Der Brot-Test Teil 3 oder auch: Wildhefe selbst gemacht

Endlich ist es soweit: meine erste selbstgemacht Wildhefe ist FERTIG 🙂

Ein wenig Bedenken hatte ich ja schon bereits beim Ansetzen der Hefe. Denn wenn man sich im Internet ein bisschen querliest, hat damit nicht jeder Erfolg. Also habe ich so viele Berichte wie möglich durchgelesen, kombiniert und dann das Beste daraus gemacht 🙂
Wie also habe ich nun erfolgreich Wildhefe angesetzt?

Mein Wildhefe Rezept:
100 gr getrocknete Bio Aprikosen (Achtung unbedingt UNGESCHWEFELT !! sonst wird das nix)
500 ml Wasser (bitte vorher durch den Wasserfilter oder lieber „gekauftes“ natürliches Wasser nehmen)
1 Teelöffel Honig

 

Die Zutaten werden in ein vorher ausgekochtes großes Glas gegeben und verrührt. Wichtig ist, dass alles wirklich sauber ist – auch der Löffel – damit sich keine Bakterien ansiedeln können.
Der Deckel wird leicht auf das Glas gelegt (nicht fest zugeschraubt!), damit keine Tierchen hineinkommen können und das Glas dann an einen warmen Ort gestellt. Idealerweise sind so 25-30 Grad. Bei Sonnenscheint genügt die Fensterbank in der Sonne, ansonsten in die Nähe eines Ofens oder ich hab mir beholfen, indem ich 3x am Tag ne frische Wärmflasche heißes Wasser daneben gestellt habe.

Nun macht man fast nichts anderes, als WARTEN.
1 – 2x am Tag hab ich den Deckel verschlossen, das ganze leicht geschwenkt und den Deckel dann wieder leicht drauf gelegt.
Und gewartet…..
und gewartet…..
Nun man wartet im Grunde so lange, bis sich oben eine Schaumschicht gebildet hat.
Bei mir sah das ganze so aus:
a (3)

Bis es so aussieht, dauert es im Schnitt zwischen 3-5 Tagen – je nach Wärme. Bei mir waren es 5 Tage.
Dann ist die Wildhefe fertig (und riecht leicht alkoholisch)

Und wie sieht es nun mit dem Backen aus?
Eine Regel besagt: man ersetze 50% der im Rezept erforderlichen Flüssigkeit durch Wildhefe-Wasser.
Weitere Zugabe von Hefe ist dann nicht erforderlich.
Bei den ersten 1-2 mal backensoll man den Anteil Hefewasser noch etwas erhöhen, da dieses nicht ganz so triebstark ist.
Auch gibt es einen kleinen Nachteil: Wildhefe muss länger gehen. Es lohnt sich daher am Vortag schon einen Vorteig anzusetzen.
Im Grunde lässt man den Teig so lange gehen, bis er das gewünschte Volumen erreicht hat.

a (2)

Ich war nun neugierig und wollte mein easy Brot – Rezept aus meinem Artikel Der große Brot-Test Teil 1:  https://zurueckzumursprung.wordpress.com/2013/05/19/der-grose-brottest/ gleich ausprobieren – da dieses ja eigentlich gar nicht gehen muss.
Einzig im Unterschied: Ich habe den Teig dann doch ne halbe Stunde gehen lassen, so ganz ohne gehen lassen habe ich mich nicht getraut….
Heute war sowieso wieder großer Brot-Back-Tag.

Also habe ich zum Vergleich das gleiche Brot mehrmals gebacken (da ich ja eh immer 4 Brote zusammen backe, so dass der Ofen voll ist und dann friere ich Teile ein). Eines davon mit Wildhefe. Auf dem Foto erkennt man sicherlich, welches das ist.

aa

Das Brot mit der Wildhefe hatte ich in die größere Form gegeben, daher täuscht es etwas im Vergleich und erschein flacher zu sein.
Nun – wenn ich nun aber beide Brote aufschneide…..

