Minimalismus – Traum oder Wirklichkeit?

Wer von Euch sammelt? Wer von Euch hat den Dachboden/den Keller vollgestellt? Wer von Euch hat zu viel von Dingen, die er nicht braucht?
Ihr gehört nicht dazu meint ihr? Sicher?
Ich glaube tatsächlich, dass die WENIGSTEN von uns nur Dinge besitzen, die sie wirklich brauchen. Da zähle ich auch uns dazu. Schaut zum Beispiel mal in Eure Küche: Wie viele Teller besitzt ihr? Benutzt ihr tatsächlich jede Schüssel, jedes Haushaltsgerät, das ihr habt? Braucht man z.B. zehn Tupperdosen? Und braucht man tatsächlich die ganzen Sektgläser, die nur einmal im Jahr heraus gekramt werden?
Was bei dem Einen zu viel an Küchen-Gegenständen vorhanden ist, häuft sich bei dem anderen im Wohnzimmer. Oder wie war das mit den Büchern? Habt ihr alle gelesen? Werdet ihr es überhaupt jemals schaffen, jedes Buch gelesen zu haben?

Das sind nur wenige Beispiele von vielen weiteren Dingen, die ein Jeder von uns mehr oder weniger „sammelt“ Denn wenn man nur zwei Betten im Haus hat, aber acht Garnituren Bettwäsche, so kann man nicht mehr wirklich davon sprechen, diese Dinge auch wirklich zu brauchen.

Uns geht es nicht anders! In einem Haushalt mit 9 Personen sammelt sich so einiges an. Wir können noch so oft aussortieren, ich habe dennoch den Eindruck, dass es ein endloser und erfolgloser Versuch ist, minimalistischer leben zu wollen. Und da kommt so manches Male auch das Gefühl hoch: Vielleicht wollen wir gar nicht reduzieren. Warum sonst, schleppt immer wieder Jeder so viel Zeugs an?

 

Dennoch versuchen wir es immer wieder: aussortieren, aussortieren, aussortieren.
Gerade haben wir wieder das ganze Haus auf den Kopf gestellt: alles was wir die letzten Monate nicht gebraucht haben, kam weg. Das Kücheninventar wurde sicher um 50% reduziert (wofür braucht man nochmal drei Kuchenschaufeln???), vor allem Schüsseln, Teller und Dosen durften weichen. Dennoch stehen noch immer 10 Brotzeitdosen im Schrank. Bei 7 Kindern könnte man die ja brauchen. Wenn man wandern geht z.B. Doch wie oft geht man im Jahr mit Allen zusammen wandern? Und reichen da nicht dann auch die anderen Behälter, die man noch hat? Ich merke gerade, dass ich das Haus wohl nochmal auf den Kopf stellen muss.

Und das ist wirklich ein guter Tipp:
Wenn ihr fertig mit dem aussortieren seid – dann fangt von vorne an. Immer und immer wieder. Wir haben vor Jahren damit angefangen und obwohl noch immer viel zu viel Zeug vorhanden ist, wird es doch merklich weniger. Sogar Möbel haben wir hergegeben und mindestens 300 Bücher. Wir werden sie eh nicht alle lesen. Nur was uns wirklich wichtig war, durfte bleiben.

Schwer fällt es mir, Kindersachen auszusortieren. Bei 7 Kids ist immer ein Kind da, was noch in die Klamotten der Anderen reinwachsen kann. Alles aufheben braucht man dennoch nicht. Wie oft bekommen wir Kleidung geschenkt und können dann in einer Größe gleich 3 Kinder einkleiden? Was die Kleinsten Kids aussortieren, das wird gespendet – schließlich kommt nichts mehr an Kindern nach und ich sehe nicht ein, etwas für die Enkelkinder aufzuheben. Anders ist das mit den Spielsachen. Lego, Schleich und Playmobil hergeben? Das kann ich wirklich nicht. Die Lego Duplo Sammlung hatte ich mal etwas ausgedünnt, denn nachdem wir für die Kids 2-3 Kisten Duplo besorgt haben, hatte ich auch noch die Sammlung aus meiner Kindheit vermacht bekommen. Viel zu viel. Die Hälfte ist weg und trotzdem ist noch so viel da, dass die Kids gar nicht mit allem spielen können. Hergeben kann ich es dennoch nicht. Es ist ein Erbe.

Und so hat auch jeder sein „Laster“ – Dinge, von denen er genau weiß, dass er sie nicht wirklich braucht, von denen er sich aber auch nicht wirklich trennen will. So ein Laster haben auch wir. Bei uns sind es die Gesellschaftsspiele. Wir sammeln sie und geben nur her, was nicht gut ist. Es ist unser größtes Hobby und wir spielen sicher 4-6x die Woche ohne Kinder, mit Kindern/Teens, mit Freunden, in Spielgruppen oder nur Andreas und ich. Spielen macht Spaß, ist kommunikativ, regt das logische Denken an und ist phantasievoll. Es tut uns gut. Und dennoch kann man darüber streiten, ob man 300 Spiele braucht. Vor allem wenn man bedenkt, dass sicher 40 Spiele noch nie gespielt wurden. An der Stelle kann man sicher nicht mehr von Minimalismus sprechen. Den Anspruch habe ich aber auch nicht.

 

Wir haben für uns beschlossen, so viel zu reduzieren, wie möglich. Denn das schafft Freiheit. Man muss wenige wegräumen, abstauben, saubermachen, reparieren usw. Dinge zu besitzen bedeutet nämlich auch Verantwortung und Arbeit. Je weniger desto besser ist es also. Aber das System darf Schwächen haben. Es darf Bereiche geben, die dieser Logik nicht stand halten. Einfach weil es einem gut tut, weil es erfüllend ist. So wie unser Hobby, das Gesellschaftsspiele spielen.
Es sollten nur nicht zu viele Schwächen im System existieren: Wenn man dann nämlich Bücher, Spiele, Spielzeug, Zeitungen, Figuren, Tassen, what ever sammelt, so endete der Weg zum Minimalismus in einer Sackgasse.

 

Also überlegt Euch gut, was ihr wirklich braucht. Und überlegt noch besser, welche Schwächen ihr bewusst zulassen wollt. Und dann sortiert aus. Immer und immer wieder. Es wird Euch befreien und außerdem Menschen helfen, die weniger haben und sich über die eine Kuchenschaufel oder die Sektgläser freuen. Sozialkaufhäuser nehmen diese Spenden dankbar an.

