Jahresrückblick 2014

So wie es viele andere auch machen, habe ich mir gedacht, veröffentliche ich einen sogenannten Jahresrückblick über unsere diesjährigen Erfahrungen. Viele Dinge sind geschehen, viele Pläne geschmiedet und viele neue Erkenntnisse wurden gewonnen. Dazu kam natürlich noch so einiges was von uns nicht eingeplant war.

Zum Beispiel war nicht geplant, dass unser Sohn im Sommer mit dem Laufen beginnt – Spass beiseite. Er hätte ruhig bis zum Winter warten können 😉 So ergaben sich auf einmal neue Aufgabenfelder, die uns von so manchem Gartenprojekt in diesem Jahr abgehalten haben.
Es stand zudem auf dem Plan, nach einem Jahr Auszeit, wieder mit dem Einkommenserwerb zu beginnen. Auch wir müssen in unserer jetzigen Lebenslage vieles bezahlen und das Geld dafür muss hinzuverdient werden. So hatten wir uns gedacht, dass meine Frau auswärts arbeiten geht, während ich zu Hause mich um den weiteren Aufbau der Selbstversorgung kümmere.

Zum Jahresbeginn hatten wir für unseren Tauschkreis WIR GEMEINSAM bzw. dessen Verein, in Eggenfelden, eine weitere Regionalgruppe eröffnet. Für uns ist das Tauschen und sich helfen im Vergleich zum kaufen und verkaufen viel wichtiger und so war es logisch, dass wir soetwas in unserer Heimat ins Leben rufen. Die Gruppe feiert nun bald ihr einjähriges bestehen und wir können uns sehr über die Vielzahl von Menschen freuen die sich dazu entschlossen haben ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Unser Selbstversorgergarten steckt natürlich noch in den Kinderschuhen. Wir haben im letzten Jahr vieles geschafft und erste Erfahrungen im Anbau mehrerer neuer Sorten gesammelt. Neben einigen Beeten ist ein Gewächshaus entstanden und weitere Bereiche die in diesem Jahr mit angelegt werden. Im Frühjahr sind Laufenten eingezogen die seither unsere Flächen weitestgehend Schneckenfrei halten. Bisher hatte ich keine Fraßschäden mehr, sofern man von den Wühlmäusen absieht die einiges weggefuttert hatten. Zum Beispiel haben wir von unserem Knollensellerie zumindest die Stängel ernten können. Die Wühlmäuse hatten die Knollen von unten her komplett ausgehöhlt. Da das Grün normal weiterwuchs, haben wir das erst bei der Ernte festgestellt 😉

Damit die Kinder zu einem Erholungsurlaub kommen, hatten wir uns dazu entschlossen Pfingsten zwei Wochen in den Urlaub zu fahren um dort zu wandern. Es war ein wirklich sehr schöner Urlaub im Bayerischen Wald und konnten dort insgesamt bestimmt rund 100km Wandern. Was mich am meisten fasziniert hat war, dass selbst unsere vier jährige die kompletten Strecken fast ohne getragen zu werden zurück gelegt hat. In der zweiten Woche hatten wir eine Ausflug nach Tschechien gemacht und dort wurde dann die Wanderung ungeplant länger und so war die Tagesstrecke an diesem Tag fast 18km lang über Berg und Tal, Stock und Stein und das haben alle Kinder sehr gern mitgemacht…. wir waren nämlich auf Schatzsuche…. wir verbinden solche Touren mit Geocaching und so wird jede Tour spannend.

Nur war die Rückkehr sehr ernüchternd, da ein Freund der auf unsere Pflanzen hat aufpassen sollen und es eigentlich auch weiß was zu tun ist, hat fast alles Pflanzen eingehen lassen. Ende vom Lied waren 600 gestorbene Jungpflanzen und brütende Enten (was wir auch nicht wollten). Fazit: Dieses Jahr machen wir es anders 😉

Glück im Unglück war hier unser Tauschkreis, denn wir bekamen von überall her neue Pflanzen im Tausch und oft auch geschenkt, so dass unsere Ernte für den Herbst und unsere geplanten Heilkräuter in dem Jahr nicht ausfielen. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für alle Helfer und Spender….

