Minimalismus – Traum oder Wirklichkeit?

Wer von Euch sammelt? Wer von Euch hat den Dachboden/den Keller vollgestellt? Wer von Euch hat zu viel von Dingen, die er nicht braucht?
Ihr gehört nicht dazu meint ihr? Sicher?
Ich glaube tatsächlich, dass die WENIGSTEN von uns nur Dinge besitzen, die sie wirklich brauchen. Da zähle ich auch uns dazu. Schaut zum Beispiel mal in Eure Küche: Wie viele Teller besitzt ihr? Benutzt ihr tatsächlich jede Schüssel, jedes Haushaltsgerät, das ihr habt? Braucht man z.B. zehn Tupperdosen? Und braucht man tatsächlich die ganzen Sektgläser, die nur einmal im Jahr heraus gekramt werden?
Was bei dem Einen zu viel an Küchen-Gegenständen vorhanden ist, häuft sich bei dem anderen im Wohnzimmer. Oder wie war das mit den Büchern? Habt ihr alle gelesen? Werdet ihr es überhaupt jemals schaffen, jedes Buch gelesen zu haben?

Das sind nur wenige Beispiele von vielen weiteren Dingen, die ein Jeder von uns mehr oder weniger „sammelt“ Denn wenn man nur zwei Betten im Haus hat, aber acht Garnituren Bettwäsche, so kann man nicht mehr wirklich davon sprechen, diese Dinge auch wirklich zu brauchen.

Uns geht es nicht anders! In einem Haushalt mit 9 Personen sammelt sich so einiges an. Wir können noch so oft aussortieren, ich habe dennoch den Eindruck, dass es ein endloser und erfolgloser Versuch ist, minimalistischer leben zu wollen. Und da kommt so manches Male auch das Gefühl hoch: Vielleicht wollen wir gar nicht reduzieren. Warum sonst, schleppt immer wieder Jeder so viel Zeugs an?

 

Dennoch versuchen wir es immer wieder: aussortieren, aussortieren, aussortieren.
Gerade haben wir wieder das ganze Haus auf den Kopf gestellt: alles was wir die letzten Monate nicht gebraucht haben, kam weg. Das Kücheninventar wurde sicher um 50% reduziert (wofür braucht man nochmal drei Kuchenschaufeln???), vor allem Schüsseln, Teller und Dosen durften weichen. Dennoch stehen noch immer 10 Brotzeitdosen im Schrank. Bei 7 Kindern könnte man die ja brauchen. Wenn man wandern geht z.B. Doch wie oft geht man im Jahr mit Allen zusammen wandern? Und reichen da nicht dann auch die anderen Behälter, die man noch hat? Ich merke gerade, dass ich das Haus wohl nochmal auf den Kopf stellen muss.

Und das ist wirklich ein guter Tipp:
Wenn ihr fertig mit dem aussortieren seid – dann fangt von vorne an. Immer und immer wieder. Wir haben vor Jahren damit angefangen und obwohl noch immer viel zu viel Zeug vorhanden ist, wird es doch merklich weniger. Sogar Möbel haben wir hergegeben und mindestens 300 Bücher. Wir werden sie eh nicht alle lesen. Nur was uns wirklich wichtig war, durfte bleiben.

Schwer fällt es mir, Kindersachen auszusortieren. Bei 7 Kids ist immer ein Kind da, was noch in die Klamotten der Anderen reinwachsen kann. Alles aufheben braucht man dennoch nicht. Wie oft bekommen wir Kleidung geschenkt und können dann in einer Größe gleich 3 Kinder einkleiden? Was die Kleinsten Kids aussortieren, das wird gespendet – schließlich kommt nichts mehr an Kindern nach und ich sehe nicht ein, etwas für die Enkelkinder aufzuheben. Anders ist das mit den Spielsachen. Lego, Schleich und Playmobil hergeben? Das kann ich wirklich nicht. Die Lego Duplo Sammlung hatte ich mal etwas ausgedünnt, denn nachdem wir für die Kids 2-3 Kisten Duplo besorgt haben, hatte ich auch noch die Sammlung aus meiner Kindheit vermacht bekommen. Viel zu viel. Die Hälfte ist weg und trotzdem ist noch so viel da, dass die Kids gar nicht mit allem spielen können. Hergeben kann ich es dennoch nicht. Es ist ein Erbe.