Viel Spaß beim Reduzieren 🙂

 

Hier noch eine kleine Werbung in eigener Sache:
Bitte unterstützt unser geplantes Sozialprojekt, indem ihr den Blog abonniert und fleißig kommentiert. Je größer das mediale Interesse ist, umso eher bekommen wir das Spielecafé der Generationen in unserer Gegend umgesetzt. Helft uns dabei, es bringt Menschen von Jung bis Alt zusammen. http://www.jungundaltspielt.de

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Ein soziales Projekt entsteht und so geht es uns

Nein der Blog ist nicht am Auslaufen! Es wird weiter gehen. Und zwar aktiver wie bisher. Das ist nun fest beschlossen. Es ist wunderbar zu sehen, dass fast 1000 Menschen täglich auf diese Seite finden und sich von den Rezepten und auch unserem Leben inspirieren lassen. Das wollen wir gerne weiter fördern und unterstützen.
Warum war es dann die letzte Zeit so ruhig? Das lag an unserer Gesamt-Situation der Familie. Ich habe mit Studium und meiner Arbeit als Betreuerin eine 50 Stunden Woche und Andreas ist mit Haus und den derzeit 7 Kids gut ausgelastet. Das Thema Selbstversorgung musste daher ein wenig in den Hintergrund rücken. Ja. Leider haben wir auch den Garten zurückbauen müssen. Ein 120qm Gewächshaus hat uns mit der derzeitigen Situation schlicht überfordert. Ganz aufgegeben haben wir den Garten natürlich nicht. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir weiterhin Kräuter und werden im nächsten Jahr auch einige Hochbeete bepflanzen. Aber so, dass es uns nicht überfordert.
Das Selbermachen ist uns nach wie vor wichtig. Regelmäßig landen selbst gemachte Aufstriche auf dem Tisch, wir waschen uns nach wie vor mit der eigenen Seife und achten auf eine gesunde Ernährung. Sogar Vegan bekomme ich seit einigen Wochen (eigentlich seit dem ich aus Schweden zurück bin) wieder zu 90% hin. Und das mit Erfolg. Vorgestern war ich erst beim Arzt, der ein großes Blutbild gemacht hatte. Er war begeistert. Selten so einen guten Eisen- und Eiweißwert gesehen und der Zuckerwert weit unter dem Durchschnitt. Wahnsinn. Aber darüber schreibe ich die nächsten Tage noch genauer. Denn meine Erkrankung hatte mich dazu bewegt, komplett umzustellen.

Außerdem wollte ich Euch heute mein geplantes Projekt vorstellen. Ich habe vor ein Sozial-Projekt zu iniitieren. Das größte Hobby unserer Famillie ist das Brettspiele spielen. Man kommuniziert miteinander, muss den Kopf benutzen, hilft sich gegenseitig und taucht auch mal in schöne Fantasywelten ein. Ja ich gebe zu, Spiele kaufen ist vielleicht nicht nachhaltig – das Spielen dafür umso mehr…Fernsehen ist bei uns kein Thema, da wir spielen (auch die Kids) und wenn dann die Teenager sogar das Handy fürs Spielen vernachlässigen und sie gerne ein tolles Hobby mit den Eltern teilen (was mit 14 und 16 schon ungewöhnlich ist), dann kann man vielleicht schon von Nachhaltigkeit sprechen. Oder was meint ihr?

Ok, ich schweife ab. Auf jeden Fall kam mir im Zuge meines Studiums als Sozialpädagogin und in Verbindung mit unserem Hobby nun die Idee ein eigenen soziales Projekt zu gründen.
Es gibt Mütter- und Familienzentren, Rentnertreffen, Generationenhäuser usw. warum also nicht auch ein:

Spielecafé der Generationen
Ein Ort, andem sich Jung und Alt zum spielen trifft, gerade Ältere wieder in die Mitte der Gesellschaft geholt werden und auch Jugendliche und Familie einen Ort der Begegnung haben. Auch sogenannte Viel-Spieler sollen sich da treffen dürfen. Ein Projekt, dass idealerweise an die Stadt angebunden und mit Räumlichkeiten und Sozialpädagogen unterstützt wird – ansonsten aber in einen gemeinnützigen Verein eingegliedert ist.
Es würde mich feuen, wenn ihr Euch das Projekt einmal anschaut:

http://www.jungundaltspielt.de

Und noch mehr würde es mich freuen, wenn ihr kommentiert, teilt und liked – wenn ihr mir Fragen stellt und natürlich – wenn der ein oder andere Teil des Vereines werden will. Denn das geht überregional. Die langfristige Vision ist nämlich dass Vereinsmitglieder dieses Projekt auch an anderen Orten umsetzen.
Vielleicht hat der ein oder andere auch Spiele im Keller, die er nicht mehr braucht usw. Es gäbe viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Und wenn es nur mit einem Kommentar auf der Projektseite ist.
Ich freue mich von Euch zu erfahren, wie ihr die Idee findet.

Jetzt wisst ihr, was uns derzeit beschäftigt. Wir können das planen von Projekten einfach nicht lassen. Der Gedanke der Gesellschaft einen Mehrwert zu bieten, gefällt uns einfach zu gut. Auch wenn ich ab und zu hier über den Stand des Projektes berichten werde, so wird der Fokus der Selbstversorgung und des nachhaltigen Lebens nicht verloren gehen. Versprochen.
Eure Petra

Jahresrückblick …. zurück auf Null und wieder los

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Sonnenwende lässt die Tage bereits wieder heller werden und für Viele sind die besinnlichen Tage rund um die Weihnacht bereits vorbei. In meinem Fall nutze ich diese Tage immer, um das Jahr Revue passieren zu lassen und nach vorne zu blicken.
Was wurde getan…Stimmt das mit dem überein was ich vor hatte… Wie geht es meiner Familie und was geschieht in der Welt, was mich bewegt und auch beeinflusst… Wo stehen wir nach einem weiteren Jahr und was möchte ich im nächsten Jahr erreichen…?

