Minimalismus – Traum oder Wirklichkeit?

Wer von Euch sammelt? Wer von Euch hat den Dachboden/den Keller vollgestellt? Wer von Euch hat zu viel von Dingen, die er nicht braucht?
Ihr gehört nicht dazu meint ihr? Sicher?
Ich glaube tatsächlich, dass die WENIGSTEN von uns nur Dinge besitzen, die sie wirklich brauchen. Da zähle ich auch uns dazu. Schaut zum Beispiel mal in Eure Küche: Wie viele Teller besitzt ihr? Benutzt ihr tatsächlich jede Schüssel, jedes Haushaltsgerät, das ihr habt? Braucht man z.B. zehn Tupperdosen? Und braucht man tatsächlich die ganzen Sektgläser, die nur einmal im Jahr heraus gekramt werden?
Was bei dem Einen zu viel an Küchen-Gegenständen vorhanden ist, häuft sich bei dem anderen im Wohnzimmer. Oder wie war das mit den Büchern? Habt ihr alle gelesen? Werdet ihr es überhaupt jemals schaffen, jedes Buch gelesen zu haben?

Das sind nur wenige Beispiele von vielen weiteren Dingen, die ein Jeder von uns mehr oder weniger „sammelt“ Denn wenn man nur zwei Betten im Haus hat, aber acht Garnituren Bettwäsche, so kann man nicht mehr wirklich davon sprechen, diese Dinge auch wirklich zu brauchen.

Uns geht es nicht anders! In einem Haushalt mit 9 Personen sammelt sich so einiges an. Wir können noch so oft aussortieren, ich habe dennoch den Eindruck, dass es ein endloser und erfolgloser Versuch ist, minimalistischer leben zu wollen. Und da kommt so manches Male auch das Gefühl hoch: Vielleicht wollen wir gar nicht reduzieren. Warum sonst, schleppt immer wieder Jeder so viel Zeugs an?

 

Dennoch versuchen wir es immer wieder: aussortieren, aussortieren, aussortieren.
Gerade haben wir wieder das ganze Haus auf den Kopf gestellt: alles was wir die letzten Monate nicht gebraucht haben, kam weg. Das Kücheninventar wurde sicher um 50% reduziert (wofür braucht man nochmal drei Kuchenschaufeln???), vor allem Schüsseln, Teller und Dosen durften weichen. Dennoch stehen noch immer 10 Brotzeitdosen im Schrank. Bei 7 Kindern könnte man die ja brauchen. Wenn man wandern geht z.B. Doch wie oft geht man im Jahr mit Allen zusammen wandern? Und reichen da nicht dann auch die anderen Behälter, die man noch hat? Ich merke gerade, dass ich das Haus wohl nochmal auf den Kopf stellen muss.

Und das ist wirklich ein guter Tipp:
Wenn ihr fertig mit dem aussortieren seid – dann fangt von vorne an. Immer und immer wieder. Wir haben vor Jahren damit angefangen und obwohl noch immer viel zu viel Zeug vorhanden ist, wird es doch merklich weniger. Sogar Möbel haben wir hergegeben und mindestens 300 Bücher. Wir werden sie eh nicht alle lesen. Nur was uns wirklich wichtig war, durfte bleiben.

Schwer fällt es mir, Kindersachen auszusortieren. Bei 7 Kids ist immer ein Kind da, was noch in die Klamotten der Anderen reinwachsen kann. Alles aufheben braucht man dennoch nicht. Wie oft bekommen wir Kleidung geschenkt und können dann in einer Größe gleich 3 Kinder einkleiden? Was die Kleinsten Kids aussortieren, das wird gespendet – schließlich kommt nichts mehr an Kindern nach und ich sehe nicht ein, etwas für die Enkelkinder aufzuheben. Anders ist das mit den Spielsachen. Lego, Schleich und Playmobil hergeben? Das kann ich wirklich nicht. Die Lego Duplo Sammlung hatte ich mal etwas ausgedünnt, denn nachdem wir für die Kids 2-3 Kisten Duplo besorgt haben, hatte ich auch noch die Sammlung aus meiner Kindheit vermacht bekommen. Viel zu viel. Die Hälfte ist weg und trotzdem ist noch so viel da, dass die Kids gar nicht mit allem spielen können. Hergeben kann ich es dennoch nicht. Es ist ein Erbe.

Und so hat auch jeder sein „Laster“ – Dinge, von denen er genau weiß, dass er sie nicht wirklich braucht, von denen er sich aber auch nicht wirklich trennen will. So ein Laster haben auch wir. Bei uns sind es die Gesellschaftsspiele. Wir sammeln sie und geben nur her, was nicht gut ist. Es ist unser größtes Hobby und wir spielen sicher 4-6x die Woche ohne Kinder, mit Kindern/Teens, mit Freunden, in Spielgruppen oder nur Andreas und ich. Spielen macht Spaß, ist kommunikativ, regt das logische Denken an und ist phantasievoll. Es tut uns gut. Und dennoch kann man darüber streiten, ob man 300 Spiele braucht. Vor allem wenn man bedenkt, dass sicher 40 Spiele noch nie gespielt wurden. An der Stelle kann man sicher nicht mehr von Minimalismus sprechen. Den Anspruch habe ich aber auch nicht.

 

Wir haben für uns beschlossen, so viel zu reduzieren, wie möglich. Denn das schafft Freiheit. Man muss wenige wegräumen, abstauben, saubermachen, reparieren usw. Dinge zu besitzen bedeutet nämlich auch Verantwortung und Arbeit. Je weniger desto besser ist es also. Aber das System darf Schwächen haben. Es darf Bereiche geben, die dieser Logik nicht stand halten. Einfach weil es einem gut tut, weil es erfüllend ist. So wie unser Hobby, das Gesellschaftsspiele spielen.
Es sollten nur nicht zu viele Schwächen im System existieren: Wenn man dann nämlich Bücher, Spiele, Spielzeug, Zeitungen, Figuren, Tassen, what ever sammelt, so endete der Weg zum Minimalismus in einer Sackgasse.

 

Also überlegt Euch gut, was ihr wirklich braucht. Und überlegt noch besser, welche Schwächen ihr bewusst zulassen wollt. Und dann sortiert aus. Immer und immer wieder. Es wird Euch befreien und außerdem Menschen helfen, die weniger haben und sich über die eine Kuchenschaufel oder die Sektgläser freuen. Sozialkaufhäuser nehmen diese Spenden dankbar an.