Und so hat auch jeder sein „Laster“ – Dinge, von denen er genau weiß, dass er sie nicht wirklich braucht, von denen er sich aber auch nicht wirklich trennen will. So ein Laster haben auch wir. Bei uns sind es die Gesellschaftsspiele. Wir sammeln sie und geben nur her, was nicht gut ist. Es ist unser größtes Hobby und wir spielen sicher 4-6x die Woche ohne Kinder, mit Kindern/Teens, mit Freunden, in Spielgruppen oder nur Andreas und ich. Spielen macht Spaß, ist kommunikativ, regt das logische Denken an und ist phantasievoll. Es tut uns gut. Und dennoch kann man darüber streiten, ob man 300 Spiele braucht. Vor allem wenn man bedenkt, dass sicher 40 Spiele noch nie gespielt wurden. An der Stelle kann man sicher nicht mehr von Minimalismus sprechen. Den Anspruch habe ich aber auch nicht.

 

Wir haben für uns beschlossen, so viel zu reduzieren, wie möglich. Denn das schafft Freiheit. Man muss wenige wegräumen, abstauben, saubermachen, reparieren usw. Dinge zu besitzen bedeutet nämlich auch Verantwortung und Arbeit. Je weniger desto besser ist es also. Aber das System darf Schwächen haben. Es darf Bereiche geben, die dieser Logik nicht stand halten. Einfach weil es einem gut tut, weil es erfüllend ist. So wie unser Hobby, das Gesellschaftsspiele spielen.
Es sollten nur nicht zu viele Schwächen im System existieren: Wenn man dann nämlich Bücher, Spiele, Spielzeug, Zeitungen, Figuren, Tassen, what ever sammelt, so endete der Weg zum Minimalismus in einer Sackgasse.

 

Also überlegt Euch gut, was ihr wirklich braucht. Und überlegt noch besser, welche Schwächen ihr bewusst zulassen wollt. Und dann sortiert aus. Immer und immer wieder. Es wird Euch befreien und außerdem Menschen helfen, die weniger haben und sich über die eine Kuchenschaufel oder die Sektgläser freuen. Sozialkaufhäuser nehmen diese Spenden dankbar an.

Viel Spaß beim Reduzieren 🙂

 

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Man tut was man kann – jeder Schritt zählt!

Kennt Ihr das Gefühl, dass Ihr etwas kauft obwohl Ihr eigentlich auf bestimmte Produkte aufgrund Eures Ge- und Wissens verzichten wolltet und dann Euch dabei irgendwie schlecht fühlt? Wir hatten das sehr lange immer wieder mal, dieses komische Gefühl das einen selbst unter Druck setzt.

Gerade in stressigen Lebensphasen kommt es durchaus vor, dass man ohne darüber nachzudenken in alte Muster verfällt und sich von Produkten angezogen fühlt, die man eigentlich garnicht (mehr) kaufen möchte. Das ist eine von häufigeren Situationen die Einige sicherlich kennen dürften und oft kommen da so komische Gefühle auf wie, man schafft es nie sein Leben grundlegend zu ändern oder Niedergeschlagenheit weil man nicht hin bekommt seine eigenen Ideale einzuhalten. Meist ist das Conclusio daraus, dass sich die Welt ja nie ändern kann, wenn es keiner schafft bei dem dabei zu bleiben, was zu einem besseren Leben bei sich und damit in der Umwelt führt.

Die Schwierigkeit der langanhaltenden Konsequenz

Wenn wir beschließen etwas in unserem Leben zu ändern, dann ist es erst einmal ungewohnt. Zu Beginn begleitet von der Begeisterung und vielem Neuen, wird es normal, zum Alltag und später zur Gewohntheit. Kommt jedoch etwas dazwischen geraten manche Dinge schnell wieder in den Hintergrund und es kommt das ach was-Gefühl hinzu.
Ach was, dass eine Mal zum Fast-Food-Tempel gehen schadet doch nicht. So besänftigen wir uns damit selbst gegenüber diese Entscheidung zu  legalisieren. Nicht selten folgen daraufhin ähnliche Situationen und es kommt dazu das eben das alte Leben wieder zur Normalität wird, obwohl das eigentlich garnicht gewünscht ist.