Rückblickend war unser Jahr eine sehr spannende Sache, denn neben allen Themen, die wir bisher auf unserem Blog hier behandelten, gibt es natürlich noch weit mehr in unserem Leben das uns ausmacht. So begann das Jahr mit einer Entscheidung die für uns zugleich ein kleines Experiment darstellen sollte. Wir werden „Veganer“ – wobei ich mich nicht als solchen ettiketieren lasse oder möchte. Ich bin „Mensch“ und mich machen millionen von Facetten zu dem, was ich heute in der Welt darstelle.
Dennoch hatten wir uns dazu entschlossen unsere Ernährung auf eine rein pflanzliche umzustellen und das gelang uns total einfach und prima. Selbst unsere kurze Reise nach Stockholm im Februar war diesbezüglich sehr spannend, weil wir überall und immer was leckeres bekommen haben. Tja, und wenn es mal nix für uns gab, dann wurde einfach etwas passend gemacht und jeder war glücklich. Das Restaurant, weil sie uns glücklich machen konnten und wir natürlich weil es jeder anders umgesetzt hat und es immer total lecker war.

Im Frühjahr, als die Gartensaison begann, hatte ich mir viel vorgenommen und wie anhand unserer Veröffentlichungen hier schon zu erkennen war…. ging das Gartenjahr 2016 total in die Hose. Petra´s Arbeit und Studium wurde im zweiten Jahr natürlich anspruchsvoller, so dass meiner Einer mehr im Haus und mit den Kindern übernehmen musste und weniger Zeit für den Garten blieb. Was heißt Garten…. in meinem Fall ein Areal von 5000 qm mit 130qm Gewächshäusern (2 Stk.) und gut 500qm Beetflächen die mir dann mehr schlecht als recht über den Kopf gewachsen sind.
Passend dazu gab es noch ein Mega-Hochwasser in der Region, das dazu führte, dass ich wochenlang geholfen hatte und dazu mein Grundstück zum einen vollständig matschig war und auf der anderen Seite danach der Wachstum so stark war, dass ich dem Gras und den Beikräutern beim wachsen zusehen konnte.

Diese Phase ging nahtlos über in unser Jahreshighlight. Eine Rundreise in Schweden. Wir haben uns dazu einen günstigen Wohnwagen angeschafft. Wir waren gut zwei Monate damit beschäftigt, alles dafür vorzubereiten. Geplant war eine Reise über fünf Wochen und ca. 5000km Gesamtlänge mit insgesamt sieben Kindern. Unterwegs waren wir mit unserem VW-Bus, mit 7m Wohnwagen, Vorzelt und Zelten….. also gut 4 Tonnen Ausrüstung, um für alle Lebenslagen gewappnet zu sein.
Über den ökologischen Fussabdruck und so weiter lässt sich sicher streiten…. doch so etwas macht man insbesondere als Kind sicher nur einmal mit seinen Eltern. Es war eine Erfahrung die unsere Kinder für Ihr gesamtes Leben mitnehmen.

Kehrseite dieser Aktion war, dass ich zwar 70 Tomaten im Gewächshaus gepflanzt hatte, aber mich nicht mehr drum kümmern konnte. Ebensowenig um den Rest meines Unkrautgartens 😉 Dafür wurden wir bei unserer Rückkehr von einem Tomatendschungel und einigen wild aufgegangenen Gurkenpflanzen dermaßen überrascht, dass wir den restlichen Sommer und Herbst damit vollständig versorgt waren.

Die Reise selbst war atemberaubend, sehr eindruckvoll und überraschend. Uns wurde in Foren immer von den „unnahbaren“ Schweden berichtet. Ehrlich…. wir haben echt überall im Land danach gesucht. Wir sind von Ystad, über Stockholm hoch bis nach Dalarna an den Siljansee gefahren. Auf dem Rückweg haben wir bei Bekannten hier aus unserem Ort in Niederbayern halt gemacht, die dort ein Anwesen haben und sind über die großen Seen zurück nach Trelleborg gefahren. Ja selbst hoch an den großen Wasserfall im Nationalpark an der norwegischen Grenze haben wir nach „unnahbaren“ Schweden gesucht und keinen gefunden. Im Gegenteil….. Wir wurden überall mit offenen Armen und Herzen empfangen und haben viele sehr nette Bekanntschaften gemacht.

Das was wir auf der Strecke haben liegen lassen, war unsere vegane Ernährungsweise. In einem ungewohnten Lebensraum und mit vielen Kindern und vielen Herausforderungen (wie Motorschaden, ein Orkan, der unser Vorzelt fast davon wehte, ein verletzes Kleinkind und eine entzündete OP Narbe) haben sich dann neben der fleischlosen Version leider auch normale Grillwürstchen und so manch Anderes eingeschlichen was wir dann auch noch mit nach Hause genommen haben…..

…. wir aßen zwar nach wie vor zu 90% vegan, doch da schlichen sich dann wieder Dinge ein, die mich zu meinem „Schweinehund-Beitrag“ bewogen haben.

Neben all dem Schönen, von dem ich berichte, brachte das Jahr auch einige große Herausforderungen mit sich, an denen wir zu knabbern hatten und natürlich eine Menge Aufmerksamkeit benötigten. Kleinere und größere Krankheiten, Herausforderungen an der Arbeit und ein Zusammenbruch. Dies führte auch dazu, dass wir kaum im „Außen“ gewirkt haben oder uns über unseren Blog mitteilen wollten. Dafür war einfach keine Energie vorhanden, und mein Wurstbrot will hier eh keiner sehen 😛

Geschweige denn Bilder von meinem ziemlich desolaten Garten.

Doch genug der Worte über Vergangenes. Abschließen möchte ich das Jahr damit, dass es mir und meiner Familie sehr viele wirklich tolle intensive und lehrreiche Momente geschenkt hat. Auch wenn manche Wendung des Schicksales sich so angefühlt hat, als ob es zu viel war …. wirklich zu viel war, so haben wir es immer geschafft. Ob als Familie oder als Paar…..!

Auch wenn wir in der letzten Lebensphase wieder ziemlich weit weg waren von unserem grundsätzlichen Plan, mit einem enkeltauglichen Leben und dem Selbermachen…. so werden wir uns das kommende Jahr wieder mehr darauf besinnen und uns dieses Dinge ins Leben zurück holen. Stück für Stück und in dem Maße, dass es uns nicht überfordert… oder uns der Garten mehr Kraft kostet als er uns schenkt.
Das kommende Jahr werde ich auch dazu nutzen um zu überdenken, was ich und wir wirklich brauchen und was wir an überflüssigem Balast in allen Lebenslagen „angesammelt“ haben von dem wir uns wieder lösen möchten. Der Begriff „Minimalimus“ ist im Moment sehr modern und gefragt…. ja auch teilsweise schon wieder als Druckmittel im Einsatz. (Wie Du hast ein Notebook und ein Smartphone Du bist kein „Minimalist“?)

