Marmeladen- Sirup – und Likör Grundrezept für Beeren

Derzeit kommen wir mit dem Ernten kaum hinterher – das ist wundervoll – so viel Vielfalt bietet sich da draußen gerade.
Und NEIN – wir haben keinen riesigen Garten mit wahnsinnig vielen Sträuchern und Bäumen. Lediglich Johannisbeere, Himbeere, ein wenig Stachelbeere und einen sauren Apfelbaum haben wir beheimatet.
Wie kommen wir dann an so viel Erntegut Oder besser: wie kommt IHR an Eurer Erntegut? Gerade wenn ihr in großen Städten wohnt, mag sich die Frage ja öfter stellen….
Die Antwort ist sehr einfach: Reden, Fragen und Augen offen halten!
Die meisten von Euch haben Verwandte, Bekannte oder Freunde, die auf dem Land leben und einen Garten haben: Fragt sie doch einfach: „Wie schauts mit Eurem Obst/Beeren aus: Braucht ihr Hilfe bei der Ernte? Wir können Euch dabei helfen / es komplett übernehmen und würden gern etwas von der Ernte dafür mitnehmen“ – traut Euch und ihr werdet sehen: Bei vielen, vielen Menschen werdet ihr nicht nur offene Türen einrennen, sondern sogar Dankbarkeit ohne Ende erhalten. Es gibt so viele um uns herum, die es nicht schaffen, ihre Ernte alleine einzubringen- teilweise wird das Obst dann einfach hängen gelassen und gar nicht mehr abgeerntet.
Und wenn man niemanden kennt? Ja dann sollte man die Augen offen halten – beim Ausflug aufs Land, beim Spaziergang in der Natur- überall wo ihr Bäume und Stäucher mit erntereifen Obst seht, könnt ihr auch bei „Fremden“ einfach mal kurz fragen, ob sie Erntehelfer im Tausch gegen Ernte brauchen.  Gerade wenn das Obst schon sehr reif aussieht, wird die Antwort hier oft positiv ausfallen.
Und es gibt es noch: Das Obst, die Beeren, die in „wilder“ Natur wachsen – Blaubeeren reifen bei uns z.B. gerade heran – Hollunderbeeren werden im Herbst kommen und auch Erdbeeren und Kirschen findet man „einfach so“.Man braucht keinen riesigen Obstgarten – sondern muss nur wachsam durch die Gegend gehen und offen mit den Menschen sprechen – dann kommt man zusammen!
Und eine kleine Bitte am Rande: Lasst beim Ernten immer auch etwas hängen – die Vögel/Bienen werden es Euch danken!

_DSC0208
Damit beantwortet sich dann auch die Frage der Kosten-Billanz:
Lohnt es sich Marmelade wirklich selber zu machen? Gerade bei den hohen Zucker und Obst Preisen?
Ein klares nein, wenn man Obst teuer im Bioladen kauft – aber ein absolut klares JA, wenn man sich das Obst selber erntet – denn dann habe ich für 3kg Marmelade – selbst bei Bio-Rohrohrzucker gerade einmal Ausgaben von 2,50-3 Euro. Für 3 Euro bekomme ich im Laden, wenn es hoch kommt, die Hälfte an Bio-Marmelade!

Bei uns klappt das alles derzeit prima und daher sind wir fleißig am Marmelade, Sirup, Likör usw. herstellen.
Die letzten Tage haben wir somit Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen verarbeitet und natürlich auch einiges eingefroren, da wir gerne auch im Winter viel Obst essen wollen.
Damit wir den Überblick nicht verlieren, haben wir uns nun Grundrezepte herausgesucht, die für jede Beeren- und Obstart hergenommen werden kann – ich finde es zu mühsam, bei jeder Sorte ein anderes Rezept zu verwenden …

_DSC0217
Daher hier nun unsere liebsten Grundrezepte:

Marmeladen – Rezept (mit jedem beliebigen Obst)
1 kg Obst pürrieren (Wenn ihr Beeren verarbeitet, und keine Körner mögt, nochmal durch ein Sieb drücken) und mit
500 gr Honig (oder 250 gr. Rohrohrzucker) mischen und über Nacht stehen lassen (Deckel drauf)
am nächsten Morgen dann 2 Teelöffel Agar-Agar  mit dem
Saft einer Zitrone verrühren.
Das Obst im Topf gut aufkochen lassen, das Agar-Agar dann dazugeben und alles nochmal 3 Minuten richtig kochen.
Danach in heiße Gläser abfüllen – fertig. (Wenn die Gläser ploppen, habt ihr alles richtig gemacht *g*)

Dieses Rezpt mit Agar-Agar ist mein liebstes, da man hier den Zucker so weit reduzieren kann!

