Die ersten 10 Tage vegan im Haus

Es ist echt spannend wie gerade Kinder mit diesem Thema umgehen. Von „Ich will nie vegan werden“ bis „Ich werde nie wieder was tierisches essen“ ist alles bei unseren Minis vertreten. Dennoch wird auch von der „Ich will Fleisch“-Fraktion unser Schritt akzeptiert, denn wenn sie Fleisch brauchen sollten, können sie sich damit außer Haus selbst versorgen. Es wird ja nicht verboten, sondern nur anders vorgelebt.

Unsere drei Kleinsten haben zwar mitbekommen das es wohl nix Tierisches mehr im Haus gibt, aber Ihnen fällt es eigentlich nicht auf. Es liegt nach wie vor Wurst (da suchen wir noch das Leckerste) und Käse (hier favorisieren wir derzeit Wilmersburger) auf dem Brotzeittisch und sogar an Streichwurst fehlt es nicht. Es schmeckt ein bisschen anders, aber wirklich aufgefallen ist es ihnen noch nicht.

Es gab es bei uns die letzten Tage einiges veganisiertes…… sprich normale Gerichte die wir auf vegan umgebastelt haben. Natürlich ist da bei uns auch nicht viel neues dabei, weil wir zuvor ja schon kaum tierische Produkte verwendet haben. Aber ich werde dennoch hin und wieder einiges vorstellen 😉

Es gab zum Beispiel einen Nudelauflauf mit Bolognesesoße und Käse überbacken. Eh, klar dass es sich um eine Tofubolognese und veganem Käse gehandelt hat. Leider ist der Käse nicht so verlaufen wie er hätte sollen. Entweder hab ich etwas falsch gemacht oder der Käse tut einfach nicht so – wie er sollte. Fazit daraus war, dass wir beim nächsten Mal wieder unseren Hefeschmelz herstellen, der war besser.

Pfannkuchen mit Apfel-Aprikosenmus und Schlagsahne. Ja, es gibt vegane Schlagsahne. Die sich wirklich zum Aufschlagen eignet. Sie ist leider mit einigen Emulgatoren versehen, aber besser so und selten, als einen Sahneauszug aus der Kälberwachstumsflüssigkeit (Milch) zu verwenden. Das Wort find ich klasse, das hab ich aus dem Film Cowspiracy, den ich mit einem vorherigen Post vorgestellt hatte.

Klar gab es noch bei weitem mehr, doch das ist nicht sonderlich erwähnenswert, weil Gemüse mit Reis oder Suppe meist nix spannendes ist. Vielleicht mach ich auch mal ein paar Fotos und stelle unsere Rezepte im Detail vor. Leider funktioniert meine Handykamera nicht mehr, drum gibts auch von den oben genannten Gerichten kein Foto…. ich weiß auch nicht, bei einem der ca. 200 Stürze auf den Boden muss wohl die Kamera am Smartphone was abbekommen haben 😉

Da es bei uns für jedes Kind eine sog. Süßigkeitenbox gibt, um den Futterneid untereinander zu vermeiden und die Mengen auf einem passablem Niveau zu halten, müssen wir hier natürlich auch umstellen. Derzeit werden unsere Schokoladenverkostungen weiter durchgeführt. Da es ja mittlerweile so viel Veganes im Angebot gibt, werden wir da durchaus noch eine Weile brauchen, um einmal alles  durch zu probieren. Wir werden sicher genug für diese Boxen finden, ohne dabei einem Tier ans Leder zu müssen.

Am besten kommen im Moment die Schokoladen von iChoc und der dicke Vego Schokoriegel an.

Nachdem wir noch so manches Zeug im Haus haben, wurde gleich am Rechner recherchiert ob die darin enthaltenen Zutaten einen tierischen Ursprung haben und so sind wir zum Beispiel darauf gestoßen, dass die Früchtebonbons von Campino vegan sind. Da müsst Ihr Euch mal schlau machen, es gibt eine Menge veganer Produkte die so nicht ausgezeichnet sind.