Wir sind was wir sind und jeder kleine Schritt, egal in welche Richtung, bringt uns weiter und führt uns – sofern wir wachsam und bei uns bleiben – schlussendlich in die richtige Richtung.

Für uns ist die Richtung mal mehr und mal weniger klar, doch auch wenn das Bild manchmal verschwommen aussieht…..

…. wir wissen wohin es gehen soll. „Unser Leben und die Welt ein Stückchen besser und vor allem enkeltauglicher machen“

Mein Wunsch ist, dass auch meine Kinder einmal mit der gleichen Freude – wie wir – für ihre Kinder da sein können und sie diese in einer zukunftsfähigen und vor allem friedlichen Welt beim erwachsen werden begleiten dürfen! Von diesem Bild wäre ich gerne einmal ein Teil und das allein sagt genug darüber aus, wohin wir uns alle in der Welt entwickeln müssen, damit vielleicht einmal jede Familie auf der Welt diese Chance hat!

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein schönes, lehrreiches und spannendes Jahr 2017.

Die größte Drecksau die ich kenne!

Die größte Drecksau die ich kenne!

Spannender Titel nicht wahr? Jeder, wirklich jeder kennt sie und grundsätzlich haben diese quickenden Lebenwesen es nicht verdient als derartiges „Schimpfwort“ missbraucht zu werden. Etwas besseres ist mir aber im Moment nicht ernsthaft eingefallen, um meinen heutigen Artikel zu beginnen.

Vor einem Jahr haben wir uns dazu entschieden vollständig auf eine vegane Ernährung umzusteigen und es war eine sehr sehr schöne Erfahrung. Denn wir fühlten uns fitter, gesünder und energiegeladener als je zuvor um Leben und doch…..

….. liegt wieder Wurst und Käse im Kühlschrank!

Wie kam das…. und vor allem warum?

Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht wirklich. Denn geplant war das nicht und gewollt auch nicht und deshalb werden wir das wieder ändern. Natürlich leben hier in unserem Haus viele Kinder die ihren eigenen Kopf haben und uns was bezüglich einer veganen Ernährung husten. Wir wollen weder uns noch die Kinder oder sonst jemanden zu einer bestimmten Ernährung zwingen oder überreden, denn das muss man schon selbst wollen.

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Die Drecksau von der ich oben geschrieben habe ist der innere Schweinehund der in vielen Lebenslagen zum Ausdruck kommt. Ist es Faulheit? Gewohnheit? Immer wieder wird von alten Mustern gesprochen – auch wir tun das?

Wir setzen uns mit unseren Idealen und Werten auseinander, um diese dann nach ein paar Monaten wieder über Bord zu werfen. Naja, ganz so ist es nicht denn wir haben bis auf die oben genannten Dinge und ein paar Gerichte exklusiv für die Kids alles vegane beibehalten was wir in unser Leben integriert haben. Aber warum ist der Mensch so wechselhaft?

Geht es Euch damit auch so?

Heute so und morgen wieder anders?

In unserer ach so schnellebigen Welt und mit all unseren vielen Pflichten und Herausforderungen geht man dann doch irgendwie bei vielem Stress den einfacheren Weg und macht das alte Schema F wieder weiter. In etwas abgewandelter Form, aber nicht mehr wirklich das was einem „eigentlich“ (sch…. Wort) wichtig ist.

Maßgeblich eingeschlichen haben sich einige Dinge während unseres 5 wöchigem Urlaub in Schweden. Eine ungewohnte Umgebung und an jedem Ort mußte man sich erst einmal wieder zurechtfinden. Gefunden hatten wir dann schon immer wieder das was wir wollten, aber ebend dennoch irgendwie andere Produkte.

Hinzu kam, das das Jahr für uns als Familie mit einigen Herausforderungen bespickt war und uns das Leben nicht ganz so einfach gemacht hat. Das zehrt sehr an der Substanz und lässt einen phasenweise alles Egal werden. Wozu, wenn´s eh „Wurst“ ist…… kennt sicher jeder.

Aaaaaaaber….. dabei wollen wir nicht bleiben und nun sitze ich gerade förmlich meinem Schweinehund gegenüber. Auge in Auge und überlege mir gerade mit diesem Monster in mir ein Zwiegespräch zu beginnen, denn mir hat mein Leben vor einigen Monaten viel besser gefallen als jetzt.

Wie geht Ihr mit solchen Situationen und Phasen um?
Kennt Ihr sowas überhaupt?

…… ich geh jetzt mal meine veganen Kochbücher durchblättern.

P.s. Unser Weihnachtsessen war natürlich vegan so wie letztes Jahr auch schon und war extrem lecker!

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Stockholm – ein Paradies für Veganer

Endlich war es soweit, Andi und ich traten zu unserem ersten Paar-Urlaub seit 16 Jahren an. Abgesehen von geschäftlichen Reisen war es eigentlich sogar der erste Urlaub, den wir JE ohne Kinder unternommen haben. Vorfreude war also garantiert.
Das spannende an diesem Unternehmen war aber, dass es auch unsere erste Reise in „vegan“ werden sollte. Seit Anfang des Jahres haben wir ja komplett umgestellt und das sollte sich auch auf unserer Reise nicht ändern. Dass es hier und da auch in Stockholm ein vegetarisch/veganes Restaurant gibt, das wussten wir. Aber wie der Tag ansonsten vegan durchgebracht werden kann, war für uns unklar und stellte irgendwie ein Abendteuer dar.

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Los ging es am Donnerstag früh: Für unterwegs hatten wir uns noch bei unserem Lieblingsbioladen vegane Semmeln gekauft. Der Flieger startete mittags in München und zwei Stunden später waren wir schon in Stockholm. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir zufällig unsere Unterkunft mitten in der Altstadt (Gamla Stan) gebucht hatten. Ideal also. Bis wir eingecheckt hatten, war es fast 17 Uhr und wir waren hungrig. Also ging es los zu unserem ersten Ziel zum „Hermitage“ mitten in Gamla Stan. Uns erwartete an diesem Abend ein rein veganes Buffet und das zu einem Preis von nur umgerechnet 12,50€ pro Person. Getränke bestellten wir dazu, was in Schweden jedoch völlig unnötig ist. Denn als wir sahen, wie die Nachbartische sich einfach immer wieder Wasser aus der Küche holten, fragte ich einfach mal eine Schwedin, ob denn das Wasser inklusive sei (und das habe ich sogar auf schwedisch geschafft *freu*). Sie erklärte mir dann freundlich: Wasser ist in Schweden IMMER inklusive. Restaurants erwarten auch nicht von einem, dass man noch andere Getränke dazu bestellt. Das ist riesig und der Buffet Preis ist damit nochmal um einiges besser. Aber nicht nur das: Das Wasser ist nicht nur gut, es ist sehr gut. Die Qualität ist spitze und übertrifft die meisten Quellwasser, die man in Deutschland in Flaschen zu kaufen bekommt.
Wir waren an unserem ersten Abend also überwiegend mit Schlemmen beschäftigt. Sogar leckeren veganen Kuchen gab es als Dessert.

