Unser „unsichtbares Dorf“ wächst immer weiter….

Fast täglich werden wir mit Fragen „bombadiert“: Wie macht ihr das? Wie geht das nur?

Fünf Kinder … Pflegefamilie … Job … Studium ….großes Haus … Tiere ….Selbstversorgung mit Garten…vieles selber machen … Tauschkreisleitung … Engagement für soziale Projekte….
Oft schlägt uns Bewunderung entgegen und man kann es kaum glauben, wie das gehen kann.
Und da wird es doch mal Zeit, zu sagen, dass wir keine Wundermenschen sind, dass wir so Besonderes nicht leisten…wir sind vor allem eines:

WIR SIND NICHT ALLEIN!

Wir leben in einer unheimlich großen und stetig wachsenden Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die sich über viele Kilometer erstreckt und doch schon etwas ist, wie ein Teil unserer Familie. Diese Gemeinschaft ist füreinander da, unterstützt sich gegenseitig und somit muss niemand! wirklich niemand, alles alleine machen!

Angefangen hat es neben schon bestehenden Freundschaften vor einem Jahr mit der Gründung unserer Tauschkreisgruppe hier in der Region:
WIR GEMEINSAM (www.wirgemeinsam.net) gibt es seit bereits 8 Jahren und wurde in Ried gegründet, breitete sich vor allem in Österreich von Linz bis Braunau aus und ist nun seit gut 2 Jahren in Deutschland vertreten, so in Passau, Simbach, Eggenfelden, Rotthalmünster und Altötting/Mühldorf. Es ist eine Idee, die so wundervoll ist, dass bereits 26 WIR GEMEINSAM Regionalgruppen existieren, die untereinander mit über 2000 Mitgliedern tauschen können.
Doch es ist nicht nur ein Tauschkreis, sondern es ist aktive Nachbarschaftshilfe, die dort gelebt wird. Man findet Hilfe bei Dingen, die einem nicht so liegen, oder die einem zu viel sind und man kann genau das anbieten, was man gerne tut.
Im letzten Jahr haben nun fast 60 Mitglieder zu uns gefunden und der Austausch ist aktiv und rege. So haben wir uns mit vielen Menschen angenähert, Freundschaften sind entstanden und eben eine lebendige Nachbarschaft.
Auch diese Menschen haben Teil daran, dass wir alle und auch sie ihren Weg gehen können. Hilfe erhalten wir z.B. indem immer wieder eine liebe Dame zu uns kommt und bei der Wäsche hilft und auch im Haushalt bekommen wir ab und an Unterstützung. Renovieren oder bauen wir wieder etwas, passiert dies nicht mehr alleine, sondern meist mit 2-3 fleissigen Helfern aus dem Freundeskreis oder unserem „unsichtbaren“ Dorf. Es macht einfach mehr Spaß, man arbeitet schneller und kann sich dabei toll austauschen. Im Gegenzug können wir dann bei den Dingen helfen, die uns liegen. Fahrdienst z.B. übernehmen, Babysitten oder vorallem bei allem rund um das Thema Garten Unterstützung anbieten.

Selbstversorgung heißt NICHT, alles alleine zu tun! Selbstversorgung heißt auch, sich zu vernetzen und sich auszutauschen. Warum sollte ich Getreide anbauen, wenn unser lieber Freund das schon tut? Wenn wir dies bei ihm ertauschen können und ihm dafür beim Bauen seines Zaunes helfen? Warum sollte meine Bekannte sich ein teures Gewächshaus kaufen, wenn sie einen Platz in unserem Gewächshaus haben kann, welches in wenigen Wochen aufgestellt wird?
Nur so kann es funktionieren: selber machen, was man gerne tut. Selber pflanzen, was eben auch Sinn macht und die anderen Dinge durch einen Austausch in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder Tauschkreis dazuerhalten.
So ist es dann auch kein Problem, wenn mal alle Babysitter ausfallen oder man krank ist. Es ist jemand da, der gerne einspringt, so wie wir es selber auch tun.
Gemeinschaft muss nicht heißen, auf einem Hof gemeinsam zu wohnen. Gemeinschaft kann auch über einige Kilometer verstreut sehr gut funktionieren – das haben wir nun das komplette letzte Jahr erfahren dürfen.
Diese Gemeinschaft hat uns sogar unser Gartenjahr gerettet, denn als uns durch mangelnde Urlaubsbetreuung gut 600 Pflanzen eingingen, hat diese Gemeinschaft zusammengehalten und uns eine große Vielfalt an Pflanzen vorbeigebracht. Das Ergebnis war nicht nur eine großartige Ernte, sondern weit mehr Arten im Garten, als wir sie vorher hatten.

