Stockholm – ein Paradies für Veganer

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Endlich war es soweit, Andi und ich traten zu unserem ersten Paar-Urlaub seit 16 Jahren an. Abgesehen von geschäftlichen Reisen war es eigentlich sogar der erste Urlaub, den wir JE ohne Kinder unternommen haben. Vorfreude war also garantiert.
Das spannende an diesem Unternehmen war aber, dass es auch unsere erste Reise in „vegan“ werden sollte. Seit Anfang des Jahres haben wir ja komplett umgestellt und das sollte sich auch auf unserer Reise nicht ändern. Dass es hier und da auch in Stockholm ein vegetarisch/veganes Restaurant gibt, das wussten wir. Aber wie der Tag ansonsten vegan durchgebracht werden kann, war für uns unklar und stellte irgendwie ein Abendteuer dar.

20160224_192050

Los ging es am Donnerstag früh: Für unterwegs hatten wir uns noch bei unserem Lieblingsbioladen vegane Semmeln gekauft. Der Flieger startete mittags in München und zwei Stunden später waren wir schon in Stockholm. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir zufällig unsere Unterkunft mitten in der Altstadt (Gamla Stan) gebucht hatten. Ideal also. Bis wir eingecheckt hatten, war es fast 17 Uhr und wir waren hungrig. Also ging es los zu unserem ersten Ziel zum „Hermitage“ mitten in Gamla Stan. Uns erwartete an diesem Abend ein rein veganes Buffet und das zu einem Preis von nur umgerechnet 12,50€ pro Person. Getränke bestellten wir dazu, was in Schweden jedoch völlig unnötig ist. Denn als wir sahen, wie die Nachbartische sich einfach immer wieder Wasser aus der Küche holten, fragte ich einfach mal eine Schwedin, ob denn das Wasser inklusive sei (und das habe ich sogar auf schwedisch geschafft *freu*). Sie erklärte mir dann freundlich: Wasser ist in Schweden IMMER inklusive. Restaurants erwarten auch nicht von einem, dass man noch andere Getränke dazu bestellt. Das ist riesig und der Buffet Preis ist damit nochmal um einiges besser. Aber nicht nur das: Das Wasser ist nicht nur gut, es ist sehr gut. Die Qualität ist spitze und übertrifft die meisten Quellwasser, die man in Deutschland in Flaschen zu kaufen bekommt.
Wir waren an unserem ersten Abend also überwiegend mit Schlemmen beschäftigt. Sogar leckeren veganen Kuchen gab es als Dessert.

20160226_202825-1
Danach schlenderten wir noch durch Gamla Stan – mit Abstand der schönste Teil Stockholms. Verwinkelte Gassen, alte, aber sehr gut erhaltene Gebäude, ein Sinn für schöne Architektur und viele wundervolle Aussichtspunkte. Und Wasser – überall Wasser – kreuzt sich mitten in Stockholm das Meer mit dem See Mälaren und ist auf 14 Inseln erbaut.

20160226_174421
Am Freitagmorgen erhielten wir dann von der Rezeption eine Rabattkarte für das Frühstück im Café „Under Kastanien“. Tatsächlich stand auf dem Platz vor dem Café eine imposante Kastanie, umgeben von wundervollen Stadthäusern.

20160226_101004

Ein veganes Frühstück stand allerdings nicht auf der Karte. Aber warum nicht einfach mal fragen? Gesagt getan und wir erhielten ein super leckeres Avocado Sandwich, ein reichhaltiges Nussmüsli und Kaffee mit Sojamilch. Perfekt und das zum Preis von gerade mal umgerechnet ca. 6,50€. Und das schöne dabei war: man wusste mit vegan etwas anzufangen und die Frage danach schien nicht ungewöhnlich zu sein. Etwas, was wir auf unserer Reise durch Stockholm immer wieder erfahren durften.

20160226_094338

?

Nachdem wir den Vormittag durch Södermalm liefen, um 2 Bioläden zu finden, entschlossen wir uns, dass dies den Ausflug nicht wert war (auch wenn wir uns dort Brotzeit für unterwegs kauften) und kehrten wieder um. Vorher halfen wir noch einer älteren Dame nach Hause, die vor unseren Augen die Treppe herunter fiel und sichtlich glücklich war, bis zur Wohnung gebracht zu werden. Auf dem Rückweg landeten wir „versehentlich“ an einer Anhöhe, die von Gamla Stan durch Wasser getrennt war. Welch wundervolle Aussicht wir da hatten. Ja, Stockholm ist wirklich wundervoll.

20160226_125411

20160226_125822
Weiter ging es dann mit der Fähre rüber nach Djurgården. Fähre fahren ist auch relativ günstig, sofern man sie nicht mehrmals täglich nutzen will. Auffällig dabei: Ohne Saison ist ein Ticketkauf mit Bargeld mitunter schwierig. Die Schweden lieben Karten, vor allem Kreditkarten. Selbst der Kaffee wird mit Karte gezahlt.
Angekommen in Djurgården landeten wir in Skansen. Skansen ist ein riesiges Freilichtmuseum. Museen mag ich eigentlich nicht sooo gerne. Ich bin lieber draußen unterwegs. Aber Skansen war dafür perfekt, denn es handelt sich um ein historisches Freilichtmuseum, wo man traditionelle und alte Häuser, Bauernhöfe und mehr aus Schweden betrachten kann. Im Sommer sollte man dafür einen kompletten Tag einplanen, denn neben den vielen Sehenswürdigkeiten wird auch an vielen verschiedenen Stellen die alte Handwerkskunst vorgestellt. Im Winter sind die meisten Gebäude leider geschlossen, dennoch lohnte sich der Ausflug.

20160226_151610

20160226_154023

?

Abends gingen wir dann wieder im Hermitage essen. Diesmal gab es andere Gerichte, man könnte also theoretisch jeden Tag dort Essen gehen, ohne dass einem langweilig wird 😉

Am Samstagmorgen – nach unserem Frühstück – starten wir diesmal mit dem Schiff in Richtung Meer. Der Stockholmer Schärengarten, bestehend aus 30.000 Inseln und Felsen, hatte es uns dabei angetan.

20160227_120604

Wundervoll ist es da draußen und einen Ausflug wert. Mittags kam dann der Hunger und wir waren schon etwas in Sorge, da auf dem Schiffsbuffet nichts Veganes zu erkennen war. Also fragten wir einfach wieder nach und wünschten uns ein veganes Baguette. Wieder bekamen wir als Antwort nur ein: Javisst! (natürlich) und wenige Minuten später erhielten wir eine leckere Mahlzeit. Egal wo, in Stockholm bekommt man wirklich an jeder Ecke etwas veganes zu Essen – manchmal muss man fragen, aber dann wird einem gerne etwas hergerichtet.

