Minimalismus – Traum oder Wirklichkeit?

Wer von Euch sammelt? Wer von Euch hat den Dachboden/den Keller vollgestellt? Wer von Euch hat zu viel von Dingen, die er nicht braucht?
Ihr gehört nicht dazu meint ihr? Sicher?
Ich glaube tatsächlich, dass die WENIGSTEN von uns nur Dinge besitzen, die sie wirklich brauchen. Da zähle ich auch uns dazu. Schaut zum Beispiel mal in Eure Küche: Wie viele Teller besitzt ihr? Benutzt ihr tatsächlich jede Schüssel, jedes Haushaltsgerät, das ihr habt? Braucht man z.B. zehn Tupperdosen? Und braucht man tatsächlich die ganzen Sektgläser, die nur einmal im Jahr heraus gekramt werden?
Was bei dem Einen zu viel an Küchen-Gegenständen vorhanden ist, häuft sich bei dem anderen im Wohnzimmer. Oder wie war das mit den Büchern? Habt ihr alle gelesen? Werdet ihr es überhaupt jemals schaffen, jedes Buch gelesen zu haben?

Das sind nur wenige Beispiele von vielen weiteren Dingen, die ein Jeder von uns mehr oder weniger „sammelt“ Denn wenn man nur zwei Betten im Haus hat, aber acht Garnituren Bettwäsche, so kann man nicht mehr wirklich davon sprechen, diese Dinge auch wirklich zu brauchen.

Uns geht es nicht anders! In einem Haushalt mit 9 Personen sammelt sich so einiges an. Wir können noch so oft aussortieren, ich habe dennoch den Eindruck, dass es ein endloser und erfolgloser Versuch ist, minimalistischer leben zu wollen. Und da kommt so manches Male auch das Gefühl hoch: Vielleicht wollen wir gar nicht reduzieren. Warum sonst, schleppt immer wieder Jeder so viel Zeugs an?

 

Dennoch versuchen wir es immer wieder: aussortieren, aussortieren, aussortieren.
Gerade haben wir wieder das ganze Haus auf den Kopf gestellt: alles was wir die letzten Monate nicht gebraucht haben, kam weg. Das Kücheninventar wurde sicher um 50% reduziert (wofür braucht man nochmal drei Kuchenschaufeln???), vor allem Schüsseln, Teller und Dosen durften weichen. Dennoch stehen noch immer 10 Brotzeitdosen im Schrank. Bei 7 Kindern könnte man die ja brauchen. Wenn man wandern geht z.B. Doch wie oft geht man im Jahr mit Allen zusammen wandern? Und reichen da nicht dann auch die anderen Behälter, die man noch hat? Ich merke gerade, dass ich das Haus wohl nochmal auf den Kopf stellen muss.

Und das ist wirklich ein guter Tipp:
Wenn ihr fertig mit dem aussortieren seid – dann fangt von vorne an. Immer und immer wieder. Wir haben vor Jahren damit angefangen und obwohl noch immer viel zu viel Zeug vorhanden ist, wird es doch merklich weniger. Sogar Möbel haben wir hergegeben und mindestens 300 Bücher. Wir werden sie eh nicht alle lesen. Nur was uns wirklich wichtig war, durfte bleiben.

Schwer fällt es mir, Kindersachen auszusortieren. Bei 7 Kids ist immer ein Kind da, was noch in die Klamotten der Anderen reinwachsen kann. Alles aufheben braucht man dennoch nicht. Wie oft bekommen wir Kleidung geschenkt und können dann in einer Größe gleich 3 Kinder einkleiden? Was die Kleinsten Kids aussortieren, das wird gespendet – schließlich kommt nichts mehr an Kindern nach und ich sehe nicht ein, etwas für die Enkelkinder aufzuheben. Anders ist das mit den Spielsachen. Lego, Schleich und Playmobil hergeben? Das kann ich wirklich nicht. Die Lego Duplo Sammlung hatte ich mal etwas ausgedünnt, denn nachdem wir für die Kids 2-3 Kisten Duplo besorgt haben, hatte ich auch noch die Sammlung aus meiner Kindheit vermacht bekommen. Viel zu viel. Die Hälfte ist weg und trotzdem ist noch so viel da, dass die Kids gar nicht mit allem spielen können. Hergeben kann ich es dennoch nicht. Es ist ein Erbe.

