Dörren und ein bißchen mehr Rohkost bitte …

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Hin und her habe ich überlegt, brauch ich ein Dörrgerät – oder brauche ich keines? Kaum zu glauben, aber meine Überlegungen haben tatsächlich fast 5 Jahre lang gedauert.
Abschreckend war für mich zum einen immer der Preis oder bei den günstigeren Alternativen dann die Größe. Denn mal ehrlich, was sollen wir als Großfamilie mit einem Dörrgerät, wo gerade mal 2 Handvoll Obst hineinpasst?

Bisher kamen wir ohne Dörrgerät aus – allerdings lag dies wohl eher zum einen daran, dass wir bis Mai letzten Jahres kaum etwas selber machten und somit nichts haltbar machen mussten und zum anderen auch an unseren Ernährungsgewohnheiten – ach ja und auch daran, dass eine Gefriertruhe sehr gemütlich sein kann 😉

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Da wir derzeit einen großen Gefrierschrank und zwei kleine Schränke in Betrieb haben, kam der Gedanke auf, dass das Trocknen von Obst, Gemüse usw. evtl. trotz Stromverbrauch beim Dörrgerät günstiger sein würde, als eine oder gar drei Gefrierschränke zu betreiben. Kurz ausgerechnet: und siehe da: Gefrierschränke und Truhen sind wohl die größten Energiemonster im ganzen Haushalt und kommen noch kurz vorm Stromschlucker Backofen – der damit als Dörrgerät auch ausfällt.
Nach bereits einem Jahr haben wir rechnerisch die Ausgaben des Dörrgeräts wieder drinnen, wenn wir dafür zwei unserer kleinen Gefrierschränke abschalten, den Ofen fürs Trocknen nicht mehr benutzen und natürlich weniger Gemüse und Obst im Winter kaufen müssen (da man ja seine Sachen aus dem Garten damit haltbar macht).
Also habe ich mich nun vor einer Woche endlich zur Anschaffung eines großes Dörrgerätes entschieden und stelle fest: ich bin süchtig!
Es ist so toll und spannend, was man alles an Leckereien damit kredenzen kann, dass man wirklich Lust hat jeden 2. Tag etwas Neues auszuprobieren.
Klar im Vordergrund steht das Haltbar machen und so verarbeite ich derzeit alle Lageräpfel, die es wohl nicht mehr lange machen, nun zu leckeren Apfelchips. Auch Gemüse (derzeit Kohl), der noch übrig ist wird mit einer prima Marinade getrocknet und somit haltbar gemacht.

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Hier mein Rezept dazu:

Marinade für Kohlblätter / Gemüse:
(Mengenangaben folgen des nächste mal!):
Sonnenblumenkerne malen, mit Hefeflocken, Salz, Paprikapulver  und Pfeffer mischen. Danach Wasser und Zitronensaft dazugeben- es sollte eine cremige Kontinenz haben. Damit das Gemüse bestreichen und ab in den Dörrer.

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Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Tomaten, rote Beete, Sellerie, alles lässt sich trocknen, sogar getrocknete Gemüsebrühe herstellen, Kürbiskerne trocknen, Hefe gehen lassen und mehr.

Noch einen Vorteil hat das Gerät: man kann so schonend dörren, dass es immer noch als Rohkost gilt (bis 40 Grad ist es Rohkost)und somit werden wertvolle Inhaltsstoffe nicht durch übermäßige Hitze vernichtet.
Rohkost ist ein weiteres Thema, weshalb ich um den Dörrautomat froh bin. Wir haben festgestellt, dass trotz Vollwerternährung viel zu viel Getreide in unseren Gerichten vorkam. Zieht doch mal Bilanz bei Euch selber: Morgens Semmeln oder Müsli zum Frühstück, mittags oft Getreide in einem Gericht in Form von Nudeln und abends Getreide in Form von Brot. … ausgewogen ist etwas anderes.
Und da es mir körperlich nicht gut ging, haben wir nun alle umgestellt: 70-80% der Nahrung sind Gemüse und Obst und der Rest eben Anderes. Und der Dörrautomat hilft da eine gewisse Vielfalt im Geschmack aufrecht zu erhalten, ohne nur noch an Karotten knabbern zu müssen. Z.B. kann man GESUNDE und leckere Müsliriegel dörren, hier mein liebstes Rezept:

Müsliriegel
500 Gramm reife Bananen klein schnippeln und mit 500 Gramm geschälten und geraspelten Äpfeln, sowie 100 Gramm Sonnenblumenkerne und 50 Gramm Mandeln (oder Nüsse) klein gehackt vermischen. Separat im Mixer 150 Gramm Datteln mit 90ml Wasser zum Püree mixen. Das Ganze nun gut mischen auf das Gitter vom Dörrautomat 1cm dick schmieren (da hab ich so ne Paraflexfolie für nasse Sachen) oder auf einem Blech in der Sonne trocknen lassen. Vorher mit einem Messer die Riegel einschneiden. Den Dörrer stellt man auf ca. 8 Stunden ein. Fertig!

