. Vegan leben ist hier keine Ausnahme sondern scheint fester akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft zu sein, das hat uns sehr gefreut. Und Essen gehen ist auch nicht so teuer, wie uns vorhergesagt wurde – vor allem wenn man keine Getränke extra bestellen muss. Ein tolles Gefühlt war es auch, sich auf Schwedisch verständigen zu können. Ich lerne seit drei Monaten schwedisch und habe schon echt viel verstanden. Und die Sonne in Stockholm ist heller, viel heller und so war es kein Problem bei minus 3 Grad von morgens bis abends unterwegs zu sein.
Stockholm ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Eure Petra

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