Soja im Test Teil 1 – Sojamilch

Die letzte Zeit haben wir aus Neugierde Sojamilch und Sojajoghurt gekauft und probiert. Die Kinder waren wahnsinnig begeistert und haben dafür nicht nur die andere Getreidemilch, sondern auch die Kuhmilch komplett stehen lassen. Und das will schon was heißen.
Lange habe ich mich ja gesträubt überhaupt an Soja zu denken – denn dafür werden im Ausland schließlich große Flächen an vorher unberührter Natur vernichtet. Schwer genug mal ne Banane oder Avocado zu kaufen, aber dann gleich Soja?
Doch dann habe ich bei meiner Lieblingsbezugsquelle, wo ich auch das Getreide im Großpack günstig kaufe- Sojabohnen gefunden, die zu 100% in Deutschland angebaut werden. und schwups, schon war ich dann doch neugierig und wollte es genau wissen 😉
Achja, die deutschen Sojabohnen und auch anderes Getreide bekommt ihr im Großpack hier wohl am günstigsten (und ab 100€ ohne Versand): http://bio-rittmeyer.rakuten-shop.de/
Die Lieferzeit ist mit 3-14 Tagen manchmal lang, aber der Rest perfekt und mich störts nicht. Dafür ist der Service und die Produkte umso besser!

Gesagt getan und so habe ich nun das erste mal Sojamilch selber gemacht.
Die Zubereitung hierzu ist wirklich einfach. Ich habe gleich 5 Liter angesetzt, natürlich könnt ihr auch entsprechend weniger nehmen.

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Rezept Sojamilch (für 5 Liter)
500 gr Sojabohnen in eine Schüssel geben und mit kaltem Wasser übergießen, bis diese bedeckt sind.
Am Besten über Nacht – oder 10 Stunden stehen und quellen lassen. Die Bohnen sind danach gut doppelt so groß.
Am nächsten Tag dann jeweils eine Tasse Sojabohnen und 3 Tassen Wasser in den Mixer. Das ganze gut durchmixen und dann durch ein Tuch seihen. Die „Milch“ kann schonmal in einen großen Topf und den Rest aus dem Tuch bitte NICHT WEGSCHMEISSEN, das nennt sich „Okara“ und daraus lassen sich fabelhafte Gerichte zaubern (wie ihr in Teil 2 oder 3 erfahren werdet!).
Das ganze wiederholt ihr so lange, bis alle Bohnen vermixt sind. Mit einem Schaumlöffel dann noch den Schaum ablöffeln und die Milch dann erhitzen. Ständig rühren, sonst brennt es unten an. Lasst das ganze unter Rühren dann gut 15-20 Minuten köcheln. Ofenplatte abstellen und dann kann nach Belieben „verfeinert“ werden.

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Meine Kinder mögen die Natur-Sojamilch nicht gerne, daher habe ich das ganze mit 2-3 Prisen Salz, Honig, wenig Rohrzucker und Vanille gesüßt. Man kann natürlich auch mit Agavendicksaft oder Anderem süßen oder es eben pur genießen. Ich habe auf jeden Fall den Geschmack der gekauften Sojamilch von Alnatura gut hinbekommen, auf den die Kinder so fliegen.

Das Schöne hier ist auch: Aus dieser Milch kann ich Sahne und Joghurt herstellen – dazu mehr die kommenden Tage.
Wie sieht es aber nun mit den Kosten aus?
Kosten-Billanz:
Die Soja-Milch von Alnatura kostet den Liter mindestens 0,95€ – Sojamilch aus dem Bioladen dürfte noch weit teurer sein.
Bei Bio-Rittmeyer kostet mich im Großpack 1kg BIO-Soja aus Deutschland nur 2,70€!
Für das Herstellen von 1 Liter Milch benötige ich laut Rezept oben somit Soja-Bohnen zu 0,27€.  10 cent für Wasser Strom und Süßen dazu.
Ich erhalte somit meine selbstgemachte Bio-Sojamilch für 0,32 cent je Liter und spare mir somit bei jedem Liter 0,63 cent. Wir verbrauchen in der Woche ca. 12 Liter (für Müsli, Sahne, Joghurt, trinken der Kids usw.) und haben somit eine Ersparnis von 7€ die Woche, bzw rund 30€ im Monat.
Aber was hier nicht berechnet ist: Es bleibt ja noch das Okara übrig, woraus sich klasse Gerichte machen lassen – wie z.B. Gemüsepflanzerl oder Kekse. Das heißt die tatsächliche Ersparnis liegt hier nochmal weit höher!

