Auch veganes Fastfood muss mal sein

Im Grunde achten wir nicht nur auf Bio – Regional- Kosten – überwiegend vegan, sondern auch auf GESUND!
Denn auch ein Bio-Veganer kann sich durchaus sehr ungesund ernähren. Die Regale im Supermarkt sind voll von Fertigprodukten / Ersatzprodukten und auch beim Selbermachen kann man durchaus die Balance verlieren.
Daher kochen wir Marmelade mit Agar- Agar (dann benötige ich nur ein Viertel der gewohnten Zuckermenge), bereiten wenn möglich Süßspeisen mit Honig, Agavendicksaft oder ähnlichem zu, essen so viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse/Saate/kaltgepresste Öle, wie nur möglich. selbstgemachtes Eis ist hier ohne Zucker, dafür mit Banane oder Sirup gesüßt und Schokolade gibt es einfach nicht mehr sooo oft (da die vegan auch echt teuer ist). Kaffee brauchen wir mittlerweile nicht mehr (den trinken wir gerne aber außer Haus – wenn wir zu Gast sind, passen wir uns eh immer der Ernährung der Gastgeber an!!!), haben aber für Gäste Kaffee im Haus … Tee schmeckt uns mittlerweile besser und bei dem Wetter eh Wasser.
ABER natürlich wäre es ein trauriges Leben, wenn es nicht auch mal Ausnahmen geben dürfte ..
Denn die Mischung macht es. Wenn man sich überwiegend gesund ernährt, kann der Körper gut damit umgehen, auch mal ungesund zu essen. Keiner wird dann an der Tafel Schokolade oder den Milchprodukten beim Gastgeber oder gar den fritierten und fettigen Sachen sterben, die man sich einfach ab und zu mal gönnt.

Und es gab da vor einigen Tagen nun diesen Tag, als unsere Kinder einen richtigen Hype auf Fastfood hatten.
„Mama können wir nicht zu MC Doof fahren oder in ne Frittenbude“ – wurde ich angejammert. Und da ich nix davon halte, meinen Kindern ihre Ernährung vorzuschreiben (ja ich mache ihnen sogar ab und zu ein Fleischgericht, weil es IHRE Entscheidung ist), hatte ich einen Gegenvorschlag der gut ankam (denn auf teure Fastfoodgerichte hatte ich dann auch keine Lust!):

Lasst uns doch mal ein veganes „Fastfoodgericht“  komtplett selber machen! (wobei die Herstellung dann nicht „fast“ war, sondern doch etwas Zeit gebraucht hat *g*)
Die Neugierde war groß und so gab es an dem Tag dann (alles!! selbstgemacht)
Pommes mit Schnitzel Ketchup und Mayo!
Wir standen zusammen in der Küche, die ganze Familie und haben gebrutzelt und einen riesen Spaß gehabt.
Aber nicht nur das, sondern das Fazit der Kinder war toll: HEY das schmeckt ja besser, als gekauft!

Daher hier nun unsere Rezepte:

Selbstgemachte Pommes

Man nehme hartkochende Kartoffeln, schält diese und schneidet sie in Pommes Stückchen.
Das ist sehr einfach und in diesem Video sehr anschaulich erklärt:

Wichtig ist, dass die Kartoffeln, bis sie fertig geschnitten sind, im kalten Wasser liegen.
Dann stellt man einen Topf kochendes Wasser auf und brüht die Pommes darinnen 15 SEKUNDEN ab. Gleich wieder herausnehmen und dann für 20 Minuten in eine Schüssel kaltes Wasser legen.
Anschließend werden die Pommes in Öl ca 2-3 Minuten „angebraten“. Hier kann schon Salz/Gewürze dazugegeben werden, denn die Pommes saugen die Gewürze dann so richtig in sich auf. Wenn die Pommes schön mit Öl durchtränkt sind – ab aufs mit Backpapier ausgelegte Backblech und bei 200 Grad backen bis sie goldbraun sind (immer wieder wenden). Evtl. nachwürzen.
Man kann sie natürlich auch in der Fritöse zubereiten, allerdings sind sie auf dem Backblech weit gesünder (da weniger Fett benötigt wird) und wir haben z.B. keine Fritöse!

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Selbstgemachte Schnitzel aus selbstgemachtem Seitan

Der sog. Rohseitan – also die ungewürzte und unmarinierte Version – wird ganz einfach aus einem Kilogramm Auszugsmehl hergestellt. Die Idee kam, weil wir noch ein Packerl 405er Mehl im Schrank hatten und Freunde aus Österreich bei einem Besuch mir von der Herstellung erzählt hatten (dake an Karin und Niko *g*). Du nimmst also 1kg Mehl und knetest es mit 550ml Wasser zu einem Teig der schön fest wirkt. Anschließend legst Du diesen Teigling in eine Schüssel mit Wasser und dort ruht er komplett mit Wasser bedeckt für ca. 20 Minuten.