… und dann kam der Sommer 🙂

Eine der schönsten Jahreszeiten für den Garten, wenn da nicht ein kleines heranwachsendes Baby wär das, just in dem Moment als die Ferien losgingen zu Laufen beginnt. Von da an war ich mehr am Hinterherlaufen als am Werken im Garten. Dennoch hatten wir eine Ernte wie nie zuvor und wirklich gaaaanz viel leckeres Gemüse das wir im Jahr über aus dem Garten beziehen konnten.

Das Jahr über lernten wir einige liebe neue Menschen kennen, die durch den Tauschkreis in unser Leben traten und seither helfen wir uns gegenseitig was das Leben für uns alle bereichert. Für Jeden wird es ein stück einfacher und macht viel mehr Spass. Was mir das Jahr auch gezeigt und gelehrt hat war, dass man sich auch von Zeiten nicht verrückt machen lassen darf wenn man etwas nicht so schafft wie man es sich vorgenommen hat. Gerade was das Selbst machen betrifft. Kinder und Familie haben hier Vorrang und das wir dann wieder häufiger Brot im Bioladen gekauft haben anstatt es selbst zu backen musste zuerst akzeptiert werden. Danach ging ist auch mit einem guten Gefühl wieder einkaufen, weil es ja der Landebesitzerin und dem Bäcker auch gut tut wenn man hin und wieder mal ein Brot kaufen „muss“.

Der Rest vom Jahr verging komischer Weise wie im Flug und beschäftigten uns vielmehr mit unseren Kindern.

Alles in allem ein schönes Jahr das wir, was unsere Selbstversorgung angeht auf jeden Fall toppen werden.

Besinnliche Weih-nachten

Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir in den letzten Monaten nicht sehr viel hier auf unserem Blog über unsere weiteren gesammelten Erfahrungen geschrieben oder besser ausgedrückt schreiben können. Das Jahr 2014 hatte den eindeutigen Schwerpunkt bei den Kindern und damit in erster Linie bei unserem jüngsten Kind, welches die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Mit dem Sommer begann der kleine Räuber zu laufen und so lief auch damit das Jahr so dahin. Dennoch haben wir viele neue Erkenntnisse gewinnen können und werden davon noch ausführlich im Jahresrückblick 2014 berichten.

Die letzten Wochen im Jahr sind einer vermeintlich zusätzlichen Jahreszeit gewidmet. Den Konsum-nachten! Zumindest erweckt die Welt den Eindruck davon, während an anderer Stelle auf der Welt Millionen Menschen hungern, Angst im ihr Leben haben müssen oder im Krieg leben. Vor einigen Tagen kam der Satz hoch „… einen auf heile Welt machen“ ….

…. die Welt heilen wäre mal ein guter Ansatz.

Bei uns begann die Weihnachtszeit mit mehr Familienaktivitäten im und mit dem Haus. Wir bauten erst einmal alle Kinderzimmer um, nachdem die Aufteilung nicht mehr zur Lebenssituation gepasst hat. Dabei entstand ein „Weihnachtsgeschenk“, denn morgen zieht unsere große Tochter in ein völlig neu gestaltetes Teeny-Zimmer ein (das in den letzten Wochen nicht betreten werden durfte, Töchterchen wohnte in der Zeit beim großen Bruder mit im Zimmer). Wir haben die Möbel neu lasiert und alles völlig umgestaltet. Dabei kamen geschenkte und getauschte neue-alte Möbel zum Einsatz, woraus ein vollständig neues Zimmer entstanden ist.

Ja auch wir sind von dem Zauber nicht befreit, wobei wir aus den Erfahrungen vom letzten Jahr stark dazugelernt hatten. Denn letztes Jahr sind wir von einer Konsumfalle in die nächste getappt. Wir haben die Berge an Geschenke nicht gekauft, sondern getauscht…. mit dem Ergebnis, dass wir so viel Zeug wie nie zuvor unterm Baum liegen hatten. Ergo, auch so kann man in die Falle tappen und am Ziel vorbei fliegen. Dieses Jahr gibt es für jedes Kind ein Geschenk (bei dem die Oma und Opa´s mitgewirkt haben statt noch ein paar Päckchen mitzubringen)

Dies Jahr ergaben sich sinnvolle Geschenke bzw. erfüllte Herzenswünsche für unsere Kleinen. Meine Frau und ich schenken uns nichts bzw. beschenken uns mit etwas passendem gemeinsam. Im Moment fiel uns jedoch nichts ein, also beschenken wir uns mal mit etwas das uns wichtig erscheint wenn es passt – es muss nicht der 24. Dezember dafür sein.

