Der Brot-Test Teil 3 oder auch: Wildhefe selbst gemacht

Endlich ist es soweit: meine erste selbstgemacht Wildhefe ist FERTIG 🙂

Ein wenig Bedenken hatte ich ja schon bereits beim Ansetzen der Hefe. Denn wenn man sich im Internet ein bisschen querliest, hat damit nicht jeder Erfolg. Also habe ich so viele Berichte wie möglich durchgelesen, kombiniert und dann das Beste daraus gemacht 🙂
Wie also habe ich nun erfolgreich Wildhefe angesetzt?

Mein Wildhefe Rezept:
100 gr getrocknete Bio Aprikosen (Achtung unbedingt UNGESCHWEFELT !! sonst wird das nix)
500 ml Wasser (bitte vorher durch den Wasserfilter oder lieber „gekauftes“ natürliches Wasser nehmen)
1 Teelöffel Honig

 

Die Zutaten werden in ein vorher ausgekochtes großes Glas gegeben und verrührt. Wichtig ist, dass alles wirklich sauber ist – auch der Löffel – damit sich keine Bakterien ansiedeln können.
Der Deckel wird leicht auf das Glas gelegt (nicht fest zugeschraubt!), damit keine Tierchen hineinkommen können und das Glas dann an einen warmen Ort gestellt. Idealerweise sind so 25-30 Grad. Bei Sonnenscheint genügt die Fensterbank in der Sonne, ansonsten in die Nähe eines Ofens oder ich hab mir beholfen, indem ich 3x am Tag ne frische Wärmflasche heißes Wasser daneben gestellt habe.

Nun macht man fast nichts anderes, als WARTEN.
1 – 2x am Tag hab ich den Deckel verschlossen, das ganze leicht geschwenkt und den Deckel dann wieder leicht drauf gelegt.
Und gewartet…..
und gewartet…..
Nun man wartet im Grunde so lange, bis sich oben eine Schaumschicht gebildet hat.
Bei mir sah das ganze so aus:
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Bis es so aussieht, dauert es im Schnitt zwischen 3-5 Tagen – je nach Wärme. Bei mir waren es 5 Tage.
Dann ist die Wildhefe fertig (und riecht leicht alkoholisch)

Und wie sieht es nun mit dem Backen aus?
Eine Regel besagt: man ersetze 50% der im Rezept erforderlichen Flüssigkeit durch Wildhefe-Wasser.
Weitere Zugabe von Hefe ist dann nicht erforderlich.
Bei den ersten 1-2 mal backensoll man den Anteil Hefewasser noch etwas erhöhen, da dieses nicht ganz so triebstark ist.
Auch gibt es einen kleinen Nachteil: Wildhefe muss länger gehen. Es lohnt sich daher am Vortag schon einen Vorteig anzusetzen.
Im Grunde lässt man den Teig so lange gehen, bis er das gewünschte Volumen erreicht hat.

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Ich war nun neugierig und wollte mein easy Brot – Rezept aus meinem Artikel Der große Brot-Test Teil 1:  https://zurueckzumursprung.wordpress.com/2013/05/19/der-grose-brottest/ gleich ausprobieren – da dieses ja eigentlich gar nicht gehen muss.
Einzig im Unterschied: Ich habe den Teig dann doch ne halbe Stunde gehen lassen, so ganz ohne gehen lassen habe ich mich nicht getraut….
Heute war sowieso wieder großer Brot-Back-Tag.

Also habe ich zum Vergleich das gleiche Brot mehrmals gebacken (da ich ja eh immer 4 Brote zusammen backe, so dass der Ofen voll ist und dann friere ich Teile ein). Eines davon mit Wildhefe. Auf dem Foto erkennt man sicherlich, welches das ist.

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Das Brot mit der Wildhefe hatte ich in die größere Form gegeben, daher täuscht es etwas im Vergleich und erschein flacher zu sein.
Nun – wenn ich nun aber beide Brote aufschneide…..