20160227_132314
Auf dem Boot waren wir dann doch sehr lange unterwegs – denn die Hin-und Rückfahrt nach Vaxholm dauerte drei Stunden- obwohl dies gerade mal der Anfang der Schären war. Möchte man weiter raus, ist man bis zu 4 Stunden einfach unterwegs. Das mag sich dann vielleicht im Sommer lohnen, wenn man auf eine der Inseln übernachtet. Im Winter ist bis auf wenige Ausnahmen nicht viel los.

20160227_123157
Am Nachmittag tingelten wir dann durch einige Geschäfte in Stockholms Gamla Stan. Uns hatte es ein „Fantasy“ Geschäft angetan, wo es auch viele tolle Gesellschaftsspiele und Rollenspiele gab. Gekauft haben wir da nichts- die Preise sind um einiges höher, als in Deutschland. Nachmittags fanden wir dann einen veganen Bäcker, die „Svattva Bakeri“ und machten dort eine kleine Pause für Kaffee und Kuchen. Lecker, günstig und sogar Rohköstler kommen dort auf ihre Kosten.

20160227_155541
Am Abend liefen wir dann nach Norrmalm, um eine vegetarische Pizzeria aufzusuchen. Überhaupt waren wir fast immer zu Fuß unterwegs. Ich schätze, dass wir täglich gut 6-7km erlaufen haben.

20160227_170400
Und das war bei dem tollen Wetter einfach wundervoll. Es mag in Stockholm zwar ein wenig kälter sein, aber die Sonne ist der oberhammer. Sie scheint wahnsinnig hell und freundlich. Das kenne ich aus Deutschland nur von Frühlings- und Sommertagen.
Angekommen in der „O Mama Mia Pizzeria“ hat uns neben dem urigen Ambiente dann die Karte umgehauen. Drei volle Seiten nur mit veganen Pizzen. Drei Seiten! Das habe ich noch nie gesehen. Die Pizzen, die wir dann erhielten waren Weltklasse, das schwedische Bier dazu sowieso und die Preise angemessen. Schade, dass das Restaurant so abgelegen liegt, der für uns einzig ersichtliche Grund, dass es nicht so gut besucht erschien.

20160227_184412-1

20160227_183506

Sonntag war der letzte Tag, den wir in Stockholm genießen konnten. Also nahmen wir uns nichts Großartiges vor. Wir besuchten zuerst den Palast und sahen dem Wachwechsel zu und liefen dann zur imposanten Stadtbibliothek.

20160228_120020-1
20160228_120123-1

20160228_134343

Danach machten wir uns danach nach Södermalm auf, um ein weiteres vegetarisches Restaurant aufzusuchen, dem „Hermans“.
Es gab wieder Buffet, diesmal leider sehr teuer mit über 20€ pro Person, was aber wohl auch am Sonntag gelegen haben könnte. Es hat sich dennoch gelohnt: Eine riesige Auswahl und mit Abstand das beste Essen, dass wir bis dato erhalten hatten.

20160228_144523
Danach sind wir in Södermalm noch etwas Geocachen gewesen und kamen durch Zufall zur Sofienkirche. Ein wunderschöner Ort. Vorbei an einem in Felsen eingearbeiteten Abenteuerspielplatz ging es in zickzack-Kurs wieder Richtung Gamla Stan, nicht aber ohne auf dem Weg eine Brücke zu besteigen, die gefühlt halb über die Stadt ragte. Die Aussicht war atemberaubend.

20160228_162942
20160228_164350
20160228_163054

20160228_173720
Am Montagmorgen ging es dann schon wieder Richtung Heimat und ein bisal wehmütig waren wir doch, als der Flieger genau über Deutschland in eine graue, regnerische Wolkendecke kam.

20160229_143423

?

Aber wir sind sicher – der Frühling wird auch hier bald Einzug erhalten

Unser Fazit:
Stockholm ist eine wundervolle Stadt. Die Schweden sind sehr freundlich und zudem sehr kinderlieb. Ab und zu mussten wir mal nach Müttern! Ausschau halten, denn in Stockholm scheinen überwiegend nur Väter die Kinderwägen zu schieben. Auch gibt es hier auf den meisten Männerklos Wickeltische. Stockholmer scheinen Sushi zu mögen, denn Sushi Bars gibt es an jeder Ecke gleich mehrmals. Vegan leben ist hier keine Ausnahme sondern scheint fester akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft zu sein, das hat uns sehr gefreut. Und Essen gehen ist auch nicht so teuer, wie uns vorhergesagt wurde – vor allem wenn man keine Getränke extra bestellen muss. Ein tolles Gefühlt war es auch, sich auf Schwedisch verständigen zu können. Ich lerne seit drei Monaten schwedisch und habe schon echt viel verstanden. Und die Sonne in Stockholm ist heller, viel heller und so war es kein Problem bei minus 3 Grad von morgens bis abends unterwegs zu sein.
Stockholm ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Eure Petra

20160226_164233-1

20160225_180751

20160225_180830

Nur gesund ernähren reicht mir nicht …

Es reicht!
Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, so oft krank zu sein, so eine schlechte Ausdauer zu haben und unter mangelnder Leistungsfähigkeit zu leiden. Ja, anfällig bin ich schon immer und so ist es für mich total normal, in 4 Wochen auch 3x einen großen Infekt durchzumachen. Dazu kommen regemäßig Gliederschmerzen, obwohl ich aus ärztlicher Sicht gesund bin und letztendlich auch noch eine schlechte Fitness. Das ist schon sehr nervig, wenn man beim Hochrennen der Treppe im 2- stöckigen Haus zum schnaufen anfängt, man fühlt sich uralt!
Außerdem schaue ich mich um und ich betrachte die Menschen die ich kenne, die 50-90 Jahre alt sind. Und ich frage mich: WIE möchte ICH eigentlich alt werden? Wäre es nicht toll, fit bis ins hohe Alter zu bleiben und dem Risiko von Demenz und Bettlägerigkeit zu entgehen? Das wiederum bringt mich zu der Frage, was man denn für ein gesundes Altern tun kann. KLAR, natürlich kann man auch rauchend, saufend und Fastfood-essend sehr alt werden, selbst wenn man sein ganzes Leben vor der Playstation verbringt. Beispiele dafür gibt es genügend! Aber sind sie repräsentativ? Ich bin mir sicher, dass NEIN. Es wurde mit unendlich vielen Studien bewiesen, dass durch zu wenig Bewegung, durch Suchtmittel und durch eine schlechte Ernährung altersbedingte Krankheiten gefördert werden. Sogar Krebs steht in Verdacht, dabei verstärkt auszubrechen. Alles Risikofaktoren, die mich daran hindern könnten, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Und den Vergleich habe ich sogar innerhalb meiner eigenen Familie. Ein Vater, der sportlich sehr aktiv ist, sich gut ernährt und mindestens 15 Jahre jünger aussieht, als er eigentlich ist, der mit auf die 60 zugehend noch Meisterschaften gewinnt. Und eine Großmutter, die nicht mehr vor die Tür geht, nur Fertignahrung zu sich nimmt und gerade von einer der intelligentesten Frauen, die ich kenne, in die Demenz und Bewegungslosigkeit abrutscht…das macht mich nachdenklich…
Bisher konnte ich mich immer ganz gut rausreden: Gesund ernähren? Hach das braucht ja soooo viel kostbare Zeit, die ich nicht habe…. Sport machen? Wann soll ich denn noch Sport machen, nebst derzeit 7 im Haus lebenden Kindern, einer Teilzeitarbeit, einem Teilzeitstudium und dem Selbstversorgergarten? Und dann schaue ich mir an, wie oft ich krank bin. Wie oft ich im Bett liege, ohne etwas tun zu können. Wie sehr ich es brauche, lange zu schlafen… das ist mal so richtig viel Zeit, die mir verloren geht. Und das muss ich nur gegeneinander aufrechnen. Wenn ich es schaffen würde, mir einer gesünderen Lebensweise meinen Krankenstand um 50% zu reduzieren und nur täglich eine Stunde weniger Schlaf benötige (anstatt 9, nur 8 Stunden) – dann könnte ich theoretisch jeden Tag 2 Stunden Sport machen!!! Wenn ich bei täglich 30-45 Minuten Sport bleibe, hätte ich dabei sogar noch Zeit gewonnen.
Ein Experiment, was sich doch wirklich mal lohnen würde, auszuprobieren!

