Die WildKräutersaison ist eröffnet – raus mit Euch!

Endlich scheint es so weit zu sein, der Frühling steht der Tür. Konnte man im Winter überwiegend nur Wurzeln sammeln, so sind nun seit wenigen Tagen die ersten Frühlingskräuter auf den Wiesen und an den Waldrändern zu finden. Wir finden jetzt schon so viel, dass wir jeden Tag eine riesige Schüssel Wildkräutersalat für die ganze Familie zusammen bekommen.

Zu finden sind unter anderen junge Löwenzahnblätter, Spitzwegerich, Gundermann, Gänseblümchen und vor allem so richtig viel leckere Vogelmiere.
Vogelmiere ist mein absoluter Lieblingssalat, schmeckt nach einer Mischung aus Kopfsalat und Feldsalat, nur etwas aromatischer. Von meinen Freunden und Bekannten würde Vogelmiere kaum jemand kennen, was sehr schade ist. Nicht nur, dass Vogelmiere wächst wie Sand am Meer und wirklich prima schmeckt, er ist auch noch ein idealer Vitalstofflieferant.
Wusstet ihr dass Vogelmiere doppelt so viel Calcium, 3x so viel Magnesium und Kalium, 7x so viel Eisen und  bis zu 8x so wie Vitamin A und C enthält wie Kopfsalat? Medizinisch wird Vogelmiere auch gerne eingesetzt zur Reinigung des Körpers und zur Kräftigung, außerdem soll sie entzündungshemmend, schmerzlindernde Wirkung.

Vogelmiere ist eine krautähnliche Pflanze, die den Boden bedeckt und mit Blättern, Stengeln und Blüten komplett verzerrt wird. Wenn man sie erntet, hält man gleich viele Pflanzen in der Hand, da diese miteinander verwoben sind. Bei uns wächst sie vor allem auf der Wiese am Waldrand. Sie breitet sich relativ weit aus und vor allem wächst sie schnell nach. Wenn man nie eine Stelle komplett aberntet, sondern überall nur ein wenig wegnimmt, hat man nach einigen Tagen dort schon wieder die volle Fülle vor Augen.
Wir lieben Vogelmiere so sehr, dass es sie fast täglich gibt. Im Salat, im Smoothie, gedünstet und püriert als Spinat, als Beilage im Gemüse und Auflauf.

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So gesund, so vielfältig, so lecker und vor allem gratis – daher mein absoluter Favorit!
Hier ein Link mit Details:
http://www.kraeuterschule.com/Kr%C3%A4uterschule-Lexikon_Vogelmiere.html

Am liebsten schmeckt uns Vogelmiere in Salaten entweder mit Tomaten, Zwiebeln, anderen Wildkräutern und mit Zitrone, Leinöl und Kräutersalz gewürzt – oder mit gleichem Dressing aber dafür mit geraspelter Karotte und viel gehackten Knoblauch und Nüssen 😉 Probiert einfach aus, was euch am besten schmeckt.
Wir freuen uns auf jeden Fall total über den Frühling. Nicht nur viel im Garten ist geplant, sondern auch das Wissen um Wildkräuter wird dieses Jahr intensiv erweitert werden. Frische Luft tut nicht nur uns gut, auch die Kinder sind begeistert bei der Sache und freuen sich sehr wieder neue „Lebensmittel“ in der Natur kennenzulernen.

Heute erst haben wir uns gefragt, warum man überhaupt noch etwas „kauft“, es ist irre, was an Essbaren da draußen wächst – schade dass wir das nur nicht mehr wissen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass man auch komplett ohne Kulturpflanzen „überleben“ könnte (wenn man muss natürlich …), sofern man sich das Wissen darum aneignet.