…..Beide sind fast identisch locker! Das Wildhefebrot ist ein klein wenig fester – der Unterschied ist allerdings wirklich kaum zu bemerken.
Geschmacklich muss ich sagen, schmeckt mir das Brot mit der Wildhefe BESSER. Es hat eine gaaaanz leichte süßliche Note – diese würde sich allerdings trotzdem auch mit deftigen Brotaufstrichen kombinieren lassen, da sie kaum wahrzunehmen ist.
Ich bin zufrieden 🙂 (links das Wildhefebrot, rechts das mit frischer gekaufter Hefe)
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Auffüttern der Wildhefe
Auch die Wildhefe kann natürlich aufgefüttert werden. Den Rest Hefewasser lasse ich gut verschraubt mit den Aprikosen im Kühlschrank. Wenn ich dann weiß, dass ich wieder mehr Flüssigkeit benötige, da mein Hefewasser langsam zur Neige geht – nehme ich die Aprikosen heraus, fülle das Hefewasser wieder mit 200ml Wasser und 50 gr Aprikosen an. Wieder draußen leicht zugedeckt stehen lassen bis der Schaum gebildet wurde (das geht dann auch viel schneller als beim ersten mal).
Die Aprikosen kann man übrigens dann auch wieder klasse weiter verwenden – Aufstrich daraus machen oder den Kuchen / das Müsli damit bestücken.

Im Grunde hat man so immer frische Wildhefe im Haus – im Kühlschrank hält sie sich einige Monate. Wenn nicht sogar länger….
Immer wenn man Hefe Wasser benötigt, einige Stunde vorher das Glas aus dem Kühlschrank nehmen und dann die halbe Flüssigkeit des Rezeptes damit ersetzen (länger gehen lassen) – neigt sich das Hefewasser dem Ende zu, wieder auffüttern.

Das Kostenfazit:
1. Ansetzen der Hefe kostet mich Bio 45 cent,
ab dem 2. Ansetzen 22 cent – gute Biohefe kostet 55 cent!  Die gekaufte Biohefe langt aber für nur 1 Brot, mit der Wildhefe kann ich ca. 2,5 Brote backen.
Also ab dem 2. Ansatz sparen wir somit also je Brot ca. 46 cent! (bei 500gr)

Ab heute muss ich keine Hefe mehr kaufen *freu* – und ich finde: es schmeckt auch noch VIEL besser!
Gespannt bin ich nun, wie sich damit Kuchen backen lässt….

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Der große Brot-Test Teil 2

oder auch: Selbstgemachter Sauerteig und für was er so alles gut ist …

In diesem Artikel (https://zurueckzumursprung.wordpress.com/2013/05/19/der-grose-brottest/) hatte ich Euch ja schon meine liebsten, kostengünstigsten und vorallem auch einfachsten Brotrezepte vorgestellt, die man nach Belieben auch noch geschmacklich umwandeln/ergänzen kann.
Ein Fazit daraus war ja, dass es sich mehr als nur lohnt, Sauerteig-Ansatz selber herzustellen, anstatt „Fertigpackungen“ zu kaufen.
Mit diesem Sauerteig habe ich die letzten Tage nun etwas experimentiert und ich bin wirklich begeistert davon, was für Möglichkeiten sich damit ergeben.
Hergestellt habe ich den Sauerteig nach dem im oben stehenden, verlinkten Artikel. Zugegebenerweise: bis zum fertigen Ansatz dauert es ein wenig (3 Tage), doch die Arbeit hat man ja nur einmal, da man davon etwas abnimmt und als neuen Ansatz im Kühlschrank aufbewahrt.
Nun wurde im Video empfohlen, die ersten drei Brote nur Schwarzbrot mit dem Ansatz zu backen, da es noch nicht so triebfreudig ist. Gesagt getan!
Wichtig beim Sauerteig ist, dass man ihn einen Tag vorher Abends aus dem Kühlschrank holt und „anfüttert“.
Ich bewahre immer 100gr Sauerteig-Ansatz im Kühlschrank auf.
Wenn ich ein Brot backe und z.B. 400 gr Sauerteig dafür benötige, fütter ich den Teig also am Abend voher mit 400gr auf und zwar IMMER zu Hälfte Wasser und zur Hälfte Mehl (beim Brot mit Roggen). Dies wird vermischt und bleibt über Nacht zugedeckt stehen (idealerweise an einem warmen Ort) und schon hat man am kommenden Tag 500 gr fertigen Sauerteig: davon kommen wieder 100 gr zurück ins Glas und ab in den Kühlschrank (bis zum nächsten mal backen) und 400 gr verarbeite ich dann weiter zu Brot.

