Soja im Test Teil 2

Na unserem Erfolg Sojamilch selber zu machen, haben wir uns nun an Weiterem probiert.
Dazu zählt nicht nur Sahne und Schlagsahne aus Soja, sondern auch die interessante Weiterverarbeitung des bei der Herstellung übrig geliebenen Okara.

 

Im Übrigen haben wir uns natürlich auch – aufgrund einiger Hinweise – darüber schlau gemacht, wie gesund oder ungesund Soja nun wirklich ist. Die Meinungen im Netz gehen weit auseinandern – doch glaubt man den serösen Artikeln, die fundierte Quellen nennen, so sieht Soja für mich definitiv nicht ungesünder aus, als eine jede andere Bohne auch. Es scheint mir eher eine „anti-vegan“-Kampagne zu sein, aber das ist nur meine Meinung.
Meine Meinung ist: Es kommt wie immer auf die Mengen und die Mischung an! Wenn ich jeden Tag 3kg Soja esse, ist das sicher genauso ungesund, wie jeden Tag 3kg Kartoffeln zu essen. Wer auf eine kunterbunte und ausgewogene Ernährung achtet, hat meiner Meinung nach keine Nachteile zu erwarten. Ob Soja nun aber auch so richtig gesund ist, mag ich nicht zu beurteilen.
Wir werden weiter Sojamilch und andere Produkte herstellen – denn bei uns kommt auch ettliches anderes auf den Tisch.

Als erstes waren wir natürlich neugierig, wie selbstgemachte Sojasahne wohl schmeckt.  Diese ist sehr einfach zubereitet:

 

Rezept Soja-Sahne
50ml Öl (kaltgepresst, z.B. Rapsöl) und
100ml Sojamilch zusammen mit dem Mixer aufmixen – FERTIG

 

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Was man nun hat, ist eine Sahne, die sich wunderbar für Sossen oder auch den Kaffee hernehmen lässt. Oder für leckere Aufläufe usw. Was man mit der Sahne „noch“ nicht machen kann, ist diese aufzuschlagen zur Schlagsahne. Aber natürlich haben wir auch hierfür eine klasse Möglichkeit gefunden.

 

Rezept Soja-Schlagsahne
man nehme 100 ml Sojasahne
und weiterhin 1/2 bis 1 Löffel Agar-Agar und koche das ganze auf.
Alles abkühlen lassen und dann nochmal durchmixen – und siehe da: fertige festere Sahne, wunderbar um diese z.B. auf einen Kuchen zu bestreichen.

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Wir nehmen unsere selbstgemachte, schon gesüßte Sojamilch dafür her und süßen die Sahne daher nicht nochmal nach.
Wer es süßer mag, kann dann aber natürlich noch etwas hinzugeben, egal ob Zucker, Honig, Agavendicksaft oder Stevia…
Und was macht man nun mit dem Okara, was beim Herstellen der Sojamilch übrig bleibt?
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Wir haben die letzten Tage ja Okara von 5 Litern Sojamilch übrig gehabt. Übrigens haben wir uns verschätzt, das nächste mal würde ich nur noch die Hälfte ansetzen. Sojamilch kippt bei dem Wetter schon nach 3-4 Tagen im Kühlschrank. Also lieber öfter machen und dafür mehr Frische.

gut geschmeckt haben uns folgende Rezepte:

 

Okara-Bällchen-Rezept (süß)
300 gr. Okara mit 200 gr Kokosflocken (oder auch Haselnuss gemahlen),
200 gr Vollkornmehl, 150 gr. Zucker (oder auch Honig), 100 ml kalt gepresstem Öl,
Schale von einer abgeriebenen Zitrone, 2 TL Zimt und wer mag 1-2 Teelöffel Kakao mischen.
Die Masse zu Kugeln formen, auf ein Backblech geben und bei vorgeheiztem Ofen bei 180 Grad nun 30 Minuten backen. Sie dürfen außen ruhig so richtig gold-braun werden, dann sind sie außen knusprig und innen weich.
Fazit: total lecker!!!
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Tja, dann war von den 5 Litern Sojamilch immer noch sehr viel Okara übrig, also haben wir vom Rest unter anderem einen Aufstrich gemacht. Da wir hier nach Gefühl gekocht haben, hier nur das grobe Rezept:

 

Okara-Aufstrich
ca. 300 gr Okara mit gut 100 ml Wasser mischen und aufkochen. Dann eine vorher angebratene klein gewürfelte Zwiebel und ca. 4-5 Eßlöffel Öl dazu geben. Das ganze mit Tomatenmark (ca. 1/2 – 1 Tube), Salz, Pfeffer, Hefeflocken und Paprikapulver abschmecken und nochmal aufkochen bis es eine relativ pampige (nicht wässrige!) Masse geworden ist. Am Ende frische Kräuter nach Belieben hinzufügen und pürieren.. Das Ganze heiß und ausgekochte Gläser abfüllen, dann ist es möglichst lange haltbar.
Dieser Aufstrich lässt sich nun natürlich kunterbunt variieren, mit anderen Gewürzen usw.

