Der Lebenswandel der Spass macht und gesund ist

Seit es von uns diesen Blog gibt, in welchem wir beginnen die eigenen Veränderungen in unserer Familie zu publizieren, hat sich am eigenen Lebensstil sehr viel getan…

Es ist noch nicht all zu lange her, da war für mich das Thema „vegane Ernährung“ beispielsweise völlig indisskutabel. Ohne Milchprodukte zu leben geht doch nicht – dachte ich. Auf Fleisch zu verzichten ebenso! Natürlich kann ich nicht sagen, dass ich auf beides aktuell wirklich verzichte. Dennoch ist unserer Konsum mit diesen Produkten so gering geworden, dass es auf dem Speiseplan einfach nicht mehr fehlt, sondern einfach nicht mehr da ist. Ich hatte immer das Gefühl wenn ich mich anders ernähre, müsste ich verzichten, doch das ist bei Weitem nicht so. Auch wenn wir unseren Verbrauch in EUR gerechnet massiv reduziert haben und auch mußten, so ist unser Speiseplan heute variantenreicher denn je. Wir haben in den letzten zwei Monaten nicht ein Gericht doppelt gemacht, sondern jedesmal etwas anderes hergestellt.

Wenn ich rückblickend das vergleiche was wir zuvor gekauft und auch gegessen haben sind da Welten dazwischen.

Es geht! Du kannst günstiger, gesünder und ausgewogener kochen und die Familie ernähren und das Bio, wenn Du Dir Gedanken darüber machst, was gekauft, hergestellt und benötigt wird. Wir haben begonnen langfristig zu planen und damit einfach auch die Rohstoffe wie Getreide in Säcken gekauft. Es lässt sich prima lagern und wird somit viel günstiger. Klar der Platz ist nötig und doch findet sich überall ein Eckchen dafür. Für uns war das zu Beginn ein Notprogramm für unsere Lebenslage, da wir von jetzt auf gleich auch unser Leben umstellen mußten. Das Ergebnis ist sehr positiv und macht einfach Lust auf mehr!

Was auch sehr spannend zu beobachten war, das wir auf diese Weise nicht nur sehr viel Geld sondern auch Unmengen an Müll einsparen!
Haben wir vorher in der Woche 3-4 groß Kisten die Woche zum Wertstoffhof gefahren, befüllen wir jetzt eine kleine Mini-Kiste in 4 Wochen.

Damit ist diese Lebensform nicht nur gesünder und günstiger, sondern auch ökologisch viel werthaltiger für unsere Umwelt. Da wir auch nur einmal in der Woche nach unserem gemachten Plan das kaufen was nötig ist, lässt sich so auch viel bei der Mobilität einsparen. Diese Einkäufe werden zukünftig auch nicht mehr mit dem Auto gemacht, sondern wir nehmen das Rad mit Anhänger, um die 6 km zu den Geschäften zu fahren.

Es ist soooo einfach etwas zu ändern, wenn man denn auch bereit ist, es umzusetzen. Lange haben wir zwar darüber nachgedacht und uns damit auch in der Theorie beschäftigt, aber bei weitem nicht alles umgesetzt. Der Schritt dahin ist wirklich sehr einfach, denn gefühlt haben wir nicht sehr viel verändert und dennoch sieht bei uns die Küche völlig anders aus und es bringt ein anderes schöneres Lebensgefühl mit sich.

Demnächst werde ich noch etwas tiefer in die Bereiche der Einsparungen bzw. Veränderungen und auch zur Müllvermeidung eingehen, denn auch das ist mehr als spannend. Alles was Du nicht kaufst musst Du auch nicht entsorgen.

Ent-sorgen ist auch wieder so ein toller Begriff – aber ich schweife ab 😉

Selbst etwas tun ist so einfach und macht so viel Spaß, ich kann es nur jedem empfehlen.

Do it togehter – die Kinder sind immer dabei

Gestern gingen mir mal wieder die Augen auf.