Wir berichten weiter, was sich vor unserer Haustüre so leckeres finden lässt 😉

Lindenblüten – gesund, lecker und „umsonst“

Wer „Glück“ hat, bei dem stehen die Linden noch in voller Blüte. Wir haben die Blüten vor 2 Wochen geerntet und leider sind sie bei uns nun schon verblüht …
Lindenblüten ernten mag für manche komisch klingen, doch sie sind nicht nur sehr gesund, sondern auch lecker mit ihrem leicht honigartigen Geschmack. Auch ist dies ein Baum, den man wirklich oft in freier Natur antrifft- das Erntgut ist somit also gratis zu finden.
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Aus Lindenblüten lassen sich wirklich viele verschiedene Dinge herstellen von Tees über Tinkturen auch hin bis zu Sirup, Honig, Gelee und vielem mehr. Leider hat die Menge unserer Lindenblüten nicht ausgereicht, um alles auszuprobieren, was uns interessiert hat – bzw eine große Menge für Tee zu trocknen war uns wichtiger. Und daher werden die anderen Rezepte einfach im kommenden Jahr ausprobiert und wir stellen in dem Artikel jetzt nur vor, was wir dieses Jahr gemacht haben.
Die einfachste, vielfältigste und bekannteste Art, ist das TROCKNEN der Lindenblüten.
Diese kann man dann idealerweise als Tee aufkochen oder auch dem Badewasser hinzugeben. Lindenblüten Tee unterstützt vorallem bei Erkältungskrankheiten, Halsweh und auch Fieber und ist somit der ideale Erkältungstee. Im Übrigen kann man ihn auch kalt genießen, ohne dass er seine Wirkung verliert!
Auch hat er eine beruhigende und bludrucksenkende Wirkung und kann gut bei Schlaflosigkeit getrunken werden.
Klar dass hier die Kosten-Billanz am Besten ist: Der Tee ist gratis!

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Wie aus den meisten Kräutern lässt sich mit Lindenblüten auch eine Tinktur herstellen. Diese hat die gleiche Wirkung wie der Tee, ist allerdins eine konzentriertere Form und kann nicht nur als Tropfen eingenommen, sondern auch mit Umschägen  verdünnt für äußerliche Wunden hergenommen werden.

Lindenblüten Tinktur
Dafür übergießt man die Blüten mit Korn, lässt das ganze 4 Wochen verschlossen ruhen und seiht es danach ab- dunkel aufbewahren.
Hier zahlt man nur den Preis für den Korn – im Gegensatz zu teurer Medizin aus der Apotheke, lohnt sich aber auch das!

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Sehr lecker auch:
Lindenblüten Essig

Man nehme 1 Liter Weißweinessig, kocht diesen auf und übergießt damit dann 2-3 Handvoll Lindenblüten.
Dann gibt man 40 gr Honig und die Schale einer Zitrone dazu, verührt das ganze und lässt es dann 3 Wochen zugedeckt ziehen.
Danach abseihen und in Flaschen füllen.

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Zu Guter letzt haben wir dann noch Lindenblüten Gesichtswasser hergestellt.
Man übergießt eine Handvoll Blüten mit 250ml kochendem Wasser, lässt es 10 Minuten ziehen und nach dem Abseihen dann erkalten. Das Gesichtswasser hat eine reinigende aber auch beruhigende Wirkung und ist somit ideal, wenn die Haut mal recht spannt.

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Nicht nur Früchte schmecken gut …

….auch die Blätter vieler Beerenarten lassen wunderbar verarbeiten.
z.B. zu Himbeerblätter-Tee, Erdbeeblätter-Te und Rosenblüten-Tee

Klar wußten wir das schon vorher, doch so wirklich ins „probieren“ kamen wir erst, als die Hebamme empfahl, viel Himberrblätter Tee zu trinken. Bei den Preisen in der Apotheke bin ich fast rückwärts wieder rausgetaumelt und hab den Tee dann nicht gekauft. Warum auch: schließlich haben wir genug Himbeersträucher im Garten stehen.
Da die Himbeeren noch immer teilweise kommen und reifen, habe ich nicht wie wild die Blätter alle abgerupft, sondern hier und da nur ein wenig gezupft und genug Blätter für die nötige Fotosynthese und Wachstum stehen lassen. Erst wenn alle Bären ausgereift und geerntet sind und die Sträucher einen verjüngungs-Schnitt brauchen, werde ich radikal alle Blätter verwerten, die beim Schnitt anfallen – also gibt es in ein paar Wochen nochmal Massen an leckeren Himbeerblättern.