Viel Spaß beim Reduzieren 🙂

 

Hier noch eine kleine Werbung in eigener Sache:
Bitte unterstützt unser geplantes Sozialprojekt, indem ihr den Blog abonniert und fleißig kommentiert. Je größer das mediale Interesse ist, umso eher bekommen wir das Spielecafé der Generationen in unserer Gegend umgesetzt. Helft uns dabei, es bringt Menschen von Jung bis Alt zusammen. http://www.jungundaltspielt.de

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Ein soziales Projekt entsteht und so geht es uns

Nein der Blog ist nicht am Auslaufen! Es wird weiter gehen. Und zwar aktiver wie bisher. Das ist nun fest beschlossen. Es ist wunderbar zu sehen, dass fast 1000 Menschen täglich auf diese Seite finden und sich von den Rezepten und auch unserem Leben inspirieren lassen. Das wollen wir gerne weiter fördern und unterstützen.
Warum war es dann die letzte Zeit so ruhig? Das lag an unserer Gesamt-Situation der Familie. Ich habe mit Studium und meiner Arbeit als Betreuerin eine 50 Stunden Woche und Andreas ist mit Haus und den derzeit 7 Kids gut ausgelastet. Das Thema Selbstversorgung musste daher ein wenig in den Hintergrund rücken. Ja. Leider haben wir auch den Garten zurückbauen müssen. Ein 120qm Gewächshaus hat uns mit der derzeitigen Situation schlicht überfordert. Ganz aufgegeben haben wir den Garten natürlich nicht. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir weiterhin Kräuter und werden im nächsten Jahr auch einige Hochbeete bepflanzen. Aber so, dass es uns nicht überfordert.
Das Selbermachen ist uns nach wie vor wichtig. Regelmäßig landen selbst gemachte Aufstriche auf dem Tisch, wir waschen uns nach wie vor mit der eigenen Seife und achten auf eine gesunde Ernährung. Sogar Vegan bekomme ich seit einigen Wochen (eigentlich seit dem ich aus Schweden zurück bin) wieder zu 90% hin. Und das mit Erfolg. Vorgestern war ich erst beim Arzt, der ein großes Blutbild gemacht hatte. Er war begeistert. Selten so einen guten Eisen- und Eiweißwert gesehen und der Zuckerwert weit unter dem Durchschnitt. Wahnsinn. Aber darüber schreibe ich die nächsten Tage noch genauer. Denn meine Erkrankung hatte mich dazu bewegt, komplett umzustellen.

Außerdem wollte ich Euch heute mein geplantes Projekt vorstellen. Ich habe vor ein Sozial-Projekt zu iniitieren. Das größte Hobby unserer Famillie ist das Brettspiele spielen. Man kommuniziert miteinander, muss den Kopf benutzen, hilft sich gegenseitig und taucht auch mal in schöne Fantasywelten ein. Ja ich gebe zu, Spiele kaufen ist vielleicht nicht nachhaltig – das Spielen dafür umso mehr…Fernsehen ist bei uns kein Thema, da wir spielen (auch die Kids) und wenn dann die Teenager sogar das Handy fürs Spielen vernachlässigen und sie gerne ein tolles Hobby mit den Eltern teilen (was mit 14 und 16 schon ungewöhnlich ist), dann kann man vielleicht schon von Nachhaltigkeit sprechen. Oder was meint ihr?

Ok, ich schweife ab. Auf jeden Fall kam mir im Zuge meines Studiums als Sozialpädagogin und in Verbindung mit unserem Hobby nun die Idee ein eigenen soziales Projekt zu gründen.
Es gibt Mütter- und Familienzentren, Rentnertreffen, Generationenhäuser usw. warum also nicht auch ein:

Spielecafé der Generationen
Ein Ort, andem sich Jung und Alt zum spielen trifft, gerade Ältere wieder in die Mitte der Gesellschaft geholt werden und auch Jugendliche und Familie einen Ort der Begegnung haben. Auch sogenannte Viel-Spieler sollen sich da treffen dürfen. Ein Projekt, dass idealerweise an die Stadt angebunden und mit Räumlichkeiten und Sozialpädagogen unterstützt wird – ansonsten aber in einen gemeinnützigen Verein eingegliedert ist.
Es würde mich feuen, wenn ihr Euch das Projekt einmal anschaut:

http://www.jungundaltspielt.de

Und noch mehr würde es mich freuen, wenn ihr kommentiert, teilt und liked – wenn ihr mir Fragen stellt und natürlich – wenn der ein oder andere Teil des Vereines werden will. Denn das geht überregional. Die langfristige Vision ist nämlich dass Vereinsmitglieder dieses Projekt auch an anderen Orten umsetzen.
Vielleicht hat der ein oder andere auch Spiele im Keller, die er nicht mehr braucht usw. Es gäbe viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Und wenn es nur mit einem Kommentar auf der Projektseite ist.
Ich freue mich von Euch zu erfahren, wie ihr die Idee findet.

Jetzt wisst ihr, was uns derzeit beschäftigt. Wir können das planen von Projekten einfach nicht lassen. Der Gedanke der Gesellschaft einen Mehrwert zu bieten, gefällt uns einfach zu gut. Auch wenn ich ab und zu hier über den Stand des Projektes berichten werde, so wird der Fokus der Selbstversorgung und des nachhaltigen Lebens nicht verloren gehen. Versprochen.
Eure Petra

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Endlich war es soweit, Andi und ich traten zu unserem ersten Paar-Urlaub seit 16 Jahren an. Abgesehen von geschäftlichen Reisen war es eigentlich sogar der erste Urlaub, den wir JE ohne Kinder unternommen haben. Vorfreude war also garantiert.
Das spannende an diesem Unternehmen war aber, dass es auch unsere erste Reise in „vegan“ werden sollte. Seit Anfang des Jahres haben wir ja komplett umgestellt und das sollte sich auch auf unserer Reise nicht ändern. Dass es hier und da auch in Stockholm ein vegetarisch/veganes Restaurant gibt, das wussten wir. Aber wie der Tag ansonsten vegan durchgebracht werden kann, war für uns unklar und stellte irgendwie ein Abendteuer dar.

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Los ging es am Donnerstag früh: Für unterwegs hatten wir uns noch bei unserem Lieblingsbioladen vegane Semmeln gekauft. Der Flieger startete mittags in München und zwei Stunden später waren wir schon in Stockholm. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir zufällig unsere Unterkunft mitten in der Altstadt (Gamla Stan) gebucht hatten. Ideal also. Bis wir eingecheckt hatten, war es fast 17 Uhr und wir waren hungrig. Also ging es los zu unserem ersten Ziel zum „Hermitage“ mitten in Gamla Stan. Uns erwartete an diesem Abend ein rein veganes Buffet und das zu einem Preis von nur umgerechnet 12,50€ pro Person. Getränke bestellten wir dazu, was in Schweden jedoch völlig unnötig ist. Denn als wir sahen, wie die Nachbartische sich einfach immer wieder Wasser aus der Küche holten, fragte ich einfach mal eine Schwedin, ob denn das Wasser inklusive sei (und das habe ich sogar auf schwedisch geschafft *freu*). Sie erklärte mir dann freundlich: Wasser ist in Schweden IMMER inklusive. Restaurants erwarten auch nicht von einem, dass man noch andere Getränke dazu bestellt. Das ist riesig und der Buffet Preis ist damit nochmal um einiges besser. Aber nicht nur das: Das Wasser ist nicht nur gut, es ist sehr gut. Die Qualität ist spitze und übertrifft die meisten Quellwasser, die man in Deutschland in Flaschen zu kaufen bekommt.
Wir waren an unserem ersten Abend also überwiegend mit Schlemmen beschäftigt. Sogar leckeren veganen Kuchen gab es als Dessert.