Und dieses „unsichtbare Dorf“ wächst nun immer weiter. Der Tauschkreis bekommt wöchentlich Zuwachs, aber auch weitere Ideen entstehen. So entsteht auf unserem Hektar Grund nun schon ein kleiner Gemeinschafts-Garten. Ein befreundetes älteres Ehepaar wird ab sofort mit uns zusammen dort garteln und sich selber versorgen. Gemeinsam gehts einfach besser. Eine liebe Bekannte bekommt einen Platz im Gewächshaus und es wäre Platz für noch 2,3 Leute 😉
Kommendes Jahr 2016 wird das nächste Projekt dann ein Gemeinschaftsgarten mitten in Eggenfelden sein. Ein Garten für Tauschkreismitglieder, aber auch und vielleicht sogar vorallem für alle Städter, die keinen Garten besitzen….

Weiterhin finden sich gerade einige Menschen zusammen, die in der Region ein Repair-Cafe initiieren wollen. Das wird klasse, wenn man seine Geräte und Gegenstände reparieren lassen kann, anstatt sie wegzuwerfen.

Ihr sehr, dies alles funktioniert nur, weil wir in einer tollen Gemeinschaft leben. Wir als Familie unterstützen uns schon sehr intensiv, indem ich mich um das nötige Einkommen kümmere, nebenbei studiere und mein Mann dafür derzeit mit  Leib und Seele Hausmann ist, sich um die Kids kümmert und im Garten werkelt. Aber eben nicht allein, sondern mit vielen tollen Menschen……
nur so ist der Weg für viele weitere Ideen und Projekte geebnet, den wir alle dann mit viel Kraft gehen können!

weitere Infos über den Tauschkreis:
Beitrag im BR: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/geld-und-leben/nachbarschaftshilfe-100.html
In der Lokal-Presse: http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/eggenfelden/1592911_Sieben-Umzuege-und-viel-Marmelade.html
Im Netz: http://www.wirgemeinsam.net

Advertisements

Gründung einer Tauschkreisgruppe

Logo WIR GEMEINSAM mit Text 1280x0500

Wir haben ja bereits in den letzten Monaten immer wieder über unsere Erfahrungen in Tauschkreisen berichtet. Nun haben wir uns vor einiger Zeit dazu entschlossen, hier bei uns eine weitere Regionalgruppe unseres Vereins zu gründen. WIR GEMEINSAM  – Nachbarschaftshilfe ist ein Verein, der sich überwiegend um die Bedürfnisse der Menschen die sich daran beteiligen, kümmert. Netzwerke entstehen und es kommt wieder dazu, das sich Menschen in der umliegenden Umgebung gegenseitig helfen und mit selbsterzeugten Produkten bereichern. Es wird sich getroffen, getauscht, gearbeitet und natürlich auch gefeiert.

Bei unserem Konzept wird mit der Währung „Zeit“ getauscht. Einer Währung die JEDER in gleicher Menge zur Verfügung hat, die nicht verzinst werden kann und auch nicht an Wert verliert. Eine Stunde Lebenszeit eines Menschen, bleibt eine Stunde Lebenszeit. Genau dieses Prinzip gilt in der Nacharschaftshilfe. Eine Stunde Rasen mähen ist genauso viel Wert, wie eine Stunde Reifenwechseln, Kinder betreuen oder Geschichten vorlesen. Es geht um das Miteinander und das Erfüllen von Bedürfnissen und nicht um die Tätigkeit die jeder ausübt. Jeder hat Fähigkeiten und jeder kann was brauchen…. jeder der aktiv mitwirkt hilft der Gemeinschaft und damit wiederum sich selbst und das macht riesigen Spass.