_DSC0213
Sirup-Rezept (mit jedem beliebigen Obst)
1 kg Zucker mit 600 ml Wasser zum Kochen bringen.
Während dessen 1kg Obst sehr fein pürrieren und mit 2 Pk Zitronensäure oder Saft von 2-3 Zitronen hinzugeben.
Das ganze gut 5 Minuten aufkochen lassen und dann abkühlen. Nach dem Abkühlen durch ein Tuch abseihen und den Sirup nochmals 2 Minuten gut aufkochen. In heiß abgekochte Gläser abfüllen.
Hier mit der Zuckermenge ruhig spielen. Wir haben Kirschen zu Sirup verarbeitet und es war uns zu süß, es hätte sicher locker ein drittel weniger gereicht – also erstmal lieber weniger Zucker rein und abschmecken

 

Likör-Rezept (mit jedem beliebigen Obst)
800 gr Obst mit 600 gr Zucker mischen und anschließend mit 1 Liter Korn übergießen.
Nach Bedarf eine aufgeschnittene Vanilleschote beigeben .
Das ganze in verschließbare Gläser geben und dann  4 Wochen! stehen lassen. (eher kühl und dunkel)
Immer wieder mal durchschütteln. Nach 4 Wochen sollte sich der Zucker aufgelöst haben. Die Beeren abseihen und den Likör abfüllen.
Wir haben so die Tage Himbeer-, Erdbeer-, und Kirschlikör angesetzt.

_DSC0218

Und noch ein kleiner Tipp am Rande:
Man kann bei der Herstellung von Marmelade, Sirup usw. fast alles weiterverwenden:
Die Kirschkerne ergeben z.B. super Material für ein Kirschkernkissen und das Fruchtmuß, welches bei Sirup übrig bleibt, ist total lecker im Joghurt oder süßen Aufläufen. Bitte nichts wegschmeißen!

_DSC0216

Advertisements

4 Kommentare zu “Marmeladen- Sirup – und Likör Grundrezept für Beeren

  1. Wow, ihr seids ja fleißig :)) Sieht sehr lecker aus!
    Und wir sind genau so zu „unserer“ riesen Himbeerhecke gekommmen, einfach im Ort Nachbar gefragt, ob wir helfen können, und sie waren sehr so dankbar, dass sie uns sogar schon zur Brombeerente später im Jahr „verpflichtet“ haben ;)) Ich denke wirklich, dass jeder, der möchte, Obst zum selber ernten finden kann :>
    Kennt ihr http://www.mundraub.org/? Vor allem in Städten sind hier schon viele Bäume eingetragen, die abgeerntet wollen ;D
    Uhh, und das mit den Krischkernen hab ich voooll verplant, mist xD Sehr schöne Idee, hab ja selber nen Kirschkernkissen, aber ja aus gekauften damals glaub ich 😛 Des wär was gewesen.. Vllt hab doch nochmal Lust auf Kirschenpflücken 😉
    Mal wieder ein großes Danke dür den schönen Artikel 😀

  2. Es ist so einfach und alles was dazu fehlt ist der kleine Sprung über den eigenen Schatten 😉

    Die Plattform Mundraub kenne ich, nur ist das für meinen Geschmack teils schon wieder zu viel. Es wird viel darüber berichtet und damit werden viele Stellen quasi dem Abschuss der Massen frei gegeben. Klar sollten solche Bäume oder Sträucher die „niemandem“ gehören natürlich auch geerntet werden, doch mit solchen Seiten können auch viele Menschen angezogen werden die nicht achtsam mit diesen Stellen umgehen. Ich habe da mal was in OYA gelesen und das machte mich hierzu nun doch sehr nachdenklich.

    Wir haben auch noch einige Ernten zu denen wir eingeladen sind mit zu helfen… das macht riesigen Spass und dient jedem!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s