der erste große Zwischenstand – zum Ursprung zurück?!

Anfang Mai hatten wir uns auf unseren neuen Weg begeben. Wir haben unser altes Muster des Konsums verlassen und sind seither am probieren und experimentieren.

Innerlich, seelisch und familiär geht es uns wohl gut wie nie! Es ist so viel wert, sich auf das Wesentliche zu besinnen und nicht mehr 60 Stunden die Woche zu schufften für eine Arbeit, die es einem nicht dankt und bei der man unterm Strich weniger verdient als die eigenen Mitarbeiter…..
Klar hätten wir uns den Austieg anders und sanfter gewünscht, doch es kam nunmal so wie es kam – ohne unser zutun!
Und dafür bin ich nun wirklich mehr als dankbar. Manch Neider wird das nicht verstehen, denn wie kann man freiwillig auf Konsum, Luxus, den wöchentlichen Frisör oder den wöchentlichen Restaurantbesuch verzichten? Ja man kann, indem man feststellt, dass es uns mehr gibt, mit unserer Familie zusammen zu sein, die Natur, das Leben, die Freunde und das Selbermachen zu genießen und selbstbestimmt durch die Welt zu gehen. Das ist wahre Freiheit!
DAS ist doch genau das, worauf es ankommt und was viele Menschen nicht mehr leben können und sie somit meist im Burnout landen.
Aber wie sagt man so schön: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!
Wir haben für diese Erkenntnis lange gebraucht, sind jetzt aber fester überzeugt denn eh und je: wir haben es in der Hand und können uns unser Leben gestalten, wie wir es wollen – nur man muss sich dazu auch bewußt entscheiden.

Unser großes Hobby ist ja das selbermachen und dem Thema haben wir uns vermehrt die letzte Zeit gewidmet.
Kann man gesund und bio leben – durch selbermachen wirklich sparen? Kann man trotz einem Minimum an Einkommen „gut“ leben?
Ich denke hier kann jeder nur für sich ein eigenes Fazit ziehen, denn es kommt immer darauf an, welchen Fokus man legt. Ist es mir wichtig ein teures Auto zu fahren oder nehme ich gerne das Fahrrad und spare dafür das Fitness-Studio? Ist es mir wichtig Kleidung nur neu zu kaufen oder freue ich mich über schöne Teile aus der Tauschbörse? Bin ich ein Supermarkt-Shopper oder „verdiene“ ich mir mein Obst und Gemüse einfach, indem ich gerne anderen bei der Ernte helfe und dafür ihre Überschüsse mit heim nehmen kann (oder wenn möglich selber anbaue)? Lebe ich ein schnelles Leben, indem ich keine Zeit für Planung habe oder plane ich meine Woche im Vorraus, damit keine unnötigen Einkäufe entstehen? Versuche ich alles, wirklich alles zu verwerten oder schmeiße ich lieber Reste weg und kaufe neu? Und und und – all diese Fragen tragen zur eigenen Antwort bei. Wir haben UNSERE Antwort gefunden!

Mein Haushaltsbuch zeigt mir, dass wir unter dem Hartz4 Satz leben können (und derzeit auch leben), obwohl wir uns mittlerweile 100% regional, bio und vollwertig ernähren.
Alleine die Umstellung von Mischkost auf 90% vegan spart viel (Fleisch und Milchprodukte sind sehr teuer, zumindest bio) und natürlich das selber machen und aber auch der BEWUßTE Konsum von Luxusgütern wie Kaffee, Schokolade, Alkohol usw. Wahnsinn, was man da sparen kann ohne verzichten zu müssen….
Wir haben derzeit Ausgaben von gerade einmal 2,40 Euro pro Person je Tag für Lebensmittel + Hygiene/Haushaltsartikel, sowie 1,50€ für Hobby, Garten, Bücher, Ausflüge, Schulzubehör usw. (alles was nicht in den ersten Teil hineinfällt). je Person und Tag.
Meiner Meinung nach lässt sich das sogar noch optimieren, da wir noch einiges mehr umstellen könnten. Das wird sich in den kommenden Monaten in unseren Artikeln wieder spiegeln.
Die Ausgabe, die mich am Meisten stört, ist das Benzin von 170Euro im Monat. Das war bedingt durch die vielen Fahrten zu Behörden, Auflösung der Firma und den Kindergarten. Hier haben wir nun aber auch umgestellt und so fährt Andreas 90% der 12km zum Kindergarten hin und zurück täglich mit dem Fahrrad. Das macht schon Spaß zu sehen, wie muskulös da der Körper wird und man braucht keine teure Sportgruppe *g* Schade, dass ich gerade nicht Fahrrad fahren darf, aber in ca. 8-10 Wochen werd ich da dann auch mitmachen. (und die Kinder machen es uns schon nach.. der Große fährt nun auch ab und zu die 6km einfach zur Schule mit dem Rad…)