Und so hat auch jeder sein „Laster“ – Dinge, von denen er genau weiß, dass er sie nicht wirklich braucht, von denen er sich aber auch nicht wirklich trennen will. So ein Laster haben auch wir. Bei uns sind es die Gesellschaftsspiele. Wir sammeln sie und geben nur her, was nicht gut ist. Es ist unser größtes Hobby und wir spielen sicher 4-6x die Woche ohne Kinder, mit Kindern/Teens, mit Freunden, in Spielgruppen oder nur Andreas und ich. Spielen macht Spaß, ist kommunikativ, regt das logische Denken an und ist phantasievoll. Es tut uns gut. Und dennoch kann man darüber streiten, ob man 300 Spiele braucht. Vor allem wenn man bedenkt, dass sicher 40 Spiele noch nie gespielt wurden. An der Stelle kann man sicher nicht mehr von Minimalismus sprechen. Den Anspruch habe ich aber auch nicht.

 

Wir haben für uns beschlossen, so viel zu reduzieren, wie möglich. Denn das schafft Freiheit. Man muss wenige wegräumen, abstauben, saubermachen, reparieren usw. Dinge zu besitzen bedeutet nämlich auch Verantwortung und Arbeit. Je weniger desto besser ist es also. Aber das System darf Schwächen haben. Es darf Bereiche geben, die dieser Logik nicht stand halten. Einfach weil es einem gut tut, weil es erfüllend ist. So wie unser Hobby, das Gesellschaftsspiele spielen.
Es sollten nur nicht zu viele Schwächen im System existieren: Wenn man dann nämlich Bücher, Spiele, Spielzeug, Zeitungen, Figuren, Tassen, what ever sammelt, so endete der Weg zum Minimalismus in einer Sackgasse.

 

Also überlegt Euch gut, was ihr wirklich braucht. Und überlegt noch besser, welche Schwächen ihr bewusst zulassen wollt. Und dann sortiert aus. Immer und immer wieder. Es wird Euch befreien und außerdem Menschen helfen, die weniger haben und sich über die eine Kuchenschaufel oder die Sektgläser freuen. Sozialkaufhäuser nehmen diese Spenden dankbar an.

Viel Spaß beim Reduzieren 🙂

 

Hier noch eine kleine Werbung in eigener Sache:
Bitte unterstützt unser geplantes Sozialprojekt, indem ihr den Blog abonniert und fleißig kommentiert. Je größer das mediale Interesse ist, umso eher bekommen wir das Spielecafé der Generationen in unserer Gegend umgesetzt. Helft uns dabei, es bringt Menschen von Jung bis Alt zusammen. http://www.jungundaltspielt.de

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Ein soziales Projekt entsteht und so geht es uns

Nein der Blog ist nicht am Auslaufen! Es wird weiter gehen. Und zwar aktiver wie bisher. Das ist nun fest beschlossen. Es ist wunderbar zu sehen, dass fast 1000 Menschen täglich auf diese Seite finden und sich von den Rezepten und auch unserem Leben inspirieren lassen. Das wollen wir gerne weiter fördern und unterstützen.
Warum war es dann die letzte Zeit so ruhig? Das lag an unserer Gesamt-Situation der Familie. Ich habe mit Studium und meiner Arbeit als Betreuerin eine 50 Stunden Woche und Andreas ist mit Haus und den derzeit 7 Kids gut ausgelastet. Das Thema Selbstversorgung musste daher ein wenig in den Hintergrund rücken. Ja. Leider haben wir auch den Garten zurückbauen müssen. Ein 120qm Gewächshaus hat uns mit der derzeitigen Situation schlicht überfordert. Ganz aufgegeben haben wir den Garten natürlich nicht. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir weiterhin Kräuter und werden im nächsten Jahr auch einige Hochbeete bepflanzen. Aber so, dass es uns nicht überfordert.
Das Selbermachen ist uns nach wie vor wichtig. Regelmäßig landen selbst gemachte Aufstriche auf dem Tisch, wir waschen uns nach wie vor mit der eigenen Seife und achten auf eine gesunde Ernährung. Sogar Vegan bekomme ich seit einigen Wochen (eigentlich seit dem ich aus Schweden zurück bin) wieder zu 90% hin. Und das mit Erfolg. Vorgestern war ich erst beim Arzt, der ein großes Blutbild gemacht hatte. Er war begeistert. Selten so einen guten Eisen- und Eiweißwert gesehen und der Zuckerwert weit unter dem Durchschnitt. Wahnsinn. Aber darüber schreibe ich die nächsten Tage noch genauer. Denn meine Erkrankung hatte mich dazu bewegt, komplett umzustellen.