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Himbeerblätter können ganz einfach im warmen (der Sonne, dem Dachboden) auf Blechen oder ähnlichem getrocknet werden ODER man fermentiert sie. Durch das Fermentieren erhält man keine größere Wirkung, ABER sie schmecken intensiver.

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Bei den Himbeerblättern haben wir das auch gleich probiert und zwar wie folgt:
Himbeerblätter ca 2 Stunden an der Sonne antrocknen lassen. Sie werden dann recht schnell bräunlich, wie auf diesem Foto:

 

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Danach nimmt man ein Nudelholz und walzt die Blätter so richtig gut durch. Muskelkraft ist gefragt, das dauert einige Minuten.
Anschließen gibt man die gewalzten Blätter in ein Tuch, besprüht die Blätter von innen gut mit Wasser, bindet das Tuch zu einem kleinen festen Sackerl zusammen und besprüht dieses auch nochmal von außen mit Wasser. Das Tuch hängt man dann für 2 Tage warm auf und packt zu guter Letzt die Blätter wieder aus und trocknet sie dann gut verteilt auf einem Blech/oder ähnlichem.

Himbeerblättertee wirkt entspannend, am Ende der Schwnagerschaft lockert es das Gewebe und gibt somit Anreiz für Wehen (wenn das Baby „fertig“ ist, aber auch außerhalb der Schwangerschaft ist er zu empfehlen, da er entkrampfend, entschlackend und fördert die Durchblutung.

 

Neben Himbeerblättern haben wir dann auch gleich noch Erdbeerblätter (von leckeren Wilderdbeeren auf unserem Grundstück) gesammelt unf getrocknet – da diese eh schon sehr aromatisch waren allerdings ganz normal und nicht fermentiert.
Himbeer- und auch Erdbeerblätter ersetzen geschmacklich wunderbar den Schwarztee und haben dabei eine leicht fruchtige Note. Absolut zu empfehlen und mit Sicherheit gratis 😉
Erdbeerblätter-Tee kann aufgrund der Gerbstoffe sehr gut bei Darm-Erkrankungen, Erkältungen, Rachenentzündungen und Nervosität verwendet werden- außerdem wird der Tee gerne gegen Mundgeruch (einfach kalten Tee gurgeln) verwendet und ist blutreinigend und harntreibend und somit ideal bei Leber und Nierenprobemen.

 

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Zu Guter Letzt haben wir dann noch unsere Rosenblüten getrocknet.Die getrockneten Blüten kann man auch sehr gut als Tee verwenden, der ideal bei Menstruationsbeschwerden ist oder einfach entspannend und krampflösend wirkt.

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Eine ideale Mischung ist ein Himbeerblätter- Rosentee bei Menstruationsbeschwerden, dem man auch gerne noch Scharfgarbe und Frauenmantel hinzufügen kann. All das findet sich meist draußen vor unserer Haustüre ….

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Kamille, eine große und leckere Heilpflanze

Jetzt ist die Zeit, wo man große Mengen an Kamille in der Natur findet.
Achtet bitte darauf, dass sie nicht an stark befahrenen Straßen wächst und sammelt, was das Zeug hält!

„Viel“ machen wir aus der Kamille nicht, sondern eigentlich nur drei verschiedene Dinge. Denn diese genügen uns und werten die Hausapotheke doch enorm auf.
Gerade wenn man keine Alternativen Heilpflanzen zur Verfügung hat, wirkt die Kamille gegen fast alle Beschwerden.
Sie ist enzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, heilungsfördern und beruhigt.
Bei trockener Haut sollte sie allerdings nicht im Öl direkt, sondern mit einer fettenden Creme aufgetragen werden, da Kamille austrocknend wirkt.

