Kerzen selbst gemacht Teil 1 – Bienenwachsteelichter

Uns nervt es ja schon länger, dass wir zu lange „normale“ Teelichter benutzt haben.
Es war eben die günstigste Möglichkeit, bekommt man eine riesige Tüte Teelichter doch schon für wenige Euro.
Eine biologischere Alternative ist hier für uns die Bienenwachskerze, doch mit 50 cent je Bienenwachskerze Kosten im Geschäft, ist das doch eine wirklich teure Angelegenheit. Auch beim Selbermachen war uns klar, dass wir für eine biologische Variante mehr bezahlen, als für die gekauften Billig-Teelichter.
Also schoben wir das Thema immer wieder in die Zukunft, doch nun endlich war es soweit:
Wir wollten Teelichter selber machen, auch wenn diese Variante teurer ist- denn allein dass sie ökologischer ist, war uns den Versuch wert.

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Nicht nur, dass die Billigteelichter aus Erdöl bestehen, welches wir ja vermeiden wollen und auch giftige Gase frei lässt – die Teelichter sind dann ja auch noch in Alu gepackt. Keine Gute Sache also.
Wir haben uns dafür entschieden, unsere Kerzen in Zukunft aus Bienenwachs und alten Kerzenresten (Recycling) zu machen. Heute widmen wir uns dem Thema Bienenwachs- es folgt dann noch ein 2. Teil.

Viele Veganer lehnen ja auch Bienenprodukte für sich ab.
Wir sind da nicht ganz so streng allerdings mit folgendem Plan: Ab kommendem Jahr werden wir selber Bienen beheimaten. Und zwar die hier heimische „schwarze“Biene, nicht die anfällige Honigbiene und zudem werden wir diese „artgerecht“, halten und weder mit Zucker zufüttern, noch neue Königinnen töten um das Schwärmen zu verhindern usw.
Auch werden wir Honig, Wachs usw. in geringen Mengen entnehmen, hauptsächlich nur für unseren Bedarf. Und mit gering, meine ich gering – lieber beheimate ich mehrere Völker, als nur einen Bienenstock seiner Erzeugnisse zu berauben. Wir sehen es so, dass gerade bei dem großen Bienensterben jeder Imker wertvoll ist, wenn er ökologisch arbeitet und wir hoffen die Bienen damit zu unterstützen (klar da gibt es noch mehr Möglichkeiten!).

Und: Wir haben etwas Honig und auch den Wachs für unsere eigenen Kerzen 🙂

Soweit ist es aber leider noch nicht und daher kaufen wir den Bienenwachs zu.

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Wie macht man nun Bienenwachskerzen?
Es ist denkbar einfach:
Den Wachs sanft im Topf erhitzen, in eine mit Docht präperierte Form gießen, erkalten lassen, fertig.
Für Bienenwachskerzen gibt es besonders dicke Dochte, darauf sollte man achten. Auch gibt es tolle Silikonformen- da wir allerdings keine zur Verfügung hatten, haben wir einfach alte Aluteelicht-Becher hergenommen (recycelt) und Teelichtgläser gekauft. Aus den Gläsern kann man nicht ausformen, da bleiben sie dann drinnen- genau richtig für den Eigenbedarf.
Wie auf den Fotos zu sehen haben wir fertige Dochte mit Aluscheibe hergenommen. Das können wir in Zukunft sicher auch vermeiden und einen Docht ohne Aluscheibe benutzen. Dazu schreibe ich dann aber mehr, wenn es geklappt hat.

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Bienenwachskerzen brennen in etwa so lange wie Parafinkerzen.