Außerdem wollte ich Euch heute mein geplantes Projekt vorstellen. Ich habe vor ein Sozial-Projekt zu iniitieren. Das größte Hobby unserer Famillie ist das Brettspiele spielen. Man kommuniziert miteinander, muss den Kopf benutzen, hilft sich gegenseitig und taucht auch mal in schöne Fantasywelten ein. Ja ich gebe zu, Spiele kaufen ist vielleicht nicht nachhaltig – das Spielen dafür umso mehr…Fernsehen ist bei uns kein Thema, da wir spielen (auch die Kids) und wenn dann die Teenager sogar das Handy fürs Spielen vernachlässigen und sie gerne ein tolles Hobby mit den Eltern teilen (was mit 14 und 16 schon ungewöhnlich ist), dann kann man vielleicht schon von Nachhaltigkeit sprechen. Oder was meint ihr?

Ok, ich schweife ab. Auf jeden Fall kam mir im Zuge meines Studiums als Sozialpädagogin und in Verbindung mit unserem Hobby nun die Idee ein eigenen soziales Projekt zu gründen.
Es gibt Mütter- und Familienzentren, Rentnertreffen, Generationenhäuser usw. warum also nicht auch ein:

Spielecafé der Generationen
Ein Ort, andem sich Jung und Alt zum spielen trifft, gerade Ältere wieder in die Mitte der Gesellschaft geholt werden und auch Jugendliche und Familie einen Ort der Begegnung haben. Auch sogenannte Viel-Spieler sollen sich da treffen dürfen. Ein Projekt, dass idealerweise an die Stadt angebunden und mit Räumlichkeiten und Sozialpädagogen unterstützt wird – ansonsten aber in einen gemeinnützigen Verein eingegliedert ist.
Es würde mich feuen, wenn ihr Euch das Projekt einmal anschaut:

http://www.jungundaltspielt.de

Und noch mehr würde es mich freuen, wenn ihr kommentiert, teilt und liked – wenn ihr mir Fragen stellt und natürlich – wenn der ein oder andere Teil des Vereines werden will. Denn das geht überregional. Die langfristige Vision ist nämlich dass Vereinsmitglieder dieses Projekt auch an anderen Orten umsetzen.
Vielleicht hat der ein oder andere auch Spiele im Keller, die er nicht mehr braucht usw. Es gäbe viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Und wenn es nur mit einem Kommentar auf der Projektseite ist.
Ich freue mich von Euch zu erfahren, wie ihr die Idee findet.

Jetzt wisst ihr, was uns derzeit beschäftigt. Wir können das planen von Projekten einfach nicht lassen. Der Gedanke der Gesellschaft einen Mehrwert zu bieten, gefällt uns einfach zu gut. Auch wenn ich ab und zu hier über den Stand des Projektes berichten werde, so wird der Fokus der Selbstversorgung und des nachhaltigen Lebens nicht verloren gehen. Versprochen.
Eure Petra

Jahresrückblick …. zurück auf Null und wieder los

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Sonnenwende lässt die Tage bereits wieder heller werden und für Viele sind die besinnlichen Tage rund um die Weihnacht bereits vorbei. In meinem Fall nutze ich diese Tage immer, um das Jahr Revue passieren zu lassen und nach vorne zu blicken.
Was wurde getan…Stimmt das mit dem überein was ich vor hatte… Wie geht es meiner Familie und was geschieht in der Welt, was mich bewegt und auch beeinflusst… Wo stehen wir nach einem weiteren Jahr und was möchte ich im nächsten Jahr erreichen…?

Rückblickend war unser Jahr eine sehr spannende Sache, denn neben allen Themen, die wir bisher auf unserem Blog hier behandelten, gibt es natürlich noch weit mehr in unserem Leben das uns ausmacht. So begann das Jahr mit einer Entscheidung die für uns zugleich ein kleines Experiment darstellen sollte. Wir werden „Veganer“ – wobei ich mich nicht als solchen ettiketieren lasse oder möchte. Ich bin „Mensch“ und mich machen millionen von Facetten zu dem, was ich heute in der Welt darstelle.
Dennoch hatten wir uns dazu entschlossen unsere Ernährung auf eine rein pflanzliche umzustellen und das gelang uns total einfach und prima. Selbst unsere kurze Reise nach Stockholm im Februar war diesbezüglich sehr spannend, weil wir überall und immer was leckeres bekommen haben. Tja, und wenn es mal nix für uns gab, dann wurde einfach etwas passend gemacht und jeder war glücklich. Das Restaurant, weil sie uns glücklich machen konnten und wir natürlich weil es jeder anders umgesetzt hat und es immer total lecker war.

