Zucchini süß-sauer oder: der Anbau von Gemüse lohnt sich! und zwar richtig ;)

Wir sind wieder mitten drinnen: Mitten in der Erntezeit und somit auch beim Haltbarmachen für den Winter.
Dieses Jahr werden wir mit den Vorräten schon viel weiter kommen als noch letztes Jahr.
Und wir haben umgestellt: Denn aufgrund von Platzmangel und auch den Stromkosten werden wir vom Einfrieren absehen. Einfrieren kostet zum einen wirklich viel Strom – eine große Truhe/oder ein großer Gefrierschrank benötigen zudem viel Platz. Platz, den wir für ein selbstgebautes Lagerregal viel besser ausnutzen könnten. Und dann ist da noch die Problematik mit den offenen Türen. Einmal nicht aufgepasst – die Türe nicht richtig geschlossen – und schon hat man einen völlig vereisten Gefrierschrank vor sich stehen, wo man vor lauter Eis keine Lebensmittel mehr auf die schnell findet, bzw. diese erst mühsam frei schaufeln muss und was natürlich zudem noch mehr Strom verbraucht als es vorher eh schon der Fall war.
Also setzen wir dieses Jahr überwiegend auf EINMACHEN und als Ergänzung auf TROCKNEN. Für das Trocknen steht uns derzeit ein warmer Dachboden und bei fehlender Wärme dann ein Dörrautomat bereit und für das Einmachen wunderbar viele leckere Rezepte.
Heute geben wir – mit Kostenbilanz! – unser liebstes Rezept zum Einmachen für Gurken und Zucchini preis (was aber mit so gut wie jedem anderen Gemüse auch funktioniert!).
Und diesmal ist unsere Kosten-Bilanz besonders: Sie zeigt auf, dass sich der eigene Anbau von Gemüse absolut rentiert!

 

Topf mit Leckerreien 😉

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Zucchini süß-sauer Rezept

Man nehme:
5 kg Zucchini grob geschnitten und mit Schale (Alternativ Gurken!)
2 kg Paprika grob geschnitten – gelb und rot schmecken uns am Besten
2 kg Karotten in dünnen Scheibchen
2 kg Zwiebeln (rote passen sehr gut dazu)
und gebe dieses in einen großen Topf, welcher mit einem Sud aus
2 Liter Apfelsaft – naturtrüb ist hier super lecker
2 Liter Apfelessig
500 g Rohrohrzucker
3 -4 Eßl Salz
1 TL Kurkuma
2 Eßl weiße oder rote Pfefferkörner
und 2 Handvoll gehackten Dill (Alternativ geht auch Fenchelkraut!)
aufgefüllt wird.

Das ganze erwärmt man bis es kocht und köchelt es dann weitere 5 Minuten lang.
Noch heiß in vorher ausgekochte Gläser abfüllen – fertig.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann alle Gläser nochmal bei 100 Grad für 15 Minuten in den Ofen stellen. So hält sich das ganze mindestens 1 Jahr – erfahrungsgemäß ist es auch nach 2 Jahren noch super lecker.
Natürlich kann es mit anderem Gemüse kombiniert werden, wie z.B. Aubergine oder Knoblauch.
Es schmeckt nicht nur wunderbar zur Brotzeit, sondern stellt auch eine tolle Basis für Suppen und Soßen, bzw. Nudeln dar.
Gerade wenn man wie bei uns keinen Keller besitzt, um Karotten, Zucchini und Co bis zum Winter zu lagern, stellt diese Form des Einmachens eine tolle Alternative dar. Die Gläser müssen lediglich etwas Lichtgeschützt stehen und sollten natürlich nicht gerade Sauna-Temperaturen ausgesetzt sein.

 

Das Ergebnis 😉

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Kosten-Bilanz

Heute erstelle ich hier einmal eine andere Bilanz: Den Vergleich von Selbstgemacht mit Anteilen aus dem eigenen Garten gegenüber dem fertig gekauften Glas inklusive dem Zeitaufwand! Für den Zeitaufwand berechne ich einmal 15€ die Stunde, was ich in ca. in meinem Beruf verdienen würde.

