Der große Brot-Test Teil 1

Wohl eines der meist benutzen und beliebtensten Lebensmittel in Deutschland ist das Brot, sowie Brötchen und Toast.
Auch in unserer Familie gehört es fest zu einer Mahlzeit dazu – kombiniert mit verschiedenen Aufstrichen. Aber auch zum Frühstück wird gerne einmal das Müsli durch Semmeln, Toast oder Brot ersetzt.
Gekauftes Vollkorn Brot in Bio-Qualität ist nach Fleisch und Milchprodukten meiner Meinung nach der größte Kostenfaktor in der Ernährung.
Wir machen Brot schon seit Längerem immer wieder selber – da es frisch und mit reinem Vollkorn nicht nur gesund ist, sondern einfach am Besten schmeckt.
Nun hat mich die letzte Woche interessiert, wie es denn bei Brot mit der Kosten-Billanz aussieht.
Spart man wirklich im Gegensatz zu gekauften Brot? Und wie steht es mit dem Aufwand und vorallem “einfachen” Rezepten, die auch jeder machen kann? Gibt es Rezepte, die ein Brot hundertpro gelingen lassen und sich zudem in vielen Variationen umwandeln lassen? Wie sieht es mit Zutaten wie z.B. Hefe und Sauerteig aus, lohnt sich hier das “selber machen”?
Diese Antworten habe ich mir die letzten Tage gesucht und stelle sie Euch hier vor. Natürlich gibt es noch viele weitere tolle Rezepte und es würde mich sehr freuen, Euer liebstes Rezept zu erfahren!

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1. Das Brot mit Geling-Garantie für “Faule”
Eines meiner liebsten Brote ist das Brot für “Faule” – denn wer im Klinch mit Hefe liegt oder keine Zeit hat, das Brot “gehen” zu lassen, liegt mit diesem Brot genau richtig.  Das tolle an dem Brot ist, dass sich die Zutaten perfekt durch andere Zutaten ersetzen und kombinieren lassen.

Hier die Zutaten:
500 gr Vollkornmehl frisch gemahlen (Weizen oder Dinkel)
1 Prise Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
2 TL Salz
50 gr Haferflocken (ersetzbar auch durch Dinkel- und Weizenflocken)
50 gr Sesam (ersetzbar durch Mohn, Leinsamen oder ähnliches)
50 gr Sonnenblumenkerne (ersetzbar durch andere Saaten, wie beim Sesam auch)
2 Eßlöffel Obstessig
1/2 Liter lauwarmes Wasser
Weiterhin kann nach belieben Brotgewürz hinzugefügt werden, oder eine geraspelte Zwiebel für Zwiebelbrot (sehr lecker!), oder kleingehackte frische Kräuter für Kräuterbrot oder gehackte Nüsse. Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Das Ganze wird miteinander gemischt und gute 5 Minuten ordentlich durchgeknetet – danach rein in eine gefettete Kastenform und in den KALTEN Ofen. Auf 200 Grad stellen und ca. 1 Stunde backen – fertig!
Dieses Brot muss nicht gehen und gelingt immer!

4 (7)Das Brot auf dem Foto sind 500gr Teig aufgeteilt auf 2 kleine Formen (Nutze ich gern bei Zwiebelbrot)


Die Kosten-Billanz dieses Brotes (alles Bio!)

500 gr. Weizenkorn kosten mich 50 cent, Alnatura Trockenhefe 55cent, Weizenflocken selbst geschrotet 0,05 cent, Sesam 20 cent, Sonnenblumenkerne 18 cent, Obstessig, Zucker, Salz und Wasser, sowie Stom habe ich mit 50 cent angesetzt.
Gesamt kostet mich das Brot also ca. 1,98€ – für diesen Preis ist in unserer Region kein Bio-Brot erhältlich. Das Backen lohnt sich also hier enorm.

 

2. Sauerteig-Brot
Ein weiteres Rezept, welches ich gerne hernehme und welches sich genaus kombinieren und abändern lässt, ist ein Sauerteig Brot. Die Herstellung ist hier etwas aufwendiger, da der Teig gehen muss – allerdings liegt hier der Vorteil deutlich im kräftigeren Brotgeschmack, so wie der Haltbarkeit – da Sauerteig das Brot länger frisch bleiben lässt.

Das Rezept des Sauerteig Brotes für 2 Brote!:
1 kg frisch gemahlenes Vollkornmehl (hier kann nach belieben Roggen, Weizen, Dinkel oder die jeweiligen Sorten gemischt genutzt werden!)
2 Päckchen Trockenhefe
1 Päckchen Sauerteig Extrakt
2 TL Honig
3 TL Salz
100 gr Sonnenblumenkerne (auch wieder ersetzbar durch jegliche andere Saat wie Leinsamen, Sesam oder z.B. Haferflocken)
ca. 700 ml Wasser – wenn es zu trocken ist, da Vollkorn ziemlich gut saugt, einfach ein paar ml mehr!
Brotgewürze nach Geschmack
und auch hier lassen sich Kräuter, Zwiebel, Nüsse usw hinzufügen. Für dieses Brot arbeite ich z.B. auch gerne die Hafer- oder Dinkelpampe ein, die bei selbstgemachter Hafer- Dinkelmilch übrig bleibt.

Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig gut durchkneten und dann 45 Minuten gehen lassen. Wem die Sonne fehlt, hier ein kleiner Trick: Backofen auf 50 Grad vorheizen – wenn die Temperatur erreicht ist, Ofen auschalten und den Teig abgedeckt mit einem angefeuchteten Geschirrtuch in den Ofen stellen. So geht der Teig ganz sicher gut auf.
Nach 45 Minuten das Ganze nochmal kneten, in 2 Teile teilen und in 2 gefettete Kastenformen geben (diese brösel ich dann noch mit Semmelbrösel aus). Beide Brote im vorgeheizten Backofen 50-60 Minuten bei 200 Grad backen. Fertig.
Da das Rezept für 2 Brote ist, gebe ich die Kräuter erst dazu, wenn ich das 2. mal knete – da ich dann nämlich 2 verschiedene Brote backen kann.

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Kosten-Billanz des Sauerteig Brotes

Ich backe meist halb Weizen, halb Roggen für somit 1,10€, 2 Päckchen Hefe 1,10€, 1 Päckchen Sauerteig Extrakt Alnatura 0,59€, Sonnenblumenkerne 0,36€, Salz, Wasser, Honig und Strom für gesamt 0,70€ – zusammen habe ich hier also 3,85€ ausgegeben, erhalte aber 2 Brote für somit umgerechnet je 1,93€

 

Zwischen-Fazit:
Von den Kosten her nehmen sich somit beide Brote nicht viel.  Sie haben gerade einmal 5 cent Unterschied und jedes Brot hat so seine Vorteile.

 

Wie sieht es aber nun damit aus, wenn man Sauerteig und auch Hefe selber herstellt?
Was ich festgestellt habe: Mit selbstgemachten Sauerteig schmeckt das Brot auf jeden Fall um einiges besser. Weiterhin muss der Grundansatz nur 1x gemacht werden – danach wird der Teig nur angefüttert und kann belieb oft weiter verwendet werden.

Hier ist ein wirklich gutes Rezept für selbst gemachten Sauerteig:

Für den ersten Ansatz werden insgesamt 300 gr Roggen verwendet, sowie 300 ml Wasser. Die Kosten liegen somit beim ersten Ansatz bei ca. 0,33 cent – aufgerundet 40 cent (fürs Wasser).
Diese ersten Ausgaben sind aber die höchsten, denn danach wird der Ansatz immer wieder mit ca. 100gr Roggen und 100 ml Wasser angefüttert – was dann je Brot Kosten von nur 13 cent zu buche schlägt.
Dies bedeutet, dass unser Sauerteig Brot von oben nicht nur schmackhafter wird, sondern insgesamt nur 1,46€ je Brot kostet. Ein Spitzenpreis, wie ich finde – und Sauerteig selber herstellen benötigt zwar 3 Tage – macht aber auch viel Spaß!

 

Wie sieht es denn nun mit Wild-Hefe aus?
Ich bin ehrlich, an dieses Projekt habe ich mich noch nicht rangewagt. Allerdings werde ich genau dies die kommenden 1-2 Wochen einmal ausprobieren und Euch dann in einem weiteren Brot-Test davon berichten.
Was ich jetzt schon sagen kann: Mit Wildhefe soll das Brot besser schmecken, länger frisch bleiben und auch die Kosten reduzieren sich wieder. Für das Herstellen der ersten Wildhefe benötigt man Rosinen oder andere Trockenfrüchte, sowie Wasser, welches zusammen Kosten von rund 45 cent produziert. Im Gegensatz zur Biotrockenhefe haben wir beim erst-Ansatz also kaum gespart. Allerdings entstehen bei jedem weiteren Brot – durch das Anfüttern – nur noch Kosten von 0,22 cent für die Hefe. Das oben stehende Brot aus dem 1. Rezept  kostet uns in der Herstellung somit also nur noch 1,65€ – auch hier wieder gespart und ein spannendes Experiment wird es alle mal.
Neben dem Wild-Hefe Test gibt es dann die nächsten mal auch noch einen Bericht über Frühstückssemmeln und Toast :)

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Kosten- FAZIT:
Bio- Vollkornbrot ist nicht unter 3,50€ für 500gr erhältlich. Wir backen unsere Brote oben im Schnitt für rund 1,50€ bei selbstgemachem Sauerteig und Hefe. Dies ist eine Ersparnis von 2€ je Brot. Unsere Großfamilie hat einen Verbrauch von 4 Broten die Woche, somit sparen wir uns beim Selberbacken im Monat ca. 32€