Im Frühjahr, als die Gartensaison begann, hatte ich mir viel vorgenommen und wie anhand unserer Veröffentlichungen hier schon zu erkennen war…. ging das Gartenjahr 2016 total in die Hose. Petra´s Arbeit und Studium wurde im zweiten Jahr natürlich anspruchsvoller, so dass meiner Einer mehr im Haus und mit den Kindern übernehmen musste und weniger Zeit für den Garten blieb. Was heißt Garten…. in meinem Fall ein Areal von 5000 qm mit 130qm Gewächshäusern (2 Stk.) und gut 500qm Beetflächen die mir dann mehr schlecht als recht über den Kopf gewachsen sind.
Passend dazu gab es noch ein Mega-Hochwasser in der Region, das dazu führte, dass ich wochenlang geholfen hatte und dazu mein Grundstück zum einen vollständig matschig war und auf der anderen Seite danach der Wachstum so stark war, dass ich dem Gras und den Beikräutern beim wachsen zusehen konnte.

Diese Phase ging nahtlos über in unser Jahreshighlight. Eine Rundreise in Schweden. Wir haben uns dazu einen günstigen Wohnwagen angeschafft. Wir waren gut zwei Monate damit beschäftigt, alles dafür vorzubereiten. Geplant war eine Reise über fünf Wochen und ca. 5000km Gesamtlänge mit insgesamt sieben Kindern. Unterwegs waren wir mit unserem VW-Bus, mit 7m Wohnwagen, Vorzelt und Zelten….. also gut 4 Tonnen Ausrüstung, um für alle Lebenslagen gewappnet zu sein.
Über den ökologischen Fussabdruck und so weiter lässt sich sicher streiten…. doch so etwas macht man insbesondere als Kind sicher nur einmal mit seinen Eltern. Es war eine Erfahrung die unsere Kinder für Ihr gesamtes Leben mitnehmen.

Kehrseite dieser Aktion war, dass ich zwar 70 Tomaten im Gewächshaus gepflanzt hatte, aber mich nicht mehr drum kümmern konnte. Ebensowenig um den Rest meines Unkrautgartens 😉 Dafür wurden wir bei unserer Rückkehr von einem Tomatendschungel und einigen wild aufgegangenen Gurkenpflanzen dermaßen überrascht, dass wir den restlichen Sommer und Herbst damit vollständig versorgt waren.

Die Reise selbst war atemberaubend, sehr eindruckvoll und überraschend. Uns wurde in Foren immer von den „unnahbaren“ Schweden berichtet. Ehrlich…. wir haben echt überall im Land danach gesucht. Wir sind von Ystad, über Stockholm hoch bis nach Dalarna an den Siljansee gefahren. Auf dem Rückweg haben wir bei Bekannten hier aus unserem Ort in Niederbayern halt gemacht, die dort ein Anwesen haben und sind über die großen Seen zurück nach Trelleborg gefahren. Ja selbst hoch an den großen Wasserfall im Nationalpark an der norwegischen Grenze haben wir nach „unnahbaren“ Schweden gesucht und keinen gefunden. Im Gegenteil….. Wir wurden überall mit offenen Armen und Herzen empfangen und haben viele sehr nette Bekanntschaften gemacht.

Das was wir auf der Strecke haben liegen lassen, war unsere vegane Ernährungsweise. In einem ungewohnten Lebensraum und mit vielen Kindern und vielen Herausforderungen (wie Motorschaden, ein Orkan, der unser Vorzelt fast davon wehte, ein verletzes Kleinkind und eine entzündete OP Narbe) haben sich dann neben der fleischlosen Version leider auch normale Grillwürstchen und so manch Anderes eingeschlichen was wir dann auch noch mit nach Hause genommen haben…..

…. wir aßen zwar nach wie vor zu 90% vegan, doch da schlichen sich dann wieder Dinge ein, die mich zu meinem „Schweinehund-Beitrag“ bewogen haben.