Also unser erstes großes – durchgerechnetes Fazit – ist wirklich klasse: mit diesem Lebensstil geht es einem SAU-GUT und man kann unter Hartz4 Satz leben, trotz bald 5 Kindern, denen es an nix mangelt (die kompletten Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke habe ich schon über Tauschbörsen ertauscht und liegen gut versteckt am Dachboden *g*).
Jetzt kommt bei mir erstmal ein Jahr Elternzeit, in der ich Elterngeld verdiene (da ich ja vorher gearbeitet habe)  und nach diesem Jahr genügt es tatsächlich, wenn wir einen Teilzeit und einen 400Euro Job zusammen haben- also weiterhin genug Zeit zum Selber machen, Zeit für die Familie und somit das WESENTLICHE. Das geht natürlich nur mit Planung und absolut bewußtem Konsum, wo man den ganzen unnötigen Schrott weglässt – und das Bedarf in unserer Gesellschaft schon etwas Mut!
Keiner hat gesagt, dass es einfach ist, aber das Ziel lohnt den Weg definitiv! Wir freuen uns sehr, dass wir uns auf diesen Weg gemacht haben, denn so entspannt, zufrieden, glücklich waren wir wohl noch nie!

Der Lebenswandel der Spass macht und gesund ist

Seit es von uns diesen Blog gibt, in welchem wir beginnen die eigenen Veränderungen in unserer Familie zu publizieren, hat sich am eigenen Lebensstil sehr viel getan…

Es ist noch nicht all zu lange her, da war für mich das Thema „vegane Ernährung“ beispielsweise völlig indisskutabel. Ohne Milchprodukte zu leben geht doch nicht – dachte ich. Auf Fleisch zu verzichten ebenso! Natürlich kann ich nicht sagen, dass ich auf beides aktuell wirklich verzichte. Dennoch ist unserer Konsum mit diesen Produkten so gering geworden, dass es auf dem Speiseplan einfach nicht mehr fehlt, sondern einfach nicht mehr da ist. Ich hatte immer das Gefühl wenn ich mich anders ernähre, müsste ich verzichten, doch das ist bei Weitem nicht so. Auch wenn wir unseren Verbrauch in EUR gerechnet massiv reduziert haben und auch mußten, so ist unser Speiseplan heute variantenreicher denn je. Wir haben in den letzten zwei Monaten nicht ein Gericht doppelt gemacht, sondern jedesmal etwas anderes hergestellt.

Wenn ich rückblickend das vergleiche was wir zuvor gekauft und auch gegessen haben sind da Welten dazwischen.

Es geht! Du kannst günstiger, gesünder und ausgewogener kochen und die Familie ernähren und das Bio, wenn Du Dir Gedanken darüber machst, was gekauft, hergestellt und benötigt wird. Wir haben begonnen langfristig zu planen und damit einfach auch die Rohstoffe wie Getreide in Säcken gekauft. Es lässt sich prima lagern und wird somit viel günstiger. Klar der Platz ist nötig und doch findet sich überall ein Eckchen dafür. Für uns war das zu Beginn ein Notprogramm für unsere Lebenslage, da wir von jetzt auf gleich auch unser Leben umstellen mußten. Das Ergebnis ist sehr positiv und macht einfach Lust auf mehr!

Was auch sehr spannend zu beobachten war, das wir auf diese Weise nicht nur sehr viel Geld sondern auch Unmengen an Müll einsparen!
Haben wir vorher in der Woche 3-4 groß Kisten die Woche zum Wertstoffhof gefahren, befüllen wir jetzt eine kleine Mini-Kiste in 4 Wochen.

Damit ist diese Lebensform nicht nur gesünder und günstiger, sondern auch ökologisch viel werthaltiger für unsere Umwelt. Da wir auch nur einmal in der Woche nach unserem gemachten Plan das kaufen was nötig ist, lässt sich so auch viel bei der Mobilität einsparen. Diese Einkäufe werden zukünftig auch nicht mehr mit dem Auto gemacht, sondern wir nehmen das Rad mit Anhänger, um die 6 km zu den Geschäften zu fahren.

Es ist soooo einfach etwas zu ändern, wenn man denn auch bereit ist, es umzusetzen. Lange haben wir zwar darüber nachgedacht und uns damit auch in der Theorie beschäftigt, aber bei weitem nicht alles umgesetzt. Der Schritt dahin ist wirklich sehr einfach, denn gefühlt haben wir nicht sehr viel verändert und dennoch sieht bei uns die Küche völlig anders aus und es bringt ein anderes schöneres Lebensgefühl mit sich.

Demnächst werde ich noch etwas tiefer in die Bereiche der Einsparungen bzw. Veränderungen und auch zur Müllvermeidung eingehen, denn auch das ist mehr als spannend. Alles was Du nicht kaufst musst Du auch nicht entsorgen.

Ent-sorgen ist auch wieder so ein toller Begriff – aber ich schweife ab 😉

Selbst etwas tun ist so einfach und macht so viel Spaß, ich kann es nur jedem empfehlen.