Der große Brot-Test Teil 4 …

… oder was wir zum Frühstück gerne mögen….

Neben Müsli lieben unsere Kinder nichts mehr als Brötchen und Toast.
Brötchen gab es schon immer „nur hin und wieder“ am Wochenende: zum einen, da es immer sehr müsam ist, dafür morgens zum Bäcker zu fahren und klar – gute Vollkorn-Brötchen für ne Großfamilie gehen schon ziemlich ins Geld. Bio sind diese in unserer Gegend erst gar nicht zu bekommen.
Daher haben wir meistens auf Toast zurückgegriffen. Vollkorntoast gibt es schon realtiv günstig – für Biotoast blättert man dann aber doch wieder einiges mehr hin.

Also hat mich natürlich die Neugierde getrieben, wie es denn hier mit dem „selber machen“ aussieht.

 

Zuerst habe ich „Milchbrötchen“ getestet. (das Rezept klappt auch vegan!)
Eigentlich wollte ich noch einige weitere Rezepte mehr ausprobieren, ich  bin dann aber bei diesem einen hängen geblieben – da es für uns einfach perfekt schmeckt und gelingt!
Es lassen sich nach Belieben auch Rosinen und Schokostückchen verarbeiten und man hat leckere süße Brötchen.
Irgendwann die kommenden Wochen werde ich sicher noch das ideale Rezept für Brötchen erproben, die auch für Herzhaftes geeignet sein sollen, wie z.B. Zwiebel-Brötchen, Körner-Brötchen usw. – da möchte ich wieder EIN Rezept finden, was sich aber nach Wunsch stark variieren lässt.
Es wird also noch ein Brot-Test Teil 5 folgen 😉

Vorab: Die unten stehenden Rezepte habe ich noch mit gekaufter Hefe zubereitet und nicht wie im letzten Artikel beschrieben mit Wildhefe. Mir ging es ja erst einmal darum, das passende Rezept für uns zu finden – was bei Brötchen, vorallem aber bei Toast gar nicht so einfach ist.
Die kommende Woche werde ich die Rezepte aber auch mit Wildhefe ausprobieren und hier im Artikel das Ergebnis kommentieren.

Nun aber zuerst zu meinem liebsten
Milch-Brötchen Rezept für 16 Brötchen:

600 gr Vollkornmehl frisch gemahlen  (Dinkel oder Weizen)
10 gr Trockenhefe
2 Prisen Salz
440 ml Milch (es funktioniert bestens mit Dinkelmilch!)
100 gr Butter (klappt bestimmt auch mit Magarine, hab ich aber noch nicht getestet!)
4 EL Zucker
Mehl, Hefe, Salz vermischen. Milch mit Zucker und Butter leicht erwärmen bis die Butter geschmolzen ist.
Wichtig: Die Milch muss nun wieder abkühlen auf leichte handwärme. Ist die Milch zu warm, zerstört dass die Geh-Fähigkeit der Hefe!.
Alles zusammen zu einem dicken Brei verrühren und mit einem angefeuchteten Tuch warm 1-1,5 Stunden gehen lassen auf ca. doppelte Menge.
Dann alles nochmal kneten (bei Bedarf wenig Mehl dazu) und in 16 Portionen aufteilen.  Brötchen formen, aufs gefettete und gebröselte Backblech geben und nochmal 30 Minuten gehen lassen. Dann bei 180 Grad ca. 14-15 Minuten backen.

Da ich in der früh natürlich zu faul bin, 2 Stunden vorm Frühstück schon mit dem Backen zu beginnen, mache ich den Teig am Vorabend fertig – lasse ihn über Nacht im Kühlschrank gehen (dort geh er langsamer und genauso gut!). Am nächsten Tag einfach 30 Minuten  warm gehen lassen und ab in den Ofen. Schmeckt wirklich wunderbar. Ich mache immer gleich die doppelte Menge und friere dann 3/4 der Brötchen ein. Dafür hole ich sie schon nach 10 Minuten Backzeit aus dem Ofen und beim Auftauen werden sie nochmal ca. 10 Minuten im Ofen vorsichtig angebacken.

g

Die Kosten Billanz:
Kosten für 440 ml selbst gemachte Dinkelmilch liegen bei 26 cent,  1ogr Trockenhefe Alnatura 28 cent, 72 cent für 600 gr Weizen-Biomehl, 68 cent für 100 gr Biobutter, Zucker, Salz und Strom mit grob 20 cent – ergibt insgesamt 2,14€ für 16 Brötchen.
Uns kostet das Brötchen also 13 cent je Stück!
Da muss man nicht überlegen, für diesen Preis sind nirgends Vollkornbrötchen zu bekommen, selbst wenn man mit der gleichen Teigmenge größer Brötchen backt, spart man hier enorm.

 

Fazit:
Die Brötchen gehen nicht ganz in die Höhe, wie die vom Bäcker- aber es stört nicht, – man kann sie bestens aufschneiden.
Auch sind sie locker luftig, aber eben nicht so voll mit Luft, wie die vom Bäcker: man wird von weniger Brötchen (sie sind kleiner) also genaus schnell satt, wie von gekauften. Nur dass selbst gemachte Brötchen weit gesünder sind, da sie keine künstlichen Triebmittel enthalten.
Der Preis spricht zudem für sich: Sonntagsbrötchen müssen so nicht mehr nur Sonntags gegessen werden, sondern kann man auch bedenkenlos einmal unter der Woche einbauen.