Ich wollte schon immer eine große Familie und viele Kinder haben und habe auch noch den Mann dazu gefunden, dem es absolut genauso geht. Die letzten beiden Kinder waren sogar „seine“ Idee *g*
Kinder wollte ich aber nie bekommen, um sie dann durch „Fremde“ betreuuen zu lassen und doch waren wir genau darauf die letzte Zeit angewiesen. Beruflich waren wir so enorm eingespannt, dass wir zusätzlich zu Ganztagsschule daheim noch eine Mädchen zur Kinderbetreuung wohnen hatten. Die freie Zeit haben wir schon sehr intensiv genutzt, unsere Kinder haben – so sagen sie – nichts vermisst. Aber ICH (bzw WIR).
Oft kam man abends heim, war müde und hat nur noch das Nötigste erledigt. Wie oft hatte da auch die Energie gefehlt, um die Kinder aktiver einzubeziehen oder tiefgreifende Gespräche mit ihnen zu führen?
Nun haben wir die letzten Tage ja viel mehr Zeit als sonst und gestern war so ein toller Tag, an dem wir mit den Kinder den kompletten Abend gestaltet haben.
Spontan haben wir alle zusammen einen Gemüsekuchen gebacken. Jeder hatte etwas zu tun – hey welch Herausforderung, die Aufgaben so zu verteilen, dass jeder immer etwas zu tun hat, was auch seinem Alter entspricht 😉 Aber es war klasse zu sehen, mit welcher Hingabe die Kinder sich eingebracht haben. Der Kuchen ist nicht nur total lecker geworden, sondern ich habe wahr genommen, was mir die letzten Monate so sehr gefehlt hatte:
Endlich wieder Energie für die Kinder haben, endlich wieder bewußt und aufmerksam auf sie eingehen können und die Zeit mit ihnen genießen. DAS ist es doch, was ein Familienleben so wertvoll macht – wenn man dann in die leuchtenden Augen seiner Kids schaut.
War es nicht genau der Grund warum ich eine große Familie haben wollte? Was ich wirklich in meinem Leben tun wollte- für eine Familie da sein und zwar wirklich DA sein?
Schon krass, dass einem so ein „kleines“ Ereignis, wie Kuchen backen und Gemüse schnippseln aufzeigt, was man jetzt wieder gewonnen hat. Ich bin glücklich – so darf es gerne weiter gehen und ich werde alles dafür tun, dass wir diesmal das Leben leben, was wir wirklich wollen und nicht mehr entgegengerichtet zu unseren Werten!

sonniger Vatertag und viel geschafft

Nachdem uns die Kinder heute mit Frühstück am Bett und Andi mit allerei selbstgebastelten Nettigkeiten überraschten, begrüßte uns der Tag zudem mit schönstem Sonnenwetter.
Von daher nutzten wir die Gunst der Stunde, um endlich wieder etwas in Haus und Garten zu erledigen.
Ich kramte in der Früh unseren tollen „Dutch Oven“ heraus. Dieser gußeiserne Topf ist die tollste Anschaffung, die ich je machen konnte und man kann darin nicht nur wunderbar kochen, sondern auch Brot und Kuchen backen. (Das alles passiert draußen über dem Feuer, bzw glühenden Kohlen)
gesagt getan – das wollte ich mal testen und fand ein leckeres Rezept auf dieser Seite:
http://www.bbq-county.de/shop/index.php?controller=information&information_id=36
Das Rezept hab ich dann aber etwas angepasst und der Kuchen wurde wirklich wahnsinnig locker und lecker.
Meine Abwandlung:

  • 250g Butter
  • 250g RohrohrZucker(das nächste mal probiere ich mit Honig und Banane zu süßen!)
  • 5 Eier
  • 150ml Dinkel Milch
  • 500g VOLLKORN WeizenMehl(Dinkel geht gleichermaßen)
  • 150g zerlassene Vollmilchschokolade
  • 50g Bio Kakao Pulver
  • 2 Teelöffel Backpulver

EInfach alles verrühren und ab in den gefetteten Dutch Oven. 8 Kohlen unter den Topf und ca. 16 Kohlen oben drauf auf den Deckel.
Ich denke mal, dass ich von unten etwas zu viel Kohle drunter habe und auch von oben könnte es weniger Hitze sein. Denn mein Kuchen hatte verbrannte Stellen. Die waren allerdings so gering, dass wir sie einfach abgeschnitten haben. Alles im allem war er super lecker und vor allem trotz Vollkornmehl SEHR locker und fluffig.
Dazu gab es dann „rote Grütze“ mit den Johannisbeeren aus dem letzen Jahr, einfach die Beeren aufgetaut, erwärmt, den Inhalt einer Vanilleschote dazu, nach Geschmack etwas Zucker, Honig und Stärke
Hier das Ergebnis:
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Danach nutzten wir den Tag und bauten endlich die geplanten Kräuterkästen auf unserer Terasse. Uns störte eh, dass die Terasse nicht komplett zu war und so nahmen wir einfach Europaletten und richteten uns diese her.
hier erstmal nur hingestellt:
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Dann haben wir von unten die Zwischenräume mit Brettern geschlossen, damit Kästen entstehen und das ganze danach mit Folie ausgekleidet.
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Erde hinein, angepflanzt und fertig 🙂 oder FAST fertig, denn die Erde ging uns aus und auch brauchen wir noch einige Kräuter, um alles komplett zu bepflanzen. Das kommt dann die Tage noch:IMG_0970

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Das Richten der Kästen hat gerade mal eine Stunde gedauert und so hat Andreas sich noch spontan dran gemacht und eine Feuerstelle im Garten gebaut:
IMG_0969 Fertig:

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Na und ich konnte nicht anders und hab dann gleich damit kochen wollen – also Gitter drauf, Dutch Oven drauf und es gab leckeren Tomaten-Zucchini– Aufstrich

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Abgefüllt in Gläser hält sich der Aufstrich einige Wochen (heiß abfüllen in heiß ausgekochte Gläser).
Ich hab dann mal ausgerechnet, was mich das ganze gekostet hat. Je Glas genau 32 cent – wobei das noch günstiger geht, wenn dann die Zucchini im Garten wachsen. Zwei Zucchini Pflanzen haben genug Ertrag um unsere 7-köpfige Familie zu ernähren. Und nur zum Vergleich: ein ähnlicher Aufstrich von Alnatura kostet zwischen 1,5- 2€ je Glas. Ich habe 8 Gläser gemacht und somit über 9€ insgesamt Ersparnis! Also nicht nur selbstgemacht und natürlich schmackhafter, sondern auch weit günstiger als gekauft!
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Zutaten für den Aufstrich:
4 kleine Zucchinis
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
100 gr Leinsamen (ersetzbar auch durch Sonnenblumenkerne)
4-5 Eßlöffel Öl
2-3 Teelöffel Paprikapulver
2 Tuben Tomatenmark
Salz, Kräuter und andere Gewürze nach Geschmack

Öl erhitzen, die Gewürze kurz anschwitzen.
Zwiebel und Koblauchzehe und Leinsamen alles klein gehackt anbraten,
dann kleingeschnittene Zucchini dazu, auch kurz anbraten – evtl. etwas Öl nachgeben.
Beide Tuben Tomatenmark hinzu und evtl. etwas Wasser – die Masse sollte schön cremig sein.
Alles 10 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen.
Fertig
Wer mag kann das ganze noch pürrieren und nochmal mit Salz abschmecken.
Eine weitere Variante ist auch, einen halben Feta-Käse dazuzugeben.

Viel Spaß beim ausprobieren.

Morgen berichten wir dann über den Löwenzahnhonig, für den wir heute Blüten gesamelt haben und unseren ersten Versuch eigene Seife (mit Löwenzahn) herzustellen 🙂

Der Tag des Wandels

Heute ist nicht mein Tag – so gar nicht.
Eigentlich sollte ich mich heute mit Freunden oder Familie treffen und mich „feiern“ lassen. Aber das geht nicht, denn ich sitze zuhause, muss mich ausruhen, auf meinen Bauch aufpassen. Und derweil ist mein Mann unterwegs und räumt unser altes Leben auf.
Das ist uns nämlich letzte Woche einfach mal so um die Ohren geflogen. Von heute auf morgen und ohne Vorwahnung.
Ich könnte jetzt jammern und weinen – und ich bin ehrlich, das tu ich auch, egal ob ich will oder nicht – schließlich bin ich auch nur ein Mensch mit Gefühlen – aber ich muss auch nach vorne sehen.
Es wird schon seinen Grund haben, dass alles so kam. Und für uns wird es weitergehen und eröffnet neue Chancen.
Ich weigere mich, mich nun zu vergraben, sondern will diese Chance auch nutzen.
Besinnen auf das Wesentliche ist hier ein wichtiger Punkt:
Denn eines haben wir und das ist unsere Familie, unsere Kinder und unser zuhause. Damit fühlen wir uns wohl und darüber bin ich sehr dankbar. Alles andere ist nur im „Außen“ wichtig.
In den Augen mancher bin ich vermessen, wenn ich sage, dass ich jetzt wieder „frei“ bin. Den Weg zur Freiheit hätte ich mir natürlich anders gewünscht – denn so ist es verdammt hart – aber er ist da.
Ist es eine Last die da von mir abfällt? Sicherlich, vorallem wenn man feststellt, dass man nicht nur 10 Jahre ein Leben führte, was man nie wollte, sondern wenn man auch noch alle Energie umsonst hineingesteckt hat – weil nun alles weg ist – mit einem Schlag. „Sicherheit“ ist schon ein sehr trügerisches Wort.

Also fangen wir an, wo wir immer hin wollten: Beim Ursprung, beim Wesentlichen.
Wieder lernen wertzuschätzen was schon lange da ist gehört da dringend dazu. Auf sein Gefühl hören aber auch – denn das zeigt einem doch sehr genau, wo man hinwill und was zu einem gehört.

Meinen Geburtstag verbringe ich heute im „Netz“ beim recherchieren nach Rezepten, denn nun hab ich genug Zeit das zu machen, was ich gerne tu: Selber backen, einmachen, Garteln, meine Tiere versorgen und endlich mehr für meine Kinder da zu sein. Weg vom Konsum hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil im Einklang mit der Natur.
Harte Schule, den Weg nun auf diese Art und Weise zu gehen, aber vielleicht ist es sogar das größte Geschenk, was mir das Universum heute bereiten konnte…..