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Danach schlenderten wir noch durch Gamla Stan – mit Abstand der schönste Teil Stockholms. Verwinkelte Gassen, alte, aber sehr gut erhaltene Gebäude, ein Sinn für schöne Architektur und viele wundervolle Aussichtspunkte. Und Wasser – überall Wasser – kreuzt sich mitten in Stockholm das Meer mit dem See Mälaren und ist auf 14 Inseln erbaut.

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Am Freitagmorgen erhielten wir dann von der Rezeption eine Rabattkarte für das Frühstück im Café „Under Kastanien“. Tatsächlich stand auf dem Platz vor dem Café eine imposante Kastanie, umgeben von wundervollen Stadthäusern.

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Ein veganes Frühstück stand allerdings nicht auf der Karte. Aber warum nicht einfach mal fragen? Gesagt getan und wir erhielten ein super leckeres Avocado Sandwich, ein reichhaltiges Nussmüsli und Kaffee mit Sojamilch. Perfekt und das zum Preis von gerade mal umgerechnet ca. 6,50€. Und das schöne dabei war: man wusste mit vegan etwas anzufangen und die Frage danach schien nicht ungewöhnlich zu sein. Etwas, was wir auf unserer Reise durch Stockholm immer wieder erfahren durften.

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Nachdem wir den Vormittag durch Södermalm liefen, um 2 Bioläden zu finden, entschlossen wir uns, dass dies den Ausflug nicht wert war (auch wenn wir uns dort Brotzeit für unterwegs kauften) und kehrten wieder um. Vorher halfen wir noch einer älteren Dame nach Hause, die vor unseren Augen die Treppe herunter fiel und sichtlich glücklich war, bis zur Wohnung gebracht zu werden. Auf dem Rückweg landeten wir „versehentlich“ an einer Anhöhe, die von Gamla Stan durch Wasser getrennt war. Welch wundervolle Aussicht wir da hatten. Ja, Stockholm ist wirklich wundervoll.

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Weiter ging es dann mit der Fähre rüber nach Djurgården. Fähre fahren ist auch relativ günstig, sofern man sie nicht mehrmals täglich nutzen will. Auffällig dabei: Ohne Saison ist ein Ticketkauf mit Bargeld mitunter schwierig. Die Schweden lieben Karten, vor allem Kreditkarten. Selbst der Kaffee wird mit Karte gezahlt.
Angekommen in Djurgården landeten wir in Skansen. Skansen ist ein riesiges Freilichtmuseum. Museen mag ich eigentlich nicht sooo gerne. Ich bin lieber draußen unterwegs. Aber Skansen war dafür perfekt, denn es handelt sich um ein historisches Freilichtmuseum, wo man traditionelle und alte Häuser, Bauernhöfe und mehr aus Schweden betrachten kann. Im Sommer sollte man dafür einen kompletten Tag einplanen, denn neben den vielen Sehenswürdigkeiten wird auch an vielen verschiedenen Stellen die alte Handwerkskunst vorgestellt. Im Winter sind die meisten Gebäude leider geschlossen, dennoch lohnte sich der Ausflug.

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Abends gingen wir dann wieder im Hermitage essen. Diesmal gab es andere Gerichte, man könnte also theoretisch jeden Tag dort Essen gehen, ohne dass einem langweilig wird 😉

Am Samstagmorgen – nach unserem Frühstück – starten wir diesmal mit dem Schiff in Richtung Meer. Der Stockholmer Schärengarten, bestehend aus 30.000 Inseln und Felsen, hatte es uns dabei angetan.

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Wundervoll ist es da draußen und einen Ausflug wert. Mittags kam dann der Hunger und wir waren schon etwas in Sorge, da auf dem Schiffsbuffet nichts Veganes zu erkennen war. Also fragten wir einfach wieder nach und wünschten uns ein veganes Baguette. Wieder bekamen wir als Antwort nur ein: Javisst! (natürlich) und wenige Minuten später erhielten wir eine leckere Mahlzeit. Egal wo, in Stockholm bekommt man wirklich an jeder Ecke etwas veganes zu Essen – manchmal muss man fragen, aber dann wird einem gerne etwas hergerichtet.

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Auf dem Boot waren wir dann doch sehr lange unterwegs – denn die Hin-und Rückfahrt nach Vaxholm dauerte drei Stunden- obwohl dies gerade mal der Anfang der Schären war. Möchte man weiter raus, ist man bis zu 4 Stunden einfach unterwegs. Das mag sich dann vielleicht im Sommer lohnen, wenn man auf eine der Inseln übernachtet. Im Winter ist bis auf wenige Ausnahmen nicht viel los.

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Am Nachmittag tingelten wir dann durch einige Geschäfte in Stockholms Gamla Stan. Uns hatte es ein „Fantasy“ Geschäft angetan, wo es auch viele tolle Gesellschaftsspiele und Rollenspiele gab. Gekauft haben wir da nichts- die Preise sind um einiges höher, als in Deutschland. Nachmittags fanden wir dann einen veganen Bäcker, die „Svattva Bakeri“ und machten dort eine kleine Pause für Kaffee und Kuchen. Lecker, günstig und sogar Rohköstler kommen dort auf ihre Kosten.

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Am Abend liefen wir dann nach Norrmalm, um eine vegetarische Pizzeria aufzusuchen. Überhaupt waren wir fast immer zu Fuß unterwegs. Ich schätze, dass wir täglich gut 6-7km erlaufen haben.

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Und das war bei dem tollen Wetter einfach wundervoll. Es mag in Stockholm zwar ein wenig kälter sein, aber die Sonne ist der oberhammer. Sie scheint wahnsinnig hell und freundlich. Das kenne ich aus Deutschland nur von Frühlings- und Sommertagen.
Angekommen in der „O Mama Mia Pizzeria“ hat uns neben dem urigen Ambiente dann die Karte umgehauen. Drei volle Seiten nur mit veganen Pizzen. Drei Seiten! Das habe ich noch nie gesehen. Die Pizzen, die wir dann erhielten waren Weltklasse, das schwedische Bier dazu sowieso und die Preise angemessen. Schade, dass das Restaurant so abgelegen liegt, der für uns einzig ersichtliche Grund, dass es nicht so gut besucht erschien.