Wir haben diese Woche folgendes hergestellt:
zum einen:

Kamillen-Tee
Dafür einfach die gewünschte Menge Kamillenblüten sammeln und sanft mit einem Tuch bedeckt, z.B. auf einem Backblech – in der Sonne trocknen.
Die Blüten sind so nach 2-3 Tagen gut durchgetrocknet und können dann abgefüllt werden.
Für eine Kanne Tee giesse ich 1-2 Teelöffel Kamillen-Blüten auf und lasse dies 5 Minuten ziehen.

Weiterhin haben wir Kamillen-Öl hergestellt. Das Kamillen Öl ist nicht nur als Grundlage von diversen Cremes sehr gut geeignet, sondern auch zum direkten Auftragen auf die Haut. Gerade bei Bauchweh oder Reizungen der Haut eignet es sich bestens zum sanften einmassieren oder aber zum Pflegen der Haarspitzen.

 

Rezept Kamillen-Öl:
20 Gramm getrocknete Kamillenblüten in ein großes Einweckglas geben, das Ganze mit 500ml Öl kaltgepresstem (Sesam, Sonnenblume, Raps, Mandel oder Jojoba z.B.) übergießen, mit einem Holzlöffel umrühren und das Ganze dann gut verschraubt an einem warmen Ort 4 Wochen stehen lassen. Danach durch ein Küchentuch abseihen und in dunkle Flaschen abfüllen. Hält sich mindestens 1 Jahr.
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Auch sehr gut geeignet für die Hausapotheke ist Kamillen-Tinktur. Diese ist alkoholisch und fürs Desinfizieren, als verdünntes Teilbad oder als Kompresse bei Schwellungen gut geeignet.

Rezept Kamillen-Tinktur:
Ein Schraubglas zur Hälfte mit getrockneten Kamillen-Blüten befüllen, dann Doppelkorn hinzugeben, bis die Blüten bedeckt sind. Mit einem Holzlöffel umrühren und dies dann 4 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen. Danach duch ein Tuch abseihen und in ein dunkles Glas füllen.

 

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Bei beiden Rezepten als Tipp: Die Fensterbank wird Nachts zu kalt. Meist genügt daher das Glas an einem hellen Ort in z.B. der Küche aufzubewahren.

Kamillenblüten schmecken übrigens auch in Salaten und Süßspeisen gut.
Hier verlinke ich mal noch zu einem Kamillen-Blüten-Eis (haben wir aber noch nicht probiert!):http://www.kochbar.de/rezept/464284/Kamillenblueten-Eis.html

 

Viel Spaß beim Sammeln!
und morgen folgt dann ein Artikel zur selbstgemachten Sojamilch, Sahne und Joghurt 😉

Zitronenmelisse, eine Köstlichkeit mit viel Verwendungsmöglichkeiten

Eine unserer liebsten Gewächse ist die Zitronenmelisse.
In Töpfen beduftet sie das Haus in der kalten Jahreszeit und auch im Garten ist sie schön anzusehen. Nicht nur, dass sie eine tolle Bienen-Weide-Pflanze ist, sie lässt sich auch vielfältig in Küche und als Arznei einsetzen. Zum Aromatisieren von Wasser und Salaten gibt man einfach ein paar frische Blätter bei.
Jetzt von Anfang bis Ende Juni – vor der Blüte! – ist die beste Zeit, die Melisse zu ernten, da sie jetzt am aromatischsten ist.
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Dieses Jahr war mir daran gelegen, einige „haltbare“ Dinge aus der Zitronenmelisse herzustellen.

Zuallererst habe ich mich zur Herstellung einer Melissen-Tinktur entschieden.
Die Tinktur hilft gut gegen Kreislaufbeschwerden (2x täglch 15 Tropfen einnehmen), gegen Fußpilz & Herpes, sowie Kopfweh (hier die Tinktur verdünnt im Verhältnis 1:1 mit Wasser auftragen, bzw an die Schläfen einmassieren) und kann auch in Öl eingelegt wunderbar als Massagemittel bei Gliederschwere und Quetschungen verwendet werden. Ein ideales Hausmittel also, was sich wunderbar im Schrank lange aufbewahren lässt.