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Danach schlenderten wir noch durch Gamla Stan – mit Abstand der schönste Teil Stockholms. Verwinkelte Gassen, alte, aber sehr gut erhaltene Gebäude, ein Sinn für schöne Architektur und viele wundervolle Aussichtspunkte. Und Wasser – überall Wasser – kreuzt sich mitten in Stockholm das Meer mit dem See Mälaren und ist auf 14 Inseln erbaut.

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Am Freitagmorgen erhielten wir dann von der Rezeption eine Rabattkarte für das Frühstück im Café „Under Kastanien“. Tatsächlich stand auf dem Platz vor dem Café eine imposante Kastanie, umgeben von wundervollen Stadthäusern.

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Ein veganes Frühstück stand allerdings nicht auf der Karte. Aber warum nicht einfach mal fragen? Gesagt getan und wir erhielten ein super leckeres Avocado Sandwich, ein reichhaltiges Nussmüsli und Kaffee mit Sojamilch. Perfekt und das zum Preis von gerade mal umgerechnet ca. 6,50€. Und das schöne dabei war: man wusste mit vegan etwas anzufangen und die Frage danach schien nicht ungewöhnlich zu sein. Etwas, was wir auf unserer Reise durch Stockholm immer wieder erfahren durften.

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Nachdem wir den Vormittag durch Södermalm liefen, um 2 Bioläden zu finden, entschlossen wir uns, dass dies den Ausflug nicht wert war (auch wenn wir uns dort Brotzeit für unterwegs kauften) und kehrten wieder um. Vorher halfen wir noch einer älteren Dame nach Hause, die vor unseren Augen die Treppe herunter fiel und sichtlich glücklich war, bis zur Wohnung gebracht zu werden. Auf dem Rückweg landeten wir „versehentlich“ an einer Anhöhe, die von Gamla Stan durch Wasser getrennt war. Welch wundervolle Aussicht wir da hatten. Ja, Stockholm ist wirklich wundervoll.

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Weiter ging es dann mit der Fähre rüber nach Djurgården. Fähre fahren ist auch relativ günstig, sofern man sie nicht mehrmals täglich nutzen will. Auffällig dabei: Ohne Saison ist ein Ticketkauf mit Bargeld mitunter schwierig. Die Schweden lieben Karten, vor allem Kreditkarten. Selbst der Kaffee wird mit Karte gezahlt.
Angekommen in Djurgården landeten wir in Skansen. Skansen ist ein riesiges Freilichtmuseum. Museen mag ich eigentlich nicht sooo gerne. Ich bin lieber draußen unterwegs. Aber Skansen war dafür perfekt, denn es handelt sich um ein historisches Freilichtmuseum, wo man traditionelle und alte Häuser, Bauernhöfe und mehr aus Schweden betrachten kann. Im Sommer sollte man dafür einen kompletten Tag einplanen, denn neben den vielen Sehenswürdigkeiten wird auch an vielen verschiedenen Stellen die alte Handwerkskunst vorgestellt. Im Winter sind die meisten Gebäude leider geschlossen, dennoch lohnte sich der Ausflug.

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Abends gingen wir dann wieder im Hermitage essen. Diesmal gab es andere Gerichte, man könnte also theoretisch jeden Tag dort Essen gehen, ohne dass einem langweilig wird 😉

Am Samstagmorgen – nach unserem Frühstück – starten wir diesmal mit dem Schiff in Richtung Meer. Der Stockholmer Schärengarten, bestehend aus 30.000 Inseln und Felsen, hatte es uns dabei angetan.

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Wundervoll ist es da draußen und einen Ausflug wert. Mittags kam dann der Hunger und wir waren schon etwas in Sorge, da auf dem Schiffsbuffet nichts Veganes zu erkennen war. Also fragten wir einfach wieder nach und wünschten uns ein veganes Baguette. Wieder bekamen wir als Antwort nur ein: Javisst! (natürlich) und wenige Minuten später erhielten wir eine leckere Mahlzeit. Egal wo, in Stockholm bekommt man wirklich an jeder Ecke etwas veganes zu Essen – manchmal muss man fragen, aber dann wird einem gerne etwas hergerichtet.

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Auf dem Boot waren wir dann doch sehr lange unterwegs – denn die Hin-und Rückfahrt nach Vaxholm dauerte drei Stunden- obwohl dies gerade mal der Anfang der Schären war. Möchte man weiter raus, ist man bis zu 4 Stunden einfach unterwegs. Das mag sich dann vielleicht im Sommer lohnen, wenn man auf eine der Inseln übernachtet. Im Winter ist bis auf wenige Ausnahmen nicht viel los.

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Am Nachmittag tingelten wir dann durch einige Geschäfte in Stockholms Gamla Stan. Uns hatte es ein „Fantasy“ Geschäft angetan, wo es auch viele tolle Gesellschaftsspiele und Rollenspiele gab. Gekauft haben wir da nichts- die Preise sind um einiges höher, als in Deutschland. Nachmittags fanden wir dann einen veganen Bäcker, die „Svattva Bakeri“ und machten dort eine kleine Pause für Kaffee und Kuchen. Lecker, günstig und sogar Rohköstler kommen dort auf ihre Kosten.

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Am Abend liefen wir dann nach Norrmalm, um eine vegetarische Pizzeria aufzusuchen. Überhaupt waren wir fast immer zu Fuß unterwegs. Ich schätze, dass wir täglich gut 6-7km erlaufen haben.

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Und das war bei dem tollen Wetter einfach wundervoll. Es mag in Stockholm zwar ein wenig kälter sein, aber die Sonne ist der oberhammer. Sie scheint wahnsinnig hell und freundlich. Das kenne ich aus Deutschland nur von Frühlings- und Sommertagen.
Angekommen in der „O Mama Mia Pizzeria“ hat uns neben dem urigen Ambiente dann die Karte umgehauen. Drei volle Seiten nur mit veganen Pizzen. Drei Seiten! Das habe ich noch nie gesehen. Die Pizzen, die wir dann erhielten waren Weltklasse, das schwedische Bier dazu sowieso und die Preise angemessen. Schade, dass das Restaurant so abgelegen liegt, der für uns einzig ersichtliche Grund, dass es nicht so gut besucht erschien.