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Sonntag war der letzte Tag, den wir in Stockholm genießen konnten. Also nahmen wir uns nichts Großartiges vor. Wir besuchten zuerst den Palast und sahen dem Wachwechsel zu und liefen dann zur imposanten Stadtbibliothek.

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Danach machten wir uns danach nach Södermalm auf, um ein weiteres vegetarisches Restaurant aufzusuchen, dem „Hermans“.
Es gab wieder Buffet, diesmal leider sehr teuer mit über 20€ pro Person, was aber wohl auch am Sonntag gelegen haben könnte. Es hat sich dennoch gelohnt: Eine riesige Auswahl und mit Abstand das beste Essen, dass wir bis dato erhalten hatten.

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Danach sind wir in Södermalm noch etwas Geocachen gewesen und kamen durch Zufall zur Sofienkirche. Ein wunderschöner Ort. Vorbei an einem in Felsen eingearbeiteten Abenteuerspielplatz ging es in zickzack-Kurs wieder Richtung Gamla Stan, nicht aber ohne auf dem Weg eine Brücke zu besteigen, die gefühlt halb über die Stadt ragte. Die Aussicht war atemberaubend.

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Am Montagmorgen ging es dann schon wieder Richtung Heimat und ein bisal wehmütig waren wir doch, als der Flieger genau über Deutschland in eine graue, regnerische Wolkendecke kam.

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Aber wir sind sicher – der Frühling wird auch hier bald Einzug erhalten

Unser Fazit:
Stockholm ist eine wundervolle Stadt. Die Schweden sind sehr freundlich und zudem sehr kinderlieb. Ab und zu mussten wir mal nach Müttern! Ausschau halten, denn in Stockholm scheinen überwiegend nur Väter die Kinderwägen zu schieben. Auch gibt es hier auf den meisten Männerklos Wickeltische. Stockholmer scheinen Sushi zu mögen, denn Sushi Bars gibt es an jeder Ecke gleich mehrmals. Vegan leben ist hier keine Ausnahme sondern scheint fester akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft zu sein, das hat uns sehr gefreut. Und Essen gehen ist auch nicht so teuer, wie uns vorhergesagt wurde – vor allem wenn man keine Getränke extra bestellen muss. Ein tolles Gefühlt war es auch, sich auf Schwedisch verständigen zu können. Ich lerne seit drei Monaten schwedisch und habe schon echt viel verstanden. Und die Sonne in Stockholm ist heller, viel heller und so war es kein Problem bei minus 3 Grad von morgens bis abends unterwegs zu sein.
Stockholm ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Eure Petra

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Nur gesund ernähren reicht mir nicht …

Es reicht!
Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, so oft krank zu sein, so eine schlechte Ausdauer zu haben und unter mangelnder Leistungsfähigkeit zu leiden. Ja, anfällig bin ich schon immer und so ist es für mich total normal, in 4 Wochen auch 3x einen großen Infekt durchzumachen. Dazu kommen regemäßig Gliederschmerzen, obwohl ich aus ärztlicher Sicht gesund bin und letztendlich auch noch eine schlechte Fitness. Das ist schon sehr nervig, wenn man beim Hochrennen der Treppe im 2- stöckigen Haus zum schnaufen anfängt, man fühlt sich uralt!
Außerdem schaue ich mich um und ich betrachte die Menschen die ich kenne, die 50-90 Jahre alt sind. Und ich frage mich: WIE möchte ICH eigentlich alt werden? Wäre es nicht toll, fit bis ins hohe Alter zu bleiben und dem Risiko von Demenz und Bettlägerigkeit zu entgehen? Das wiederum bringt mich zu der Frage, was man denn für ein gesundes Altern tun kann. KLAR, natürlich kann man auch rauchend, saufend und Fastfood-essend sehr alt werden, selbst wenn man sein ganzes Leben vor der Playstation verbringt. Beispiele dafür gibt es genügend! Aber sind sie repräsentativ? Ich bin mir sicher, dass NEIN. Es wurde mit unendlich vielen Studien bewiesen, dass durch zu wenig Bewegung, durch Suchtmittel und durch eine schlechte Ernährung altersbedingte Krankheiten gefördert werden. Sogar Krebs steht in Verdacht, dabei verstärkt auszubrechen. Alles Risikofaktoren, die mich daran hindern könnten, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Und den Vergleich habe ich sogar innerhalb meiner eigenen Familie. Ein Vater, der sportlich sehr aktiv ist, sich gut ernährt und mindestens 15 Jahre jünger aussieht, als er eigentlich ist, der mit auf die 60 zugehend noch Meisterschaften gewinnt. Und eine Großmutter, die nicht mehr vor die Tür geht, nur Fertignahrung zu sich nimmt und gerade von einer der intelligentesten Frauen, die ich kenne, in die Demenz und Bewegungslosigkeit abrutscht…das macht mich nachdenklich…
Bisher konnte ich mich immer ganz gut rausreden: Gesund ernähren? Hach das braucht ja soooo viel kostbare Zeit, die ich nicht habe…. Sport machen? Wann soll ich denn noch Sport machen, nebst derzeit 7 im Haus lebenden Kindern, einer Teilzeitarbeit, einem Teilzeitstudium und dem Selbstversorgergarten? Und dann schaue ich mir an, wie oft ich krank bin. Wie oft ich im Bett liege, ohne etwas tun zu können. Wie sehr ich es brauche, lange zu schlafen… das ist mal so richtig viel Zeit, die mir verloren geht. Und das muss ich nur gegeneinander aufrechnen. Wenn ich es schaffen würde, mir einer gesünderen Lebensweise meinen Krankenstand um 50% zu reduzieren und nur täglich eine Stunde weniger Schlaf benötige (anstatt 9, nur 8 Stunden) – dann könnte ich theoretisch jeden Tag 2 Stunden Sport machen!!! Wenn ich bei täglich 30-45 Minuten Sport bleibe, hätte ich dabei sogar noch Zeit gewonnen.
Ein Experiment, was sich doch wirklich mal lohnen würde, auszuprobieren!