Neben all dem Schönen, von dem ich berichte, brachte das Jahr auch einige große Herausforderungen mit sich, an denen wir zu knabbern hatten und natürlich eine Menge Aufmerksamkeit benötigten. Kleinere und größere Krankheiten, Herausforderungen an der Arbeit und ein Zusammenbruch. Dies führte auch dazu, dass wir kaum im „Außen“ gewirkt haben oder uns über unseren Blog mitteilen wollten. Dafür war einfach keine Energie vorhanden, und mein Wurstbrot will hier eh keiner sehen 😛

Geschweige denn Bilder von meinem ziemlich desolaten Garten.

Doch genug der Worte über Vergangenes. Abschließen möchte ich das Jahr damit, dass es mir und meiner Familie sehr viele wirklich tolle intensive und lehrreiche Momente geschenkt hat. Auch wenn manche Wendung des Schicksales sich so angefühlt hat, als ob es zu viel war …. wirklich zu viel war, so haben wir es immer geschafft. Ob als Familie oder als Paar…..!

Auch wenn wir in der letzten Lebensphase wieder ziemlich weit weg waren von unserem grundsätzlichen Plan, mit einem enkeltauglichen Leben und dem Selbermachen…. so werden wir uns das kommende Jahr wieder mehr darauf besinnen und uns dieses Dinge ins Leben zurück holen. Stück für Stück und in dem Maße, dass es uns nicht überfordert… oder uns der Garten mehr Kraft kostet als er uns schenkt.
Das kommende Jahr werde ich auch dazu nutzen um zu überdenken, was ich und wir wirklich brauchen und was wir an überflüssigem Balast in allen Lebenslagen „angesammelt“ haben von dem wir uns wieder lösen möchten. Der Begriff „Minimalimus“ ist im Moment sehr modern und gefragt…. ja auch teilsweise schon wieder als Druckmittel im Einsatz. (Wie Du hast ein Notebook und ein Smartphone Du bist kein „Minimalist“?)

Wir sind was wir sind und jeder kleine Schritt, egal in welche Richtung, bringt uns weiter und führt uns – sofern wir wachsam und bei uns bleiben – schlussendlich in die richtige Richtung.

Für uns ist die Richtung mal mehr und mal weniger klar, doch auch wenn das Bild manchmal verschwommen aussieht…..

…. wir wissen wohin es gehen soll. „Unser Leben und die Welt ein Stückchen besser und vor allem enkeltauglicher machen“

Mein Wunsch ist, dass auch meine Kinder einmal mit der gleichen Freude – wie wir – für ihre Kinder da sein können und sie diese in einer zukunftsfähigen und vor allem friedlichen Welt beim erwachsen werden begleiten dürfen! Von diesem Bild wäre ich gerne einmal ein Teil und das allein sagt genug darüber aus, wohin wir uns alle in der Welt entwickeln müssen, damit vielleicht einmal jede Familie auf der Welt diese Chance hat!

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein schönes, lehrreiches und spannendes Jahr 2017.

Die größte Drecksau die ich kenne!

Die größte Drecksau die ich kenne!

Spannender Titel nicht wahr? Jeder, wirklich jeder kennt sie und grundsätzlich haben diese quickenden Lebenwesen es nicht verdient als derartiges „Schimpfwort“ missbraucht zu werden. Etwas besseres ist mir aber im Moment nicht ernsthaft eingefallen, um meinen heutigen Artikel zu beginnen.

Vor einem Jahr haben wir uns dazu entschieden vollständig auf eine vegane Ernährung umzusteigen und es war eine sehr sehr schöne Erfahrung. Denn wir fühlten uns fitter, gesünder und energiegeladener als je zuvor um Leben und doch…..

….. liegt wieder Wurst und Käse im Kühlschrank!

Wie kam das…. und vor allem warum?

Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht wirklich. Denn geplant war das nicht und gewollt auch nicht und deshalb werden wir das wieder ändern. Natürlich leben hier in unserem Haus viele Kinder die ihren eigenen Kopf haben und uns was bezüglich einer veganen Ernährung husten. Wir wollen weder uns noch die Kinder oder sonst jemanden zu einer bestimmten Ernährung zwingen oder überreden, denn das muss man schon selbst wollen.

schweinehund

Die Drecksau von der ich oben geschrieben habe ist der innere Schweinehund der in vielen Lebenslagen zum Ausdruck kommt. Ist es Faulheit? Gewohnheit? Immer wieder wird von alten Mustern gesprochen – auch wir tun das?