Wisst Ihr, dass allein in den USA jährlich rund 150 Milliarden Dollar für Werbung und nochmal rund 100 Milliarden Dollar für PR der Unternehmen ausgegeben werden? Das ist fast das Doppelte als was z.b im gesamten Bildungssektor an Geld rein fließt. Warum wohl? Weil es sich lohnt die Menschen auf diese Art und Weise zu manipulieren und vom Bürger zum Konsumenten zurecht zu basteln.

Wir sind in unserer Konsumgesellschaft bereits so eingelullt, dass es nicht einfach ist, solche Dinge wie eine vegane Ernährung oder anderes – gerade zu Beginn – konsequent und 100%ig ins sein Leben zu integrieren. Daher machen wir uns dann selbst Vorwürfe, dass wir es eh nicht schaffen könnten oder reden uns ein schlechtes Gewissen ein, wenn es zu einem Übertritt der eigenen gesetzten Grenzen kommt.

Genau da aber liegt der eigentlich Haken. Zumindest stellen wir das so fest, denn wir pendeln zwischen ökologischorientiertem Konsum und dem Konsum wie es die überwiegende Bevölkerung tut häufig hin und her. Das heißt bis vor einigen Monaten war es so, denn mit seinen selbst gemachten Regeln kommt es nicht selten dann auch zur Selbstkasteiung und dann folgt daraus Druck dem man sich auf diese Weise selbst aussetzt. Geschieht das, funktioniert der gewünschte Lebenswandel nur so lange bis der Druck zu groß wird und alle oder viele Bemühungen waren für die Katz. Ich habe das selbst erlebt, weil ich im Grunde sehr sehr gerne Fleisch gegessen habe und es eigentlich auch immer noch tue – nur ebend bewußt und sehr selten. Lange redete ich mir ein, ohne geht´s nicht. Auch heute kommt es hin und wieder mal vor, dass ich welches esse, nur tue ich es heute mit einem anderen Bewußtsein und das fühlt sich völlig anders an. Früher habe ich es nicht geschafft einige Wochen ohne Fleischkonsum zu leben. Heute gibt es bei uns zu Hause bewußt gewählt alle 4-6 oder mal 8 Wochen ein Fleischgericht, dass sich die Kinder wünschen. Das wird im Bauernmarkt gekauft wo wir wissen, das das Tier zuvor gut gelebt hat, gesund war und nicht in der Massenschlachterei unsägliche Qualen erleben musste. Wir machen das natürlich auch in dem Bewußtsein, dass ein Tier dafür sein Leben gelassen hat und schließen auf diese Weise unseren Frieden damit. Das machen wir solange bis wir es einfach nicht mehr brauchen oder schlichtweg vergessen ein Fleischgericht „zu planen“.

Das meiste ist schlichtweg Gewohnheit und wenn der Fokus nicht beim Verzicht von etwas liegt, sondern auf der Vielfalt dessen was gerade rund ums Thema Ernährung aktuell vorhanden ist und mit dem sich beschäftigt wird, wird aus einem Verzicht ein schlichtes und einfaches Weglassen von Dingen die nicht mehr wichtig sind. Die Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf dem was uns zuvor wichtig war. Das geht mit allen Dingen so. Ziemlich genauso lief es auch mit der Umstellung auf mehr Radl fahren.

Deshalb ist es auch nicht nötig irgend etwas in dieser Richtung zu dogmatisieren, denn das funktioniert aus unserer Sicht einfach nicht.

Dogmen bei einem nachhaltigen Lebensstil

Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, herrschen viele Dogmen in den Köpfen der Menschen, die einen selbst dann auch wieder komische Gefühle bereiten. Warum fliegen Ökoaktivisten oder Friedensbeweger rund um den Globus, um Ihrer Tätigkeit nach zu gehen? Warum verwenden wir Strom, wenn dessen Herstellung so schädlich für die Umwelt ist etc.

Diese Punkte könnten wir zu einer kilometerlangen Liste erweitern, weil diese Dinge oft der grundsätzlichen Ideologie eines nachhaltigen Lebensstils widersprechen. Es ist nunmal so, dass wir gewisse Kompromisse eingehen müssen um einen Mehrwert zu erzielen der uns und andere weiterbringt. Fakt ist, dass wir nunmal nicht auf einer kleinen Insel leben, in der wir alles selbst in der Hand haben, sondern in einem bunten Meer das sich globalisierte Konsumgesellschaft nennt und zu 98% anders tickt als es ein lebenserhaltender und lebensfördernder Lebensstil von der Menscheit eigentlich verlangt.