Mit der Nahrungsumstellung haben wir ja bereits 2013 begonnen. Das meiste an Gemüse kommt aus dem eigenen Garten, Obst ertauschen wir uns bei Freunden und auch Brot und Co. wird oft selbstgebacken. Dennoch war auch immer wieder einmal Fastfood dabei – Essen gehen, weil keine Zeit war und gerade bei mir: ein enorm hoher Schokoladenkonsum und Kaffee trinken mit Zucker. Letztes Jahr haben wir dann sehr viel vegan gelebt und seit Anfang Januar haben wir komplett auf vegan umgestellt. Tja und die Auswirkungen sind jetzt, nur 5 Wochen später schon total irre: Ich habe keine Lust mehr auf Schokolade. Eine Tafel reicht mir jetzt meist eine ganze Woche (vorher nur einen halben Tag!). Ich habe tatsächlich ständig Lust auf Gemüse, Salat, Nüsse usw. und sogar der Appetit auf gekochte Nahrung geht zurück. Das erste Mal seit 3 Jahren bin ich 5 Wochen am Stück nicht krank. Und bei mir heißt das was! Gliederschmerzen habe ich vor 8 Wochen das letzte Mal gehabt…bin ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg? Es motiviert ihn weiter zu beschreiten…

Und by the way… vegan leben ist kein Verzicht:

20160115_104531
Inspiriert haben mich eigentlich erst die Bücher vom Atilla Hiltmann. Ich hatte sie mir zum Glück ausgeliehen, denn kaufen werde ich mir die Bücher nun nicht mehr, nachdem er gerade rechte Parolen verbreitet. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Jemand der vegan, aber vollwertig kocht (denn viele vegane Bücher nutzen Weißmehl, Zucker und Co.) und jemand, der evtl. schon Erfahrung in der Kombination mit Sport hat. Ich habe mich immer wieder gefragt:
Ist es möglich, sich vegan zu ernähren und Muskeln aufzubauen, ohne Zusatzprodukte zu konsumieren? Ja ist es, denn Brendan Brazier zeigt es in seinem Buch: „Vegan in Topform“.
Dort findet man nicht nur Rezepte, sondern er erklärt auch genau, warum was gesund und warum was ungesund ist. Und er macht Sport. Er ist hauptberuflicher Sportler und trainiert immer wieder für den Iron-Man, den er mit Spitzenpositionen meistert. Das hat mich überzeugt.

20160207_112402

Nein, Hochleistungssportlerin möchte ich nicht werden. Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit, zumal meine Berufung die soziale Arbeit ist. Aber es überzeugt mich, dass die vegane Ernährungsform, kombiniert mit Sport einen gesunderen, fitteren Körper hervorbringt, der so als kleinen interessanten Nebeneffekt auch langsamer altert 😉 Brendan beschreibt übrigens auch wunderbar, auf was man alles bei der veganen Ernährung achten muss – denn auch Veganer können sich absolut ungesund und mangel ernähren! Er schreibt in seinem Buch zwar von der „Thrive-Diät“, das sollte einen allerdings nicht abschrecken. Es ist keine Diät. Es ist eine Nahrungsumstellung. Die Rezepte sind vielfach ab wandelbar, schmecken göttlich und ehrlich gesagt habe ich noch nie mit Freude so vielfältige und wunderbare Gerichte gegessen, wie seitdem wir auf vegan umgestellt haben.
Und übrigens – auf vegane Ernährung umzustellen, wenn man sich langsam ran tastet, kostet mich nicht eine Minute mehr Zeit! Mein Lieblingsfrühstück, der grüne Smoothie z.B., ist in genau 3-4 Minuten hergerichtet, ist aber ein Frühstück für die ganze Familie!

Jetzt fehlt nur noch der Sport. Gerade die ständigen Rückenschmerzen bringen mich immer wieder zu diesem Punkt zurück. Mit Sport könnte es noch besser werden!
Und hier muss jeder sein eigenes Maß finden. Mein Plan für mich persönlich ist: 2x die Woche 30 Minuten walken, 2x die Wochen 45 Minuten Pilates (das kann ich beides zu Hause machen!) und 2x die Woche 1 Stunde Fitness-Studio (das einzige was mich dann wirklich etwas Zeit kostet!). 1 Tag Pause. Und wenn ich einen 2. Tag Pause brauche, ist das auch ok. Pausen sind für den Körper enorm wichtig.
Und das ziehe ich jetzt durch. Denn ich habe ja ein Ziel. Ich habe es satt so oft krank zu sein, Rückenschmerzen zu haben und so lange schlafen zu müssen und ich bin dafür gerne bereit, etwas Zeit in Sport zu investieren. Es wird sich am Ende auszahlen.
Also packen wir‘s an! Andi macht dabei natürlich auch mit – mit einem abgewandelten Trainingsplan.
Und ich habe vor, alle 1-2 Wochen darüber zu berichten. Über Fortschritte oder auch Rückschritte. Die besten Rezepte dabei preis geben und auch wieder Artikel über die Kosten-Nutzen-Bilanz zu schreiben. Denn gerade bei Rezepten mit „teurem Superfood-Zutaten“ wird das sehr interessant, ob man sich das so überhaupt leisten kann 😉

Bis die Tage, ich freue mich! Eure Petra

Macht endlich den Mund auf und beweißt, dass ihr aus der Vergangenheit gelernt habt!