Auch klar ist, das diese Produkte natürlich nicht wirklich etwas mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zu tun haben, dennoch schön zu wissen, dass es viel mehr gibt als man denkt. Sogar die asiatische Fertignudelsuppe die unser Größter gern mal zwischendurch isst und wir sie nur deshalb im Haus haben, ist ein veganes Produkt. Natürlich darf man bei den Teens mit der veganen Ernährung nicht zu streng sein, sonst kommen sie alsbald regelmäßig mit Döner und Leberkässemmeln heim, nur weil´s Spass macht 😉

… und ja selbst in einem ökologischen-Selbstversorger-Bio-Futzi-Großfamilienhaushalt gibts die ein oder anderen Produkte aus der Industrie… wir haben Kinder und die dürfen ihren eigenen Willen haben…. wir ja auch und drum gibts zu den Mahlzeiten auch so gut wie immer gesundes Futter und für das ein oder andere Kind dann ein belegtes Brot oder nur Teile des Gerichts weil der Rest bääääh ist. Ich denke das kennt jeder, der Personen zu Hause hat die noch nicht alleine wohnen dürfen, auch wenn sie es manchmal gern tun würden 😉

Gestern hatten wir ein sehr interessantes Erlebnis, denn wir waren einkaufen. Eigentlich wollte ich mit den Kleinen nur schnell ein paar Sachen und insbesondere Apfelmus für die Pfannkuchen einkaufen. Auf einmal wollten fast alle Kids mit und so bin ich dann doch mit unserem Bus los und hatte sechs Kinder im Gepäck. Die drei großen wollten sich vom Taschengeld was kaufen und schnell waren dort ein paar Chips, Schokolade und sonstiges Zeug gefunden.
Nachdem nun alle mit wollten, hatte ich mich entschieden, in ein anderes Geschäft als sonst zu fahren und bin im „Real“ gelandet. Weil´s dort auch Spielzeug zum anschauen gibt und so meine Rasselbande eine Weile beschäftigt ist.

Da machte ich eine interessante Erfahrung, denn ohne es abgesprochen zu haben, suchten sich zwei meiner drei Großen (ein Kind davon gehört zur „Ich will Fleisch“-Partei) automatisch vegane Produkte heraus und kamen mit Fruchtgummi, Schokolade und Chips an…. ich fand es Klasse, denn das hätte ich nun nicht wirklich erwartet.

Was ich auch nicht erwartet hatte ist, dass es im Grunde – wenn man schaut – wirklich genug zu futtern gibt. Also wenn man bei Chips und Schokolade von „Lebensmitteln“ sprechen kann 😉 Tja, bei vielen Kindern gehören diese Produkte – wenn auch in Maßen – wohl auch dazu.

Das Highlight war dann schlussendlich, dass wir dann auf der Suche nach Bio-Apfelmus (unser eigenes ist leider aus) in diesen Regalen festgestellt haben, dass dieser Markt wohl begonnen hat alle konventionellen Produkte die nicht explizit das „Vegan“-Kennzeichen haben als vegan klassifiziert und dies auf den Preisschildern kenntlich macht. Natürlich ebenso mit laktosefreie oder glutunfreien Produkten.

Aber dies hat mir gezeigt, dass wir mit dieser Ernährungsform schon bei weitem über eine Trenderscheinung hinaus sind und das ist auch gut so!

Uns macht´s Spass…..

Achja, was ich jetzt vor lauter Einkaufserlebnissen total vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich selbst nach diesem kurzen Zeitraum und obwohl ich schon zuvor zu 90% vegan gelebt habe, eindeutig eine Leistungssteigerung spüre. Besseren Schlaf bzw. bessere Regeneration und längere Leistungsfähigkeit sind seit einigen Tagen deutlich wahrzunehmen und bin gespannt, wie es weiter geht.

Bis demnächst 😉 und dann hoffentlich mit ein paar Bildern.

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9 Kommentare zu “Die ersten 10 Tage vegan im Haus

  1. Toller Artikel! – Viel Spaß noch beim weiteren Veganertum!

    Übrigens hätte ich da zwei Tipps, falls es von Interesse ist:

    Vegane Schlagsahne kann man auch ganz einfach aus Kokosmilch herstellen, sofern man Kokos verträgt und mag. Wichtig ist, dass man vollfett Kokosmilch verwendet und diese zunächst im Kühlschrank kaltstellt, so dass sich das enthaltene Kokosfett oben absetzt und verfestigt. Dieses entnimmt man dann und schlägt es mit etwas von dem verbleibenden Kokosmilch-Wasser auf. Fertig ist die vegane Schlagsahne, ohne künstliche Emulgatoren.