Die Aufgabe ist aus unserer Sicht nicht die, dass es um einen sofortigen Wechsel von ALLEM geht, sondern darum wie ich Stück für Stück und fortwährend mein Leben und den Zustand meiner Umwelt verbessere.

Einfaches Beispiel das Thema Mobilität. Wir leben ca. 6 km von der nächsten Stadt entfernt in einer Aussiedlung eines Dorfes. Der Kindergarten unserer Jüngsten, sowie die Schule der Kinder ist also nicht in unmittelbarer Umgebung. Zuerst haben wir die Kinder – auch die Schulkinder – täglich gefahren. Jeden Tag mehrmals das Auto bewegt, um die Kinder zur Schule und zum Kindergarten zu befördern. Es war einfacher, denn so hatten die Kinder noch mehr Zeit am Morgen und mussten nicht um kurz nach sieben das Haus verlassen um den Bus zu erreichen.
Die erste Umstellung war, das die Kinder auf den Bus gewechselt haben. Natürlich blieb da noch unser Kindergartenkind das gefahren wurde und das verbanden wir mit der täglichen Fahrt ins eigene Büro. Naja, zumindest am Morgen denn mittags musste dann extra gefahren werden damit die Kleine nach Hause zur Kinderbetreuung kam.
Seit Monaten hat sich dies jedoch bei uns grundlegend geändert und so habe ich die Kindergartenfahrt auf´s Fahrrad verlegt. Wir fanden einen günstigen Anhänger und so fahre ich seit Längeren nun die insgesamt 20-25km täglich mit dem Rad zum Kindergarten hin und her. Ich fand damit heraus, dass diese Entfernung überhaupt kein Thema ist um diese einfach mit dem Rad zu erledigen, wobei ich nun dank des schönen Wetters noch nicht bei miesem und saukaltem Regenwetter unterwegs war 😉 Aber das kommt ja jetzt gerade 🙂

Was folgt daraus?

Ich habe mehrere Kilo abgenommen und bin auf dem Weg zu einer wirklich guten Kondition. Meine körperliche Leistungsfähigkeit steigt, ohne Geld in ein Fitnessprogramm zu investieren und spare im Monat damit über 50EUR Sprit ein. Bedeutet ich spare beim Fitnessprogramm, beim Benzin und bei meiner Gesundheitsvorsorge, weil ich an der frischen Luft täglich in Bewegung bin.

Auch unsere Kinder sehen das und wir leben Ihnen damit ein anders Leben vor, als es bei vielen Familien gerade auf dem Land der Fall ist. Dort stehen zumeist mindestens zwei Auto´s auf dem Hof. Oft noch Roller und sonstige Fortbewegungsmittel die auch als Freizeitspass dienen sollen.

Für mich tut es das Rad und versuche damit zusehends meinen Aktionsradius zu erweitern. Letzte Woche hatten wir bereits unseren Wocheneinkauf in der Stadt mit dem Rad erledigt. Da fuhr ich mit meinen drei Töchtern und zwei Radlanhängern in die Stadt zum einkaufen. Gut wir haben ca. 3,5 Stunden für alles benötigt, doch es war eines sehr entspannte und für uns als Familie bereichernde Einkaufstour durch die Natur.

Es geht und ich bin sehr gespannt wie das wird, wenn so langsam der Herbst kommt 😉

Was ich damit sagen will ist, es gibt immer Alternativen die ausprobiert werden können und auf diese Weise sich Stück für Stück ins eigene Leben integrieren lässt. Natürlich besitzen wir ein Auto. Für einige Dinge ist es einfach notwendig und nützlich. Auch müssen wir nun auf einen Bus sparen, weil wir sonst als Familie nicht mehr gemeinsam fahren können und das könnte man sagen würde meiner Ideologie wiedersprechen.
Zum Teil vielleicht, denn wir setzen das Auto sehr bewußt ein und kaufen bspw. auch kein neues Fahrzeug. Wir besorgen uns ein Gefährt das schon sehr lange existiert, damit kein neues gebaut werden muss. Bestenfalls eines das bereits bewiesen hat, dass es sehr lange hält und in Stand gehalten werden kann. Auch kann ich mir gut vorstellen, dieses oder andere Fahrzeuge als Gemeinschaftsfahrzeuge zu nutzen. Das ist auch wiederum ein Prozess der zu gegebener Zeit passend ist und umgesetzt werden kann. Falls nein, muss unsere Familie damit leben so einen Gegenstand zu unterhalten auch wenn er vielleicht nur 1-2 mal in der Woche gebraucht wird. Entscheidend dabei ist immer wie viel Ressourcen muss ich reinstecken. Wir planen ein altes Gerät das sich aber doch gut in Stand halten kann zu verwenden, dass schon mal viel weniger bindet als ein sehr teures und neues Auto.

