Gerücht vom Rückzug Monsantos aus der EU

In den letzten Tagen gingen die Schlagzeilen durch die Presse, dass Monsanto sich mit den genveränderten Produkten aus der EU zurückziehen würde. Ebenso berichteten viele Blogs davon und in den sozialen Netzwerken brach Jubel aus. Nachdem Europa nach den USA der wichtigste Absatzmarkt für diese Konzerne ist, war mir schon irgendwie klar das mit dieser Sache irgendwas nicht ganz stimmig ist.

Ihr kennt das sicher, wenn ihr Informationen lest und dann der Bauch sagt… nenene das stimmt was nicht!

So reagierte mein Bauch nach diesen Artikeln, denn Monsanto ist der größte Saatgut-Konzern und damit die Speerspitze im Kampf um den Ursprung unserer Lebensmittel und dessen genetischer Codes und Patente. Ich hatte vor einigen Tagen bereits darüber berichtet wie ich über diesen Konzern denke und wie dieser selbst mit Begriffen wie Nachhaltigkeit umgeht.

Motiviert von einem echt spitzenmäßigem Artikel zu diesem Thema, den Michael von Experiment Selbstversorgung geschrieben hat, muss ich hier nun auch einfach meinen Senf dazu geben 😉 (den Artikel unbedingt auch lesen!)

Hier ein Potpourri der aktuellen Presse über die Nachricht „Monsanto gibt auf“:

N24Deutsche Welle
Spiegel Online
Tagesspiegel

Ich möchte hier nicht Weitere anführen, denn das könnte ich mit allen Medien in Deutschland nun tun und im Grunde rezitieren sie alle eine einzige Aussage, die aber so nicht ausgelegt werden kann. Dass GENveränderte Produkte unerwünscht sind und seit mehr als zehn Jahren stark von der Bevölkerung bekämpft werden weiß jeder,  der sich etwas Gedanken zu dem macht was täglich auf dem Teller liegt. Diese Information ist NICHT neu, sondern ein alter Zopf in neuem Gewand, weil es nun der Urheber selbst zum Ausdruck bringt?

Keiner der Medienhäuser bringt auch nur ein Fakt auf den Tisch der beweisen würde, dass sich der Konzern aus dem europäischen Markt mit diesen Produkten zurück ziehen würde. Das bedeutet im Grunde, das dies nichts anderes ist, als ein strategischer Schachzug, um die Protestwellen damit auszubremsen und in Ruhe weiter zu machen.
Denn diese Protestwellen wurden noch – ich betone – noch nicht in den Medien dargestellt,  aber  diese lapidare Aussage des Konzerns komischer Weise schon.

Nachtigall ick hör´dir trapsen!!

Im Grunde darf jetzt ja nicht aufgehört werden, gegen diese Produkte und Zulassungen zu wettern, denn das ist das Ziel dieser Werbung, die hier gemacht wird. Die Kiste wird zu heiß, wenn schon Millionen Menschen in über 50 Ländern auf die Strasse gehen und für gesunde Lebensmittel und die Kontrolle darüber demonstrieren.

An dieser Stelle muss ich Michael vollkommen Recht geben! Es gibt nur einen Weg, dem ein Ende zu setzen und das seit IHR. Jeder – wie heißt es so schön – Verbraucher, der gezwungen ist Lebensmittel zu verbrauchen und diese auf welche Art und Weise auch immer sich zum Verzehr beschafft…. trifft mit jedem Bissen den er zu sich nimmt eine Entscheidung darüber ,wer daran Geld verdient und wie!

Wir befinden uns mitten drin in der Umstellung von vielen Dingen und stellen fest, dass es garnicht weh tut. Klar, es ist was es ist: eine Umstellung… und nein eine biozertifizierte Ernährung – biologisch kling blöd alles ist biologisch 😉 – ist nicht teurer! Das ist sie nur wenn man weiterhin die gleichen Produkte einkauft wie vorher und nicht an der Art seiner Ernährung etwas ändert. Zumindest ist dies unsere derzeitige Erfahrung über die wir hier auch laufend berichten.

Conclusio meines heutigen Apells ist, kauft bewußt ein, möglichst regional und natürlich bewirtschaftet und lasst Euch nicht an der Nase herum führen.

Hier noch einmal der Artikel der in diesem Zusammenhang auf jeden Fall auch gelesen werden sollte 😉

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Nachhaltigkeit – Was ist das?

Gestern wurde ich förmlich dazu gezwungen mich mit dem Begriff “nachhaltig” bzw. Nachhaltigkeit zu befassen. Der Auslöser war ein Artikel der mich regelrecht schockiert hat. Im Zusammenhang mit der Massendemo “March against Monsanto” gab natürlich der besagte Konzern auch eine Stellungnahme heraus und bezog sich im Rahmen der Regeln der FAO auf die nachhaltige Landwirtschaft.

Hier stellte sich für mich sofort die Frage, was ist an einer Unternehmenstrategie wie der von Monsanto wirklich nachhaltig? Im Grunde zielt dessen Strategie darauf ab, die Lebensmittel der Menschen zu kontrollieren und alle Lebewesen davon abhängig zu machen. Das ist auf den Punkt gebracht das, was sich hinter dieser nachhaltigen Strategie dieses Konzerns verbirgt.