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Rezept Melissen-Tinktur
20 g Melissenblätter mit 100 ml 70%igem Alkohol übergießen, 10 Tage lang an einem warmen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung ziehen lassen und dann abfiltern. In einem luftdichtem Glas/Flascherl aufbewahren.

Eine weitere Möglichkeit Zitronen-Melisse zu verarbeiten ist es, Sirup herzustellen. Mit diesem Sirup kann man nicht nur Wasser und Tee lecker verfeinern, sondern z.B: auch  Sekt, selbst gemachtes Eis und andere Süßspeisen. Auch lässt sich der Sirup wieder wunderbar lange einlagern.

Zitronenmelisse Sirup Rezept
1,5kg Rohrohrzucker
3,5 unbehandelte Biozitronen in Scheiben schneiden
45 gr Zitronensäure
4 handvoll Zitronenmelisse Bätter
4 Liter heißes (nicht kochendes!!!!) Wasser

Alle Zutaten in einen großen Topf geben, mit dem heißen – aber nicht kochendem – Wasser überbrühen, gut umrühren und dann abgedeckt mit einem Geschirrtuch 4 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. 1x am Tag umrühren. Am 4. Tag die Zitronen nochmal kräftig ausdrücken, alles durch ein Sieb/Tuch geben und im Topf auf 80 Grad erwärmen. Danach in abgekochte, heiße Flaschen abfüllen.

Das Rezept ergibt ca. 5 Liter Sirup

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Bei beiden Rezepten blieben „frische“ Stengel übrig. Die wollte ich natürlich nicht ungenutzt lassen und so habe ich diese kleingeschnitten. Einen Teil davon habe ich mit heißem Wasser aufgebrüht und erhielt einen lecker aromatischen Tee. Den anderen Teil habe ich dem Badewasser hinzugegeben – Zitronenmelisse wirkt nämlich auch schlaffördernd und nach einem tollem Melissenbad lässt es sich um so besser schlafen 🙂

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Zuguter Letzt habe ich die restlichen Stengel Zitronenmelisse noch gut getrocknet und dann alles fein zerkleinert.
Dies abgepackt in kleinen Döschen/Gläschen ergibt nun ein leckeres Küchengewürz. Zitronenmelisse passt vor allem in asiatisch angehauchte Gerichte und Reis wunderbar hinein.

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Diese Ideen sind nur wenige, der wirklich vielen Verarbeitungsmöglichkeiten von Melisse. Das Schöne ist, sie wächst wirklich sehr unkompliziert, lässt sich einfach vermehren und kann so jedem Garten/jeder Terasse zur genüge zur Verfügung stehen.

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Herr Gundermann – der olle Herr Unkraut?

Viele kennen ihn vom Aussehen – den Herrn Gundermann – ein verschlängtes Wesen mit ründlich eingezackten Blättern – was fast jeden Garten bewächst.

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Doch leider wird der nette Herr meist verkannt – Unkraut wird er gar geschimpft und in Massen aus den Gärten entfernt.
Schade, denn das wird ihm wirklich nicht gerecht! Herr Gundermann ist nämlich alles andere als ein Unwesen – er ist hilfsbereit und voller Tatendrang.
Gundermann ist ein wahres und schmackhaftes Heil- und Küchenkraut.
Er wirkt entzündungshemmend, Blase und Niere anregend, stoffwechselfördernd, schleimlösend, schlechtheilende Wunden, chronischer Schnupfen, chronischer Husten, stopfend bei Durchfall und schmeckt!

Gesammelt werden kann Herr Gundermann fast das ganze Jahr von März bis November. Und es lässt sich so allerlei mit ihm anstellen.