Wir setzen uns mit unseren Idealen und Werten auseinander, um diese dann nach ein paar Monaten wieder über Bord zu werfen. Naja, ganz so ist es nicht denn wir haben bis auf die oben genannten Dinge und ein paar Gerichte exklusiv für die Kids alles vegane beibehalten was wir in unser Leben integriert haben. Aber warum ist der Mensch so wechselhaft?

Geht es Euch damit auch so?

Heute so und morgen wieder anders?

In unserer ach so schnellebigen Welt und mit all unseren vielen Pflichten und Herausforderungen geht man dann doch irgendwie bei vielem Stress den einfacheren Weg und macht das alte Schema F wieder weiter. In etwas abgewandelter Form, aber nicht mehr wirklich das was einem „eigentlich“ (sch…. Wort) wichtig ist.

Maßgeblich eingeschlichen haben sich einige Dinge während unseres 5 wöchigem Urlaub in Schweden. Eine ungewohnte Umgebung und an jedem Ort mußte man sich erst einmal wieder zurechtfinden. Gefunden hatten wir dann schon immer wieder das was wir wollten, aber ebend dennoch irgendwie andere Produkte.

Hinzu kam, das das Jahr für uns als Familie mit einigen Herausforderungen bespickt war und uns das Leben nicht ganz so einfach gemacht hat. Das zehrt sehr an der Substanz und lässt einen phasenweise alles Egal werden. Wozu, wenn´s eh „Wurst“ ist…… kennt sicher jeder.

Aaaaaaaber….. dabei wollen wir nicht bleiben und nun sitze ich gerade förmlich meinem Schweinehund gegenüber. Auge in Auge und überlege mir gerade mit diesem Monster in mir ein Zwiegespräch zu beginnen, denn mir hat mein Leben vor einigen Monaten viel besser gefallen als jetzt.

Wie geht Ihr mit solchen Situationen und Phasen um?
Kennt Ihr sowas überhaupt?

…… ich geh jetzt mal meine veganen Kochbücher durchblättern.

P.s. Unser Weihnachtsessen war natürlich vegan so wie letztes Jahr auch schon und war extrem lecker!

Cowspiracy – Eine Dokumentation die Augen öffnet

Nachdem wir in den letzten Tagen in unserer Familie mit einem weihnachtlichen Virus, der wohl hier in der Gegend umgeht, uns eingehend und abwechselnd beschäftigt haben, führte das dazu das ich mir am Abend einen Film ansehen wollte und bei Cowspiracy gelandet bin.

Ein Film der uns bewußt macht, welche Auswirkungen der Konsum von tierischen Produkten auf die Welt hat. Mir war das in der Form ehrlich gesagt nicht wirklich klar, wobei die Sache durchaus logisch ist. Die hunderte Millionen Rinder die jährlich „hergestellt“ werden, um am Ende Ihrer „Produktionszeit“ auf den Tellern liegen, benötigen Ressourcen und produzieren „Müll“ im Produktionsprozess.

Auch ich habe gelächelt, als man mir erzählte das die Methanausscheidungen von Rindern um einiges mehr die Umwelt schädigen als unsere Mobilität oder Energiewirtschaft. Aber damit ist ja beim Tier noch lange nicht Schluss. Milliarden von Hektorliter Wasser und Milliarden Hektar Land werden jährlich dafür aufgewendet, um Burger zu essen.

Hast Du gewusst, dass ein Hamburger in etwa so viel Wasser benötigt als ein Mensch beim duschen? Also, dass heißt für das Duschen einer Person von zwei Monaten! Weit über 2000 Liter Wasser für einen Burger!

Echt heftig ist, wie die ganzen Umwelt- und Tierschutzorganisationen mit diesem Thema umgehen. Sie fassen es schlichtweg nicht an!

Wer daran Interesse hat, kann sich den Film auf Youtube (auch in Deutsch) ansehen. Besser ist es aber diesen zu kaufen, eh klar oder?

Website von Cowspiracy.com

Vegan ist das neue „vegetarisch“

Seit wir nun diesen Blog hier betreiben, beschäftigen wir uns gleichlautend auch mit unserer Ernährungsform. Unser Weg ist von daher auch in die vegane Richtung gegangen, da dies nicht nur eine möglichst leidfreie, sondern auch die Ernährungsform ist die einfacher in einer Selbstversorgung realisiert werden kann. Im Grunde kann sogar jeder zu Hause seine Ersatzprodukte auf Basis von Soja oder Weizeneiweis selber herstellen.