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Sonntag war der letzte Tag, den wir in Stockholm genießen konnten. Also nahmen wir uns nichts Großartiges vor. Wir besuchten zuerst den Palast und sahen dem Wachwechsel zu und liefen dann zur imposanten Stadtbibliothek.

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Danach machten wir uns danach nach Södermalm auf, um ein weiteres vegetarisches Restaurant aufzusuchen, dem „Hermans“.
Es gab wieder Buffet, diesmal leider sehr teuer mit über 20€ pro Person, was aber wohl auch am Sonntag gelegen haben könnte. Es hat sich dennoch gelohnt: Eine riesige Auswahl und mit Abstand das beste Essen, dass wir bis dato erhalten hatten.

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Danach sind wir in Södermalm noch etwas Geocachen gewesen und kamen durch Zufall zur Sofienkirche. Ein wunderschöner Ort. Vorbei an einem in Felsen eingearbeiteten Abenteuerspielplatz ging es in zickzack-Kurs wieder Richtung Gamla Stan, nicht aber ohne auf dem Weg eine Brücke zu besteigen, die gefühlt halb über die Stadt ragte. Die Aussicht war atemberaubend.

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Am Montagmorgen ging es dann schon wieder Richtung Heimat und ein bisal wehmütig waren wir doch, als der Flieger genau über Deutschland in eine graue, regnerische Wolkendecke kam.

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Aber wir sind sicher – der Frühling wird auch hier bald Einzug erhalten

Unser Fazit:
Stockholm ist eine wundervolle Stadt. Die Schweden sind sehr freundlich und zudem sehr kinderlieb. Ab und zu mussten wir mal nach Müttern! Ausschau halten, denn in Stockholm scheinen überwiegend nur Väter die Kinderwägen zu schieben. Auch gibt es hier auf den meisten Männerklos Wickeltische. Stockholmer scheinen Sushi zu mögen, denn Sushi Bars gibt es an jeder Ecke gleich mehrmals. Vegan leben ist hier keine Ausnahme sondern scheint fester akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft zu sein, das hat uns sehr gefreut. Und Essen gehen ist auch nicht so teuer, wie uns vorhergesagt wurde – vor allem wenn man keine Getränke extra bestellen muss. Ein tolles Gefühlt war es auch, sich auf Schwedisch verständigen zu können. Ich lerne seit drei Monaten schwedisch und habe schon echt viel verstanden. Und die Sonne in Stockholm ist heller, viel heller und so war es kein Problem bei minus 3 Grad von morgens bis abends unterwegs zu sein.
Stockholm ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Eure Petra

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Nur gesund ernähren reicht mir nicht …

Es reicht!
Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, so oft krank zu sein, so eine schlechte Ausdauer zu haben und unter mangelnder Leistungsfähigkeit zu leiden. Ja, anfällig bin ich schon immer und so ist es für mich total normal, in 4 Wochen auch 3x einen großen Infekt durchzumachen. Dazu kommen regemäßig Gliederschmerzen, obwohl ich aus ärztlicher Sicht gesund bin und letztendlich auch noch eine schlechte Fitness. Das ist schon sehr nervig, wenn man beim Hochrennen der Treppe im 2- stöckigen Haus zum schnaufen anfängt, man fühlt sich uralt!
Außerdem schaue ich mich um und ich betrachte die Menschen die ich kenne, die 50-90 Jahre alt sind. Und ich frage mich: WIE möchte ICH eigentlich alt werden? Wäre es nicht toll, fit bis ins hohe Alter zu bleiben und dem Risiko von Demenz und Bettlägerigkeit zu entgehen? Das wiederum bringt mich zu der Frage, was man denn für ein gesundes Altern tun kann. KLAR, natürlich kann man auch rauchend, saufend und Fastfood-essend sehr alt werden, selbst wenn man sein ganzes Leben vor der Playstation verbringt. Beispiele dafür gibt es genügend! Aber sind sie repräsentativ? Ich bin mir sicher, dass NEIN. Es wurde mit unendlich vielen Studien bewiesen, dass durch zu wenig Bewegung, durch Suchtmittel und durch eine schlechte Ernährung altersbedingte Krankheiten gefördert werden. Sogar Krebs steht in Verdacht, dabei verstärkt auszubrechen. Alles Risikofaktoren, die mich daran hindern könnten, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Und den Vergleich habe ich sogar innerhalb meiner eigenen Familie. Ein Vater, der sportlich sehr aktiv ist, sich gut ernährt und mindestens 15 Jahre jünger aussieht, als er eigentlich ist, der mit auf die 60 zugehend noch Meisterschaften gewinnt. Und eine Großmutter, die nicht mehr vor die Tür geht, nur Fertignahrung zu sich nimmt und gerade von einer der intelligentesten Frauen, die ich kenne, in die Demenz und Bewegungslosigkeit abrutscht…das macht mich nachdenklich…
Bisher konnte ich mich immer ganz gut rausreden: Gesund ernähren? Hach das braucht ja soooo viel kostbare Zeit, die ich nicht habe…. Sport machen? Wann soll ich denn noch Sport machen, nebst derzeit 7 im Haus lebenden Kindern, einer Teilzeitarbeit, einem Teilzeitstudium und dem Selbstversorgergarten? Und dann schaue ich mir an, wie oft ich krank bin. Wie oft ich im Bett liege, ohne etwas tun zu können. Wie sehr ich es brauche, lange zu schlafen… das ist mal so richtig viel Zeit, die mir verloren geht. Und das muss ich nur gegeneinander aufrechnen. Wenn ich es schaffen würde, mir einer gesünderen Lebensweise meinen Krankenstand um 50% zu reduzieren und nur täglich eine Stunde weniger Schlaf benötige (anstatt 9, nur 8 Stunden) – dann könnte ich theoretisch jeden Tag 2 Stunden Sport machen!!! Wenn ich bei täglich 30-45 Minuten Sport bleibe, hätte ich dabei sogar noch Zeit gewonnen.
Ein Experiment, was sich doch wirklich mal lohnen würde, auszuprobieren!