 

„Der Gundermann hat ein kräftig-bitteres bis leicht scharfes Aroma, das Salaten, Kräuterquark, Dressings und Soßen eine besondere Note verleiht.
Die klein geschnittenen Blätter eignen sich hervorragend für ein pikantes Pesto und als Würze für gedünstetes Gemüse, Pellkartoffeln und Eierpfannkuchen.
Hobbyköche können das Kraut auch wie Spinat zubereiten und als Gemüsebeilage servieren.“
(Zitat aus: http://www.hausfrauenseite.de/kuechentipps/gundermann.html)

Unsere liebsten Verwendungen des Herrn Gundermann:

Kräutersalz
In Verbindung mit Salz lässt sich hier ein tolles Kräutersalz herstellen, was wir auch diesesmal sogleich ausprobierten.
Einfach 2 Handvoll Gundermann mit 50gr gutem Salz kleinmörsern und dann auf einem Backblech am besten bei warmen Wetter trocknen lassen. In kleinen luftdichten Gläschen aufbewahren.

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Ansonsten möchte Herr Gundermann für Gerichte aber lieber frisch verarbeitet werden, denn nur so ist er noch wirksam und gehaltvoll. Da er aber fast das ganze Jahr wächst, sollte das kein Problem darstellen….

 

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weitere Rezepte für Körper, Seele und Geist:
Gundermann Badesud/Zahnspülung

5 Handvoll Gundermannkraut in
5 Liter Wasser auskochen, dann abseihen.
Dies ergibt entweder eine Ladung fürs Badewasser oder heiß abgefüllt in Flässchen (entsprechend weniger zubereiten!) eine klasse Mundspülung, die bei Zahnschmerzen und Zahnfleischproblemen unterstützend wirkt.
Im Badewasser hat der Gundermann die Wirkung bei Blasen- und Nierenkrankheiten zu helfen, die Nerven zu stärken und ist gut bei Ausschlägen durch seine reinigende und entzündungshemmende Wirkung.
Guntermann-Tee
wird am liebsten frisch zubereitet und hilft unter anderem sehr gut bei Husten, da er schleimlösend ist. Der Tee ist aber auch stark schmerzlindernd und appetitanregend.
2 Teelöffel kleingehacktes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen – dann abseihen.
Bitte nicht mehr als 2 Tassen täglich trinken.
Unser großer Sohnemann hatte sich einen argen Husten die letzten 3 Tage eingefangen und so konnten wir den Tee sogleich ausprobieren. Der Husten war tatsächlich schnell beruhigt und am kommenden Tag schon wieder fast komplett verschwunden. Besser hätte es keine Arznei hinbekommen können.

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Gundermann-Wundöl
Saubere, aber ungewaschene Blätter verwenden. Ein Schraubglas gut füllen und dann fest zusammen pressen (ich hab einfach einen schweren Stein drauf gelegt) . Dann an einen sonnigen, warmen Ort stellen. Nach ein paar Tagen sammelt sich untem im Glas eine Flüssigkeit, die dann abgesiebt wird. In einem kleinen Glas dunkel/kühl aufbewahren und bei Bedarf mit Watte mehrmals auf die Wunden auftragen. Die Wundheilung soll somit beschleunigt werden.

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Brennnessel auf unserem Teller

Wer kennt sie nicht, die Brennnessel?
Überall ist sie zu finden – und wenn man nicht aufpasst auch zu spüren 😉
Manch einer kennt die Brennnessel auch als prima Dünger und sicherlich als Nützling für Marienkäfer und Co.
Michael und Lisa – vom Experiment Selbstversorgung – haben über diese tolle Pflanze schon zwei sehr gute Artikel geschrieben.
Klickt doch mal rein:  http://experimentselbstversorgung.net/wunderpflanze-brennnessel/  und http://experimentselbstversorgung.net/brennnesselzeit/ – dort wird nicht nur die Wirkung als Düngepflanze oder über ein klasse Haarwasser gegen Schuppen geschrieben, sondern auch, dass die Brennnessel ein ideales und nährstoffreiches LEBENSMITTEL ist.