    Dann noch zum veganen Käse –
    Es gibt neben dem von Dir erwähnten Hefeschmelz bereits viele Rezepte zum selbst Herstellen von veganem Käse. Oft werden dazu Cashew-Nüsse verwendet, aber auch andere Zutaten sind möglich. Viele dieser Rezepte findet man kostenlos im Internet. Vielleicht ist da ja etwas für Euch dabei. 🙂
    Ach und ja, der Willmersburger verhält sich beim Schmelzen anders, als man es von Käse aus Kuhmilch her kennt. Das haben wir auch so erlebt.

    Weiterhin viel Freude beim Ausprobieren und guten Appetit!!

    Alles Liebe,
    Steffi

  2. Vielen Dank für diese Tips, Steffi.

    Die Variante mit der Kokosmilch kannten wir noch nicht und werden das sicher demnächst ausprobieren.

    Das Feld Käse zum selber machen haben wir noch nicht betreten, weil wir derzeit noch mit so vielen anderen Dingen beschäftigt sind. Ich denke das wir das auf jeden Fall gemeinsam mit den Kindern als Projekt machen werden, um die Kids für diese Art von Käse (zum selber machen) zu begeistern.

    • Hi Andi,
      freut mich, dass die Tipps Euch inspiriert haben.
      Das selbst Herstellen von veganem Käse kann in der Tat etwas zeitaufwendig sein (es gibt aber auch schnelle Rezepte) und eignet sich bestimmt super als Projekt gemeinsam mit den Kids.
      Ich habe mich gerade an meinen ersten veganen Cashew-Gouda herangewagt. Der trocknet jetzt in unserer Küche. Natürlich schmeckt solch ein Käse dann nicht wie ein klassischer Kuhmilch-Gouda. Es ist eine ganz eigene und neue Kategorie, die gesund und lecker ist!
      Alles Liebe,
      S.

  3. Da war die Frau Neumann schneller als ich mit ihrem Kokos-Sahne-Tipp! 😉 Die mache ich auch gerne und je nach Sorte ist die Ausbeute aus einer Packung auch ordentlich, nachdem man das Kokoswasser abgeschöpft hat ( das kann man dann für Suppen oder Smothies etc. verwenden).
    Als Pizzakäseersatz mag ich gerne Mandelmus mit etwas Wasser angerührt und mit Hefeflocken und Salz und Gewürzen versetzt. Ich könnt mich reinknien (mein carnivorer Ehemann nicht so…) 😀

  4. Hej.
    Super Sache, vegan zu leben ist der beste Weg, den man gehen kann!
    Wenn du mal wirklich was haben will, was jeden Fleischesser umwirft, mach mal die Spareribs. Selbst hartnäckige Fleischesser waren fasziniert! Auch meine Nichte, die absolut keine veganen Produkte essen will, meinte: „Ok ich probier mal.“ und dann war das Teil ratz fatz im Magen! 😉
    https://nordkraftvegan.wordpress.com/2015/04/08/spareribs-without-ribs/

    In dem Sinne, schönes Wochenende!

  5. Zum nucht so recht schmelzenden Käse:
    Meiner Erfahrung nach braucht der einfach etwas Feuchtigkeit um zu schmilzen. Entweder indem es drunter irgendwie soßig ist oder man mischt ihn etwas *milch/*sahne 🙂

  6. Als Parmesanersatz bei Nudeln empfehle ich klein gemahlene Cashew- oder Pinienkerne mit ein wenig Salz zu mischen. Das ganze schmeckt auf Nudeln wunderbar und ist äußerst einfach.
    Für den gelegentlich auftretenden Schokoladenhunger empfehle ich die Nirwana Schokolade von Rapunzel. Kriegt man leider nur selten im Laden schmeckt aber besser als jede andere.
    Und ihr habt Recht. Es ist in den letzten zwei Jahren viel einfacher geworden sich vegan zu ernähren. Wir haben die Entwicklung in dieser Zeit ja beobachtet und da hat sich einiges getan. Nur die Menschen verändern sich nicht so schnell.

    • Als Parmesanersatz verwenden wir gerne Cashew/Walnuß mit etwas Salz und Würzhefeflocken. Am besten alles zusammen noch mal durchmixen.

      Was Schoki betrifft sind wir mittlerweile hier sehr gut „versorgt“ 😉 Zum einen ist der Verlangen danach zurück gegangen und zum anderen gibt es viele Quellen. iChoc ist nicht schlecht und der Riegel von Veggo ist auch prima.

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