Doch das ist ja nur ein kleiner Teil des sog. Weihnachtsfestes. Wir machen daraus eine besinnliche Zeit mit der Familie und celebrieren Weihnachten im Grunde über Wochen hinweg durch gemeinsame Abende am Feuer und vielem mehr. Das Haus wird herausgeputzt und geräuchert.

Wir stimmen uns hierbei auf die Rauhnächte ein und beginnen unsere Familienfeierlichkeiten am 21. Dezember mit einem Midwinterfeuer und dem Start in den neuen Jahreskreis. Wir heißen das Licht in der Welt und in unseren Herzen willkommen und freuen uns auf die wieder länger werdenden Tage.

Dieses Jahr beschäftigen wir uns sehr mit den kommenden 12 Rauhnächten und sind auf diese Zeit sehr gespannt 😉

Die Kinder genießen diese Zeit sehr und sind hoch interessiert daran was eigentlich hinter all dem Zauber rund um Weihnachten steckt. Angefangen von der Wintersonnenwende über die Bräuche aus der frühchristlichen und vorchristlichen Zeit. Die nächsten Jahre werden uns hier sicherlich noch viele Entdeckungsreisen bescheren und den Wert auf das Zusammensein und feiern legen…. weniger auf irgendwelche Gegenstände die man für den 24. Dezember kauft und eingepackt unter den Baum legt.

Ja es gehört natürlich irgendwie dazu, jedoch bei uns in erster Linie des Schenkens Willen um den Menschen den man liebt eine besondere Freude zu machen, deshalb verteufeln wir das alles nicht sondern machen daraus schlicht und ergreifend wieder das was es einmal war und das war kein Wettlauf mit der Technik, den Trends und den Summen die man für Geschenke ausgibt.

Das was es einmal war und für uns ist… werden wir sicherlich auf der Suche nach den für uns wichtigen Wurzeln des Weihnachtsfestes und der Weih-Nachts-Zeit sicherlich noch herausfinden 😉

In diesem Sinne wünschen wir allen Besuchern und Mitforschenden ein besinnliches Weihnachtsfest und herzenserwärmende Tage mit den Menschen die Ihr liebt!

 

Unser Garten – Gartenupdate der Erste

Nachdem wir uns in den letzten Wochen hier ziemlich rar gemacht haben, wollen wir nun heute viele Bilder zeigen. Denn der Frühling ist da, der Garten blüht an allen Ecken und wir sind mit viel viel Arbeit rund ums Haus beschäftigt. Bei weitem damit auch noch nicht fertig, denn wir fangen in diesem Jahr nun ja erst so richtig an mit dem Anbau… da wir letztes Jahr schon zu spät dran waren.

Das Gewächshaus steht, die ersten Beete sind hergerichtet bzw. gebuddelt und die ersten Pflanzen wachsen…. sehr selbst 😉

Ja, wir müssen in diesem Jahr viel graben, da wir letztes Jahr nicht mit dem Mulchen der neuen Flächen begonnen haben. Da waren wir einfach noch nicht weit genug. Dieses Jahr gehen wir da mit mehr Planung und sicherlich auch reich an Erfahrung in die Vorbereitung für das kommende Jahr.

Es werden im unteren Bereich unseres Garten´s noch viele weitere Beete, Streuobstwiesen, Wildblumenbereiche, Teiche und mehr Folgen… doch das wird uns noch einige Jahre beschäftigen 😉 Ich lasse die Bilder erst einmal unkommentiert so stehen – die sprechen denke ich für sich.

So… jetzt aber mal viele viele Bilder

Kräuter und mehr ;)

 

Wildsalat (Giersch und Co.)

Schnittlauch u. Liebstöckl....