Bis jegliches normale Sauerteigbrot gebacken werden kann, sollte aber bei NEU-Ansatz ca. 3x ein Schwarzbrot damit gebacken werden.
…. zugegebenerweise: Dieses Schwarzbrot zu backen ist aufwendiger und nix für mal „schnell“ was machen. Es braucht 2 Tage gesamt, bis es gegessen werden kann. (Anfüttern, 2x lange gehen lassen).
ABER: es lohnt sich -nicht nur da das Brot Geling-Garantie hat, nein – es ist eines der leckersten Brote, die ich je gegessen habe!

Hier ist die Herstellung des Schwarzbrotes mit Rezept wieder wunderbar erklärt:


Also, ran ans Backen und ruhig auch mal dieses Brot ausprobieren!

Schwarzbrot ist mir allerdings für „immer“ zu aufwendig, daher hier nun ein Rezept für einfacheres Brot (wie gesagt erst backen, wenn der Sauerteig ca. 3x zu Schwarzbrot verarbeitet wurde):

Rezept für ein Brot mit 700 gr Sauerteig-Ansatzgut:
50 gr  SauerteigAnsatz
350 gr Roggenvollkornmehl
350 gr Wasser
Am Abend vorher verkneten und zugedeckt warm stehen lassen.

Am kommenden Morgen können davon wieder 50 gr abgenommen werden und als Ansatz im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Der Rest wird mit:
350 gr handwarmen Wasser
700 gr Vollkornmehl (Roggen rein oder gemischt mit Weizen, Dinkel)
1,5 Eßlöffel Salz und Brotgewürze nach Belieben
verknetet, 30 Minuten warm gehen lassen – dann eine große Kugel formen (die zieht sich dann noch etwas zu den Seiten), auf ein Backblech mit Backpapier geben und 2 Stundne zimmerwarm gehen lassen – danach einschneiden, mit Wasser besprühen und bei 250 Grad 20 Minuten im vorgeheizten Ofen backen lassen.  Dann auf 180 Grad herunter drehen und nochmal 40 Minuten backen. Fertig.

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Ich mache immer gleich die doppelte Menge und 2 große Brote, da wir ja einen höheren Brotverbrauch in der Familie haben 😉
Auch dieses Rezept ist eine Art Grundrezept und kann klasse ergänzt werden durch andere Gewürze, Kräuter, Zwiebeln, Saaten jeder Art, wie Sonnenblumenkerne usw. Nass besprüht halten auch Körner wunderbar darauf!

Hier mein Ergebnis eines wirklich großen Schwarzbrotes (sehr dünne Scheiben abschneiden, es ist sehr schmackhaft!):

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Was der Sauerteig noch so kann 🙂

Dann bin ich die letzten Tage immer wieder mal über den „Hermann“ gestolpert. Dies ist ein Kuchen-Ansatz auf Sauerteig Basis, der auch aufgehoben, geteilt und angefüttert werden kann. Das wird hier gut beschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Teig
– dieser Teig wird gerne zum Verschenken an Freunde hergenommen.
Ich dachte mir dann – wieso den Hermann „neu“ herstellen, wenn ich doch schon Sauerteig im Kühlschrank habe?
Klar, der Ansatz wurde mit Roggen erstellt und Hermann besteht aus Weizen. Also hab ich mich im Internet schlau gemacht und festgestellt, dass mein Sauerteig-Ansatz im Kühlschrank einfach auch mit Milch, Weizenvollkornmehl und ein klein wenig Honig gefüttert werden kann.
Also habe ich meinen Sauerteig-Ansatz erstmal auf die doppelte Menge angefüttert (Zugabe von 100 gr Wasser und 100 gr Roggen) und über Nacht stehen lassen. Am kommenden Tag habe ich die Menge dann geteilt. Die Hälfte davon kam wieder in den Kühlschrank als Ansatz fürs Brot und die andere Hälfte habe ich dann mit 100 gr Weizenmehl, 100 gr Milch  und einem halben Teelöffel Honig aufgefüttert (ich habe hier Dinkelmilch verwendet!) und über Nacht stehen lassen.
Am kommenden Tag hatte ich nun also 300gr Sauerteig-Ansatz in süß, den ich für Kuchen verwenden kann.
Davon kamen 100 gr wieder in den Kühlschrank mit Aufschrift „Sauerteig-Ansatz für Kuchen“ und 200 gr können am gleichen Tag zu Kuchen verarbeitet werden.