Mit der Nahrungsumstellung haben wir ja bereits 2013 begonnen. Das meiste an Gemüse kommt aus dem eigenen Garten, Obst ertauschen wir uns bei Freunden und auch Brot und Co. wird oft selbstgebacken. Dennoch war auch immer wieder einmal Fastfood dabei – Essen gehen, weil keine Zeit war und gerade bei mir: ein enorm hoher Schokoladenkonsum und Kaffee trinken mit Zucker. Letztes Jahr haben wir dann sehr viel vegan gelebt und seit Anfang Januar haben wir komplett auf vegan umgestellt. Tja und die Auswirkungen sind jetzt, nur 5 Wochen später schon total irre: Ich habe keine Lust mehr auf Schokolade. Eine Tafel reicht mir jetzt meist eine ganze Woche (vorher nur einen halben Tag!). Ich habe tatsächlich ständig Lust auf Gemüse, Salat, Nüsse usw. und sogar der Appetit auf gekochte Nahrung geht zurück. Das erste Mal seit 3 Jahren bin ich 5 Wochen am Stück nicht krank. Und bei mir heißt das was! Gliederschmerzen habe ich vor 8 Wochen das letzte Mal gehabt…bin ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg? Es motiviert ihn weiter zu beschreiten…

Und by the way… vegan leben ist kein Verzicht:

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Inspiriert haben mich eigentlich erst die Bücher vom Atilla Hiltmann. Ich hatte sie mir zum Glück ausgeliehen, denn kaufen werde ich mir die Bücher nun nicht mehr, nachdem er gerade rechte Parolen verbreitet. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Jemand der vegan, aber vollwertig kocht (denn viele vegane Bücher nutzen Weißmehl, Zucker und Co.) und jemand, der evtl. schon Erfahrung in der Kombination mit Sport hat. Ich habe mich immer wieder gefragt:
Ist es möglich, sich vegan zu ernähren und Muskeln aufzubauen, ohne Zusatzprodukte zu konsumieren? Ja ist es, denn Brendan Brazier zeigt es in seinem Buch: „Vegan in Topform“.
Dort findet man nicht nur Rezepte, sondern er erklärt auch genau, warum was gesund und warum was ungesund ist. Und er macht Sport. Er ist hauptberuflicher Sportler und trainiert immer wieder für den Iron-Man, den er mit Spitzenpositionen meistert. Das hat mich überzeugt.

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Nein, Hochleistungssportlerin möchte ich nicht werden. Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit, zumal meine Berufung die soziale Arbeit ist. Aber es überzeugt mich, dass die vegane Ernährungsform, kombiniert mit Sport einen gesunderen, fitteren Körper hervorbringt, der so als kleinen interessanten Nebeneffekt auch langsamer altert 😉 Brendan beschreibt übrigens auch wunderbar, auf was man alles bei der veganen Ernährung achten muss – denn auch Veganer können sich absolut ungesund und mangel ernähren! Er schreibt in seinem Buch zwar von der „Thrive-Diät“, das sollte einen allerdings nicht abschrecken. Es ist keine Diät. Es ist eine Nahrungsumstellung. Die Rezepte sind vielfach ab wandelbar, schmecken göttlich und ehrlich gesagt habe ich noch nie mit Freude so vielfältige und wunderbare Gerichte gegessen, wie seitdem wir auf vegan umgestellt haben.
Und übrigens – auf vegane Ernährung umzustellen, wenn man sich langsam ran tastet, kostet mich nicht eine Minute mehr Zeit! Mein Lieblingsfrühstück, der grüne Smoothie z.B., ist in genau 3-4 Minuten hergerichtet, ist aber ein Frühstück für die ganze Familie!

Jetzt fehlt nur noch der Sport. Gerade die ständigen Rückenschmerzen bringen mich immer wieder zu diesem Punkt zurück. Mit Sport könnte es noch besser werden!
Und hier muss jeder sein eigenes Maß finden. Mein Plan für mich persönlich ist: 2x die Woche 30 Minuten walken, 2x die Wochen 45 Minuten Pilates (das kann ich beides zu Hause machen!) und 2x die Woche 1 Stunde Fitness-Studio (das einzige was mich dann wirklich etwas Zeit kostet!). 1 Tag Pause. Und wenn ich einen 2. Tag Pause brauche, ist das auch ok. Pausen sind für den Körper enorm wichtig.
Und das ziehe ich jetzt durch. Denn ich habe ja ein Ziel. Ich habe es satt so oft krank zu sein, Rückenschmerzen zu haben und so lange schlafen zu müssen und ich bin dafür gerne bereit, etwas Zeit in Sport zu investieren. Es wird sich am Ende auszahlen.
Also packen wir‘s an! Andi macht dabei natürlich auch mit – mit einem abgewandelten Trainingsplan.
Und ich habe vor, alle 1-2 Wochen darüber zu berichten. Über Fortschritte oder auch Rückschritte. Die besten Rezepte dabei preis geben und auch wieder Artikel über die Kosten-Nutzen-Bilanz zu schreiben. Denn gerade bei Rezepten mit „teurem Superfood-Zutaten“ wird das sehr interessant, ob man sich das so überhaupt leisten kann 😉

Bis die Tage, ich freue mich! Eure Petra

Die ersten 10 Tage vegan im Haus

Es ist echt spannend wie gerade Kinder mit diesem Thema umgehen. Von „Ich will nie vegan werden“ bis „Ich werde nie wieder was tierisches essen“ ist alles bei unseren Minis vertreten. Dennoch wird auch von der „Ich will Fleisch“-Fraktion unser Schritt akzeptiert, denn wenn sie Fleisch brauchen sollten, können sie sich damit außer Haus selbst versorgen. Es wird ja nicht verboten, sondern nur anders vorgelebt.

Unsere drei Kleinsten haben zwar mitbekommen das es wohl nix Tierisches mehr im Haus gibt, aber Ihnen fällt es eigentlich nicht auf. Es liegt nach wie vor Wurst (da suchen wir noch das Leckerste) und Käse (hier favorisieren wir derzeit Wilmersburger) auf dem Brotzeittisch und sogar an Streichwurst fehlt es nicht. Es schmeckt ein bisschen anders, aber wirklich aufgefallen ist es ihnen noch nicht.