Die Kostenbillanz sagt zwar, dass Bienenwachskerzen teurer als Prafinkerzen sind, ABER selbstgemacht spart man entgegen der gekauften Bienenwachskerzen dann doch ettliches.
Die Gekaufte liegt bei ca 50 cent und die Gelbstgemachte liegt bei 15 cent! Das ist für mich ein tolles Argument, so dass wir nun sicher problemlos umstellen können.
Bienenwachs haben wir das kg für 11 Euro erworben, dazu kommen 2cent je Docht und 2cent Porto, da ich es hier regional nicht auf die Schnelle erhalten konnte (aber wir suchen).

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Wir sind verliebt in die gelben Teelichter und sie riechen zudem wunderbar und sind ein tolles Geschenk.

Bald folgt dann Teil 2 zum Thema Kerzen selber machen 😉
viel Spaß beim Nachmachen!

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19 Kommentare zu “Kerzen selbst gemacht Teil 1 – Bienenwachsteelichter

  1. Nachdem wir zu Hause auch fleissig Kerzenreste sammeln und derzeit die letzten vorhanden Kerzen verbrauchen werden wir demnächst auch Kerzen selber machen. Jetzt habe ich nun eine Frage: an anderer Stelle lese ich hin und wieder den Hinweis das man Bienenwachs unbedingt reinigen muß, weil die Teelichter sonst wohl nicht bzw. schlecht brennen.
    Wie ist da Eure Erfahrung?

  2. Danke für die Anregung 🙂 Wo kaufst du denn das Bienenwachs? Und sag mal, wäre es möglich mal eine Zeit-Bilanz zu ziehen? Ich wüsste gern, was ihr wöchentlich/täglich so aufwendet an Zeit fürs Selbermachen.

  3. Kleiner Tipp von mir als Imker: Das Wachs immer in destilliertem Wasser schmelzen und mit einer Schöpfkelle das Wachs abschöpfen und in die Formen geben. So bleibt der Topf sauber und der evtl. Dreck im Wachs setzt sich am Boden ab. Nach dem Erkalten einfach den Rest aus dem Wasser nehmen. Günstiger bekommt man richtig gutes Wachs (ohne evtl. Zusatzstoffe, die auch leider immer wieder in gekauftem „Bio-Wachs“ sind) direkt bei einem Imker. Einfach mal nachfragen!

    • Danke für die Info. Deswegen hab ichs im Wasserbad geschmolzen, aber das ist natürlich noch besser, auch bei kerzenresten….
      Das Wachs aus der Apotheke wir extra noch gereinigt, also heiß aufgeschmolzen, dadurch werden aber auch Inhaltsstoffe zerstört. Ist für die Kerzen jetzt nicht sooo wichtig aber wer Salben selber macht sollte auch Imkerwachs nehmen und mild aufschmelzen. Ja die Apotheker die vernichten manchmal auch die guten Sachen….

  4. wenn bienenwachskerzen schön lang gelagert werden, brennen sie viiiiel langsamer ab.
    heute also auf vorrat für nächstes jahr kerzen gießen/ziehen.

  5. Wo habt ihr denn die Teelichtgläser gekauft?
    Ich hatte mal einfache Gläser zuhause und da hab ich den Docht fixiert, dann die Plätzchen ohne schmelzen rein gegeben. Die Fugen hab ich dann mit weiß gebleichten Bienenwachs ausgegossen. Das sah ganz schön aus. Man muss dann auch nicht soviel aufschmelzen.

  6. Du scheinst dir dein Bienenwissen mal wieder nur über Fernseh und Co angeeignet zu haben.
    Wohl zu viel „More than Honey“ geschaut? (In den Boulevardmedien sterben nun mal die Bienen alle paar Wochen aus)

    – „heimische schwarze Biene“ ???
    Die Mitteleuropäische Biene hatte einen bräunlichen Teint außerdem ist diese (deutsche) Biene ausgestorben. Die importierten dunklen Bienen aus Skandinavien sind bei uns genauso wenig heimisch wie die Kärntner Bienen.
    – Honig sollte man aber entnehmen, zumindest wenn die Bienen Waldhonig eintragen, denn dieser ist für die Überwinterung denkbar schlecht geeignet (Ja Frau Gutmensch, der heutige Wald hat halt nichts mehr mit den Urwäldern gemein)
    – Und wenn du naturgemäßt imkern willst dann solltes du auch das Wachs „JÄHRLICH“ !!!
    komplett entnehmen
    (Die Krankheitserreger sitzen nämlich in den alten dunklen Waben)