Vor gut 15-20 Jahren – während meiner Schulzeit – nahmen wir im Unterricht sehr exzessiv die Zeit des Dritten Reiches durch. Wir beteten von vorne nach hinten die Auslöser, die Ereignisse und die Folgen durch. Damals erschien mir der Unterricht in dieser Intensität übertrieben. Denn für mich war es absolut unverständlich, wie so etwas passieren konnte… Ich konnte nicht glauben, dass eine ganze Nation bei den Verbrechen entweder mitmachte, oder aber zumindest wegsah. Wieso hatten die Menschen sich nicht gegen das NS Regime gestellt und gemeinsam verhindert, dass diese abscheulichen Taten begangen werden konnten? Warum gab es so viele Mitläufer, die sogar ihre Nachbarn und ehemals besten Freunde verrieten?
Als junges Mädchen – noch mit dem unschuldigen Glauben an das Gute in der Welt – konnte ich das einfach nicht nachvollziehen. Gründe erfuhren wir von unseren Lehrern natürlich genügend und dennoch erschienen mir diese Gründe absolut fadenscheinig. Es gab einfach NICHTS, was es in meinen Augen rechtfertigte, das eine ganze Nation Millionen von Menschen in den Tod schickte und nichts dagegen unternahm…
Bis noch vor Kurzem erschienen mir rechts gesinnte Menschen in der Minderheit und ich machte mir keine Sorgen. Mir war ja auch absolut klar, dass sich die Geschichte nicht wiederholen kann, hatten wir doch alle daraus gelernt. Wer es nicht miterlebt hatte, wurde im Unterricht oder durch Fernsehen und Politik ständig daran erinnert, was für Verbrechen damals geschehen konnten. Natürlich sind wir auch Generationen danach so sehr sensibilisiert, dass es keine Chance der Wiederholung gibt…Heute würden wir nicht so leicht Parolen nachplappern, heute würden wir nicht mehr glauben, dass ein bestimmter Teil der Bevölkerung wertloser ist. Heute würden wir uns gegen jeden Stellen, der solches auch nur denken würde und auf rechtsgesinnte Ausschreitungen würden wir heute Taten folgen lassen durch Inhaftierungen und Verurteilungen. Alles möglich auf Basis unserer Gesetzgebung, mit dem wichtigen Teil des Grundgesetzes.
WIRKLICH? Ist das heute wirklich so?
Ich – ein Gutmensch – wie er im Buche steht, bin wohl zu leichtgläubig an das Thema herangegangen. Denn meine damalige Überzeugung hält heute nicht mehr Stand!

Auch wenn es viele noch nicht erkennen: Heute stehen wir wieder genau da, wo wir am Anfang der NS Zeit auch standen. Rechte Parolen sind unter dem Deckmantel der „besorgten“ Bürger gesellschaftsfähig geworden. Zu viele Menschen haben sich anstecken lassen vom braunen Gedankengut und das Schlimme ist: sie erkennen es nicht einmal als solches! Es scheint heute wieder soooo einfach zu sein, einen gewissen Teil der Bevölkerung zu verurteilen und ihnen sogar Teile der Menschenrechte abzusprechen.
Damals waren es die Juden, die immer mehr ihrer Rechte verloren – heute sind es die Flüchtlinge.
Damals waren es die Juden, die uns die Jobs wegnahmen, für unsere Kinder eine Bedrohung darstellten, die sich nicht benahmen, die unehrlich waren – heute sind es die Flüchtlinge.
Weder Juden durften damals noch dürfen Flüchtlinge heute arbeiten – weder Juden bekamen damals noch bekommen Flüchtlinge heute die Grundsicherung – Juden wurden damals separiert, Flüchtlinge werden heute in großen Lagerhallen abseits der deutschen Bevölkerung „gesammelt“. Jüdische Kinder durften damals keine deutschen Schulen mehr besuchen – Flüchtlingskinder dürfen dies heute „noch“: Die Betonung auf NOCH, denn sollte die Idee des Erfurter Bürgermeisters, vom Aussetzen der Schulpflicht für Flüchtlingskinder Schule machen, wird auch dies bald der Vergangenheit angehören.
Was ist Stand heute bitte besser als zu den Anfängen der NS Zeit?
Heute wird eine gewisse Gruppe von Menschen herabgesetzt, verurteilt und ihrer Recht beraubt. Was macht nun Euch alle – die ihr zuseht oder gar mitmacht, zu besseren Menschen als die Nationalsozialisten von damals?
Keinen Deut besser seid ihr!
Es werden keine Menschen umgebracht mögt ihr sagen – damals wurden die Juden schließlich vergast und das war in Euren Augen vielleicht das eigentliche Verbrechen – außerdem waren es viele Millionen….
Ja vergast werden heute bei uns keine Menschen mehr…. Aber tot bleibt tot und tote Flüchtlinge gibt es in Massen. Tausende über tausende ertrinken jährlich im Meer, bei dem Versuch, sicheren Boden unter den Füßen zu erlangen. Andere sterben an Hunger, viele an Gewalttaten auf dem Weg hierher, manch einer erstickt sogar mitten in Österreich in einem LKW. Männer ebenso wie Frauen und Kinder! Sind wir nun heute besser, weil wir nicht selber Hand angelegt haben? Sind wir besser, weil sie nicht auf „unserem“ Boden starben?
Nein, das sind wir nicht. Wenn ich eines gelernt habe: JEDER der wegschaut, macht sich mitschuldig. Denn jeder der wegschaut, hätte sich für diese Menschen einsetzen können. Viele Menschen, die sich einsetzen, können ganze Regierungen stürzen – warum nicht auch den Tod von tausenden von Menschen verhindern?