Mit der Nahrungsumstellung haben wir ja bereits 2013 begonnen. Das meiste an Gemüse kommt aus dem eigenen Garten, Obst ertauschen wir uns bei Freunden und auch Brot und Co. wird oft selbstgebacken. Dennoch war auch immer wieder einmal Fastfood dabei – Essen gehen, weil keine Zeit war und gerade bei mir: ein enorm hoher Schokoladenkonsum und Kaffee trinken mit Zucker. Letztes Jahr haben wir dann sehr viel vegan gelebt und seit Anfang Januar haben wir komplett auf vegan umgestellt. Tja und die Auswirkungen sind jetzt, nur 5 Wochen später schon total irre: Ich habe keine Lust mehr auf Schokolade. Eine Tafel reicht mir jetzt meist eine ganze Woche (vorher nur einen halben Tag!). Ich habe tatsächlich ständig Lust auf Gemüse, Salat, Nüsse usw. und sogar der Appetit auf gekochte Nahrung geht zurück. Das erste Mal seit 3 Jahren bin ich 5 Wochen am Stück nicht krank. Und bei mir heißt das was! Gliederschmerzen habe ich vor 8 Wochen das letzte Mal gehabt…bin ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg? Es motiviert ihn weiter zu beschreiten…

Und by the way… vegan leben ist kein Verzicht:

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Inspiriert haben mich eigentlich erst die Bücher vom Atilla Hiltmann. Ich hatte sie mir zum Glück ausgeliehen, denn kaufen werde ich mir die Bücher nun nicht mehr, nachdem er gerade rechte Parolen verbreitet. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Jemand der vegan, aber vollwertig kocht (denn viele vegane Bücher nutzen Weißmehl, Zucker und Co.) und jemand, der evtl. schon Erfahrung in der Kombination mit Sport hat. Ich habe mich immer wieder gefragt:
Ist es möglich, sich vegan zu ernähren und Muskeln aufzubauen, ohne Zusatzprodukte zu konsumieren? Ja ist es, denn Brendan Brazier zeigt es in seinem Buch: „Vegan in Topform“.
Dort findet man nicht nur Rezepte, sondern er erklärt auch genau, warum was gesund und warum was ungesund ist. Und er macht Sport. Er ist hauptberuflicher Sportler und trainiert immer wieder für den Iron-Man, den er mit Spitzenpositionen meistert. Das hat mich überzeugt.

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Nein, Hochleistungssportlerin möchte ich nicht werden. Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit, zumal meine Berufung die soziale Arbeit ist. Aber es überzeugt mich, dass die vegane Ernährungsform, kombiniert mit Sport einen gesunderen, fitteren Körper hervorbringt, der so als kleinen interessanten Nebeneffekt auch langsamer altert 😉 Brendan beschreibt übrigens auch wunderbar, auf was man alles bei der veganen Ernährung achten muss – denn auch Veganer können sich absolut ungesund und mangel ernähren! Er schreibt in seinem Buch zwar von der „Thrive-Diät“, das sollte einen allerdings nicht abschrecken. Es ist keine Diät. Es ist eine Nahrungsumstellung. Die Rezepte sind vielfach ab wandelbar, schmecken göttlich und ehrlich gesagt habe ich noch nie mit Freude so vielfältige und wunderbare Gerichte gegessen, wie seitdem wir auf vegan umgestellt haben.
Und übrigens – auf vegane Ernährung umzustellen, wenn man sich langsam ran tastet, kostet mich nicht eine Minute mehr Zeit! Mein Lieblingsfrühstück, der grüne Smoothie z.B., ist in genau 3-4 Minuten hergerichtet, ist aber ein Frühstück für die ganze Familie!

Jetzt fehlt nur noch der Sport. Gerade die ständigen Rückenschmerzen bringen mich immer wieder zu diesem Punkt zurück. Mit Sport könnte es noch besser werden!
Und hier muss jeder sein eigenes Maß finden. Mein Plan für mich persönlich ist: 2x die Woche 30 Minuten walken, 2x die Wochen 45 Minuten Pilates (das kann ich beides zu Hause machen!) und 2x die Woche 1 Stunde Fitness-Studio (das einzige was mich dann wirklich etwas Zeit kostet!). 1 Tag Pause. Und wenn ich einen 2. Tag Pause brauche, ist das auch ok. Pausen sind für den Körper enorm wichtig.
Und das ziehe ich jetzt durch. Denn ich habe ja ein Ziel. Ich habe es satt so oft krank zu sein, Rückenschmerzen zu haben und so lange schlafen zu müssen und ich bin dafür gerne bereit, etwas Zeit in Sport zu investieren. Es wird sich am Ende auszahlen.
Also packen wir‘s an! Andi macht dabei natürlich auch mit – mit einem abgewandelten Trainingsplan.
Und ich habe vor, alle 1-2 Wochen darüber zu berichten. Über Fortschritte oder auch Rückschritte. Die besten Rezepte dabei preis geben und auch wieder Artikel über die Kosten-Nutzen-Bilanz zu schreiben. Denn gerade bei Rezepten mit „teurem Superfood-Zutaten“ wird das sehr interessant, ob man sich das so überhaupt leisten kann 😉

Bis die Tage, ich freue mich! Eure Petra

Macht endlich den Mund auf und beweißt, dass ihr aus der Vergangenheit gelernt habt!

Vor gut 15-20 Jahren – während meiner Schulzeit – nahmen wir im Unterricht sehr exzessiv die Zeit des Dritten Reiches durch. Wir beteten von vorne nach hinten die Auslöser, die Ereignisse und die Folgen durch. Damals erschien mir der Unterricht in dieser Intensität übertrieben. Denn für mich war es absolut unverständlich, wie so etwas passieren konnte… Ich konnte nicht glauben, dass eine ganze Nation bei den Verbrechen entweder mitmachte, oder aber zumindest wegsah. Wieso hatten die Menschen sich nicht gegen das NS Regime gestellt und gemeinsam verhindert, dass diese abscheulichen Taten begangen werden konnten? Warum gab es so viele Mitläufer, die sogar ihre Nachbarn und ehemals besten Freunde verrieten?
Als junges Mädchen – noch mit dem unschuldigen Glauben an das Gute in der Welt – konnte ich das einfach nicht nachvollziehen. Gründe erfuhren wir von unseren Lehrern natürlich genügend und dennoch erschienen mir diese Gründe absolut fadenscheinig. Es gab einfach NICHTS, was es in meinen Augen rechtfertigte, das eine ganze Nation Millionen von Menschen in den Tod schickte und nichts dagegen unternahm…
Bis noch vor Kurzem erschienen mir rechts gesinnte Menschen in der Minderheit und ich machte mir keine Sorgen. Mir war ja auch absolut klar, dass sich die Geschichte nicht wiederholen kann, hatten wir doch alle daraus gelernt. Wer es nicht miterlebt hatte, wurde im Unterricht oder durch Fernsehen und Politik ständig daran erinnert, was für Verbrechen damals geschehen konnten. Natürlich sind wir auch Generationen danach so sehr sensibilisiert, dass es keine Chance der Wiederholung gibt…Heute würden wir nicht so leicht Parolen nachplappern, heute würden wir nicht mehr glauben, dass ein bestimmter Teil der Bevölkerung wertloser ist. Heute würden wir uns gegen jeden Stellen, der solches auch nur denken würde und auf rechtsgesinnte Ausschreitungen würden wir heute Taten folgen lassen durch Inhaftierungen und Verurteilungen. Alles möglich auf Basis unserer Gesetzgebung, mit dem wichtigen Teil des Grundgesetzes.
WIRKLICH? Ist das heute wirklich so?
Ich – ein Gutmensch – wie er im Buche steht, bin wohl zu leichtgläubig an das Thema herangegangen. Denn meine damalige Überzeugung hält heute nicht mehr Stand!