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Hier habe ich nun ein klasse Grundrezept gefunden, welches wieder nach Belieben verändert werden kann:
Am Tag vorher 100 gr Weizenansatz mit 100 gr Milch und 100 gr Weizen füttern und über Nacht warm stehen lassen.
Am kommenden Tag: 100 gr davon zurück ins Glas/Kühlschrank und die anderen
200 g Weizensauerteig
150 g Zucker (oder halb Honig, halb Zucker- es geht sicher auch Ahornsirup oder Banane zum Süßen)
100 g weiche Butter (kann durch Magarine ersetzt werden)
2 Eier (die Eier kann man auch weglassen, habe ich beim 2. mal ausprobiert und in Kombination mit Dinkelmilch hat das klasse geklappt!)
200 ml Milch (habe ich ersetzt durch selbst gemachte Dinkelmilch, siehe mein Artikel dazu weiter unten)
1 Tl Vanillezucker, (habe ich ersetzt durch echte Vanille)
1 Tl Zimt,
90 g gemahlene Mandeln (ersetzbar durch jegliche Art Nüsse oder auch gemahlene Schokolade)
1/2 Tl Salz
Alles gut verrühren und dann
400 g VollkornMehl (Dinkel oder Weizen) unterrühren und in eine gefettete und bemehlte Form füllen, 1-2 Stunden warm ruhen lassen und dann bei 180°C im vorgeheizten Ofen etwa 40 min backen.

Varianten: Anstatt in eine Form kann der Kuchen auf ein Blech gegeben werden, z.B. in doppelter Menge mit Äpfel oben drauf oder Kirschen im Teig oder Mandarinen.
Man kann aber auch diese Menge auf ein Blech geben (wird ein dünner Boden) und dann noch eine Quarkmischung / Puddingmischung oben drauf geben, Streusel oder einen Butterkuchen damit backen.
Beliebt ist natürlich bei Kindern auch die Variante dunkle Schokolade hineinzuraspeln und oben nochmal mit Glasur zu bestreichen.
Je nachdem wie man es mag, kann dieses Rezept also ein veganer Kuchen sein, besonders fruchtig, süß oder nussig. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Und ein tolles Fazit habe ich noch: Mit dem Sauerteig wird der Kuchen nicht nur SUPER LOCKER, sondern eine Zugabe von weiterer Hefe ist hier NICHT erforderlich!

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Kosten-Billanz oder das Fazit
Die Kosten Billanz für beide oben stehenden Rezepte von Brot und Kuchen zu erstellen finde ich sehr schwierig.
Das Brot ist in Summe nicht teurer als das Brot aus meinem ersten Artikel (hier wird nur gleich mehr gebacken) und der Kuchen ist so oder so günstiger als jeder Bio-Kuchen vom Bäcker.
Mir war hier viel wichtiger etwas zu finden, was besonders im Geschmack ist und vorallem – auch jederzeit im Geschmack abgewandelt werden kann.
Zwar muss bei beiden Rezepten am Abend vorher schon der Vorteig angesetzt werden, doch ist dies an sich kaum Aufwand. Dafür kann auf gekaufte Hefe und Sauerteig damit nun komplett verzichtet werden und das merkt man mehr als deutlich im Geschmack!  Probiert es einfach aus.

Hier übrigens noch eine klasse Seite für viele Sauerteig-Rezepte: http://www.der-sauerteig.com

Der große Brot-Test Teil 1

Wohl eines der meist benutzen und beliebtensten Lebensmittel in Deutschland ist das Brot, sowie Brötchen und Toast.
Auch in unserer Familie gehört es fest zu einer Mahlzeit dazu – kombiniert mit verschiedenen Aufstrichen. Aber auch zum Frühstück wird gerne einmal das Müsli durch Semmeln, Toast oder Brot ersetzt.
Gekauftes Vollkorn Brot in Bio-Qualität ist nach Fleisch und Milchprodukten meiner Meinung nach der größte Kostenfaktor in der Ernährung.
Wir machen Brot schon seit Längerem immer wieder selber – da es frisch und mit reinem Vollkorn nicht nur gesund ist, sondern einfach am Besten schmeckt.
Nun hat mich die letzte Woche interessiert, wie es denn bei Brot mit der Kosten-Billanz aussieht.
Spart man wirklich im Gegensatz zu gekauften Brot? Und wie steht es mit dem Aufwand und vorallem „einfachen“ Rezepten, die auch jeder machen kann? Gibt es Rezepte, die ein Brot hundertpro gelingen lassen und sich zudem in vielen Variationen umwandeln lassen? Wie sieht es mit Zutaten wie z.B. Hefe und Sauerteig aus, lohnt sich hier das „selber machen“?
Diese Antworten habe ich mir die letzten Tage gesucht und stelle sie Euch hier vor. Natürlich gibt es noch viele weitere tolle Rezepte und es würde mich sehr freuen, Euer liebstes Rezept zu erfahren!