 

 

Wie sieht es aber damit aus, Toast selber zu machen?
Hier ein VOLLkorn Rezept zu finden, war die Herausforderung schlecht hin – zumindest eines, was auch funktioniert.
Die Rezepte, die sich mir aufgetan habe, entlockten beim Lesen der Erfahrungen nicht meine Begeisterung. Entweder waren sie zu hart oder zu weich, gingen nicht auf oder waren einfach mit seeeeehr viel Arbeit verbunden. Ok, ich wollte es trotzdem wissen und habe zwei verschiedene Rezepte ausprobiert (und leicht angepasst!), die am erfolgsversprechensten waren.
Und hier sind sie:

a (4)

Toastrezept 1 (mein Liebling!):
490gr Vollkornweizen (geht auch mit Dinkel!) (59 cent)
10 gr Lupinenmehl (im Internet bestellbar oder Reformhaus (20 cent)
330 ml lauwarmes Wasser (ca 10 cent)
7 gr Salz (1 cent)
7 gr Trockenhefe (20 cent)
15 gr Raps oder Olivenöl (0,02 cent)
3 gr Zucker (…)
14 gr Malzextrakt (ich habe hier Gerstenmalz verwendet) (31 cent)

Mehle mit Trockenhefe und Salz mischen – Öl mit lauwarmen Wasser, Gerstenmalz und Zucker mischen und dann alles miteinander 10 Minuten gut durchkneten.
Jetzt kommt der „aufwendige“ Teil:
1. Ruhezeit – 60 Minuten warm gehen lassen – dann  gut durchkneten.
2. Ruhezeit – 50 Minuten warm gehen lassen – dann  gut durchkneten.
3. Ruhezeit – 40 Minuten warm gehen lassen – dann  gut durchkneten.
Den Teig länglich formen und in eine bebutterte + bemehlte Kastenform geben.
4. Ruhezeit – ca. 40 Minuten
Danach das Brot mit warmen Wasser besprühen und 40 Minuten bei 180 Grad backen.
Das Toast ganz kalt werden lassen und erst dann anschneiden – getoastet ist es ein Gedicht!

a (5)

Kosten-Billanz:
Das Toastbrot kostet mich – wie oben beschrieben – insgesamt 1,43 cent für 500 gr.
BIO-Vollkorn Toast kostet ca. 1,50-2€ je 500 gr. Somit sparen wir im Vergleich zum Bio Vollkorntoast zwischen 10-50 cent.
Wenn wir das Toast mit Nicht-Bio-Vollkorn Toast vergleichen (billig billig) 50 cent – hier zahlen wir im Vergleich also deutlich drauf.

 

Fazit
Der Aufwand war anfangs abschreckend -aber ich habe selten so ein leckeres Toastbrot gegessen.
Der Preis rechtfertigt sich auch im Vergleich zu Bio-Vollkorntoast – im Vergleich zu Nicht-Bio Toast verlieren wir hier.
Allerdings darf man eines nicht vergessen: das selbstgemachte Toast schmeckt nicht nur VIEL besser, es ist natürlich auch wesentlich gesünder – UND es sättigt deutlich mehr.
Für uns ein klares FÜR selber backen! Wir haben hier gleich 4 Toasts auf einmal gebacken und wieder eingefroren – so rechtfertigt sich der Aufwand und wir haben gut 2-3 Wochen etwas davon (da wir ja im Wechsel mit Brötchen und Müsli frühstücken).

toast (2)

 

Hier auf die schnelle noch das 2. Toast-Rezept.
Die Kosten-Billanz entfällt, da es sich fast identisch verhält. Auch der Geschmack ist hier hervorragend. Leider geht das Toast nicht ganz so toll auf, wie das 1. Rezept – es ist also ein wenig fester. Allerdings immer noch nicht zuuu fest, so dass wir es auch weiterhin backen würden. Dieses Toast hat allerdings den super Vorteil, dass es VIEL schneller fertig ist und dahier hier noch schnell das Rezept für Euch – denn wenn der Aufwand für das erste Toast zu viel ist, ist dieses hier ein idealer Kompromiss:
440 Dinkelvollkornmehl
10 gr Lupinenmehl
50 gr Roggenvollkornmehl
20 g Frisch-Hefe
10 g Salz
15 g Zucker
25 g Butter
1 Tl Backmalz ( auch hier habe ich Gerstenmalz verwendet)
150 g warmes Wasser
150 g warme Milch (ersetzbar durch Dinkelmilch)

toast (3)

 

Die Mehle und Zucker vermischen. Das Wasser und die Milch handwarm erwärmen, die Butter darin zerlassen und mit Hefe und Backmalz mischen. Alles mindestens 10 Minuten kneten dann Salz dazurieseln lassen und nochmal 10 Minuten kneten.
Danach den Teig 15 Minuten ruhig gehen lassen. Dann den Teig kneten und zur Rolle formen und in eine gefettete Kastenform geben. Danach die Kastenform mit einem feuchten Tuch abdecken und warm gehen lassen, bis der Teig bis zum rand der Form gekommen ist. In den vorgeheizten Backofen bei 200° 15 Minuten backen. (mit einem kleinen Wassertopf unten) Dann auf 180° runterstellen und nochmal 30 Minuten backen. Fertig
Achja:
Gerstenmalz gibt dem Toast einen unverkennbaren Geschmack und die Farbe – Lupinenmehl sorgt für Lockerheit IM Toast obwohl es außen knusprig ist.
toast (1)

 

Viel Spaß beim Backen!

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