Viel lamentiert…. auch hier will ich sagen: Jeder Schritt zählt und ist Nachhaltig, wenn man sich nicht unter Druck setzt. Jetzt wo unser Baby auf der Welt ist, wurde das Auto wieder mehr bewegt und das muss auch ok sein – eben im Bewußtsein, dass sich diese Situation auch einspielt.

Bewertungen und Verurteilungen in der Gesellschaft

Was ist heute schon perfekt? Es gibt nichts was man als perfekt bezeichnen könnte, außer der Tatsache das alles so wie es ist  perfekt ist.

Gerade beim Thema Ernährung ist es häufig so, dass die einen die anderen Verurteilen oder zum Beispiel Unverständis herrscht, wenn ein Vegetarier jedoch noch Fisch zu sich nimmt und sich dennoch so nennt. Mal ehrlich, diese Kategorisierung von Ich bin …. whatever, bringt uns in unserer heutigen Gesellschaft häufiger in solche Situationen der Bewertung von anderen.
Oft erlebt man dann sowas wie, Du bist doch kein Vegetatier wenn Du noch Fleisch in Form von Fisch isst. Warum kritisieren, statt froh darüber zu sein dass dieser Mensch viele andere tierische Produkte nicht mehr zu sich nimmt. Das ist doch viel wichtiger und fördernder als das Hinweisen auf die Tatsache das Fisch auch Fleisch ist, dass wir derjenige meist selbst wissen.

Jeder Mensch hat den Wunsch sich weiter zu entwickeln und jeder steht bei vielen Dingen schlussendlich auf einem anderen Punkt.

Wir bezeichnen uns auch nicht als „Veganer“ obwohl wir seit Monaten fast keine tierischen Produkte mehr verwenden. Im eigenen Haus findet sich derzeit glaub ich auch keines mehr, doch wenn wir eingeladen sind oder Besuch bekommen, dann essen wir was da ist und machen da kein hehl daraus wenn dort mit Milchprodukten gearbeitet wird oder wie auch immer.

Wenn jeder für sich beginnt bewußt darüber nachzudenken, was ich da zu mir nehme und was da hinten dran hängt, beginnt sowieso eine Umwälzung in der eigenen Einstellung und wenn das bedeutet das der Konsum von tierischen Produkten dadurch mit der Zeit insgesamt in der Gesellschaft zurück geht sind wir alle auf einem guten Weg.

Seht Euch mal an wie sich die Ernährung in den letzten 20 Jahren in Deutschland verändert hat? Wie viele Biomärkte gibt es heute? Wie stark ist der Anteil der Vegetarier und Veganer gestiegen? Wie viele junge Menschen beginnen heute noch zu rauchen? und vieles mehr…. die Gesellschaft wandelt sich 😉

Auch wenn ich hier und heute sehr stark auf dem Thema Ernährung herumreite, kann man diese Entwicklung auf viele Bereiche umlegen. Strom, Mobilität, Umgang mit den Medien, Familienthemen, Schule und vieles mehr gibt eine weites Spektrum an Dingen und Möglichkeiten in denen es Dinge gibt die man ändern, verbessern oder anders machen kann. Wichtig dabei ist man tut es gern und perfekt ist im Grunde alles was wir tun – in dem Moment und für den den es betrifft.

Verurteilt Euch nicht gegenseitig, was ihr noch nicht tut, sondern lobt Euch gegenseitg für jeden Schritt in die richtige Richtung, sei er noch so winzig – wenn das jeder tut, können wir die Welt wirklich ändern – ohne Kriege zu führen 😉

Nachhaltigkeit – Was ist das?

Gestern wurde ich förmlich dazu gezwungen mich mit dem Begriff “nachhaltig” bzw. Nachhaltigkeit zu befassen. Der Auslöser war ein Artikel der mich regelrecht schockiert hat. Im Zusammenhang mit der Massendemo “March against Monsanto” gab natürlich der besagte Konzern auch eine Stellungnahme heraus und bezog sich im Rahmen der Regeln der FAO auf die nachhaltige Landwirtschaft.