Johannis- und Himbeeren ;)

Teil unterm Apfelbaum

Spielbereich

Salatpflanzen

Tomaten, Paprika, Chilli und Zwiebeln

GW Teil 3

Unsere Schneckenabwehr (2 von insgesamt 8 zukünftigen Laufis)

Tierbereich (weiteres Gehege wird gerade aufgebaut)

Sandkasten (2x3 Meter)

GW Teil 2

Jungpflanzen im GW

Teil d. Grundstücks

Blick in Richtung Haus v. Grundstücksende

Weidentipi u. Kinderbeet

Blick auf Weidentipi am Bach

Kinderbereich

Mein Gewächshaus (8qm für den Anfang)

Sicht auf andere Seite

Beete f. Tomaten u. Zwiebeln etc. weitere folgen

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Intensivbereich - Frühbeet

da geht´s zum großen Garten

Johannisbeeren

DSC_0060 Palettenbeet d. Terasse

 

Bärlauch in der Hecke

Anzuchtstation vorm Haus

Schnittlauch und mehr

Stechpalme

Die Kräuterabteilung im Vorgarten

 

Der Saatzieher – Altes Wissen, neue Landwirtschaft

Hin und wieder möchte ich auch mal interessante Videos auf unserem Blog veröffentlichen, die zu unserem Thema sehr gut passen und für mich persönlich einfach eine Bedeutung haben die ich weitergeben möchte. Bisher haben wir das noch nicht so oft getan. Warum weiß ich auch nicht 😉

Heute möchte ich Euch das Video „Der Saatzieher – Altes Wissen, neue Landwirtschaft“ empfehlen. Es handelt sich hierbei um einen Landwirt in Südtirol der nach einer Reise nach Indien begonnen hat den eigenen Hof, dem er zuvor kaum Bedeutung beigemessen hat, nach seinem gut dünken bewirtschaftet. Aus Arbeit wurde Leben, Urlaub, Meditation – wie er selbst sagt.

Seht selbt:

Ein Jahr im Wandel

Nachdem wir nun die neue Saison schon förmlich riechen können und die Gartensaison 2014 vor der Tür steht, ist es an der Zeit die Erfahrungen des letzten Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen. Vor etwa einem Jahr sind wir im Grunde um 180 Grad in unserer Laufrichtung gedreht worden und standen im ersten Moment ziemlich ratlos da.

Alternativen mussten also her und das ziemlich schnell, da vieles auf einmal nicht mehr da war wie wir es gewohnt waren. Tja, nachdem wir allerdings uns schon seit Jahren mit Themen wie gesunder vegetarischer und veganer Ernährung, Selbstversorgung, Permakultur und vieles mehr, in vielen Fällen zumindest in der Theorie beschäftigen, stand uns nun der Praxis-Test und damit unsere persönliche Feuerprobe bevor.

Weg vom Konsum und so viel als möglich selbst machen. Von der Selbstversorgung sind wir noch Meilenweit entfernt, doch wir begreifen diesen Begriff nicht als Status sondern als Lebensweg. Für uns beginnt die Selbstversorgung bereits mit regelmäßigem Backen, Kresse auf dem Fensterbrett oder einem kleinen Balkongarten. Etwas herzustellen das zum täglichen Leben gebraucht wird. Natürlich ist das Ideal vorhanden sich mit möglichst vielen Lebensmitteln einen möglichst hohen Selbstversorgungsgrad sicher zu stellen. Hier schließt unser Bild nicht nur unseren Garten, sondern auch ein regionales Netzwerk von Selbermachern mit ein. Ohne Gemeinschaft ist es nicht nur viel schwerer, sondern auch viel langweiliger 😉

Die ersten Monate waren etwas ungewohnt und spannend. Voller Experimente und herumprobieren von Rezepten, um auszuprobieren was zu unserer Familie am besten für den täglichen Bedarf passt. Vorratshaltung durch einkochen, lagern und weiteren Verarbeitungsmethoden wurden ausprobiert und Netzwerke in der Region wurden geschaffen, die nicht nur uns ermöglichen selbstbestimmter mit der Ernährung umzugehen.

Auch haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir auf diese Weise viel wirklich viel mehr Vielfalt in unser Leben bekommen haben. Wir haben noch nie zuvor so viele verschiedene Marmeladen, Brotsorten, Aufstriche oder sonstige vegetarische oder vegane Gerichte kennen gelernt. Dieses Leben macht neugierig und aus Hobbyköchen zu wahren Forschern in Garten und Küche.