Für uns stellte sich diese Ernährungsform die für uns beste Variante heraus wobei wir immer dazu gesagt haben, dass wir nicht rein vegan leben und dies auch nicht getan haben. Es gibt mal mehr mal weniger vegane Phasen bei uns im Haus und so haben wir im Laufe der Planung für unser Weihnachtsfest entschieden dieses Jahr auf tierische Produkte komplett zu verzichten.

Vor einigen Tagen begann ich dann auch stückweise mit dem Probekochen und dieses Gericht kam heute in 30 min. dabei heraus.

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Ein veganes Steak in Rotweinsauce mit Kartoffeln. Es schmeckt vorzüglich und geht selbst in dieser „Sparversion“ bereits als Festessen durch. Inspiriert wurden wir hierzu unter anderem von den Festtagsgerichten von Attila Hildmann.

Bei diesen Experimenten haben wir nun entschlossen einen Schritt weiter zu gehen. Es gibt so viele herrliche vegane Produkte die einem das Leben erleichtern, wenn sich diese Ernährungsform – aufgrund unserer alten Muster – doch mal wie ein Verzicht anfühlt….. das muss nicht sein.

Unser Mittagessen heute ist das beste Beispiel dafür, dass Du absolut kein Fleisch oder ähnliches auf dem Tisch brauchst. Für den Geschmack schon mal gar nicht, denn unsere Sauce hier könnte nicht besser sein 😉

Darum werden wir das Jahr 2016 als ein Experiment sehen und wirklich jegliche tierischen Erzeugnisse für dieses Jahr und gern darüber hinaus von unserem Teller verbannen.

No need for meat!

Wir werden also auf unserem Blog hier über unsere Erfahrungen, Rezepte und Quellen das Jahr über berichten und hier mit einfließen lassen. Des weiteren werden wir auf darüber berichten, wie man sich am besten unterwegs vegan ernährt.

An dieser Stelle wünschen wir unseren Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest 2015!

 

 

Unser „unsichtbares Dorf“ wächst immer weiter….

Fast täglich werden wir mit Fragen „bombadiert“: Wie macht ihr das? Wie geht das nur?

Fünf Kinder … Pflegefamilie … Job … Studium ….großes Haus … Tiere ….Selbstversorgung mit Garten…vieles selber machen … Tauschkreisleitung … Engagement für soziale Projekte….
Oft schlägt uns Bewunderung entgegen und man kann es kaum glauben, wie das gehen kann.
Und da wird es doch mal Zeit, zu sagen, dass wir keine Wundermenschen sind, dass wir so Besonderes nicht leisten…wir sind vor allem eines:

WIR SIND NICHT ALLEIN!

Wir leben in einer unheimlich großen und stetig wachsenden Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die sich über viele Kilometer erstreckt und doch schon etwas ist, wie ein Teil unserer Familie. Diese Gemeinschaft ist füreinander da, unterstützt sich gegenseitig und somit muss niemand! wirklich niemand, alles alleine machen!

Angefangen hat es neben schon bestehenden Freundschaften vor einem Jahr mit der Gründung unserer Tauschkreisgruppe hier in der Region:
WIR GEMEINSAM (www.wirgemeinsam.net) gibt es seit bereits 8 Jahren und wurde in Ried gegründet, breitete sich vor allem in Österreich von Linz bis Braunau aus und ist nun seit gut 2 Jahren in Deutschland vertreten, so in Passau, Simbach, Eggenfelden, Rotthalmünster und Altötting/Mühldorf. Es ist eine Idee, die so wundervoll ist, dass bereits 26 WIR GEMEINSAM Regionalgruppen existieren, die untereinander mit über 2000 Mitgliedern tauschen können.
Doch es ist nicht nur ein Tauschkreis, sondern es ist aktive Nachbarschaftshilfe, die dort gelebt wird. Man findet Hilfe bei Dingen, die einem nicht so liegen, oder die einem zu viel sind und man kann genau das anbieten, was man gerne tut.
Im letzten Jahr haben nun fast 60 Mitglieder zu uns gefunden und der Austausch ist aktiv und rege. So haben wir uns mit vielen Menschen angenähert, Freundschaften sind entstanden und eben eine lebendige Nachbarschaft.
Auch diese Menschen haben Teil daran, dass wir alle und auch sie ihren Weg gehen können. Hilfe erhalten wir z.B. indem immer wieder eine liebe Dame zu uns kommt und bei der Wäsche hilft und auch im Haushalt bekommen wir ab und an Unterstützung. Renovieren oder bauen wir wieder etwas, passiert dies nicht mehr alleine, sondern meist mit 2-3 fleissigen Helfern aus dem Freundeskreis oder unserem „unsichtbaren“ Dorf. Es macht einfach mehr Spaß, man arbeitet schneller und kann sich dabei toll austauschen. Im Gegenzug können wir dann bei den Dingen helfen, die uns liegen. Fahrdienst z.B. übernehmen, Babysitten oder vorallem bei allem rund um das Thema Garten Unterstützung anbieten.