Unsere Gruppe beginnt am 7.2.2014 mit einer Startveranstaltung in der Montessorischule Eggenfelden, ab 17.30 Uhr.

Hier haben wir bereits das Interesse der Medien geweckt und dürfen Euch ein Radiointerview und einen Fernsehbeitrag präsentieren. Na… ratet mal wer wir wohl sind in dem Fernsehbeitrag 😉

Link zum Fernsehbeitrag:
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/nachbarschaftshilfe-wir-gemeinsam-100.html

Link zum Radio Interview:
https://soundcloud.com/zumursprung-zurueck/interview-auf-radio-isw
Schaut Euch in Eurer Nähe um, welche Tauschkreise es evtl. schon gibt. Gibt es keine? Dann nehmt es selber in die Hand und eröffnet eine Regionalgruppe eines bereits bestehenden Tauschkreises.

Hier ein paar Links von WIR GEMEINSAM:

Hauptseite: http://www.wirgemeinsam.net ( auf der Startseite seht ihr, ob es bereits eine Gruppe in Eurer Nähe gibt)
WIR GEMEINSAM auf Facebook: https://www.facebook.com/WIR.Gemeinsam?fref=ts

WIR GEMEINSAM Eggenfelden auf Facebook: https://www.facebook.com/wirgemeinsam.eggenfelden (wir freuen uns über jedes LIKE )

Tauschen statt kaufen

Der Herbst ist da und es gibt jede Menge Überfluss an Erntegut in den meisten Gärten. Nicht selten viel mehr, als die Familie sehr benötigt oder verarbeiten kann. Im Umkehrschluss gibt es aber auch viele die keinen Garten oder Obstbäume haben und gerne Äpfel hätten. Vielleicht lebst Du aber auch in der Stadt und hast erst garkeinen Garten und würdest jedoch gerne Äpfel haben die nicht aus dem Supermarkt und der Industrie kommen.

Uns geht es da ähnlich, obwohl wir einen großen Garten haben. Nur hat bei uns mehr die Schnecke zu fressen bekommen als wir 😉

Weiterhin geht das auch mit vielen anderen Dingen die nicht immer gebraucht werden. Oder eben im einen Haus zu viel sind und dafür in einem anderen im Moment gebraucht werden. Was nützt einem ein Gegenstand der 360 Tage im Jahr herumsteht und das vielleicht in den meisten Haushalten.

Wir haben vielleicht schon darüber geschrieben, dass wir in dieser Hinsicht vieles ertauschen. Dafür nutzen wir in unserer Region einen sog. Tauschkreis. Bei uns heißt er „WIR GEMEINSAM – Nachbarschaftshilfe“ und vernetzen uns hier regional mit vielen anderen Menschen die ebenso Mitglied in diesem Verein sind. Getauscht wird auf Basis von Zeit und dafür gibt es dann Gutscheine für 1/4, 1/2 und einer vollen Stunde, ja nachdem was gebraucht wird. Auf diese Weise schaffen wir uns hier eine Gemeinschaft die sich regelmäßig trifft und sich gegenseitig hilft ohne dafür Geld benutzen zu müssen. Naja, dass heißt wir nutzen keine EUROs, sondern ein anderes Geld dafür das nicht von Banken „erschaffen“ wurde… jedoch ist das ein anderes sehr spannendes Thema.

Letztes Wochenende hatten wir vom Verein ein Regionentreffen, an dem sich die Gruppenleiter der verschiedenen Regionen zum halbjährlichen Austausch treffen und es war ein sehr schöner Tag. Man spürt richtig, dass viele Menschen wieder mehr den Schritt aufeinander zu gehen und zusammen etwas tun wollen, statt einfach ohne zu überlegen das von der Industrie hergestellte Zeug zu kaufen.

Das verstehe ich unter gelebte Nachhaltigkeit, denn es schont die Umwelt, nutzt lokale Ressourcen, schont Mitmenschen die bei anderen Produkten unter sklavenähnlichen Bedingungen die Produkte für die westliche Welt herstellen und man stärkt die Gemeinschaft in seinem lokalen Umfeld.