Es wurden Salben, Tee´s, Tinkturen, Öle und vieles mehr hergestellt. Diese Produkte unterstützen die Familie in der Gesunderhaltung und bei kleinen weh-wehchen. (Wobei diese Dinge nicht den Gang zum Arzt…bla bla bla… Ihr wisst schon 😉 )

Ein Tauschkreis bzw. Nachbarschaftsnetzwerk wurde in der Region ins Leben gerufen. Hier treffen sich interessierte Menschen die über diesen Weg zu einer zusammen wirkenden Gemeinschaft wachsen. Es wird geholfen, getauscht und zusammen gefeiert. Wir lernen hier fast jede Woche neue Menschen aus der Umgebung kennen, die sich zuvor – wie wir vor Jahren auch – mit Ihrem Lebensstil etwas allein gefühlt haben. Viele die daran teilnehmen machen sich durchaus Gedanken darüber, wie eine enkeltaugliche Welt auszusehen hat und was im Moment aus unserer Sicht falsch läuft.

Über die Monate ist dieser neue Lebensweg zu einem festen Bestandteil geworden der sich nicht mehr ungewohnt oder gar komisch anfühlt. Zu Beginn war es durchaus sehr ungewohnt immer daran zu denken das genügend Brot oder Hefe bzw. Getreide für Brot vorhanden ist, damit unsere Großfamilie was zu futtern hat.

Es geht alles, wenn man sich auf den Weg macht.

Natürlich sind durch diese Veränderung auch weitere Visionen und Pläne entstanden. In diesem Jahr widmen wir unsere Aufmerksamkeit noch mehr als letztes Jahr unserem Garten. Gerade in der Winterzeit – wenn dieser Winter als solche bezeichnet werden kann – haben wir Tagelang Literatur gewälzt und uns über all die verschiedenen Methoden einen Überblick verschafft. Daraus resultierte dann auch das Ergebnis, dass in diesem Jahr auch ein Permakultur Design Kurs gemacht wird, damit wir unseren Hektar hier nach diesem Konzept gestalten und zur essbaren Familienlandschaft umbauen können.

Es macht so viel Spass, alles zu Hinterfragen und festzustellen was man im Grunde eigentlich alles nicht braucht um ein erfülltes Leben zu führen. Jeden Monat fallen uns neue Dinge auf die wir noch besser machen oder einfach Weg lassen können. Gerade in diesem nun nahenden Frühling fällt vieles in unserem Haus demnächst dem Frühjahrsputz zum Opfer, da wir das Gefühl haben viel zu viele Gegenstände zu besitzen die wir im Grunde garnicht brauchen oder einfach nicht verwenden.

Auch beginnt nun wieder die Radlsaison. Letztes Jahr war ich leider zu spät dran uns mit der nötigen Ausrüstung zu versorgen, dass wir auch im Winter mit dem Rad alltägliche Besorgungsfahrten zu machen. Auch fehlt uns hier noch das Training. Da wir ja so gut wie nie allein unterwegs sind, sondern mit unseren Kindern im Anhänger, geht das hier natürlich vor…. unsere jüngste Tochter kann es schon garnicht mehr erwarten mit mir im Rad zum einkaufen oder in den Kindergarten zu fahren.

Ehrlich, im Grunde fühlt sich ein Leben weg von der unüberlegten Ressourcenverschwendung hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil garnicht so komisch an 😉 Wir machen vieles einfach nur anders und das Stück für Stück, Schritt für Schritt… mit vielen Versuchen, Experimenten und natürlich auch Rückschlägen.

Wir haben beispielsweise versucht in unseren Marmeladen oder Kompotts die wir eingemacht haben die Zuckermenge so weit als möglich zu reduzieren und festgestellt, das das bei manchem Obst sehr gut funktioniert und anders wiederum mehr braucht damit es während der Lagerung nicht kippt. Genaues können wir hier noch nicht berichten, werden dies aber sicher noch tun wenn wir sicher sind was wir bei manchen Dingen einfach falsch gemacht haben. Oder auch das Thema Milch. Wir haben aufgehört selbst Sojamilch herzustellen, da wir unseren Milchbedarf so weit reduziert haben das es sich nicht mehr lohnt dies selbst zu machen. Oft wurde diese einfach schlecht und da wir keine Lebensmittel wegwerfen wollen, haben wir uns entschlossen die ein bis zwei Liter die wir in der Wochen brauchen zu kaufen als sich dafür 1 Stunde in die Küche zu stellen. Auch das gibt es 😉 Ob das so bleibt oder ob wir dies dann nach Bedarf doch wieder selbst herstellen oder einfach Getreidemilch machen, wenn nötig wird die Zeit zeigen.