    Aber das weißt du bestimmt alles

    • Hallo Andreas,

      danke für Deinen „netten“ KOmmentar 😉
      Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe die Weißheit nicht mit dem Löffel gegessen, sondern mache mir lediglich Gedanken. Mehr nicht.
      Aber zum Thema dunkle Biene: Lese mal unter anderem dies: http://imkerforum.nordbiene.de/viewtopic.php?f=76&t=1660
      Sie ist tatsächlch die ursprüngliche in D heimische Biene. So verändert sich das mit der Zeit.
      Ich sehe eher das Problem, dass sie wohl nicht artenrein bleiben wird. Wir informieren uns da noch weiter und sich noch immer nicht ganz sicher wann und wie wir starten.
      und klar werden wir Wachs! und auch Honig entnehmen. Wir wollen nur keinen Raubbau betreiben und dann die Viecher mit Zuckerwasser zufüttern, weil wir zu gierig nach dem Honig waren … alles in Maßen.
      und nöö ich weiß sicher nicht allees und frag mich gerade wie der Eindruck bei Dir entstand …

    • Andreas, ein paar Hinweise zur Vertiefung. Du meinst die Biene Apis Mellifera mellifera. Wir Imker bezeichnen sie als die Dunkle Biene. Sie kommt in Europa nördlich der Pyrenäen und der Alpen bzw. Karpaten vor, die nördliche Begrenzung ist die Buchenwaldgrenze, östlich der Ural.
      In diesem Gebiet ist die o. a. Biene genetisch einheitlich. Eine geographische Begrenzung wie der Mensch sie hat, hat die Mellifera nicht. Grob gesagt ist es die Buchenwaldzone, die die Mellifera besiedelt.

  7. Ich kann mich nur der Meinung von andreas anschließen was die dunkle Biene angeht.

    Fakt ist, dass die einst heimische Biene ausgestorben ist und die in jüngster Zeit importierten Arten einen anderen Stamm haben. Was ausgestorben ist, kann nicht mehr zurückgeholt werden. Lediglich über Rückzüchtung annähernd ein Ergebniss erreicht werden, dass dem ursprünglichen ähnelt.

    Und wenn man diese Rückzüchtung betreiben will, bräuchte man abgesperrte Gebiete, in denen keine anderen Bienen existieren. Vergleichbar mit Belegstellen für Königinnen. Solche Biotope existieren noch vereinzelt in der Schweiz, sind aber wie oben erwähnt nicht mit der ursprünglichen Biene besiedelt sondern mit der dort ortsansässigen schwarzen Biene. Auch nicht die hier einst heimische.

    Wenn man jedoch die skandinavischen Arten zu uns holt und nicht den Schwarmtrieb unterbindet (sei mal dahin gestellt, aus welcher Überzeugung das Sinn macht), bekommt man ganz schnell böse Kreuzungen mit den Nachbarvölkern. Und diese Kreuzungen sind besonders aggressiv. Man macht sich also auch bei Spaziergängern und Radfahrern keine Freunde.

    Ich kann nur davon abraten. Letzten Endes kann man es nicht verbieten. Jeder kann, wenn er will die schwarze Biene importieren. Es ist jedoch dann genauso wenig wie die Carnica eine einheimische Rasse.

  8. Hallo, ich habe die Erfahrung gemacht das die Teelichte mit den dafür gedachten Dochten nicht abbrennen sondern ertrinken.
    Was für Dochte verwendet ihr?

    Liebe grüße Benno

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