Auch wenn es viele noch nicht erkennen: Heute stehen wir wieder genau da, wo wir am Anfang der NS Zeit auch standen. Rechte Parolen sind unter dem Deckmantel der „besorgten“ Bürger gesellschaftsfähig geworden. Zu viele Menschen haben sich anstecken lassen vom braunen Gedankengut und das Schlimme ist: sie erkennen es nicht einmal als solches! Es scheint heute wieder soooo einfach zu sein, einen gewissen Teil der Bevölkerung zu verurteilen und ihnen sogar Teile der Menschenrechte abzusprechen.
Damals waren es die Juden, die immer mehr ihrer Rechte verloren – heute sind es die Flüchtlinge.
Damals waren es die Juden, die uns die Jobs wegnahmen, für unsere Kinder eine Bedrohung darstellten, die sich nicht benahmen, die unehrlich waren – heute sind es die Flüchtlinge.
Weder Juden durften damals noch dürfen Flüchtlinge heute arbeiten – weder Juden bekamen damals noch bekommen Flüchtlinge heute die Grundsicherung – Juden wurden damals separiert, Flüchtlinge werden heute in großen Lagerhallen abseits der deutschen Bevölkerung „gesammelt“. Jüdische Kinder durften damals keine deutschen Schulen mehr besuchen – Flüchtlingskinder dürfen dies heute „noch“: Die Betonung auf NOCH, denn sollte die Idee des Erfurter Bürgermeisters, vom Aussetzen der Schulpflicht für Flüchtlingskinder Schule machen, wird auch dies bald der Vergangenheit angehören.
Was ist Stand heute bitte besser als zu den Anfängen der NS Zeit?
Heute wird eine gewisse Gruppe von Menschen herabgesetzt, verurteilt und ihrer Recht beraubt. Was macht nun Euch alle – die ihr zuseht oder gar mitmacht, zu besseren Menschen als die Nationalsozialisten von damals?
Keinen Deut besser seid ihr!
Es werden keine Menschen umgebracht mögt ihr sagen – damals wurden die Juden schließlich vergast und das war in Euren Augen vielleicht das eigentliche Verbrechen – außerdem waren es viele Millionen….
Ja vergast werden heute bei uns keine Menschen mehr…. Aber tot bleibt tot und tote Flüchtlinge gibt es in Massen. Tausende über tausende ertrinken jährlich im Meer, bei dem Versuch, sicheren Boden unter den Füßen zu erlangen. Andere sterben an Hunger, viele an Gewalttaten auf dem Weg hierher, manch einer erstickt sogar mitten in Österreich in einem LKW. Männer ebenso wie Frauen und Kinder! Sind wir nun heute besser, weil wir nicht selber Hand angelegt haben? Sind wir besser, weil sie nicht auf „unserem“ Boden starben?
Nein, das sind wir nicht. Wenn ich eines gelernt habe: JEDER der wegschaut, macht sich mitschuldig. Denn jeder der wegschaut, hätte sich für diese Menschen einsetzen können. Viele Menschen, die sich einsetzen, können ganze Regierungen stürzen – warum nicht auch den Tod von tausenden von Menschen verhindern?

Aber es ist auch so verdammt mühselig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Wer hat nicht diese Science Fiction! Bücher gelesen, wo auf der Erde eine riesige wundervolle Stadt existierte – voller grün, mit „glücklichen“ Menschen und umgeben von einer Glaskuppel, die jeden Stadtbewohner vor den schädlichen Einflüssen von außen beschützen sollte. In der Stadt lebten die Menschen, die rechtschaffend waren und es verdient hatten, diesen Wohlstand zu genießen. Außerhalb dieser Stadt aber lebten nur noch Verstoßene, Kriminelle, Aufständige und bettelarme Menschen. Natürlich gab es kein rein und kein raus aus dieser Stadt. Keine Chance für den armen Menschen von außen, jemals in die Stadt und zu Wohlstand zu gelangen. Und keiner in der Stadt hätte diesen Wohlstand mit den Menschen da draußen je teilen wollen. Ging es ihnen in der Glaskuppel doch einfach zu gut und natürlich waren die Menschen da draußen auch weniger Wert und hatten weniger Rechte – einfach Pech, dass viele auf der falschen Seite geboren wurden…
Fällt Euch etwas auf?
Ist dieses Science Fiction Szenario nicht schon lange Realität geworden? Sitzen wir hier nicht alle gemütlich, in Wohlstand schwelgend auf unserem Hintern und haben einfach keine Lust davon etwas an die Menschen „da draußen“ abzugeben? Wir haben Angst, dass wir unsere Gemütlichkeit und unseren Reichtum verlieren könnten und darum suchen wir nach Gründen, warum die Menschen „da draußen“ eben diesen Wohlstand NICHT verdient haben. Und sogar die passende Kuppel errichten wir gerade dazu. Etwas anderes sind die meterhohen Zäune mit Stacheldraht-Ummantelung nämlich nicht. Und was der Stacheldraht oder die sinkenden Boote nicht aufhalten, das erledigt dann tonnenweise Tränengas, was auf die Menschen „da draußen“ abgedrückt wird.
Diese unschöne Utopie ist schon lange Wirklichkeit geworden! Ich gebe zu, sehr schleichend, denn auch ich habe nicht gleich geschnallt, an welchem Punkt sich unsere Gesellschaft befindet. Doch spätestens JETZT, wo täglich!!! Flüchtlingsunterkünfte brennen, die Gewalttaten gegen ausländische Mitbürger so hoch sind wie noch nie, wo sich rechte Kommentare gerade in den sozialen Medien erschreckend schnell verbreiten, wo Kinder von Rechten angepinkelt werden und die Toten schon bis nach Österreich schwappen, spätestens JETZT sollte auch der Letzte von uns aufwachen!
Jeder der schweigt macht sich mitschuldig. Und das muss sich nicht wiederholen. Wir können ALLE etwas tun. Wir können an die Politiker herantreten, Demos veranstalten und besuchen, wir können weitere Promis motivieren, ihre Stimme zu erheben und wir können selber unsere Stimme erheben. Wir können Blogeinträge verfassen, um Stellung zu beziehen und jeden rechten Kommentar aus Facebook davon wischen. Wir können unsere Freunde, Nachbarn und Bekannten aufklären über das, was passiert und wir können HELFEN. Wir können den Menschen, die in ihrer Not hierhergekommen sind, unsere Hand reichen: sei es durch Spenden, sei es durch Gespräche oder gar eine Freundschaft. Solidarisiert Euch miteinander und macht bitte endlich alle den Mund auf. Je mehr Menschen Stellung beziehen, umso mehr Menschen werden aufwachen und dann bin ich sicher, können wir es schaffen, dass sich die Geschichte diesmal in eine andere Richtung entwickelt.