Das erste Jahr unserer Reise ist nun bald vorrüber und wir wollen definitiv nicht mehr zurück zu unserem alten Lebensstil aus Supermarktprodukten, Restaurantbesuchen und Industriebäckereibrot uvm. …. Begleitet wurde dieser Prozess von vielen interessanten Inspirationsquellen, Büchern, lieben Menschen und Vorbildern die schon viel weiter auf dieser Reise sind.

Wir können es nur jedem empfehlen, denn nicht ist spannender als das Leben selbst und noch interessanter wird es wenn man dies unter Berücksichtigung einer Nachwelt tut der den Kindern und Enkelkindern auch noch Spass machen soll.

VORSICHT!! Topfheizung

Liebe Leser und Experimentierfreunde,

heute muss ich dringend darauf hinweisen, dass es bei einigen Versuchen schon fast zu bränden mit dieser Topfheitzung kam und raten von weiteren Experimenten in Häusern ab! Bisher ist nicht bekannt warum es bei einigen so heiß wird, dass sich das Wachs selbstständig macht und bei anderen selbst die Töpfe nicht richtig warm werden.

Wir wollen hiermit ausdrücklich davor warnen, denn sowas kann ganz schnell in die Hose gehen!!

Heizkosten optimieren

Ich vermute das es vielen so geht, dass einem bei dem Thema Neben- bzw. Heizkosten nicht selten ein Schauer über den Rücken läuft und das liegt dann nicht daran, weil es gerade etwas kühl im Häuschen ist. Nachdem wir mit unserer Familie auf über 3.500 EUR Heizkosten im Jahr KAMEN, haben wir uns dies Jahr hingesetzt und überlegt, wie wir das reduzieren können. Es ist ja nicht allein der Kostenfaktor, sondern auch dass jeden Tag jede Menge fossiler Ressourcen aufgebraucht werden. Klar wir heizten zuvor schon viel mit unserem Holzofen im Wohnzimmer, nur hatten wir das Gefühl das das nicht viel gebracht hatte.

Dies Jahr ist es anders!

Zum Einen haben wir feststellen müssen, dass wir das Haus zu hoch geheizt haben – es war weit wärmer, als es sein muss. Wir haben uns jetzt an „normale Temperaturen“ gewöhnt und verbrauchen damit allein schon 10-15% über den Winter hinweg weniger Energie. Dazu kam, dass wir merkten, dass es an der Eingangstür ordentlich zieht (und mit neuer Dichtung keine Besserung eintrat Also haben wir schlicht einen dicken Vorhang montiert (3oder 4 lagiger fester Stoff) und unten so ein nettes Zugluftkissen hingelegt. Somit sperren wir dieser Kältequelle einmal etwas aus und spüren das Ergebnis sofort. Die Wohnzimmertür (wo der Holzofen steht) kann nun offen bleiben, ohne dass es reinzieht.
Unten heizen wir also nun zu 95% nur mit dem Holzofen, mit Ausnahme der kleinen Toilette, da steht die Heizung auf 2, sonst friert man sich den Hintern ab 😉

Im ersten Stock kommt die Ofen auch in geringen Maße nach oben, lediglich das Bad und eines der Kinderzimmer müssen mit der Heizung beheizt werden. Überall anders bleibt sie noch aus. Klar wenn es sehr kalt wird, kann sich das noch ändern.

Was ich noch im Internet gefunden habe ist, dass man Fenster – die nicht so schick sein müssen – im Winter – auch mittels Luftpolsterfolie isoliert kann. Der Effekt dabei ist nicht so groß, bringt aber dennoch etwas und im Bad oder Waschküche etc. ist so eine Version der Energieeinsparung auch zu verkraften.

Wie Ihr seht, sind wir nach wie vor am Experimentieren und Herumbasteln. So wirklich sehen was es gebracht hat, werden wir eh erst im kommenden Jahr. Das was wir nun schon sagen können ist, dass wir stand heute im ganzen Haus nur drei Heizkörper in Betrieb haben und jetzt sind wir schon bald im Dezember 😉

Über jeden Tip und jedes eigene Experiment und dessen Erfahrungen in den Kommentaren freuen wir uns natürlich sehr.

Hier enthielt unser Artikel einige gefundene Videos zur sog. Topfheizung aus Youtube. Wir haben diesen Teil entfernt, da wir uns von diesen Experimenten distanzieren und diese aus risikogründen nicht weiter verbreiten wollen! Es hat bei einigen Experimenten gefährliche Situationen gegeben und deshalb müssen wir darauf hinweisen das diese Experimente sehr gefährlich sind und einen Brand verursachen können!