Aber es ist auch so verdammt mühselig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Wer hat nicht diese Science Fiction! Bücher gelesen, wo auf der Erde eine riesige wundervolle Stadt existierte – voller grün, mit „glücklichen“ Menschen und umgeben von einer Glaskuppel, die jeden Stadtbewohner vor den schädlichen Einflüssen von außen beschützen sollte. In der Stadt lebten die Menschen, die rechtschaffend waren und es verdient hatten, diesen Wohlstand zu genießen. Außerhalb dieser Stadt aber lebten nur noch Verstoßene, Kriminelle, Aufständige und bettelarme Menschen. Natürlich gab es kein rein und kein raus aus dieser Stadt. Keine Chance für den armen Menschen von außen, jemals in die Stadt und zu Wohlstand zu gelangen. Und keiner in der Stadt hätte diesen Wohlstand mit den Menschen da draußen je teilen wollen. Ging es ihnen in der Glaskuppel doch einfach zu gut und natürlich waren die Menschen da draußen auch weniger Wert und hatten weniger Rechte – einfach Pech, dass viele auf der falschen Seite geboren wurden…
Fällt Euch etwas auf?
Ist dieses Science Fiction Szenario nicht schon lange Realität geworden? Sitzen wir hier nicht alle gemütlich, in Wohlstand schwelgend auf unserem Hintern und haben einfach keine Lust davon etwas an die Menschen „da draußen“ abzugeben? Wir haben Angst, dass wir unsere Gemütlichkeit und unseren Reichtum verlieren könnten und darum suchen wir nach Gründen, warum die Menschen „da draußen“ eben diesen Wohlstand NICHT verdient haben. Und sogar die passende Kuppel errichten wir gerade dazu. Etwas anderes sind die meterhohen Zäune mit Stacheldraht-Ummantelung nämlich nicht. Und was der Stacheldraht oder die sinkenden Boote nicht aufhalten, das erledigt dann tonnenweise Tränengas, was auf die Menschen „da draußen“ abgedrückt wird.
Diese unschöne Utopie ist schon lange Wirklichkeit geworden! Ich gebe zu, sehr schleichend, denn auch ich habe nicht gleich geschnallt, an welchem Punkt sich unsere Gesellschaft befindet. Doch spätestens JETZT, wo täglich!!! Flüchtlingsunterkünfte brennen, die Gewalttaten gegen ausländische Mitbürger so hoch sind wie noch nie, wo sich rechte Kommentare gerade in den sozialen Medien erschreckend schnell verbreiten, wo Kinder von Rechten angepinkelt werden und die Toten schon bis nach Österreich schwappen, spätestens JETZT sollte auch der Letzte von uns aufwachen!
Jeder der schweigt macht sich mitschuldig. Und das muss sich nicht wiederholen. Wir können ALLE etwas tun. Wir können an die Politiker herantreten, Demos veranstalten und besuchen, wir können weitere Promis motivieren, ihre Stimme zu erheben und wir können selber unsere Stimme erheben. Wir können Blogeinträge verfassen, um Stellung zu beziehen und jeden rechten Kommentar aus Facebook davon wischen. Wir können unsere Freunde, Nachbarn und Bekannten aufklären über das, was passiert und wir können HELFEN. Wir können den Menschen, die in ihrer Not hierhergekommen sind, unsere Hand reichen: sei es durch Spenden, sei es durch Gespräche oder gar eine Freundschaft. Solidarisiert Euch miteinander und macht bitte endlich alle den Mund auf. Je mehr Menschen Stellung beziehen, umso mehr Menschen werden aufwachen und dann bin ich sicher, können wir es schaffen, dass sich die Geschichte diesmal in eine andere Richtung entwickelt.

Lasst uns der Welt beweisen, dass wir wirklich aus unserer Vergangenheit gelernt haben!

Und wer wirklich nicht weiß, was er noch so tun kann, kann diese tolle Aktion unterstützen:

http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlingei

#BloggerFuerFluechtlinge

Zucchini süß-sauer oder: der Anbau von Gemüse lohnt sich! und zwar richtig ;)

Wir sind wieder mitten drinnen: Mitten in der Erntezeit und somit auch beim Haltbarmachen für den Winter.
Dieses Jahr werden wir mit den Vorräten schon viel weiter kommen als noch letztes Jahr.
Und wir haben umgestellt: Denn aufgrund von Platzmangel und auch den Stromkosten werden wir vom Einfrieren absehen. Einfrieren kostet zum einen wirklich viel Strom – eine große Truhe/oder ein großer Gefrierschrank benötigen zudem viel Platz. Platz, den wir für ein selbstgebautes Lagerregal viel besser ausnutzen könnten. Und dann ist da noch die Problematik mit den offenen Türen. Einmal nicht aufgepasst – die Türe nicht richtig geschlossen – und schon hat man einen völlig vereisten Gefrierschrank vor sich stehen, wo man vor lauter Eis keine Lebensmittel mehr auf die schnell findet, bzw. diese erst mühsam frei schaufeln muss und was natürlich zudem noch mehr Strom verbraucht als es vorher eh schon der Fall war.
Also setzen wir dieses Jahr überwiegend auf EINMACHEN und als Ergänzung auf TROCKNEN. Für das Trocknen steht uns derzeit ein warmer Dachboden und bei fehlender Wärme dann ein Dörrautomat bereit und für das Einmachen wunderbar viele leckere Rezepte.
Heute geben wir – mit Kostenbilanz! – unser liebstes Rezept zum Einmachen für Gurken und Zucchini preis (was aber mit so gut wie jedem anderen Gemüse auch funktioniert!).
Und diesmal ist unsere Kosten-Bilanz besonders: Sie zeigt auf, dass sich der eigene Anbau von Gemüse absolut rentiert!

 

Topf mit Leckerreien 😉

IMG-20150815-WA0014

 
Zucchini süß-sauer Rezept

Man nehme:
5 kg Zucchini grob geschnitten und mit Schale (Alternativ Gurken!)
2 kg Paprika grob geschnitten – gelb und rot schmecken uns am Besten
2 kg Karotten in dünnen Scheibchen
2 kg Zwiebeln (rote passen sehr gut dazu)
und gebe dieses in einen großen Topf, welcher mit einem Sud aus
2 Liter Apfelsaft – naturtrüb ist hier super lecker
2 Liter Apfelessig
500 g Rohrohrzucker
3 -4 Eßl Salz
1 TL Kurkuma
2 Eßl weiße oder rote Pfefferkörner
und 2 Handvoll gehackten Dill (Alternativ geht auch Fenchelkraut!)
aufgefüllt wird.

Das ganze erwärmt man bis es kocht und köchelt es dann weitere 5 Minuten lang.
Noch heiß in vorher ausgekochte Gläser abfüllen – fertig.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann alle Gläser nochmal bei 100 Grad für 15 Minuten in den Ofen stellen. So hält sich das ganze mindestens 1 Jahr – erfahrungsgemäß ist es auch nach 2 Jahren noch super lecker.
Natürlich kann es mit anderem Gemüse kombiniert werden, wie z.B. Aubergine oder Knoblauch.
Es schmeckt nicht nur wunderbar zur Brotzeit, sondern stellt auch eine tolle Basis für Suppen und Soßen, bzw. Nudeln dar.
Gerade wenn man wie bei uns keinen Keller besitzt, um Karotten, Zucchini und Co bis zum Winter zu lagern, stellt diese Form des Einmachens eine tolle Alternative dar. Die Gläser müssen lediglich etwas Lichtgeschützt stehen und sollten natürlich nicht gerade Sauna-Temperaturen ausgesetzt sein.

 

Das Ergebnis 😉

DSC_0083

 

Kosten-Bilanz

Heute erstelle ich hier einmal eine andere Bilanz: Den Vergleich von Selbstgemacht mit Anteilen aus dem eigenen Garten gegenüber dem fertig gekauften Glas inklusive dem Zeitaufwand! Für den Zeitaufwand berechne ich einmal 15€ die Stunde, was ich in ca. in meinem Beruf verdienen würde.