…..Beide sind fast identisch locker! Das Wildhefebrot ist ein klein wenig fester – der Unterschied ist allerdings wirklich kaum zu bemerken.
Geschmacklich muss ich sagen, schmeckt mir das Brot mit der Wildhefe BESSER. Es hat eine gaaaanz leichte süßliche Note – diese würde sich allerdings trotzdem auch mit deftigen Brotaufstrichen kombinieren lassen, da sie kaum wahrzunehmen ist.
Ich bin zufrieden 🙂 (links das Wildhefebrot, rechts das mit frischer gekaufter Hefe)
_DSC0067

Auffüttern der Wildhefe
Auch die Wildhefe kann natürlich aufgefüttert werden. Den Rest Hefewasser lasse ich gut verschraubt mit den Aprikosen im Kühlschrank. Wenn ich dann weiß, dass ich wieder mehr Flüssigkeit benötige, da mein Hefewasser langsam zur Neige geht – nehme ich die Aprikosen heraus, fülle das Hefewasser wieder mit 200ml Wasser und 50 gr Aprikosen an. Wieder draußen leicht zugedeckt stehen lassen bis der Schaum gebildet wurde (das geht dann auch viel schneller als beim ersten mal).
Die Aprikosen kann man übrigens dann auch wieder klasse weiter verwenden – Aufstrich daraus machen oder den Kuchen / das Müsli damit bestücken.

Im Grunde hat man so immer frische Wildhefe im Haus – im Kühlschrank hält sie sich einige Monate. Wenn nicht sogar länger….
Immer wenn man Hefe Wasser benötigt, einige Stunde vorher das Glas aus dem Kühlschrank nehmen und dann die halbe Flüssigkeit des Rezeptes damit ersetzen (länger gehen lassen) – neigt sich das Hefewasser dem Ende zu, wieder auffüttern.

Das Kostenfazit:
1. Ansetzen der Hefe kostet mich Bio 45 cent,
ab dem 2. Ansetzen 22 cent – gute Biohefe kostet 55 cent!  Die gekaufte Biohefe langt aber für nur 1 Brot, mit der Wildhefe kann ich ca. 2,5 Brote backen.
Also ab dem 2. Ansatz sparen wir somit also je Brot ca. 46 cent! (bei 500gr)

Ab heute muss ich keine Hefe mehr kaufen *freu* – und ich finde: es schmeckt auch noch VIEL besser!
Gespannt bin ich nun, wie sich damit Kuchen backen lässt….

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5 Kommentare zu “Der Brot-Test Teil 3 oder auch: Wildhefe selbst gemacht

  1. Danke für den Tipp. Ich suche schon lang einen Weg, um von der Trockenhefe wegzukommen. Warum müssen das eigentlich Aprikosen sein? Müsste doch eigentlich jedes Trockenobst gehen. Ich werds aber auf jeden Fall ausprobieren.
    lg
    Sabine

    • Natürlich geht auch jedes andere Trockenobst, wie z.B Rosinen. Im Grunde geht es sogar Abfälle von Birnen und Äpfeln herzunehmen.
      Allerdings hab ich damit noch keine Erfahrung 😉 Ich hab mir sagen lassen, mit Aprikosen gehts sehr gut uuund der Geschmack ist himmlich 😉

  2. Wow, so cool, dass das funktioniert! An sowas wie Hefe selber machen hätte ich nie dran gedacht! Aber jetzt stehts jetzt fest auf der To-Do Liste für dich nächsten Wochen 🙂 Bin ganz zuversichtlich, nachdem nach eurem tollen Sauerteig-Artikel es bei mir mit dem Sauerteig jetzt ganz gut klappt 😀

  3. So, ich kann nicht empfehlen, die Wildhefe mehr als 2x „aufzufüttern“ – danach sollte sie komplett neu angesetzt werden! Nach dem 3. mal anfüttern ist sie mir leider gekippt- sie scheint also nicht so haltbar wie Sauerteig zu sein (der ja JAHRE genutzt werden kann). Mein Fazit ist von daher eher, dass es den Aufwand für mich nicht lohnt – dafür backen wir auch viel zu viel und ich steige daher wieder auf Trockenhefe um…..

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