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1. Das Brot mit Geling-Garantie für „Faule“
Eines meiner liebsten Brote ist das Brot für „Faule“ – denn wer im Klinch mit Hefe liegt oder keine Zeit hat, das Brot „gehen“ zu lassen, liegt mit diesem Brot genau richtig.  Das tolle an dem Brot ist, dass sich die Zutaten perfekt durch andere Zutaten ersetzen und kombinieren lassen.

Hier die Zutaten:
500 gr Vollkornmehl frisch gemahlen (Weizen oder Dinkel)
1 Prise Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
2 TL Salz
50 gr Haferflocken (ersetzbar auch durch Dinkel- und Weizenflocken)
50 gr Sesam (ersetzbar durch Mohn, Leinsamen oder ähnliches)
50 gr Sonnenblumenkerne (ersetzbar durch andere Saaten, wie beim Sesam auch)
2 Eßlöffel Obstessig
1/2 Liter lauwarmes Wasser
Weiterhin kann nach belieben Brotgewürz hinzugefügt werden, oder eine geraspelte Zwiebel für Zwiebelbrot (sehr lecker!), oder kleingehackte frische Kräuter für Kräuterbrot oder gehackte Nüsse. Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Das Ganze wird miteinander gemischt und gute 5 Minuten ordentlich durchgeknetet – danach rein in eine gefettete Kastenform und in den KALTEN Ofen. Auf 200 Grad stellen und ca. 1 Stunde backen – fertig!
Dieses Brot muss nicht gehen und gelingt immer!

4 (7)Das Brot auf dem Foto sind 500gr Teig aufgeteilt auf 2 kleine Formen (Nutze ich gern bei Zwiebelbrot)


Die Kosten-Billanz dieses Brotes (alles Bio!)

500 gr. Weizenkorn kosten mich 50 cent, Alnatura Trockenhefe 55cent, Weizenflocken selbst geschrotet 0,05 cent, Sesam 20 cent, Sonnenblumenkerne 18 cent, Obstessig, Zucker, Salz und Wasser, sowie Stom habe ich mit 50 cent angesetzt.
Gesamt kostet mich das Brot also ca. 1,98€ – für diesen Preis ist in unserer Region kein Bio-Brot erhältlich. Das Backen lohnt sich also hier enorm.

 

2. Sauerteig-Brot
Ein weiteres Rezept, welches ich gerne hernehme und welches sich genaus kombinieren und abändern lässt, ist ein Sauerteig Brot. Die Herstellung ist hier etwas aufwendiger, da der Teig gehen muss – allerdings liegt hier der Vorteil deutlich im kräftigeren Brotgeschmack, so wie der Haltbarkeit – da Sauerteig das Brot länger frisch bleiben lässt.

Das Rezept des Sauerteig Brotes für 2 Brote!:
1 kg frisch gemahlenes Vollkornmehl (hier kann nach belieben Roggen, Weizen, Dinkel oder die jeweiligen Sorten gemischt genutzt werden!)
2 Päckchen Trockenhefe
1 Päckchen Sauerteig Extrakt
2 TL Honig
3 TL Salz
100 gr Sonnenblumenkerne (auch wieder ersetzbar durch jegliche andere Saat wie Leinsamen, Sesam oder z.B. Haferflocken)
ca. 700 ml Wasser – wenn es zu trocken ist, da Vollkorn ziemlich gut saugt, einfach ein paar ml mehr!
Brotgewürze nach Geschmack
und auch hier lassen sich Kräuter, Zwiebel, Nüsse usw hinzufügen. Für dieses Brot arbeite ich z.B. auch gerne die Hafer- oder Dinkelpampe ein, die bei selbstgemachter Hafer- Dinkelmilch übrig bleibt.

Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig gut durchkneten und dann 45 Minuten gehen lassen. Wem die Sonne fehlt, hier ein kleiner Trick: Backofen auf 50 Grad vorheizen – wenn die Temperatur erreicht ist, Ofen auschalten und den Teig abgedeckt mit einem angefeuchteten Geschirrtuch in den Ofen stellen. So geht der Teig ganz sicher gut auf.
Nach 45 Minuten das Ganze nochmal kneten, in 2 Teile teilen und in 2 gefettete Kastenformen geben (diese brösel ich dann noch mit Semmelbrösel aus). Beide Brote im vorgeheizten Backofen 50-60 Minuten bei 200 Grad backen. Fertig.
Da das Rezept für 2 Brote ist, gebe ich die Kräuter erst dazu, wenn ich das 2. mal knete – da ich dann nämlich 2 verschiedene Brote backen kann.

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Kosten-Billanz des Sauerteig Brotes

Ich backe meist halb Weizen, halb Roggen für somit 1,10€, 2 Päckchen Hefe 1,10€, 1 Päckchen Sauerteig Extrakt Alnatura 0,59€, Sonnenblumenkerne 0,36€, Salz, Wasser, Honig und Strom für gesamt 0,70€ – zusammen habe ich hier also 3,85€ ausgegeben, erhalte aber 2 Brote für somit umgerechnet je 1,93€

 

Zwischen-Fazit:
Von den Kosten her nehmen sich somit beide Brote nicht viel.  Sie haben gerade einmal 5 cent Unterschied und jedes Brot hat so seine Vorteile.

 

Wie sieht es aber nun damit aus, wenn man Sauerteig und auch Hefe selber herstellt?
Was ich festgestellt habe: Mit selbstgemachten Sauerteig schmeckt das Brot auf jeden Fall um einiges besser. Weiterhin muss der Grundansatz nur 1x gemacht werden – danach wird der Teig nur angefüttert und kann belieb oft weiter verwendet werden.

Hier ist ein wirklich gutes Rezept für selbst gemachten Sauerteig:

Für den ersten Ansatz werden insgesamt 300 gr Roggen verwendet, sowie 300 ml Wasser. Die Kosten liegen somit beim ersten Ansatz bei ca. 0,33 cent – aufgerundet 40 cent (fürs Wasser).
Diese ersten Ausgaben sind aber die höchsten, denn danach wird der Ansatz immer wieder mit ca. 100gr Roggen und 100 ml Wasser angefüttert – was dann je Brot Kosten von nur 13 cent zu buche schlägt.
Dies bedeutet, dass unser Sauerteig Brot von oben nicht nur schmackhafter wird, sondern insgesamt nur 1,46€ je Brot kostet. Ein Spitzenpreis, wie ich finde – und Sauerteig selber herstellen benötigt zwar 3 Tage – macht aber auch viel Spaß!

 

Wie sieht es denn nun mit Wild-Hefe aus?
Ich bin ehrlich, an dieses Projekt habe ich mich noch nicht rangewagt. Allerdings werde ich genau dies die kommenden 1-2 Wochen einmal ausprobieren und Euch dann in einem weiteren Brot-Test davon berichten.
Was ich jetzt schon sagen kann: Mit Wildhefe soll das Brot besser schmecken, länger frisch bleiben und auch die Kosten reduzieren sich wieder. Für das Herstellen der ersten Wildhefe benötigt man Rosinen oder andere Trockenfrüchte, sowie Wasser, welches zusammen Kosten von rund 45 cent produziert. Im Gegensatz zur Biotrockenhefe haben wir beim erst-Ansatz also kaum gespart. Allerdings entstehen bei jedem weiteren Brot – durch das Anfüttern – nur noch Kosten von 0,22 cent für die Hefe. Das oben stehende Brot aus dem 1. Rezept  kostet uns in der Herstellung somit also nur noch 1,65€ – auch hier wieder gespart und ein spannendes Experiment wird es alle mal.
Neben dem Wild-Hefe Test gibt es dann die nächsten mal auch noch einen Bericht über Frühstückssemmeln und Toast 🙂

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Kosten- FAZIT:
Bio- Vollkornbrot ist nicht unter 3,50€ für 500gr erhältlich. Wir backen unsere Brote oben im Schnitt für rund 1,50€ bei selbstgemachem Sauerteig und Hefe. Dies ist eine Ersparnis von 2€ je Brot. Unsere Großfamilie hat einen Verbrauch von 4 Broten die Woche, somit sparen wir uns beim Selberbacken im Monat ca. 32€