5 kg Zucchini – 1,56€
(Kosten Saatgut: 1,20€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 4 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 100 kg )
2 kg Paprika – 1,30€
Kosten Saatgut: 2,40€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 30 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 50 kg )
2 kg Karotten – 4,25€
Kosten Saatgut: 1,90€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 15 kg )
2 kg Zwiebeln – 3,20€
Kosten Saatgut: 2€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 20 kg )
2 Liter Apfelsaft – 3€
(10 Liter Karton für 15€ über Dorfleute)
2 Liter Apfelessig (noch gekauft) – 7,80€ (1,95€ je 500ml Flasche beim dm – als Tipp: auch Essig kann man selber machen!)
500 g Rohrohrzucker (gekauft) – 1,38€ (2,75€ für 1kg beim dm)
3 -4 Eßl Salz (gekauft) – 0,01 cent (20kg Packung bei der Biomühle kosten 30 cent das kg!)
1 TL Kurkuma (gekauft) – 0,10 cent (aufgerundet geschätzt)
2 Eßl weiße oder schwarze Pfefferkörner (gekauft) – 0,91€ (2,75€ je 70g im dm)
2 Handvoll gehackten Dill (ohne € Angabe, da dies bei uns ein „Resteprodukt“ ist.)
Strom: 2,1 cent fürs Einkochen und 12,5 cent fürs Einkochen
(Verbrauch eine halbe Stunde Kochen (Leistungsaufnahme 100 Watt): rund 12,5 Cent
– herkömmlicher Backofen: 75 Cent pro Stunde (Leistungsaufnahme 3000 Watt), Umluft-Ofen: 50 Cent (ca. 2100 Watt)
Arbeitszeit ca. halbe Stunde (7,50€)

Gesamt in Euro: 30,25€
Gesamt in Menge: ca. 30 Stück 500ml Gläser (15 Liter)
Literpreis: 2,02€

Als Vergleich nehme ich einmal Essiggurken vom dm – diese sind Bio.
Eine Mischung mit Paprika usw. wäre natürlich nochmal teurer! Hier finde ich allerdings keinen Vergleich von einem Gemüsemix im Glas in Bioqualität.
Die Gurken genügen jedoch vollkommen als Vergleich, da auch hier die Einsparung schon enorm ist!
Gurken kosten im dm je Liter 5,42€. Somit sparen wir durch das Selbermachen 3,40€ je Liter.
Bei diesem Rezept sind dies alleine schon 51€, die wir gespart haben.

 

Das „Einmach“ – Team 😉

DSC_0088

 
Fazit:

Dieses Fazit bestätigt uns sehr auf unserem Weg zur Selbstversorgung!
Alleine bei diesem Rezept sparen wir je Liter 3,40€ ein (Preis dm 5,42€, Preis Selbermachen 2,02€), womit wir 51€ auf die Seite legen können.
Doch die Ersparnis ist in der Realität natürlich noch viel höher:
1. Würde der Liter eingemachtes Gemüse mit dieser Vielfalt (Karotten, Paprika, Zwiebeln) natürlich mehr kosten, als nur ein reines Gurkenglas
2. Haben wir hier nur die Mindest-Erntemenge der Pflanzen erörtert– diese könnte auch höher liegen
3. Kann der Ertrag in dieser Rechnung von Jahr zu Jahr gesteigert werden, da sich dann unser Boden verbessert (angebaut wurde auf einer Fläche, die letztes Jahr noch eine Ackerwiese war)
4. Spart man natürlich durch die Gartenarbeit wieder Zeit für Spazieren gehen und Fitnessstudio, bzw. meditieren, weil man genau dies bei der Arbeit mit den Pflanzen schon erledigt. 😉

Es lohnt sich damit nicht nur das Selbermachen – sondern gerade auch das Selber ANBAUEN.
Oft wurden wir gefragt, ob der zeitliche Einsatz denn in Relation zum Nutzen steht. Wie man anhand dieses Beispiels sehen kann, können wir dies bejahen: Wir leben nicht nur naturnaher, bewusster und gesünder, nein wir machen das, was uns Spaß macht UND sparen damit einige hundert Euro im Monat!
Ich werde immer wieder Beispiele aufzeigen und ausrechnen, woran man dies gut nachvollziehen kann.

Bis bald J

Vorher und Nachher – es geht voran

Immer weiter dreht sich das Rad des Lebens – es ist ein ständiger Wandel und auch eine immer weiter voranschreitende Entwicklung nach vorne.
2013 entschieden wir uns dazu, naturnaher und bewußter zu Leben. Wir fingen an, vieles auszuprobieren und auszutesten. Der Fokus lag da noch auf dem Verarbeiten von Lebensmitteln, sowie der Herstellung anderer für den Alltag nötiger Produkte – aber noch nicht auf dem Anbau der Lebensmittel. Die 1 Hektar große Wiese war damals zwar schon da, aber außer einem kleinen Kastenbeet und einem kleinen Kinderspielbereich war dort nicht viel vorhanden. Der Bauer mähte da noch unseren komletten „Garten“ mit dem Traktor.

Der Garten 2012 und 2013:
4774127878_b0fec037baimg_01374559561831_f450666de2

Im Sommer 2013 bauten wir die ersten Kräuterbeete aus Paletten auf der Terasse, aber so richtig los ging es dann im Frühling 2014.
Es wurden Zäune gebaut, ein Gewächshaus, ein Sandkasten und zwei weitere Beete angelegt.
So sah es April 2014 bei uns aus:

DSC_0065 Sicht auf andere Seite Teil d. Grundstücks

Klar wir hatten schon einiges im Haus angebaut und in Kübeln rund herum – auch das Kastenbeet gab einiges her…. wir kamen aber nicht ganz so schnell voran, wie wir hofften, da unser Kleinster als Baby natürlich auch viel Aufmerksamkeit brauchte.  Von Selbstversorgung war nur deshalb eine Spur da wir viel wild sammelten und auch ertauschten.