Da bei uns aufgrund der beiden Katzen im Moment noch einige Futterdosen anfallen, habe ich auch hier einmal recherchiert was man damit sinnvolles anstellen kann. Gefunden habe ich Solarheizungen die man aus Dosen herstellen kann und das wird auch noch ein Projekt in Sachen Recycling.

Habt ihr noch weitere Idee, wie man Heizkosten sparen kann?

Aufstriche als günstige Alternative

Wie Ihr wisst, versuchen wir seit Frühjahr diesen Jahres so viel wie möglich selbst und in veganer Version herzustellen. Da es bei den meisten Haushalten mindestens einmal am Tag „Brotzeit“ gibt, ist das auch bei uns der Fall. Früher hatten wir ohne nachzudenken oft 4 oder mehr verschiedene Käse sorten, Wurst und sonstige Leckereien auf dem Tisch. Dabei kommt einem dann schon der Gedanke, was wollen wir denn dann essen wenn wir das weg lassen?

Ok, nebst dem oben genannten Angebot hatten wir häufiger auch von Alnatura die Brotaufstriche zu Hause. Die Kinder lieben vor allem den Tomatenaufstrich. Tja was tun, wenn dies alles nicht mehr in Frage kommt?

Richtig – selber machen!

Erfahrungen beim selber machen

In der Vergangenheit haben wir schon einige Dinge hierzu vorgestellt. Beim selber machen standen wir dann auch immer wieder vor der Herausforderung, dass uns einige Aufstriche beim Lagern schlecht wurden. Das beste Beispiel hierbei war ein Linsenaufstrich, der im Schrank nach einiger Zeit ein Eigenleben entwickelt hatte. Bei solchen Aufstrichen hat sich das einfrieren bewährt. Auch sind lecker gemachte Aufstriche ein prima Geschenk oder eigenen sich sehr gut als Tauschmittel in Tauschkreisen, weil man davon gleich eine größere Menge günstig herstellen kann. Die Empfänger freuen sich oft sehr darüber, da jeder seine Aufstriche irgendwie anders macht und so eine wahnsinnig große Vielfalt zusammen kommt. Gleiches gilt übrigens auch für Pesto´s aller Art.

Kosten

Wenn Du bedenkst was ein kleines Gläschen leckeren Aufstriches im Geschäft kostet kommen hier einige hundert Euro im Jahr für den Belag auf´s Brot zusammen. Die Zutaten für größere Mengen eines Aufstriches sind garnicht so teuer und es kommt unterm Strich was richtig gesundes dabei heraus, ohne viel Geld dafür bezahlen zu müssen.

Rezepte gibt es hunderte die allein in den verschiedensten Onlinerezeptdatenbanken zu finden sind. Was auch sehr gut funktioniert sind übrig gebliebene Soßen oder Eintöpfe die pürriert einen erstklassigen Aufstrich für die nächsten Tage ergeben. Sehr gut sind Gerichte mit Linsen die man zum Aufstrich umfunktionieren kann.

Probiert es einfach mal aus, es geht unheimlich schnell, macht Spass und schont Euren Geldbeutel.

Tauschen statt kaufen

Der Herbst ist da und es gibt jede Menge Überfluss an Erntegut in den meisten Gärten. Nicht selten viel mehr, als die Familie sehr benötigt oder verarbeiten kann. Im Umkehrschluss gibt es aber auch viele die keinen Garten oder Obstbäume haben und gerne Äpfel hätten. Vielleicht lebst Du aber auch in der Stadt und hast erst garkeinen Garten und würdest jedoch gerne Äpfel haben die nicht aus dem Supermarkt und der Industrie kommen.

Uns geht es da ähnlich, obwohl wir einen großen Garten haben. Nur hat bei uns mehr die Schnecke zu fressen bekommen als wir 😉

Weiterhin geht das auch mit vielen anderen Dingen die nicht immer gebraucht werden. Oder eben im einen Haus zu viel sind und dafür in einem anderen im Moment gebraucht werden. Was nützt einem ein Gegenstand der 360 Tage im Jahr herumsteht und das vielleicht in den meisten Haushalten.