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Und anstatt Chips am Abend vorm Fernseher (haha), kann man sich super leckere Leinsamenkräcker selber herstellen, hier mein bisher liebstes Rezept:
http://www.dasein.at/essenerbrot-co/leinsamen-cracker
Diese lassen sich auch noch kunterbunt variieren!

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Und dann habe ich noch eine wunderbare Seite für leckere Rohkostrezepte gefunden, unter anderem ist da auch ein Hammer Schokoladenkuchen beschrieben – den probier ich morgen mal aus 😉
http://www.rohkost-rezepte.com/schokoladentorte.html

Mit dem Dörrer kann man seine Fantasie voll ausleben. Welches Gemüse schmeckt getrocknet gut? Mit Marinade aus Öl und Salz oder ohne? Welche leckeren Knabbereien kann man herstellen, die einen davon abhalten teure und / oder ungesunde Schokolade zu kaufen?

Und da wir das Gerät ab und zu schonen wollen und Strom sparen möchten, werden wir im Frühling für die Sonnenmonate ein Solar-Dörrgerät selber bauen- dann geht unser Strom-Dörrer in den Sommerschlaf. Wir werden berichten, wie es sich dann damit arbeiten lässt!
Habt ihr auch tolle Rezepte? Dann her damit!

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17 Kommentare zu “Dörren und ein bißchen mehr Rohkost bitte …

  1. Wow, tolle, was du da so alles ausprobierst! Meine Überlegungen dauern übrigens auch bereits mehr als 2 Jahre, aber wenn ich mir deine Tips so anschau, dann werde ich wohl auch bald zu einem Dörrgerät tendieren:-)

  2. Sehr lecker ist auch Fruchtleder. Früchte mit Bananen pürieren, ein bis zwei Bananen (je nach Fruchtmenge), auf der Paraflexfolie dünn ausbreiten und ab in den Dörer. Nicht zu lange trocknen, sonst wird der brüchig. Wenn das Fruchtleder fertig ist , zu eine Rolle zusammenrollen, in Stückchen schneden und geniesen.Ein toller Gumibärchenersatz. Lässt sich mit allen Fruchten machen: Apfel, Erdbeeren, Johannisbeeren u.s.w

  3. danke für den Tipp Olga, probier ich auch mal!
    Ach was ich eben noch probiert habe: Topinambur in Scheibchen schneiden mit Kürbiskernöl bestreichen und Salz bestreuen – 6-8 Stunden dörren – HAMMER LECKER, meine Lieblingschips, jawohl!

  4. Oh, das klingt alles so lecker! Wenn ich endlich einen Garten hab, werde ich auch einen Solar-Dörrer bauen! Deswegen bin ich sehr auf eure Sommer-Revue gespannt!
    LG Zora

  5. in sachen rohkost habe ich es mir zur gewohnheit gemacht, morgens rohes müsli zu essen: frischkornbrei (über nachteingeweichtes schrot) oder morgens frisch gequetscht. nur mit wasser eingeweicht, versteht sich. ich tu noch geraspelten apfel und mandeln hinein.
    auf diese weise ess ich kaum noch brot, denn abends ess ich auch vorwiegend rohes.

  6. Guten Morgen, dein Rezept für die Müsliriegel hörte sich so lecker an, das wir das sofort mal ausprobieren wollten. Da wir unser Dörrgerät von Sedona erst seit kurzer Zeit haben, wissen wir noch nicht so genau, wie lange denn die unterschiedlichen Leckereien denn so brauchen. Du hast geschrieben ca. 8 h, aber bei welcher Temperatur? Zuerst heißer und dann kühler? Werden sie richtig knackig oder bleiben sie weicher? Wir freuen uns schon auf deine Antwort!
    Viele Grüße, Silvija & Matthias

  7. Hallo,

    herzlichen Dank für den tollen Artikel. Ich bin lange Zeit ohne ein Dörrgerät ausgekommen. Inzwischen sind die aber so günstig geworden, dass ich einfach nicht wiederstehen konnte. Ich habe gleich das Rezept mit dem Schokoladenkuchen ausprobiert – einfach himmlisch. Warum habe ich mit der Anschaffung bloß so lange gewartet?!?

    Liebe Grüße

    Gertrud

  8. Ich habe mir nach ziemlich kurzer Zeit, als ich zufällig auf ein Artikel gestoßen bin, ein Dörrgerät gekauft. Nun bin ich fleißig und probiere alle Lebensmittel aus. Konnte zugleich feststellen, dass Blumenkohl sich nicht gut eignet zum dörren. Ich werde mir noch eine Mühle besorgen um meine Gewürze selber zu machen. Heute probiere ich die Tobinambur Knolle aus. Ich habe sie in Scheiben geschnitten und in Apfelsaft gelegt. Dann in ein Sieb abtropfen lassen.Danach mit Thymian, Knoblauchpulver, Peffer und wenig Salz mit Olivenöl versehen. Am Ende sollen werden es dann kleine Chip zum naschen.

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