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Ich bin ehrlich: Lange habe ich mich dagegen gesträubt, die Brennnessel zu essen. Da war immer der Gedanke: ihhhhhhh das brennt ja im Mund.
Das ist natürlich quatsch, denn durch ein Geschirrtuch gerollt, brechen die Häärchen ab und natürlich brennt dann da gar nix mehr. Also war ich dieses Jahr mutig – wo ich eh gerade in Ausprobierlaune bin – und habe daher die letzten 10 Tage einmal die verschiedensten Brennnessel Gerichte ausprobiert.
Meine Liebsten stelle ich Euch nun hier vor – und KLAR: die Gerichte sind nicht nur besonders gesund, sondern auch wieder besonders günstig – denn Brennnesseln kosten nix da draußen in der Natur *g*

Als erstes habe ich mich an Brennnessel – Spinat gewagt. Im Grunde ein sehr einfaches Rezept und kommt dem „normalen“ Spinat schon SEHR nahe!
Das Rezept für Brennnessel-Spinat:
2 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen klein hacken und glasig braten,
dann ca. 1kg Brennnesseln dazu (junge!) und diese mit einem Schuss Brühe 3 Minuten köcheln lassen.
Danach mit Zitronensaft und Salz abschmecken und das ganze pürrieren.
Nach Geschmack kann ein Schluck Milch oder Sahne dazu (beides gibts auch vegan!) und nochmal gut aufkochen lassen.

Bei uns gab es dazu noch selbst gemachten Kartoffelbrei und Getreidebratlinge.

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Fazit:
Nicht nur dass der Spinat sehr lecker war, er war auch fast gratis. 30 cent für die Biozwiebeln, 15 cent für den Knoblauch und 25  cent für Brühe, Gewürze und Zitronensaft. Für 4 Personen haben wir für den Spinat somit gerade einmal 70 cent gezahlt- BIO wohlgemerkt. Und klar: mit selbstgemachtem Kartoffelbrei aus 1kg Kartoffeln und Dinkelmilch + wenig Öl und Salz, sowie Getreide Bratlingen – liegt das gesamt Gericht hier bei gerade einmal rund 2,90€ – je Person also 73 cent.

 

Vom Spinat war am kommenden Tag dann noch reichlich da (also ruhig mehr ansetzen) und da der Rest des Gerichtes leer gegessen war, haben wir den Brennnessel-Spinat einfach als Grundlage für eine seeeeehhhr lecker Suppe genommen.
Rezept für eine Brennnessel-Spargel-Suppe
Eine Zwiebel klein schnippel und glasig dünsten, dann den Brennnessel-Pürree vom Vortag dazugeben (Menge ist hier fast egal, es würzt die Suppe dann mehr oder weniger stark) – 5 Stangen Spargel klein schneiden und dann alles zusammen mit 1/2 – 1 Liter Brühe gut 20 Minuten köcheln lassen (bis der Spargel weich ist).
Danach wird das ganze pürriert und abgeschmeckt nach Belieben: mit Sahne oder Milch(Dinkelmilch z.B), Salz, Pfeffer
Auch dieses Gericht ist ein vollwertiges Essen für 4 Personen und schmeckt wunderbar mit selbst gebackenem Brot.

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Fazit:
Die Brennnessel-Suppe hat uns noch besser geschmeckt als der Brennnessel-Spinat. Die Kinder waren auch hin und weg vom leckeren Geschmack.
Kosten entstanden nur für Zwiebel und Gewürze ca. 20 cent, sowie den Spargel für 250 gr ca. 3€ und das Brot anteilig wohl rund 15-30 cent, je nachdem wie viel ihr esst. Also ein Gericht für Gesamt rund 3,50€ – je Person macht das 88 cent aus.
Toll wenn man nicht nur günstig, sondern auch bio und vorallem SEHR gesund essen kann – oder?