Doch trotz alledem ging es stetig voran.
Auch bei mir (Petra) privat, denn seit Anfang 2015 studiere ich nun „soziale Arbeit“ berufsbegleitend und arbeite zudem als Betreuerin in einer Kinderwohngruppe. Genau das, was mich absolut erfüllt und außerdem ausreichend um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften – so dass Andi sich daheim komplett um den Garten kümmern kann.
Und ja, es macht schon viel aus, wenn einer Vollzeitzeit für den Garten da ist, ein zweiter dann einige Stunden die Woche mithilft und durch die Nachbarschaftshilfe und Freunde auch so immer mal helfende Hände dabei sind. Auch die Kinder sind immer wieder mit Feuereifer dabei, natürlich nicht immer 😉

So viel wie im Jahr 2015 ist wohl noch nie passiert und viele weitere Projekte stehen schon an.
So viel aber im Garten passiert, so wenig passiert gerade im „Verarbeiten“ und „Herstellen“. Brot wird zu wenig gebacken und auch wieder mehr gekauft, anstatt selber gemacht.
Das ist eine Phase und wir wissen, dass sie vorbei gehen wird. Unter Druck setzen? Nein das wollen wir uns nicht. Wir sind einfach froh, was wir mit Großfamilie mit fünf eigenen und oft 1-2 Pflegekids, mit Studium, Job und Haushalt doch noch so alles im Garten schaffen.
Unserem Traum der Selbstversorgung kommen wir auf jeden Fall immer näher. Und eines haben wir auch in der Selbstversorgung erkannt: man KANN vieles herstellen – man MUSS aber nicht. Warum hundert verschiedene Sorten Marmelade einkochen, wenn die Kinder nur vier Sorten mögen? Warum Sirup herstellen, wenn Wasser am liebsten getrunken wird? Weniger ist auch hier manchmal mehr 🙂

 

Nun aber zu den ganz aktuellen Eindrücken vom Garten – gerade noch rechtzeitig vor dem Gewitter 🙂 (anklicken, dann seht ihr alles in groß)

Das Beet vor dem Haus mit Feuerkorb und Sitzgelegenheit:

20150531_183820

 

Blick auf den Garten

20150608_192414

 

Heikräuterstreifen

20150608_192455

Das neue ackergroße Beet mit einem kleinen Ententeich davor (ein größerer Teich folgt)20150608_192502

Tippi mit Lagerfeuerplatz 🙂20150608_192512

Blick auf Kräuterspirale und ein kleines Beet davor20150608_192531

Kräuterspirale mit Teich (Entensicher, der Teich ist für alle anderen Tiere)

20150608_192544

Das Minzbeet:

20150608_192551

der lange Streifen am Grundstück schaut noch wild aus, dort wachsen u.a. Ringelblumen und Sonnenblumen20150608_192609

Blick übers Ackerbeet aufs Gewächshaus – die Folie kommt diese Woche drauf, dann gehts da los!20150608_192632

Topinambur usw am Grundstrücksstreifen20150608_192641

Blick vom Fahrradweg auf den Garten – aus dem Palettenhaufen rechts wird ein Gartenhaus gebaut20150608_192742

Eines der Gemüsebeete20150608_192856

Die Rosen an der Haustür 🙂 Der Rosengarten auf der Wiese wird noch kommenDSC_0090

So das wars für heute -bis bald mal wieder 🙂

Nie wieder Shampoo Teil 2 oder „Natron ein Alleskönner“

Vor über einem Jahr berichtete ich auf unserem Blog bezüglich eines Shampoo-Ersatzes: https://zumursprungzurueck.com/2013/12/17/nie-wieder-shampoo-oder-wie-kopf-und-zahne-naturlich-sauber-bleiben/
Mein Erfahrungen mit Lavaerde waren durchweg gut, aber nicht bei jedem der Mitleser schlug es so erfolgreich an. Also machte ich mich nun vor Kurzem wieder ans Ausprobieren von verschiedenen Alternativen.
Hängen geblieben bin ich zum einen bei selbstgemachter Shampoo-Seife. Diese kann man – wie auch Seife zum Händewaschen – selber sieden und je nach Rezeptur ist sie genauso erfolgreich wie „herkömmliches“ Shampoo.
Doch ich dachte mir, es müsse doch auch möglich sein, Shampoo / oder eine Alternative mit weniger Einsatz herstellen zu können, denn Seife sieden ist schon eine etwas aufwendigere und ja auch nicht komplett ungefährliche Prozedur.
Also machte ich mich aufgrund einiger Hinweise durch Kommentare unserer Blogleser auf die Recherche und fand es schließlich – die meiner Meinung nach – UNSCHLAGBARE Alternative.
Die Alternative, die schnell und Problemlos hergestellt ist, die gesund ist und das Haar nach der Wäsche weder fettig, noch strohig und vor allem gewaschen und glänzend wirken lässt:

NATRON

Die Lösung für das Haar herzustellen, ist ganz einfach:
Man nehme 250 ml warmen Wasser, nicht mehr als 50 Grad! und vermenge dies mit 2 Eßlöffel Natron.
Gemeint ist hier im Übrigen das Natron, welches auch als Backnatron oder Kaisernatron bekannt ist (Natriumhydrogenkarbonat).
Das Ganze muss etwas länger umgerührt werden und wird dann beim Duschen einfach ins Haar gegossen und etwas einmassiert. Es ist flüssig und schäumt nicht, was für den ein oder anderen etwas gewöhnungsbedürftig sein kann.
Danach wäscht man es aus und spült unbedingt mit saurer Rinse nach. Denn ohne saure Rinse würden die Haare nun total strohig werden.
Rinse stelle ich her, indem ich auf 1 Liter Wasser einfach 2 Esslöffel Apfelessig gebe, gut mische und davon nach Gefühl einiges ins Haar einarbeite.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Haare sind weich, einfach kämmbar, sehr sauber, glänzen und es ist kein fettiger Ansatz mehr zu erkennen.

Natürlich kann die Menge auch variiert werden, probiert es doch einfach aus.

blog

Wie sieht es aber nun mit der Kosten-Bilanz aus?
Wie immer ausgezeichnet:

 

Kosten-Bilanz:
Natron kann man online für 12 Euro inklusive Porto im 5 Liter Eimer erwerben.
Dies macht auch Sinn, da es noch in vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden kann.
2 Esslöffel Natron haben ein Gewicht von ca. 20 Gramm (grob geschätzt), umgerechnet sind dies somit Kosten von 4,8 Cent plus 0,02 Cent für Wasser und Strom, gleich 5 Cent.
Ein Naturprodukt von Alverde kostet ca 2,75€, reicht ca 30 Haarwäschen lang, womit die Haarwäsche bei umgerechnet 9,1 Cent liegt.
Fazit
Somit wäre hier das selbstgemachte „Shampoo“ nicht nur gesünder, sondern auch günstiger.
Klar bei der Menge keine riesige Ersparnis, aber darauf kommt es uns ja nicht an!
Somit ist diese Variante günstiger, als mit Lavaerde zu waschen, macht weit weniger Schweinerei und dürfte auch im ökologischen Sinne vorteilhafter sein!

 

Mit Natron kann man übrigens noch weit mehr anstellen. Wir werden die kommende Zeit nun alle Möglichkeiten ausprobieren und darüber berichten!
Ein Möglichkeit ist es mit Natron ein Deo herzustellen.

natron-hausmittel-800px-553px0
Rezept Deo:
100ml abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser mit 2 Teelöffel Natron und ätherischem Öl, wie z.B. Teebaumöl und Limettenöl mischen. In einen Zerstäuber geben und fertig.
Einfach, gesund und wirkt wirklich prima.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und wir freuen uns über Eure Erfahrungen!