5 kg Zucchini – 1,56€
(Kosten Saatgut: 1,20€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 4 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 100 kg )
2 kg Paprika – 1,30€
Kosten Saatgut: 2,40€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig bei 30 Pflanzen mit einer Erntemenge von mindestens 50 kg )
2 kg Karotten – 4,25€
Kosten Saatgut: 1,90€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 15 kg )
2 kg Zwiebeln – 3,20€
Kosten Saatgut: 2€ – Zeitaufwand der Pflege & Ernte: 2 Stunden (a 15€) – anteilig mit einer Erntemenge von mindestens 20 kg )
2 Liter Apfelsaft – 3€
(10 Liter Karton für 15€ über Dorfleute)
2 Liter Apfelessig (noch gekauft) – 7,80€ (1,95€ je 500ml Flasche beim dm – als Tipp: auch Essig kann man selber machen!)
500 g Rohrohrzucker (gekauft) – 1,38€ (2,75€ für 1kg beim dm)
3 -4 Eßl Salz (gekauft) – 0,01 cent (20kg Packung bei der Biomühle kosten 30 cent das kg!)
1 TL Kurkuma (gekauft) – 0,10 cent (aufgerundet geschätzt)
2 Eßl weiße oder schwarze Pfefferkörner (gekauft) – 0,91€ (2,75€ je 70g im dm)
2 Handvoll gehackten Dill (ohne € Angabe, da dies bei uns ein „Resteprodukt“ ist.)
Strom: 2,1 cent fürs Einkochen und 12,5 cent fürs Einkochen
(Verbrauch eine halbe Stunde Kochen (Leistungsaufnahme 100 Watt): rund 12,5 Cent
– herkömmlicher Backofen: 75 Cent pro Stunde (Leistungsaufnahme 3000 Watt), Umluft-Ofen: 50 Cent (ca. 2100 Watt)
Arbeitszeit ca. halbe Stunde (7,50€)

Gesamt in Euro: 30,25€
Gesamt in Menge: ca. 30 Stück 500ml Gläser (15 Liter)
Literpreis: 2,02€

Als Vergleich nehme ich einmal Essiggurken vom dm – diese sind Bio.
Eine Mischung mit Paprika usw. wäre natürlich nochmal teurer! Hier finde ich allerdings keinen Vergleich von einem Gemüsemix im Glas in Bioqualität.
Die Gurken genügen jedoch vollkommen als Vergleich, da auch hier die Einsparung schon enorm ist!
Gurken kosten im dm je Liter 5,42€. Somit sparen wir durch das Selbermachen 3,40€ je Liter.
Bei diesem Rezept sind dies alleine schon 51€, die wir gespart haben.

 

Das „Einmach“ – Team 😉

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Fazit:

Dieses Fazit bestätigt uns sehr auf unserem Weg zur Selbstversorgung!
Alleine bei diesem Rezept sparen wir je Liter 3,40€ ein (Preis dm 5,42€, Preis Selbermachen 2,02€), womit wir 51€ auf die Seite legen können.
Doch die Ersparnis ist in der Realität natürlich noch viel höher:
1. Würde der Liter eingemachtes Gemüse mit dieser Vielfalt (Karotten, Paprika, Zwiebeln) natürlich mehr kosten, als nur ein reines Gurkenglas
2. Haben wir hier nur die Mindest-Erntemenge der Pflanzen erörtert– diese könnte auch höher liegen
3. Kann der Ertrag in dieser Rechnung von Jahr zu Jahr gesteigert werden, da sich dann unser Boden verbessert (angebaut wurde auf einer Fläche, die letztes Jahr noch eine Ackerwiese war)
4. Spart man natürlich durch die Gartenarbeit wieder Zeit für Spazieren gehen und Fitnessstudio, bzw. meditieren, weil man genau dies bei der Arbeit mit den Pflanzen schon erledigt. 😉

Es lohnt sich damit nicht nur das Selbermachen – sondern gerade auch das Selber ANBAUEN.
Oft wurden wir gefragt, ob der zeitliche Einsatz denn in Relation zum Nutzen steht. Wie man anhand dieses Beispiels sehen kann, können wir dies bejahen: Wir leben nicht nur naturnaher, bewusster und gesünder, nein wir machen das, was uns Spaß macht UND sparen damit einige hundert Euro im Monat!
Ich werde immer wieder Beispiele aufzeigen und ausrechnen, woran man dies gut nachvollziehen kann.