Fazit:
Wer Soja mag und aus deutschem Anbau in Bio Qualität besorgt, hat hier wohl den Sieger aller veganen Milch-Gerichte gefunden.
Preislich – wie auch geschmacklich übertrifft es meiner Meinung nach Dinkel, – und Hafermilch bei Weitem und es schmeckt kalt genausogut, wie erwärmt.
Aber Achtung bei der Herstellung: Das Erhitzen ist ein MUSS , nur so ist Soja gut verdaulich!

Hier Aktuell unser Artikel zum Soja/ReisDrink, der noch besser schmeckt: http://wp.me/p3uFWE-aO

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9 Kommentare zu “Soja im Test Teil 1 – Sojamilch

  1. Vielen Dank für dieses Rezept. Wenn in den nächsten Tagen der letzte Tetrapack aufgebraucht ist, dann möchte ich in Eigenproduktion gehen;-)
    Aber eine Frage habe ich. Ich habe es nun so verstanden, dass ihr nur die Sojamilch aufkocht. Was ist mit dem Okara? Muss dies nicht zu Weiterberarbeitung auch gekocht werden im verdaulich zu werden?

    • Richtig, wir kochen „nur“ die Sojamilch auf und haben das Okara zuvor vom Rest getrennt. Das Okara wird bei uns erst erhitzt, wenn wir es weiterverarbeiten. Im Kühlschrank ist es im Rohzustand bis zu einer Woche haltbar, dann beginnt es zu gären und dann verwenden wir es nicht mehr.

  2. Pingback: Getreidemilch im Test endlich die perfekte Mischung gefunden!!!! | Zum Ursprung Zurück

  3. Das für Soja woanders Natur gerohdet wird stimmt nicht so ganz. Das Soja das als Tierfutter in der Massentierhaltung genutzt wird schon. Das zum menschlichen Verzehr wird in Europa, oft im Balkan, angebaut.

  4. Wenn man die sojabohnen nach dem einweichen von den schalen befreit (im wasser kräftig mit den händen rubbeln), dann zerkleinert und das ganze in dem wasser kocht und dann erst absiebt hat man eine viel besser schmeckende sojamilch und braucht weniger bohnen pro liter wasser.

  5. Liebe Petra,

    meine Kostenbilanz bei der Sojamilch liegt noch niedriger und ich will kurz erklären warum:
    Ich habe viel Zeit damit verbracht, nach Sojabohnen zu suchen, die NICHT aus China kommen, was je nach Wohnort gar nicht so einfach ist. In der Stadt kriegt man in Bioläden einfach nur Bohnen von ganz weit weg. Ich wohne in Freiburg und habe schließlich, nach sehr langem und ausdauerndem Suchen, einen Hof in der Nähe gefunden, der seine angebauten Sojabohnen zum Teil auch direkt an Privatabnehmer verkauft. Das ist gar nicht so einfach, obwohl hier viel Soja angebaut wird, da die meisten Höfe die gesamte Ernte an die Firma Taifun verkaufen. Lange Rede kurzer Sinn: Die Bohnen, die ich dort jetzt kaufe, haben Demeter-Qualität und ich bezahle aufs Kilo 1,50€. Das ist ein Hammerpreis. Außerdem bekomme ich dann mehrere Kilo auf einmal in einer großen Papiertüte, die ich beim nächsten Mal wiederverwenden kann. Oder ich nehme eine eigene Tasche mit.
    Das nur als kleiner Tipp – ich weiß nicht, wo ihr genau wohnt, aber in Bayern wird doch auch viel Soja angebaut. Vielleicht findet ihr einen Hof in erreichbarer Nähe? U.u. lohnt es sich ja dann auch, ein Stück zu fahren und ganz viel auf einmal mitzunehmen :-).

    Und nachdem ich jetzt so viel erzählt habe, hab ich auch noch eine Frage übrig: Du schreibst oben von Sojasahne, die du aus der Milch machst. Wie funktioniert das denn?

    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald!

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