Es gab es bei uns die letzten Tage einiges veganisiertes…… sprich normale Gerichte die wir auf vegan umgebastelt haben. Natürlich ist da bei uns auch nicht viel neues dabei, weil wir zuvor ja schon kaum tierische Produkte verwendet haben. Aber ich werde dennoch hin und wieder einiges vorstellen 😉

Es gab zum Beispiel einen Nudelauflauf mit Bolognesesoße und Käse überbacken. Eh, klar dass es sich um eine Tofubolognese und veganem Käse gehandelt hat. Leider ist der Käse nicht so verlaufen wie er hätte sollen. Entweder hab ich etwas falsch gemacht oder der Käse tut einfach nicht so – wie er sollte. Fazit daraus war, dass wir beim nächsten Mal wieder unseren Hefeschmelz herstellen, der war besser.

Pfannkuchen mit Apfel-Aprikosenmus und Schlagsahne. Ja, es gibt vegane Schlagsahne. Die sich wirklich zum Aufschlagen eignet. Sie ist leider mit einigen Emulgatoren versehen, aber besser so und selten, als einen Sahneauszug aus der Kälberwachstumsflüssigkeit (Milch) zu verwenden. Das Wort find ich klasse, das hab ich aus dem Film Cowspiracy, den ich mit einem vorherigen Post vorgestellt hatte.

Klar gab es noch bei weitem mehr, doch das ist nicht sonderlich erwähnenswert, weil Gemüse mit Reis oder Suppe meist nix spannendes ist. Vielleicht mach ich auch mal ein paar Fotos und stelle unsere Rezepte im Detail vor. Leider funktioniert meine Handykamera nicht mehr, drum gibts auch von den oben genannten Gerichten kein Foto…. ich weiß auch nicht, bei einem der ca. 200 Stürze auf den Boden muss wohl die Kamera am Smartphone was abbekommen haben 😉

Da es bei uns für jedes Kind eine sog. Süßigkeitenbox gibt, um den Futterneid untereinander zu vermeiden und die Mengen auf einem passablem Niveau zu halten, müssen wir hier natürlich auch umstellen. Derzeit werden unsere Schokoladenverkostungen weiter durchgeführt. Da es ja mittlerweile so viel Veganes im Angebot gibt, werden wir da durchaus noch eine Weile brauchen, um einmal alles  durch zu probieren. Wir werden sicher genug für diese Boxen finden, ohne dabei einem Tier ans Leder zu müssen.

Am besten kommen im Moment die Schokoladen von iChoc und der dicke Vego Schokoriegel an.

Nachdem wir noch so manches Zeug im Haus haben, wurde gleich am Rechner recherchiert ob die darin enthaltenen Zutaten einen tierischen Ursprung haben und so sind wir zum Beispiel darauf gestoßen, dass die Früchtebonbons von Campino vegan sind. Da müsst Ihr Euch mal schlau machen, es gibt eine Menge veganer Produkte die so nicht ausgezeichnet sind.

Auch klar ist, das diese Produkte natürlich nicht wirklich etwas mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zu tun haben, dennoch schön zu wissen, dass es viel mehr gibt als man denkt. Sogar die asiatische Fertignudelsuppe die unser Größter gern mal zwischendurch isst und wir sie nur deshalb im Haus haben, ist ein veganes Produkt. Natürlich darf man bei den Teens mit der veganen Ernährung nicht zu streng sein, sonst kommen sie alsbald regelmäßig mit Döner und Leberkässemmeln heim, nur weil´s Spass macht 😉

… und ja selbst in einem ökologischen-Selbstversorger-Bio-Futzi-Großfamilienhaushalt gibts die ein oder anderen Produkte aus der Industrie… wir haben Kinder und die dürfen ihren eigenen Willen haben…. wir ja auch und drum gibts zu den Mahlzeiten auch so gut wie immer gesundes Futter und für das ein oder andere Kind dann ein belegtes Brot oder nur Teile des Gerichts weil der Rest bääääh ist. Ich denke das kennt jeder, der Personen zu Hause hat die noch nicht alleine wohnen dürfen, auch wenn sie es manchmal gern tun würden 😉

Gestern hatten wir ein sehr interessantes Erlebnis, denn wir waren einkaufen. Eigentlich wollte ich mit den Kleinen nur schnell ein paar Sachen und insbesondere Apfelmus für die Pfannkuchen einkaufen. Auf einmal wollten fast alle Kids mit und so bin ich dann doch mit unserem Bus los und hatte sechs Kinder im Gepäck. Die drei großen wollten sich vom Taschengeld was kaufen und schnell waren dort ein paar Chips, Schokolade und sonstiges Zeug gefunden.
Nachdem nun alle mit wollten, hatte ich mich entschieden, in ein anderes Geschäft als sonst zu fahren und bin im „Real“ gelandet. Weil´s dort auch Spielzeug zum anschauen gibt und so meine Rasselbande eine Weile beschäftigt ist.

Da machte ich eine interessante Erfahrung, denn ohne es abgesprochen zu haben, suchten sich zwei meiner drei Großen (ein Kind davon gehört zur „Ich will Fleisch“-Partei) automatisch vegane Produkte heraus und kamen mit Fruchtgummi, Schokolade und Chips an…. ich fand es Klasse, denn das hätte ich nun nicht wirklich erwartet.

Was ich auch nicht erwartet hatte ist, dass es im Grunde – wenn man schaut – wirklich genug zu futtern gibt. Also wenn man bei Chips und Schokolade von „Lebensmitteln“ sprechen kann 😉 Tja, bei vielen Kindern gehören diese Produkte – wenn auch in Maßen – wohl auch dazu.

Das Highlight war dann schlussendlich, dass wir dann auf der Suche nach Bio-Apfelmus (unser eigenes ist leider aus) in diesen Regalen festgestellt haben, dass dieser Markt wohl begonnen hat alle konventionellen Produkte die nicht explizit das „Vegan“-Kennzeichen haben als vegan klassifiziert und dies auf den Preisschildern kenntlich macht. Natürlich ebenso mit laktosefreie oder glutunfreien Produkten.

Aber dies hat mir gezeigt, dass wir mit dieser Ernährungsform schon bei weitem über eine Trenderscheinung hinaus sind und das ist auch gut so!

Uns macht´s Spass…..

Achja, was ich jetzt vor lauter Einkaufserlebnissen total vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich selbst nach diesem kurzen Zeitraum und obwohl ich schon zuvor zu 90% vegan gelebt habe, eindeutig eine Leistungssteigerung spüre. Besseren Schlaf bzw. bessere Regeneration und längere Leistungsfähigkeit sind seit einigen Tagen deutlich wahrzunehmen und bin gespannt, wie es weiter geht.

Bis demnächst 😉 und dann hoffentlich mit ein paar Bildern.