Hier stellte sich für mich sofort die Frage, was ist an einer Unternehmenstrategie wie der von Monsanto wirklich nachhaltig? Im Grunde zielt dessen Strategie darauf ab, die Lebensmittel der Menschen zu kontrollieren und alle Lebewesen davon abhängig zu machen. Das ist auf den Punkt gebracht das, was sich hinter dieser nachhaltigen Strategie dieses Konzerns verbirgt.

Ehrlich, da lief mir ein kalter Schauer über den Rücken hinunter und brachte mich dazu einmal diesen Begriff genauer anzusehen.

Hier der Vollständigkeit halber der Link zur Stellungnahme

Schauen wir uns doch einfach mal an was Wikipedia zu diesem Begriff zu sagen hat http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit

Hans Carl von Carlowitz

Hans Carl von Carlowitz (Photo credit: Wikipedia)

Im ursprünglichen Wortsinn („längere Zeit anhaltende Wirkung“) und im übertragenen, ursprünglich forstwirtschaftlichen Sinn („forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann“), stammt das Wort von „nachhalten“ mit der Bedeutung „längere Zeit andauern oder bleiben“.

Eine erstmalige Nutzung des Begriffes Nachhaltigkeit im Sinne eines langfristig angelegten verantwortungsbewussten Umgangs mit einer Ressource ist bei Hans Carl von Carlowitz 1713 in seinem Werk Silvicultura oeconomica nachgewiesen. Carlowitz fragte „wie eine sothane [solche] Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und nachhaltige Nutzung gebe / weil es eine unentbehrliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag“.

Für mein Dafürhalten ist die Verwendung des Begriffes Nachhaltigkeit bzw. nachhaltig im Zusammenhang verwendet wird einfach falsch und ein Modewort. Fortschritt und Innovation ist in vielen Fällen schlichtweg nicht nachhaltig, wenn man den gesamten Prozess und mögliche Alternativen ansieht.

So wie es aussieht beschäftigen sich Menschen nunja bereits seit 300 Jahren mit diesem Begriff und haben es dennoch in dieser Zeit fast geschafft die Erde zu ruinieren. Was ist in diesem Zusammenhang an (technischem) Fortschritt wie er in den letzten Jahrzehnten umgesetzt wurde denn dann noch nachhaltig?

What the hell hat nun ein solches Unternehmen – ein Gift, Chemie und Genmonster – mit Nachhaltigkeit zu tun? Nichts… rein garnichts.

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, dass das was umgesetzt wird lebensfördernd ist und dies in allen Bereichen, die damit verbunden sind. Es ist definitiv nicht nachhaltig, massiv die Biodiversität zu minimieren, mittels Genmonopole vollends kontrollieren zu wollen und dabei vermutlich die Zukunft dieser Pflanzengattungen aufs Spiel zu setzen!

Deshalb war mir nun danach, dies heute einmal anzusprechen, denn es gibt sehr viel was wir tun können und dies auch mit ruhigem Gewissen als nachhaltig bezeichnen können. Sehr viele Menschen tun das zum Beispiel im eigenen Garten, indem diese biologisch und ökologisch ihre eigenen Lebensmittel anbauen und sich damit schlicht und einfach selbst versorgen.

Bienenhaltung hat für mich etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, auch wenn diese Tiere mittlerweile nicht mehr ohne die Menschenhand existieren können. Klar, Wildbienen gibt es, nur leider nicht mehr sehr viele. Wenn wir Erdenbürger nicht Unternehmen wie bspw. Monsanto daran hindern ihre Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen – gibt es sie allerdings nicht mehr sehr lange.

Wir können uns zum Beispiel mit Gleichgesinnten zu Gemeinschaften, Kooperativen und Interessensgruppen zusammentun. So könnten wir uns darüber Gedanken machen wie wir enkeltauglich leben können, Pläne entwickeln und schlussendlich zusammen umsetzen. Das ist für mich nachhaltig und damit beschäftigen wir uns hier auch fleißig.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist nun im Laufe der nächsten Wochen, Monate und Jahre, das Leben unserer Familie umzustellen und im Sinne unserer noch nicht geborenen Enkel zu handeln.