Ehrlich, da lief mir ein kalter Schauer über den Rücken hinunter und brachte mich dazu einmal diesen Begriff genauer anzusehen.

Hier der Vollständigkeit halber der Link zur Stellungnahme

Schauen wir uns doch einfach mal an was Wikipedia zu diesem Begriff zu sagen hat http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit

Hans Carl von Carlowitz

Hans Carl von Carlowitz (Photo credit: Wikipedia)

Im ursprünglichen Wortsinn („längere Zeit anhaltende Wirkung“) und im übertragenen, ursprünglich forstwirtschaftlichen Sinn („forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann“), stammt das Wort von „nachhalten“ mit der Bedeutung „längere Zeit andauern oder bleiben“.

Eine erstmalige Nutzung des Begriffes Nachhaltigkeit im Sinne eines langfristig angelegten verantwortungsbewussten Umgangs mit einer Ressource ist bei Hans Carl von Carlowitz 1713 in seinem Werk Silvicultura oeconomica nachgewiesen. Carlowitz fragte „wie eine sothane [solche] Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und nachhaltige Nutzung gebe / weil es eine unentbehrliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag“.

Für mein Dafürhalten ist die Verwendung des Begriffes Nachhaltigkeit bzw. nachhaltig im Zusammenhang verwendet wird einfach falsch und ein Modewort. Fortschritt und Innovation ist in vielen Fällen schlichtweg nicht nachhaltig, wenn man den gesamten Prozess und mögliche Alternativen ansieht.

So wie es aussieht beschäftigen sich Menschen nunja bereits seit 300 Jahren mit diesem Begriff und haben es dennoch in dieser Zeit fast geschafft die Erde zu ruinieren. Was ist in diesem Zusammenhang an (technischem) Fortschritt wie er in den letzten Jahrzehnten umgesetzt wurde denn dann noch nachhaltig?

What the hell hat nun ein solches Unternehmen – ein Gift, Chemie und Genmonster – mit Nachhaltigkeit zu tun? Nichts… rein garnichts.

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, dass das was umgesetzt wird lebensfördernd ist und dies in allen Bereichen, die damit verbunden sind. Es ist definitiv nicht nachhaltig, massiv die Biodiversität zu minimieren, mittels Genmonopole vollends kontrollieren zu wollen und dabei vermutlich die Zukunft dieser Pflanzengattungen aufs Spiel zu setzen!

Deshalb war mir nun danach, dies heute einmal anzusprechen, denn es gibt sehr viel was wir tun können und dies auch mit ruhigem Gewissen als nachhaltig bezeichnen können. Sehr viele Menschen tun das zum Beispiel im eigenen Garten, indem diese biologisch und ökologisch ihre eigenen Lebensmittel anbauen und sich damit schlicht und einfach selbst versorgen.

Bienenhaltung hat für mich etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, auch wenn diese Tiere mittlerweile nicht mehr ohne die Menschenhand existieren können. Klar, Wildbienen gibt es, nur leider nicht mehr sehr viele. Wenn wir Erdenbürger nicht Unternehmen wie bspw. Monsanto daran hindern ihre Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen – gibt es sie allerdings nicht mehr sehr lange.

Wir können uns zum Beispiel mit Gleichgesinnten zu Gemeinschaften, Kooperativen und Interessensgruppen zusammentun. So könnten wir uns darüber Gedanken machen wie wir enkeltauglich leben können, Pläne entwickeln und schlussendlich zusammen umsetzen. Das ist für mich nachhaltig und damit beschäftigen wir uns hier auch fleißig.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist nun im Laufe der nächsten Wochen, Monate und Jahre, das Leben unserer Familie umzustellen und im Sinne unserer noch nicht geborenen Enkel zu handeln.

Vielleicht werden sich einige Denken, das hat Grenzen in unserer heutigen Gesellschaft – dann habt Ihr Recht! Es gibt Stand heute noch Grenzen für viele Dinge im Sinne der Nachhaltigkeit, weil wir (die Menschheit) uns trotz des Vorhandenseins dieses Begriffes seit 300 Jahren nur selten auch nachhaltig verhalten. Vorhandenen Strukturen sind bequem, mainstream und über Jahrzehnte gewachsen. Allerdings können diese auch wieder verändert und neu erfunden werden, was aus unserer heutigen Erkenntnis der einzig richtige Weg ist. Natürlich braucht das Zeit bis sich im Großen etwas verändert und hängt in erster Linie davon ab was jeder Einzelne im Kleinen tut.

Der Konsument oder besser der Verbraucher…. die Verbrauchenden haben es in der Hand. Was nicht verbraucht wird, bringt im Wirtschaftssystem keinen Umsatz und ist damit uninteressant für die Unternehmen und Finanzindustrie. So einfach ist das!

Auch wenn sich viele denken, was kann ich als einzelner “kleiner Mensch” schon tun.

Da gibt es erstklassiges Sprichtwort das da lautet:

“Versuche einmal mit einem Moskito im Zimmer ruhig zu schlafen”

In diesem Sinne….. was bedeutet für Euch Nachhaltigkeit?