Selbstversorgung heißt NICHT, alles alleine zu tun! Selbstversorgung heißt auch, sich zu vernetzen und sich auszutauschen. Warum sollte ich Getreide anbauen, wenn unser lieber Freund das schon tut? Wenn wir dies bei ihm ertauschen können und ihm dafür beim Bauen seines Zaunes helfen? Warum sollte meine Bekannte sich ein teures Gewächshaus kaufen, wenn sie einen Platz in unserem Gewächshaus haben kann, welches in wenigen Wochen aufgestellt wird?
Nur so kann es funktionieren: selber machen, was man gerne tut. Selber pflanzen, was eben auch Sinn macht und die anderen Dinge durch einen Austausch in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder Tauschkreis dazuerhalten.
So ist es dann auch kein Problem, wenn mal alle Babysitter ausfallen oder man krank ist. Es ist jemand da, der gerne einspringt, so wie wir es selber auch tun.
Gemeinschaft muss nicht heißen, auf einem Hof gemeinsam zu wohnen. Gemeinschaft kann auch über einige Kilometer verstreut sehr gut funktionieren – das haben wir nun das komplette letzte Jahr erfahren dürfen.
Diese Gemeinschaft hat uns sogar unser Gartenjahr gerettet, denn als uns durch mangelnde Urlaubsbetreuung gut 600 Pflanzen eingingen, hat diese Gemeinschaft zusammengehalten und uns eine große Vielfalt an Pflanzen vorbeigebracht. Das Ergebnis war nicht nur eine großartige Ernte, sondern weit mehr Arten im Garten, als wir sie vorher hatten.

Und dieses „unsichtbare Dorf“ wächst nun immer weiter. Der Tauschkreis bekommt wöchentlich Zuwachs, aber auch weitere Ideen entstehen. So entsteht auf unserem Hektar Grund nun schon ein kleiner Gemeinschafts-Garten. Ein befreundetes älteres Ehepaar wird ab sofort mit uns zusammen dort garteln und sich selber versorgen. Gemeinsam gehts einfach besser. Eine liebe Bekannte bekommt einen Platz im Gewächshaus und es wäre Platz für noch 2,3 Leute 😉
Kommendes Jahr 2016 wird das nächste Projekt dann ein Gemeinschaftsgarten mitten in Eggenfelden sein. Ein Garten für Tauschkreismitglieder, aber auch und vielleicht sogar vorallem für alle Städter, die keinen Garten besitzen….

Weiterhin finden sich gerade einige Menschen zusammen, die in der Region ein Repair-Cafe initiieren wollen. Das wird klasse, wenn man seine Geräte und Gegenstände reparieren lassen kann, anstatt sie wegzuwerfen.

Ihr sehr, dies alles funktioniert nur, weil wir in einer tollen Gemeinschaft leben. Wir als Familie unterstützen uns schon sehr intensiv, indem ich mich um das nötige Einkommen kümmere, nebenbei studiere und mein Mann dafür derzeit mit  Leib und Seele Hausmann ist, sich um die Kids kümmert und im Garten werkelt. Aber eben nicht allein, sondern mit vielen tollen Menschen……
nur so ist der Weg für viele weitere Ideen und Projekte geebnet, den wir alle dann mit viel Kraft gehen können!

weitere Infos über den Tauschkreis:
Beitrag im BR: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/geld-und-leben/nachbarschaftshilfe-100.html
In der Lokal-Presse: http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/eggenfelden/1592911_Sieben-Umzuege-und-viel-Marmelade.html
Im Netz: http://www.wirgemeinsam.net