Vielleicht werden sich einige Denken, das hat Grenzen in unserer heutigen Gesellschaft – dann habt Ihr Recht! Es gibt Stand heute noch Grenzen für viele Dinge im Sinne der Nachhaltigkeit, weil wir (die Menschheit) uns trotz des Vorhandenseins dieses Begriffes seit 300 Jahren nur selten auch nachhaltig verhalten. Vorhandenen Strukturen sind bequem, mainstream und über Jahrzehnte gewachsen. Allerdings können diese auch wieder verändert und neu erfunden werden, was aus unserer heutigen Erkenntnis der einzig richtige Weg ist. Natürlich braucht das Zeit bis sich im Großen etwas verändert und hängt in erster Linie davon ab was jeder Einzelne im Kleinen tut.

Der Konsument oder besser der Verbraucher…. die Verbrauchenden haben es in der Hand. Was nicht verbraucht wird, bringt im Wirtschaftssystem keinen Umsatz und ist damit uninteressant für die Unternehmen und Finanzindustrie. So einfach ist das!

Auch wenn sich viele denken, was kann ich als einzelner “kleiner Mensch” schon tun.

Da gibt es erstklassiges Sprichtwort das da lautet:

“Versuche einmal mit einem Moskito im Zimmer ruhig zu schlafen”

In diesem Sinne….. was bedeutet für Euch Nachhaltigkeit?

Wegwerf-Gesellschaft – wie ändern wir etwas daran?

Die westliche Gesellschaft ist Meister des Mülls. Nicht nur, dass wir Millionen von Tonnen an „normalem“ Müll weg werfen, nein wir sind auch Vorreiter im Wegwerfen von Lebensmitteln. In Deutschland werden bis zu 50% der produzierten Lebensmittel weg geworfen. Wenn wir alle weggeworfenen Lebensmittel zusammenzählen, könnten wir  ohne Probleme die komplette Weltbevölkerung – ja sogar noch weit mehr Menschen – davon ernähren. Keiner müsste mehr hungern.
Was hier schief läuft wird uns wunderbar unter anderem in folgenden Filmen gezeigt:

 

Wenn man sich dies so anschaut, fühlt man sich als kleiner Mensch erst einmal relativ hilflos. Erscheint uns das Problem global  doch unlösbar….

Das aber sehen wir anders! Denn wenn jeder bei SICH anfängt und einige Dinge beachtet und wenn immer mehr Menschen dieses Bewußtsein entwickeln, nur dann kann sich auch global etwas ändern.

Was uns in der Familie am Meisten geholfen hat, ist das bewußte Planen der Gerichte für die kommende Woche. Einmal die Woche setzen wir uns zusammen und schauen, was wir kommende Woche alles zubereiten wollen. Hier ist es wichtig vorher in den Kühl- und Vorratsschrank zu schauen: was ist von letzter Woche übrig geblieben und muss verkocht werden?
Für alle weiteren Gerichte lassen wir mit einfließen, was wir gerade im Garten haben oder worauf wir Lust haben. Alles was fehlt wird in der genauen Menge auf den Einkaufszettel notiert.
Klar, lange haltbare Dinge wie Sahne, Getreide usw. können in höheren Mengen gekauft werden, als wir für die Gerichte benötigen. Auch gibt es immer 2-3 Salate und Gemüse wie Tomaten für die Brotzeit dazu, denn das wird immer gegessen. Alles andere wird aber dann ziemlich genau notiert. Auch müssen es nicht 3 Käsesorten sein, sondern es genügt einer und die kommende Woche darf es dann ein anderer sein.

Jetzt kommt der Einkauf und hier passiert den meisten Menschen wohl der große Fehler: Sie sehen ein Angebot nach dem anderen – und da man ja sparen will – wird Dies und Das auch noch mit eingepackt. Das Ergebnis ist ein über-voller Kühlschrank und es kommt unweigerlich dazu, dass Lebensmittel schon vor der Nutzung schlecht werden.
Daher sind wir da nun sehr konsequent: Gekauft wird nur, was wir wirklich benötigen und auch geplant haben. Auch wenn davon einiges mal nicht im Angebot ist, kommen wir dabei doch weit günstiger davon, als wenn wir Lebensmittel ständig wegschmeissen würden.