Lasst uns der Welt beweisen, dass wir wirklich aus unserer Vergangenheit gelernt haben!

Und wer wirklich nicht weiß, was er noch so tun kann, kann diese tolle Aktion unterstützen:

http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlingei

#BloggerFuerFluechtlinge

Zucchini süß-sauer oder: der Anbau von Gemüse lohnt sich! und zwar richtig ;)

Wir sind wieder mitten drinnen: Mitten in der Erntezeit und somit auch beim Haltbarmachen für den Winter.
Dieses Jahr werden wir mit den Vorräten schon viel weiter kommen als noch letztes Jahr.
Und wir haben umgestellt: Denn aufgrund von Platzmangel und auch den Stromkosten werden wir vom Einfrieren absehen. Einfrieren kostet zum einen wirklich viel Strom – eine große Truhe/oder ein großer Gefrierschrank benötigen zudem viel Platz. Platz, den wir für ein selbstgebautes Lagerregal viel besser ausnutzen könnten. Und dann ist da noch die Problematik mit den offenen Türen. Einmal nicht aufgepasst – die Türe nicht richtig geschlossen – und schon hat man einen völlig vereisten Gefrierschrank vor sich stehen, wo man vor lauter Eis keine Lebensmittel mehr auf die schnell findet, bzw. diese erst mühsam frei schaufeln muss und was natürlich zudem noch mehr Strom verbraucht als es vorher eh schon der Fall war.
Also setzen wir dieses Jahr überwiegend auf EINMACHEN und als Ergänzung auf TROCKNEN. Für das Trocknen steht uns derzeit ein warmer Dachboden und bei fehlender Wärme dann ein Dörrautomat bereit und für das Einmachen wunderbar viele leckere Rezepte.
Heute geben wir – mit Kostenbilanz! – unser liebstes Rezept zum Einmachen für Gurken und Zucchini preis (was aber mit so gut wie jedem anderen Gemüse auch funktioniert!).
Und diesmal ist unsere Kosten-Bilanz besonders: Sie zeigt auf, dass sich der eigene Anbau von Gemüse absolut rentiert!

 

Topf mit Leckerreien 😉

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Zucchini süß-sauer Rezept

Man nehme:
5 kg Zucchini grob geschnitten und mit Schale (Alternativ Gurken!)
2 kg Paprika grob geschnitten – gelb und rot schmecken uns am Besten
2 kg Karotten in dünnen Scheibchen
2 kg Zwiebeln (rote passen sehr gut dazu)
und gebe dieses in einen großen Topf, welcher mit einem Sud aus
2 Liter Apfelsaft – naturtrüb ist hier super lecker
2 Liter Apfelessig
500 g Rohrohrzucker
3 -4 Eßl Salz
1 TL Kurkuma
2 Eßl weiße oder rote Pfefferkörner
und 2 Handvoll gehackten Dill (Alternativ geht auch Fenchelkraut!)
aufgefüllt wird.

Das ganze erwärmt man bis es kocht und köchelt es dann weitere 5 Minuten lang.
Noch heiß in vorher ausgekochte Gläser abfüllen – fertig.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann alle Gläser nochmal bei 100 Grad für 15 Minuten in den Ofen stellen. So hält sich das ganze mindestens 1 Jahr – erfahrungsgemäß ist es auch nach 2 Jahren noch super lecker.
Natürlich kann es mit anderem Gemüse kombiniert werden, wie z.B. Aubergine oder Knoblauch.
Es schmeckt nicht nur wunderbar zur Brotzeit, sondern stellt auch eine tolle Basis für Suppen und Soßen, bzw. Nudeln dar.
Gerade wenn man wie bei uns keinen Keller besitzt, um Karotten, Zucchini und Co bis zum Winter zu lagern, stellt diese Form des Einmachens eine tolle Alternative dar. Die Gläser müssen lediglich etwas Lichtgeschützt stehen und sollten natürlich nicht gerade Sauna-Temperaturen ausgesetzt sein.

 

Das Ergebnis 😉

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Kosten-Bilanz

Heute erstelle ich hier einmal eine andere Bilanz: Den Vergleich von Selbstgemacht mit Anteilen aus dem eigenen Garten gegenüber dem fertig gekauften Glas inklusive dem Zeitaufwand! Für den Zeitaufwand berechne ich einmal 15€ die Stunde, was ich in ca. in meinem Beruf verdienen würde.

5 kg Zucchini – 1,56€
(Kosten Saatgut: 1,20€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 4 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 100 kg )
2 kg Paprika – 1,30€
Kosten Saatgut: 2,40€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 30 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 50 kg )
2 kg Karotten – 4,25€
Kosten Saatgut: 1,90€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 15 kg )
2 kg Zwiebeln – 3,20€
Kosten Saatgut: 2€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 20 kg )
2 Liter Apfelsaft – 3€
(10 Liter Karton für 15€ über Dorfleute)
2 Liter Apfelessig (noch gekauft) – 7,80€ (1,95€ je 500ml Flasche beim dm – als Tipp: auch Essig kann man selber machen!)
500 g Rohrohrzucker (gekauft) – 1,38€ (2,75€ für 1kg beim dm)
3 -4 Eßl Salz (gekauft) – 0,01 cent (20kg Packung bei der Biomühle kosten 30 cent das kg!)
1 TL Kurkuma (gekauft) – 0,10 cent (aufgerundet geschätzt)
2 Eßl weiße oder schwarze Pfefferkörner (gekauft) – 0,91€ (2,75€ je 70g im dm)
2 Handvoll gehackten Dill (ohne € Angabe, da dies bei uns ein „Resteprodukt“ ist.)
Strom: 2,1 cent fürs Einkochen und 12,5 cent fürs Einkochen
(Verbrauch eine halbe Stunde Kochen (Leistungsaufnahme 100 Watt): rund 12,5 Cent
– herkömmlicher Backofen: 75 Cent pro Stunde (Leistungsaufnahme 3000 Watt), Umluft-Ofen: 50 Cent (ca. 2100 Watt)
Arbeitszeit ca. halbe Stunde (7,50€)

Gesamt in Euro: 30,25€
Gesamt in Menge: ca. 30 Stück 500ml Gläser (15 Liter)
Literpreis: 2,02€

Als Vergleich nehme ich einmal Essiggurken vom dm – diese sind Bio.
Eine Mischung mit Paprika usw. wäre natürlich nochmal teurer! Hier finde ich allerdings keinen Vergleich von einem Gemüsemix im Glas in Bioqualität.
Die Gurken genügen jedoch vollkommen als Vergleich, da auch hier die Einsparung schon enorm ist!
Gurken kosten im dm je Liter 5,42€. Somit sparen wir durch das Selbermachen 3,40€ je Liter.
Bei diesem Rezept sind dies alleine schon 51€, die wir gespart haben.