Diese Tauschkreise oder Gruppen die alternative und damit regionale Währungen nutzen gibt es überall. Es gibt auch einige Initiativen die bereits versuchen ganz auf Währungen oder ähnlichem zu verzichten und in der Gruppe alles „umsonst“ machen. Auch das funktioniert, wenn das Geben und Nehmen sich immer wieder ausgleicht und Achtsamkeit unter den Menschen herrscht.

Ein gutes Beispiel ist ein Buch von Mark Boyle, dem Mann ohne Geld. Er hatte einen selbstversuch gestartet und lebte ein Jahr ohne Geld. Er stellte für sich ein paar Regeln auf, damit sein Selbstversuch auch authentisch und unter realen Bedingungen stattfindet. Er hat vor einigen Jahren die Freeconomy ins Leben gerufen und dort wird nur geschenkt bzw. geteilt. Es gibt dazu auch regelmäßig Veranstaltungen die ebenso frei für alle sind und dort kann man sich dann neue Fähigkeiten aneignen. Der Veranstalter selbst ist dann jemand der etwas sehr gut kann und bringt es den anderen entsprechend bei.

All diese Dinge begeistern mich im Moment sehr, denn alles was auf diesem Wege passiert ist selbstbestimmt und von und für Menschen gemacht und nicht aufgrund von Profitgier der Unternehmen entstanden.

Jeder kann es und in fast jeder Region gibt es solche Gruppen.

 

Was tun mit „unnützen“ Gegenständen?

Was von all dem Kram, der sich über die Jahre im Haus ansammelt braucht Mensch wirklich?

Wir sind keine „Sammler“ und sortieren regelmäßig und viel aus…
Doch ist das wirklich nötig? Braucht man diese Dinge wirklich noch?
Jeder sollte regelmäßig alle paar Wochen durch sein Haus/ seine Wohnung strömern und sich alles genau ansehen: Wann hab ich dieses Buch zuletzt gelesen ( hab ich es überhaupt je gelesen), welche Dinge habe ich schon viele viele Monate nicht mehr in der Hand gehabt?
Ich bin sicher, dass jedem von Euch viele Dinge in die Hand fallen, die eigentlich nur unnütz herumstehen.
Und alle diese Dinge sind WERTE!
Man kann nun dreierlei Dinge damit anstellen: Verkaufen – Verschenken – oder Tauschen.

Wir verschenken immer wieder gerne und viel (an Freunde, Bekannte, ans Sozialkaufhaus), denn auch wir bekommen von lieben Menschen immer wieder etwas geschenkt.
Doch man kann diese Gegenstände auch TAUSCHEN!
Gerade wenn man sparen will, ist dies eine wunderbare Möglichkeit, gegen Dinge zu tauschen, die man zu dem Zeitpunkt wirklich benötigt.
Das ist etwas, was wir seit einiger Zeit nun wirklich aktiv betreiben. Wir tauschen so einiges an Gegenständen oder auch an selbstgemachten Dingen und erhalten dafür Dinge, die wir besser gebrauchen können, bzw. suchen.

Wie wir das machen und was wir so zu vertauschen haben, stellen wir Euch nun regelmäßig auf unserer Seite vor:
https://zumursprungzurueck.com/tausch-verschenke-seite/
IHR alle könnt das auch tun – tauscht über einen Tauschkreis in Eurer Region, über Tauschkreise im Internet oder tauscht über Eure Website/Euren Blog. Auch bei Facebook gibt es dazu entsprechende Gruppen.
Lasst unbenötigte Gegenstände nicht in der Ecke verstauben, sondern tauscht sie gegen Nützliches und geht wachen Auges immer und immer wieder durch Eure Wohnräume (oder den Garten oder die Garage oder den Keller oder oder oder).

Fazit: Tauschen macht Spaß, verbindet wieder mit anderen Menschen, befreit die Räume von Unrat (säubert!) und erschafft günstig/fast gratis Werte und erfüllt Gesuche, die man sich ohne Tausch vielleicht nicht gleich leisten könnte.