Wir haben vielleicht schon darüber geschrieben, dass wir in dieser Hinsicht vieles ertauschen. Dafür nutzen wir in unserer Region einen sog. Tauschkreis. Bei uns heißt er „WIR GEMEINSAM – Nachbarschaftshilfe“ und vernetzen uns hier regional mit vielen anderen Menschen die ebenso Mitglied in diesem Verein sind. Getauscht wird auf Basis von Zeit und dafür gibt es dann Gutscheine für 1/4, 1/2 und einer vollen Stunde, ja nachdem was gebraucht wird. Auf diese Weise schaffen wir uns hier eine Gemeinschaft die sich regelmäßig trifft und sich gegenseitig hilft ohne dafür Geld benutzen zu müssen. Naja, dass heißt wir nutzen keine EUROs, sondern ein anderes Geld dafür das nicht von Banken „erschaffen“ wurde… jedoch ist das ein anderes sehr spannendes Thema.

Letztes Wochenende hatten wir vom Verein ein Regionentreffen, an dem sich die Gruppenleiter der verschiedenen Regionen zum halbjährlichen Austausch treffen und es war ein sehr schöner Tag. Man spürt richtig, dass viele Menschen wieder mehr den Schritt aufeinander zu gehen und zusammen etwas tun wollen, statt einfach ohne zu überlegen das von der Industrie hergestellte Zeug zu kaufen.

Das verstehe ich unter gelebte Nachhaltigkeit, denn es schont die Umwelt, nutzt lokale Ressourcen, schont Mitmenschen die bei anderen Produkten unter sklavenähnlichen Bedingungen die Produkte für die westliche Welt herstellen und man stärkt die Gemeinschaft in seinem lokalen Umfeld.

Diese Tauschkreise oder Gruppen die alternative und damit regionale Währungen nutzen gibt es überall. Es gibt auch einige Initiativen die bereits versuchen ganz auf Währungen oder ähnlichem zu verzichten und in der Gruppe alles „umsonst“ machen. Auch das funktioniert, wenn das Geben und Nehmen sich immer wieder ausgleicht und Achtsamkeit unter den Menschen herrscht.

Ein gutes Beispiel ist ein Buch von Mark Boyle, dem Mann ohne Geld. Er hatte einen selbstversuch gestartet und lebte ein Jahr ohne Geld. Er stellte für sich ein paar Regeln auf, damit sein Selbstversuch auch authentisch und unter realen Bedingungen stattfindet. Er hat vor einigen Jahren die Freeconomy ins Leben gerufen und dort wird nur geschenkt bzw. geteilt. Es gibt dazu auch regelmäßig Veranstaltungen die ebenso frei für alle sind und dort kann man sich dann neue Fähigkeiten aneignen. Der Veranstalter selbst ist dann jemand der etwas sehr gut kann und bringt es den anderen entsprechend bei.

All diese Dinge begeistern mich im Moment sehr, denn alles was auf diesem Wege passiert ist selbstbestimmt und von und für Menschen gemacht und nicht aufgrund von Profitgier der Unternehmen entstanden.

Jeder kann es und in fast jeder Region gibt es solche Gruppen.

 

Sollen wir dem Blog ein Gesicht geben?

Nachdem wir uns nun bald seit einem halben Jahr hier auf unserem Blog mit Themen Rund um einen nachhaltigen und konsumkritischen Lebensstil beschäftigen und das nunmal ein großer Teil unserer Identität ist, fragen wir uns immer wieder ob wir unserem Blog nicht auch ein Gesicht geben sollen. Klar ist es ein weiterer Schritt, denn damit machen wir unsere Familie öffentlich.

Früher waren wir das schon einmal und haben uns aus verschiedenen Gründen dann zurück gezogen. Nur der Inhalt ist nun ein völlig anderer und ja warum sollten wir uns für unseren Lebenswandel verstecken. So sind wir eben.

Jede Woche werden bei uns neue Schritte gemacht und das neuste Projekt ist seit kurzem unter anderem unser Tauschkreis bei dem wir fleißig am tauschen und helfen sind. Es macht unheimlich viel Spass, funktioniert prima und darüber hinaus spart man Geld das man zuvor nicht verdienen muss. Auf diese Weise lernt man viele neue Menschen in der Region kennen und vernetzt sich mit Ihnen die auch ähnlich gestrickt sind wie wir.

Deshalb beschäftigt uns nun, ob wir uns als Familie hier auf unserem Blog nicht auch a Persona vorstellen wollen, da Ihr das ja zumeist über Facebook ebenso tut.