Unser „unsichtbares Dorf“ wächst immer weiter….

Fast täglich werden wir mit Fragen „bombadiert“: Wie macht ihr das? Wie geht das nur?

Fünf Kinder … Pflegefamilie … Job … Studium ….großes Haus … Tiere ….Selbstversorgung mit Garten…vieles selber machen … Tauschkreisleitung … Engagement für soziale Projekte….
Oft schlägt uns Bewunderung entgegen und man kann es kaum glauben, wie das gehen kann.
Und da wird es doch mal Zeit, zu sagen, dass wir keine Wundermenschen sind, dass wir so Besonderes nicht leisten…wir sind vor allem eines:

WIR SIND NICHT ALLEIN!

Wir leben in einer unheimlich großen und stetig wachsenden Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die sich über viele Kilometer erstreckt und doch schon etwas ist, wie ein Teil unserer Familie. Diese Gemeinschaft ist füreinander da, unterstützt sich gegenseitig und somit muss niemand! wirklich niemand, alles alleine machen!

Angefangen hat es neben schon bestehenden Freundschaften vor einem Jahr mit der Gründung unserer Tauschkreisgruppe hier in der Region:
WIR GEMEINSAM (www.wirgemeinsam.net) gibt es seit bereits 8 Jahren und wurde in Ried gegründet, breitete sich vor allem in Österreich von Linz bis Braunau aus und ist nun seit gut 2 Jahren in Deutschland vertreten, so in Passau, Simbach, Eggenfelden, Rotthalmünster und Altötting/Mühldorf. Es ist eine Idee, die so wundervoll ist, dass bereits 26 WIR GEMEINSAM Regionalgruppen existieren, die untereinander mit über 2000 Mitgliedern tauschen können.
Doch es ist nicht nur ein Tauschkreis, sondern es ist aktive Nachbarschaftshilfe, die dort gelebt wird. Man findet Hilfe bei Dingen, die einem nicht so liegen, oder die einem zu viel sind und man kann genau das anbieten, was man gerne tut.
Im letzten Jahr haben nun fast 60 Mitglieder zu uns gefunden und der Austausch ist aktiv und rege. So haben wir uns mit vielen Menschen angenähert, Freundschaften sind entstanden und eben eine lebendige Nachbarschaft.
Auch diese Menschen haben Teil daran, dass wir alle und auch sie ihren Weg gehen können. Hilfe erhalten wir z.B. indem immer wieder eine liebe Dame zu uns kommt und bei der Wäsche hilft und auch im Haushalt bekommen wir ab und an Unterstützung. Renovieren oder bauen wir wieder etwas, passiert dies nicht mehr alleine, sondern meist mit 2-3 fleissigen Helfern aus dem Freundeskreis oder unserem „unsichtbaren“ Dorf. Es macht einfach mehr Spaß, man arbeitet schneller und kann sich dabei toll austauschen. Im Gegenzug können wir dann bei den Dingen helfen, die uns liegen. Fahrdienst z.B. übernehmen, Babysitten oder vorallem bei allem rund um das Thema Garten Unterstützung anbieten.

Selbstversorgung heißt NICHT, alles alleine zu tun! Selbstversorgung heißt auch, sich zu vernetzen und sich auszutauschen. Warum sollte ich Getreide anbauen, wenn unser lieber Freund das schon tut? Wenn wir dies bei ihm ertauschen können und ihm dafür beim Bauen seines Zaunes helfen? Warum sollte meine Bekannte sich ein teures Gewächshaus kaufen, wenn sie einen Platz in unserem Gewächshaus haben kann, welches in wenigen Wochen aufgestellt wird?
Nur so kann es funktionieren: selber machen, was man gerne tut. Selber pflanzen, was eben auch Sinn macht und die anderen Dinge durch einen Austausch in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder Tauschkreis dazuerhalten.
So ist es dann auch kein Problem, wenn mal alle Babysitter ausfallen oder man krank ist. Es ist jemand da, der gerne einspringt, so wie wir es selber auch tun.
Gemeinschaft muss nicht heißen, auf einem Hof gemeinsam zu wohnen. Gemeinschaft kann auch über einige Kilometer verstreut sehr gut funktionieren – das haben wir nun das komplette letzte Jahr erfahren dürfen.
Diese Gemeinschaft hat uns sogar unser Gartenjahr gerettet, denn als uns durch mangelnde Urlaubsbetreuung gut 600 Pflanzen eingingen, hat diese Gemeinschaft zusammengehalten und uns eine große Vielfalt an Pflanzen vorbeigebracht. Das Ergebnis war nicht nur eine großartige Ernte, sondern weit mehr Arten im Garten, als wir sie vorher hatten.

Und dieses „unsichtbare Dorf“ wächst nun immer weiter. Der Tauschkreis bekommt wöchentlich Zuwachs, aber auch weitere Ideen entstehen. So entsteht auf unserem Hektar Grund nun schon ein kleiner Gemeinschafts-Garten. Ein befreundetes älteres Ehepaar wird ab sofort mit uns zusammen dort garteln und sich selber versorgen. Gemeinsam gehts einfach besser. Eine liebe Bekannte bekommt einen Platz im Gewächshaus und es wäre Platz für noch 2,3 Leute 😉
Kommendes Jahr 2016 wird das nächste Projekt dann ein Gemeinschaftsgarten mitten in Eggenfelden sein. Ein Garten für Tauschkreismitglieder, aber auch und vielleicht sogar vorallem für alle Städter, die keinen Garten besitzen….

Weiterhin finden sich gerade einige Menschen zusammen, die in der Region ein Repair-Cafe initiieren wollen. Das wird klasse, wenn man seine Geräte und Gegenstände reparieren lassen kann, anstatt sie wegzuwerfen.

Ihr sehr, dies alles funktioniert nur, weil wir in einer tollen Gemeinschaft leben. Wir als Familie unterstützen uns schon sehr intensiv, indem ich mich um das nötige Einkommen kümmere, nebenbei studiere und mein Mann dafür derzeit mit  Leib und Seele Hausmann ist, sich um die Kids kümmert und im Garten werkelt. Aber eben nicht allein, sondern mit vielen tollen Menschen……
nur so ist der Weg für viele weitere Ideen und Projekte geebnet, den wir alle dann mit viel Kraft gehen können!

weitere Infos über den Tauschkreis:
Beitrag im BR: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/geld-und-leben/nachbarschaftshilfe-100.html
In der Lokal-Presse: http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/eggenfelden/1592911_Sieben-Umzuege-und-viel-Marmelade.html
Im Netz: http://www.wirgemeinsam.net