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Und zu Guter letzt haben wir uns an einem veganen Käse probiert.

 

Okara-Käse-Rezept
Wir haben dafür oben genannten Aufstrich nochmal für den Käse hergestellt, dann aber weit kräftiger gewürzt.
Weiterhin wurde die Masse gegen Ende dann mit ca. 2 Teelöffel Agar-Agar aufgekocht.
Zum Schluss, wenn das ganze „fertig“ ist, hab ich noch frischgeackte Zwiebel und Kräuter dazu, also nicht mehr erwärmt.
Die Masse in eine Form füllen und auskühlen lassen. Sie wird je nach Menge vom Agar-Agar dann recht schnittfest.

 

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Sollte das Ganze zu weich sein – was man erst sieht, wenn es richtig kalt ist – einfach nochmal in den Topf und mit noch nem „Schuss“ Agar-Agar aufkochen und wieder abkühlen lassen. Probiert Euch da ruhig etwas aus.

 

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Da sind wir wohl auf einem gutem Weg doch vegan zu werden, zumindest sind unsere Gerichte schon 95% vegan. Macht echt viel Spaß sich da auszuprobieren, zumal es uns bisher sogar besser schmeckt, als tierische Produkte 🙂 (und auch noch WEIT günstiger ist)

Aber bitte denkt beim Arbeiten mit Soja daran: es muss IMMER gut erhitzt werden, auch Okara! Nur dann ist es bekömmlich. (Kartoffeln esst ihr ja auch nicht roh…)
weitere Okara-Rezepte werden folgen (da gibts nämlich seeeeehhhhhrrr viele und ich hab schon Lust mir einiges selber auszudenken)

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5 Kommentare zu “Soja im Test Teil 2

  1. ich habe heute nach eurem rezept sojadrink hergestellt und dann direkt daraus sojaghurt gemacht – einfach dann, als der drink auf gut 40°c abgekühlt war, einen großen esslöffel voll ’sojade‘ (fertiger bio-sojaghurt) eingerührt, in ein großes schraubglas gefüllt und gut isoliert für 12 stunden stehen gelassen. noch ohne kühlung ist es ein stichfester sojaghurt geworden – ich bin begeistert!

    ( ich habe die „bio-snacky joghurt box“, ein schraubglas im styropormantel, gekauft zu einer zeit, als ich noch nicht so achtsam mit plastikkrams war. wegwerfen gilt aber nicht, denn das wär ja wieder müll, und er funktioniert immerhin ohne strom.)

  2. Das klingt total gut mit der Sojasahne. Ich hab heute wieder mal einen ausprobier-Tag und werde das bestimmt noch testen – wir haben nämlich noch Spinat, der sich bestimmt gut macht mit Sojasahne! Funktioniert das auch mit z.B. Reismilch?

    Wusstet ihr, dass man auf diese Art auch seeehr leckere vegane Mayonnaise machen kann?
    Man braucht etwa dreimal so viel Öl (geschmacksneutral) wie Sojamilch. Die Milch gibt man in einen hohen Behälter, Mixer rein und dann sehr langsam das Öl einpürieren, damit es emulgiert. Mit etwas Zitronensaft wird die Masse fester, falls sie zu flüssig ist. Dann abschmecken mit Zucker/Agavendicksaft, Senf und Essig (Weinessig am besten) und sehr wenig Knoblauch. 🙂

    • Mit Reismilch habe ich es noch nicht mehr ausprobiert. Und was Soja angeht: Ich brauch es mittlerweile in meinem Ernährungsplan nicht mehr so oft. Andi mag gern mal Tofu im Essen – da werden wir nun experimentieren, wie er selbst gemacht schmeckt – aber mich reisst es nicht mehr wirklich. Da sind mir Pilze usw viel lieber. Ansonsten werden wir uns bald an selbstgemachter Mandelmilch probieren und ich denke die Hafersahne klingt auch interessant 😉

  3. Hallo.

    Okara ist auch bei mir ein „dauerthema“ . Habe mich von euren Rezepten inspirieren lassen…
    Bei Lust schaut auch bei mir rein, da sind auch Experimente zu finden….in Kürze erscheint ein okara-kräuterkäse

    Stucksnet.WordPress.com

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