Seit Anfang Mai haben wir so nun komplett umgestellt und siehe da:
Das Einzige, was wir neben Verschnitt (also wirklich nicht essbarer Biomüll) weggeschmissen haben, war eine Avocado und 3 Stängel Koriandergrün. Aus der Avocado wollte ich heute einen tollen Aufstrich zaubern und ich hatte ihr im Kühlschrank eine Haltbarkeit von einer Woche zugemutet – dies war leider zu viel, sie war heute nicht mehr genießbar. Und das Koriandergrün war ein Fehlkauf. Wir haben es zwar in viele Gerichte untergemischt, doch sagte der Geschmack uns allen so wenig zu, dass ein Rest blieb, der dann verwelkte.

Mehr Lebensmittel verdarben uns bisher im ganzen Monat – aufgrund der Planung – nicht. Auch gab es keine Reste von gekochten Essen. Entweder wurden diese zum Abendessen noch zur Brotzeit dazugegessen oder es gab mit einem leckeren Salat nochmal am kommenden Tag ein vollwertiges Gericht. Daher planen wir je Woche immer nur fünf Gerichte neu – denn etwas bleibt immer übrig und kann so am kommenden Tag neu verwertet werden.

Also am Besten immer die Woche vorraus planen und dabei schauen, was noch verarbeitet werden muss, weil es kurz vorm Ablauf steht. Auch innerhalb der Woche kann man noch kreativ sein. Bei uns waren einige geschnittene Kräuter zu viel vorhanden. Also entweder einfrieren oder wir haben dann einfach ne leckere Kräuterbutter daraus gezaubert und ein Kräuterbrot gebacken.

Was macht man aber nun, wenn man reichlich „zu viele“ Lebensmittel hat, warum auch immer?
Z.B. wegen einer guten Ernte im Garten, weil man etwas geschenkt bekam oder sich verplant hat?
Hier gibt es zwei gute Anlaufstellen – zum einen kann man die Lebensmitten bei der nächstgelegenen Tafel abgeben oder man hat die Möglichkeit diese z.B. über http://foodsharing.de/ oder Tauschkreise zu verschenken.
Auch freut sich oft ein Nachbar oder Freunde über einen netten Essenskorb.

 

Ein anderes Thema ist nochmal das Vermeiden von Verpackungen und die Wiederverwertung.
Diesem Thema widmen wir uns ein anderes mal.

Ein Wandel kommt selten allein….

Wie heißt es so schön – wie im Großen so im Kleinen.

Dieser Satz begleitet uns in den letzten Wochen sehr intensiv, denn das was draußen in der weiten Wirtschafts- und Bankenwelt gerade so alles passiert, geschieht zu hunderten auch im Kleinen. Alles steht im Wandel und keiner weiß mehr so genau was auf die Menschen so alles zukommt. Das beschäftigt uns natürlich auch in diesem Zusammenhang sehr, denn was passiert wenn wir in einer Region leben in der vielleicht bald mehr kapputt geht als ein paar Banken oder Branchen?

Für viele Menschen auf der Welt wird das Leben heut zu Tage nicht einfacher. Allein schon aus dem Grund, dass auf allen Wegen und mit allen Mitteln uns „Verbrauchern“ eingeredet wird was wir zu brauchen haben. Allein der Begriff „Verbraucher“ kategorisiert uns bereits dazu, dass wir im System diejenigen sind die verbrauchen müssen!

Wird zu wenig ver-braucht, dann wird zu wenig ge-braucht und dann braucht´s Produkte, damit weniger Arbeitnehmer und weniger Unternehmen und so weiter und so fort. Das ist in allen Branchen so und deshalb kann das irgendwann auf diese Weise so nicht mehr funktionieren. Wer soll denn noch was ver-brauchen, wenn wir selbst schon total aus-verbraucht sind? Das Ganze wird dann noch mit Krediten angeheizt und ausgereizt, bis alles in einer heißen Blase explodiert ….

…. und dann werden die Schuldigen gesucht.

Nur wer trägt die Schuld denn dann wirklich? Die Regierung, die Banken, die Unternehmen….?

Nein! Die Schuld bzw. die daraus folgende Last und Konsequenzen tragen die Menschen! Jeder der irgendwo damit in Berührung kommt und das ist jeder schon allein deshalb, weil wir auf der Erde leben. Die Globalisierung macht uns alle zu mitverantwortliche Menschen und das ist etwas das uns als Familie im Moment sehr beschäftigt.

Was ist wirklich nötig um glücklich, zufrieden und leidfrei zu leben?