Natürlich durfte auch die berühmte Kräuterbutter nicht fehlen.
Diese sieht allerdings immer wieder anders aus, weil wir spontan entscheiden, was hineinkommt.
Diesesmal haben wir kleingehackt:

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Kräuterbutter Rezept
1 Handvoll Brennnessel
3 Löwenzahnblätter
3 Blätter Spitzwegerich
Petersilie
etwas Koriandergrün (ein halber Stengel, da sehr geschmacksintensiv)
3 sehr klein gehackte Knoblauchzehen (da geht natürlich auch weniger, wie lieben Knoblauch einfach)
1/2 Butter (geht natürlich auch mit Margarine)
und Kräutersalz + Salz gemischt – je nachdem wie man es mag, wir salzen immer eher „mehr“

Alles verrühren und fertig!

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Fazit
SEHR lecker und schmeckt zu Kartoffeln genauso wie einfach pur aufs Brot (so haben es unsere Kinder vertilgt *g*)
Preislich liegen wir hier für 140 gr bei ca. 1,10€ für selbstgemachte Bio-Kräuterbutter.  (90 cent für 125gr Butter, 20 cent für Knoblauch und Gewürze, Kräuter gratis aus dem Garten)
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Wo die Kräuterbutter gemacht wird, darf natürlich auch der Quark nicht fehlen. Eigentlich kommen hier genau die gleichen Zutaten hinein, ich hab das lediglich noch um ne große Zwiebel und einen Becher Joghurt und eben den Quark anstatt Butter ergänzt. Wir haben dann auch gleich ne große Menge mit 250gr Quark hergestellt. Die Kosten liegen hierbei vielleicht 1€ über unserer Kräuterbutter, aber für gut die doppelte Menge!
Quark schmeckt nicht nur aufs Brot gut, sondern auch wieder bestens zu Kartoffeln jeder Art.
Und klar: Brot kann man auch jedes normale Rezept um Kräuter ergänzen. Brennnesselbrot schmeckt wirklich hervorragend!!
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Zu guter Letzt haben wir uns heute dann noch einen Smoothie gemacht. Dabei handelt es sich um eine Art Shake. Besonders wenn „Grünes“ aus dem Garten mit vermixt wird, ist er besondern gesund. Im Grunde braucht man da kein Rezept, sondern kann nach Gefühl hineinhauen, wonach einem gerade ist (klasse zur Restverwertung von Kräutern und Obst!!)
Unser Smoothie enthielt heute:

Smoothie Rezept
Handvoll Brennnessel, 3 Bätter Löwenzahn, 2 Feigen, 1 halbe Mango, 3 Esslöffel Johannisbeeren (noch vom Vorjahr aus unserem Garten), ein halbes Glas Joghurt, Vanillie, etwas Dinkelmilch und Honig nach Geschmack.
Alles in den Mixer und mit 3-4 Eiswürfel mixen – fertig.
SEHR lecker sage ich Euch….
xx

2 klasse Rezept gibt es noch, die wir die kommenden Tage ausprobieren und die ich Euch nicht vorenthalten will. Gefunden auf dem tollen Blog „Friede, Freude, Eiersatzkuchen“ einmal vegane Brennnessel-Pizza:
http://www.friede-freude-eiersatzkuchen.net/brennnessel-pizza/

und ein Green Smoothie ( da kann natürlich auch Brennnessel hinein):
http://www.friede-freude-eiersatzkuchen.net/ganseblumchen-green-smoothie/
zu Guter letzt noch ein Rezept für Brennnessel Aufstrich:
eine große Handvoll Brennessel,
eine große, sehr reife Tomate,
2EL Sonnenblumenkerne, etwas Öl und Salz.
Das ganze mit dem Pürrierstab mixen, ggf. abschmecken, fertig.
Wer mag kann die Sonnenblumenkerne vorher noch kurz anrösten.

Hier muss ich Euch ja nicht vorrechnen, dass wir hier preislich mindestens 70% unter gekauften Aufstrichen liegen???

Guten Appetit!