Der Tag des Wandels

Heute ist nicht mein Tag – so gar nicht.
Eigentlich sollte ich mich heute mit Freunden oder Familie treffen und mich „feiern“ lassen. Aber das geht nicht, denn ich sitze zuhause, muss mich ausruhen, auf meinen Bauch aufpassen. Und derweil ist mein Mann unterwegs und räumt unser altes Leben auf.
Das ist uns nämlich letzte Woche einfach mal so um die Ohren geflogen. Von heute auf morgen und ohne Vorwahnung.
Ich könnte jetzt jammern und weinen – und ich bin ehrlich, das tu ich auch, egal ob ich will oder nicht – schließlich bin ich auch nur ein Mensch mit Gefühlen – aber ich muss auch nach vorne sehen.
Es wird schon seinen Grund haben, dass alles so kam. Und für uns wird es weitergehen und eröffnet neue Chancen.
Ich weigere mich, mich nun zu vergraben, sondern will diese Chance auch nutzen.
Besinnen auf das Wesentliche ist hier ein wichtiger Punkt:
Denn eines haben wir und das ist unsere Familie, unsere Kinder und unser zuhause. Damit fühlen wir uns wohl und darüber bin ich sehr dankbar. Alles andere ist nur im „Außen“ wichtig.
In den Augen mancher bin ich vermessen, wenn ich sage, dass ich jetzt wieder „frei“ bin. Den Weg zur Freiheit hätte ich mir natürlich anders gewünscht – denn so ist es verdammt hart – aber er ist da.
Ist es eine Last die da von mir abfällt? Sicherlich, vorallem wenn man feststellt, dass man nicht nur 10 Jahre ein Leben führte, was man nie wollte, sondern wenn man auch noch alle Energie umsonst hineingesteckt hat – weil nun alles weg ist – mit einem Schlag. „Sicherheit“ ist schon ein sehr trügerisches Wort.

Also fangen wir an, wo wir immer hin wollten: Beim Ursprung, beim Wesentlichen.
Wieder lernen wertzuschätzen was schon lange da ist gehört da dringend dazu. Auf sein Gefühl hören aber auch – denn das zeigt einem doch sehr genau, wo man hinwill und was zu einem gehört.

Meinen Geburtstag verbringe ich heute im „Netz“ beim recherchieren nach Rezepten, denn nun hab ich genug Zeit das zu machen, was ich gerne tu: Selber backen, einmachen, Garteln, meine Tiere versorgen und endlich mehr für meine Kinder da zu sein. Weg vom Konsum hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil im Einklang mit der Natur.
Harte Schule, den Weg nun auf diese Art und Weise zu gehen, aber vielleicht ist es sogar das größte Geschenk, was mir das Universum heute bereiten konnte…..