Bis bald J

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7 Kommentare zu “Zucchini süß-sauer oder: der Anbau von Gemüse lohnt sich! und zwar richtig ;)

  1. Wow das passt ja gut Dein Beitrag, ich habe auch gerade letzte Woche angefangen meine ersten Zucchinis zu ernten und schaue mich gerade nach Rezepten um, wie ich sie lecker für den Winter einlegen kann. Vielen Dank für das Rezept, das wird am WE gleich ausprobiert.
    Ich habe Eure Website schon vor ein paar Monaten entdeckt und freue mich sehr über die vielen Informationen, die Ihr weitergebt. Wir haben letztes Jahr auch angefangen Gemüse anzubauen und haben den neuen Garten nach Permakultur und für Selbstversorger aufgebaut. Wir haben ein Hügelbeet nach Sepp Holzer aufgebaut, das ist schonmal sehr erbiebig. Ich bin also auch ständig dabei neue Dinge auszuprobieren und zu lernen. Wir haben 2 sehr alte Apfelbäume, wollten aber mehr Obstbäume haben und haben dann dieses Jahr ein paar neue Obstbäume dazubepflanzt und auf „alte“ Obstsorten geachtet, wie eine Mispel, die Birne „köstliche von Charneux“ und vieles mehr. So haben wir in ein paar Jahren einen MENGE Obst zum einmachen 😉
    Also weiter so ich freue mich immer von Euch zu lesen!

  2. Liebe Petra,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag!
    Da ich deinen Blog nicht regelmäßig verfolgt habe, weiß ich nicht, ob du mit Regenwasser gießt, oder müsste man noch die Wasserkosten mit in die Rechnung einfließen lassen?
    Viele Grüße
    Maria

    • Hallo Maria, wir gießen überwiegend mit Ententeichwasser. Das was wir noch an Wasser dazunehmen ist wahnsinnig schwer auszurechnen, da wir ja viel viel viel mehr Pflanzen als nur die aus dem Rezept damit bewässern. Ich nehme an dass es damit so gut wie nicht mehr ins Gewicht fällt. Ich befrage aber gleich mal meinen Mann dazu, wenn die Kids ins Bett gebracht sind 😉

    • Liebe Maria,

      wir bewässern derzeit noch sehr viel mit Leitungswasser, da wir die Infrastruktur für die Bewässerung erst noch aufbauen müssen. Insgesamt gieße ich jedoch verhältnismäßig wenig, da ich auch in trocknen Zeiten max. 2 mal die Woche gieße. Wir haben alles abgemulcht und sobald die Pflanzen gut angewachsen sind, fahren wir mit der Bewässerung zurück…. das was nötig ist sollte von „oben“ kommen.
      Anders sieht es im Gewächshaus aus. Hier müssen wir regelmäßig gießen und das unser Gewächshaus fast 100qm hat ist da der Verbrauch derzeit noch recht hoch. Dafür fallen jedoch im Grunde alle anderen kosten weg und daher ist der Verbrauch durchaus vertretbar.
      Liebe Grüße

  3. Ein ganz liebes „Grüß Gott“ aus Unterfranken!! Ich lese schon eine Zeitlang eure tollen und motivierten Beiträge und möchte euch gratulieren zu eurem Lebensprojekt! Ich denke, es gibt nichts sinnvolleres, was man mit seiner Lebenszeit machen kann!!! Zu der Zucchiniernte hab ich auch nen Tipp beizusteuern: Eben, weil z.B. Einfrieren über die Monate ja eher immer teurer wird und sich die „Süß-sauer“-Vorräte im Regal stapeln, hat mir mein Schatz zum Geburtstag (eeendlich) einen Dörrofen geschenkt!! (JA, ich freue mich über Haushaltsgeräte als Geschenke!!! ^^ ) Seitdem habe ich jede Menge getrocknetes Gemüse, wie z.B. eben Zucchinischeibchen, Karotten, Paprika,Lauch und was ich besonders liebe. Champignons! Die bekommt man auch immer mal günstig, sind aber erstens schnell kaputt und die Sorte ist jetzt geschmacklich nicht soooo toll.. Aber getrocknet sind sie ein Gedicht-ich könnt ständig die Nase reinhalten 🙂 Und so hab ich immer „frisches“, fertig geschnippeltes Gemüse für Soßen, Suppen,etc. zur Hand! Also das Trocknen oder Dörren finde ich eine echte Bereicherung! Mal ganz zu Schweigen vom leckeren Fruchtleder als Gummibärchenersatz!!!!
    Ich drück euch unbekannterweise !!
    Debora

  4. Das ist mal ein interessanter Beitrag. Ich versuche mich ja auch ein bisschen in der „Selbstversorgung“ wie das eben zusätzlich zum Alltag in der Stadt, mit Kindern und absoluter Unkenntnis geht. Aber ich habe im Moment das Gefühl, dass es sich noch null auszahlt. Abgesehen vom ideellen Wert und den Sorten, die ich anbauen kann und im Supermarkt ja so nicht bekomme. Euer Beitrag lässt mich auf jeden Fall Hoffnung schöpfen 😀

    Ich schau jetzt öfter hier ein 🙂

    Liebe Grüße,
    Birgit

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