Danach beginnt der Vorgang in dem die Stärke ausgewaschen wird. Dafür nahm ich eine größere Schüssel Wasser und knete den Teig in Wasser durch bis das Wasser schön milchig ist. Wasser wegkippen und das ganze immer wieder wiederholen. So lange bis der Teig zuerst eine klumpige Form und dann später wieder eine klebrige Teigform annimmt. Lass Dich nicht davon verunsichern, wenn der Teig locker wird und den Eindruck macht das er zerfällt das ist völlig normal bis genug Stärke rausgewaschen wurde und sich das Gluten zu einem Seitanrohteig wieder verbindet.Das dauert ca. 5-10 Spülvorgänge und dauert ca. 10 Min.

Danach ist der Rohseitan fertig zur Verarbeitung. Nun kann er mariniert und/oder in Brühe gekocht werden. Nach dem Kochvorgang ist der Seitan im Grunde fertig und kann zu Schnitzel, Steaks, Hack oder was auch immer weiterverarbeitet werden kann. Viel Spass dabei 😉

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Hier dann noch das Rezept veganer Mayonese:
http://vegan-und-lecker.de/2011/02/07/vegane-mayonnaise/
und hier das gesunde Ketchup Rezept:

http://www.frag-mutti.de/Ketchup-selbstgemacht-und-gesund-a33990/

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Zu guter Letzt hier noch die Kosten-Billanz für das komplette Gericht:

1kg Bio Kartoffeln – ca.1,20 Ero
200 ml kaltgepresstes Öl – 1 Euro
Gewürze/Senf/Zitronensaft – 50 cent
1kg Mehl – 30 cent
6 Eßlöffel Sojamehl (zum panieren) – 5 cent (selbst gemahlen)
1 Pk Tomatenpüree (1,50 Euro ca von Alnatura)
2 Pk Tomatenmark (2,20 Euro von Alnatura)
100 ml Sojamilch (selbstgemacht) – 3 cent
Gesamtausgaben von: 6,78 Euro
Sich „überfressen“ haben sich davon 6! Personen und es bleib was übrig, so dass es Ausgaben pro Person von gerade einmal 1,13 Euro waren.
Ich wette, dafür kann man in keinem Fastfood Restaurant essen 😉
Auch hier wieder: Selber machen lohnt sich und der Aufwand des Zubereitens hat uns allen viel Spaß bereitet!

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5 Kommentare zu “Auch veganes Fastfood muss mal sein

  1. Huiuiui, was für eine Menge Mehl muss man abnehmen, um es für 30ct zu bekommen? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr Biomehl verwendet habt anhand all der anderen Biozutaten? 😉

    • Öh…. bei unserem Test zum eigenen Fleisch, haben wir ein ganz billiges Kaufhauspackerl gehabt und die sind teilweise schon ab 30ct erhältlich. Wenn wir hier was anderes machen verwenden wir grundsätzlich Demetergetreide das wir hier kurz vor Anwendung selbst vermahlen. Auszugsmehle nehmen wir eigentlich garnicht her. In dem Fall geht es nicht anders, daher haben wir das auch als veganes Fastfood betitelt 😉

  2. Das die Kinder das mochten glaub ich. Habt ihr mal Seitan selber gemacht?

    Ich wollte euch noch „andere“ Pommes ans Herz leben. Die machen wir und gehen so schnell wie gekaufte Backrohr (igitt) Pommes. (Wußtet ihr, dass Pommes die gefroren werden behandelt werden damit sie überhaupt gefroren werden können -Erdäpfel kann man ja eigentlich nicht frieren.). Also das Rezept:

    500 g große Kartoffeln
    etwas Paprika oder auch Chilipulver
    etwas Öl und
    Salz
    Backblech ins Backrohr schieben Backrohr vorheizen auf 240°C. Die Erdäpfel werden in Pommes geschnitten, in eine Schüssel gegeben mit etwas Paprka bestreut und geschüttelt, sodass sich das ganze regelmäßig verteilt, dann etwas Öl dazu und wieder mischen. Dann aufs Backblech. 5 min und dann wenden. Dann noch 15 minuten bis goldbraun und Knusbrig- Backrohrpommes eben 🙂 Salzen fertig

    Wenns mal nicht fastfood sein soll passt auch Salat und ein Pilzragout.

    Rezept ist aus dem Kochbuch Köstliche Kartoffelküche Palaverlag.

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