 

Das „Einmach“ – Team 😉

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Fazit:

Dieses Fazit bestätigt uns sehr auf unserem Weg zur Selbstversorgung!
Alleine bei diesem Rezept sparen wir je Liter 3,40€ ein (Preis dm 5,42€, Preis Selbermachen 2,02€), womit wir 51€ auf die Seite legen können.
Doch die Ersparnis ist in der Realität natürlich noch viel höher:
1. Würde der Liter eingemachtes Gemüse mit dieser Vielfalt (Karotten, Paprika, Zwiebeln) natürlich mehr kosten, als nur ein reines Gurkenglas
2. Haben wir hier nur die Mindest-Erntemenge der Pflanzen erörtert– diese könnte auch höher liegen
3. Kann der Ertrag in dieser Rechnung von Jahr zu Jahr gesteigert werden, da sich dann unser Boden verbessert (angebaut wurde auf einer Fläche, die letztes Jahr noch eine Ackerwiese war)
4. Spart man natürlich durch die Gartenarbeit wieder Zeit für Spazieren gehen und Fitnessstudio, bzw. meditieren, weil man genau dies bei der Arbeit mit den Pflanzen schon erledigt. 😉

Es lohnt sich damit nicht nur das Selbermachen – sondern gerade auch das Selber ANBAUEN.
Oft wurden wir gefragt, ob der zeitliche Einsatz denn in Relation zum Nutzen steht. Wie man anhand dieses Beispiels sehen kann, können wir dies bejahen: Wir leben nicht nur naturnaher, bewusster und gesünder, nein wir machen das, was uns Spaß macht UND sparen damit einige hundert Euro im Monat!
Ich werde immer wieder Beispiele aufzeigen und ausrechnen, woran man dies gut nachvollziehen kann.

Bis bald J

Vorher und Nachher – es geht voran

Immer weiter dreht sich das Rad des Lebens – es ist ein ständiger Wandel und auch eine immer weiter voranschreitende Entwicklung nach vorne.
2013 entschieden wir uns dazu, naturnaher und bewußter zu Leben. Wir fingen an, vieles auszuprobieren und auszutesten. Der Fokus lag da noch auf dem Verarbeiten von Lebensmitteln, sowie der Herstellung anderer für den Alltag nötiger Produkte – aber noch nicht auf dem Anbau der Lebensmittel. Die 1 Hektar große Wiese war damals zwar schon da, aber außer einem kleinen Kastenbeet und einem kleinen Kinderspielbereich war dort nicht viel vorhanden. Der Bauer mähte da noch unseren komletten „Garten“ mit dem Traktor.

Der Garten 2012 und 2013:
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Im Sommer 2013 bauten wir die ersten Kräuterbeete aus Paletten auf der Terasse, aber so richtig los ging es dann im Frühling 2014.
Es wurden Zäune gebaut, ein Gewächshaus, ein Sandkasten und zwei weitere Beete angelegt.
So sah es April 2014 bei uns aus:

DSC_0065 Sicht auf andere Seite Teil d. Grundstücks

Klar wir hatten schon einiges im Haus angebaut und in Kübeln rund herum – auch das Kastenbeet gab einiges her…. wir kamen aber nicht ganz so schnell voran, wie wir hofften, da unser Kleinster als Baby natürlich auch viel Aufmerksamkeit brauchte.  Von Selbstversorgung war nur deshalb eine Spur da wir viel wild sammelten und auch ertauschten.

Doch trotz alledem ging es stetig voran.
Auch bei mir (Petra) privat, denn seit Anfang 2015 studiere ich nun „soziale Arbeit“ berufsbegleitend und arbeite zudem als Betreuerin in einer Kinderwohngruppe. Genau das, was mich absolut erfüllt und außerdem ausreichend um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften – so dass Andi sich daheim komplett um den Garten kümmern kann.
Und ja, es macht schon viel aus, wenn einer Vollzeitzeit für den Garten da ist, ein zweiter dann einige Stunden die Woche mithilft und durch die Nachbarschaftshilfe und Freunde auch so immer mal helfende Hände dabei sind. Auch die Kinder sind immer wieder mit Feuereifer dabei, natürlich nicht immer 😉

So viel wie im Jahr 2015 ist wohl noch nie passiert und viele weitere Projekte stehen schon an.
So viel aber im Garten passiert, so wenig passiert gerade im „Verarbeiten“ und „Herstellen“. Brot wird zu wenig gebacken und auch wieder mehr gekauft, anstatt selber gemacht.
Das ist eine Phase und wir wissen, dass sie vorbei gehen wird. Unter Druck setzen? Nein das wollen wir uns nicht. Wir sind einfach froh, was wir mit Großfamilie mit fünf eigenen und oft 1-2 Pflegekids, mit Studium, Job und Haushalt doch noch so alles im Garten schaffen.
Unserem Traum der Selbstversorgung kommen wir auf jeden Fall immer näher. Und eines haben wir auch in der Selbstversorgung erkannt: man KANN vieles herstellen – man MUSS aber nicht. Warum hundert verschiedene Sorten Marmelade einkochen, wenn die Kinder nur vier Sorten mögen? Warum Sirup herstellen, wenn Wasser am liebsten getrunken wird? Weniger ist auch hier manchmal mehr 🙂

 

Nun aber zu den ganz aktuellen Eindrücken vom Garten – gerade noch rechtzeitig vor dem Gewitter 🙂 (anklicken, dann seht ihr alles in groß)

Das Beet vor dem Haus mit Feuerkorb und Sitzgelegenheit:

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Blick auf den Garten

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Heikräuterstreifen

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Das neue ackergroße Beet mit einem kleinen Ententeich davor (ein größerer Teich folgt)20150608_192502

Tippi mit Lagerfeuerplatz 🙂20150608_192512

Blick auf Kräuterspirale und ein kleines Beet davor20150608_192531

Kräuterspirale mit Teich (Entensicher, der Teich ist für alle anderen Tiere)

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Das Minzbeet:

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der lange Streifen am Grundstück schaut noch wild aus, dort wachsen u.a. Ringelblumen und Sonnenblumen20150608_192609

Blick übers Ackerbeet aufs Gewächshaus – die Folie kommt diese Woche drauf, dann gehts da los!20150608_192632

Topinambur usw am Grundstrücksstreifen20150608_192641

Blick vom Fahrradweg auf den Garten – aus dem Palettenhaufen rechts wird ein Gartenhaus gebaut20150608_192742

Eines der Gemüsebeete20150608_192856

Die Rosen an der Haustür 🙂 Der Rosengarten auf der Wiese wird noch kommenDSC_0090

So das wars für heute -bis bald mal wieder 🙂